Werft endlich Euren materiellen und seelischen Müll weg!

21 Sep 2010 Von Kommentare: 5 Zeitenwandel

Waldspaziergang im Herbst

Der Kommentar eines Lesers hat mich zu diesem wichtigen Thema inspiriert und ich bin davon überzeugt, dass es jeden von uns betrifft. Den einen mehr – den anderen weniger. Was braucht der Mensch wirklich zum Leben und wie kann man sich von unsinnigen materiellen Dingen und der Vergangenheit befreien? Wir sollten endlich damit beginnen, äußeren und inneren Ballast wegzuwerfen und endlich unbeschwert leben. „Es gibt im Leben zwei Tragödien: Die eine liegt darin, dass einem ein großer Wunsch versagt bleibt. Die andere liegt gerade in seiner Erfüllung“. George Bernard Shaw

Die Erfüllung eines Traumes, oder spezifizieren wir das Ganze: die Erfüllung eines materiellen Traumes, bringt doch nicht immer die Befriedigung, nach der wir uns sehnen. Die eigentliche Befriedigung liegt darin, dass wir uns nach etwas sehnen, das wir nicht beschreiben können, weil wir uns nicht daran erinnern können und es vergessen haben, wo wir eigentlich herkommen. Was auch immer es ist, welcher Zustand, Traum oder welche Vision ist völlig egal, denn jeder Mensch hat eine eigene Realität und eine eigene unbewusste Vorstellung von Glück und Zufriedenheit. Da wir aber kaum imstande sind, das, was uns fehlt, näher zu beschreiben, sehnen wir uns nach handfesten Dingen, die wir ansehen und anfassen können. Materielles. Ob es ein Auto, das ersehnte Eigenheim oder eine moderne Uhr ist, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und dem Ideenreichtum der Konzerne erst recht nicht.

Was können wir tun um uns auf den Zeitenwandel besser einzustellen und einzuschwingen, ohne uns dabei von materiellen Versuchen blenden zu lassen? Es geht darum, sich selbst zu entdecken. Nicht nur materieller Ballast möchte aufgeräumt werden, vor allem der seelische Ballast, der uns eingetrichtert wurde von unseren Eltern (was nicht immer schlecht war, aber mit der Zeit verändern sich die Dinge), unserem sozialen Umfeld, Politik, Wirtschaft und Werbung sollte nun endlich ausgemistet werden, damit wir frei sein und unsere Seele entfalten können. Das muss nicht heissen, dass wir von heute auf morgen unseren Job kündigen und als Eremit in den Bergen leben sollen. Nein, dass wir ein bis jetzt relativ „normales“ Leben führen, hat seinen Grund und wir müssen das auch nicht Schlag auf Schlag ändern. Jedoch entwickeln wir uns immer schneller weiter, werden feinfühliger, sensitiver und brauchen den Stress und die Hektik unserer industriealiserten und hochtechnologischen Gesellschaft nicht mehr. Unser Umfeld wird uns manchmal „zu viel“ und wir sollten diese Tatsache akzeptieren und lernen, damit umzugehen. Auf unsere persönliche Entwicklung müssen wir somit Rücksicht nehmen und unser Leben damit in Einklang bringen, denn die Hektik und Lautstärke, der wir ausgesetzt sind, bekommt uns nicht immer gut. Selbst eine kilometerweit entfernte Autobahn wird in manchen Nächten zu einer Belästigung für unsere Hörnerven. Nicht nur Meditation und Yoga kann helfen, um uns auf die neuen Energien einstimmen können, die uns zur Zeit alles abverlangen.

“Weniger ist mehr“ ist die Devise der neuen Zeit. Das bedeutet, dass wir uns überlegen sollten, was uns wirklich wichtig ist im Leben? Brauchen wir das neue schöne Auto, für das wir über Jahre hinweg über einen Kredit abbezahlen müssen? Wir neigen dazu, uns Dinge anzuschaffen, die uns immer abhängiger machen und noch mehr Arbeit bereiten. Es ist geschickt gemacht von den Konzernen und den Banken, die schnell mit einen Kredit ums Eck hervorgekrochen kommen, um den Konsum-Träumer von der Finanzindustrie abhängig zu machen. Wer einmal gefangen genommen wurde, kommt nicht mehr schnell davon. Das ist so geplant, denn ohne Wirtschaftswachstum (auch oder gerade wegen der Verschuldung der Welt) funktioniert das Geldsystem nicht mehr und bricht zusammen.

Nachdem ich langsam vom Thema abdrifte komme ich nun lieber wieder auf mein eigentliches Thema zurück, der Lossagung von materiellem und seelischem Ballast. Leserin Angela machte folgenden Vorschlag, um sich von materiellem Ballast zu befreien:

Ich stelle mir einen Müllsack mitten in die Wohnung und “lasse ALTES los”. Viele Dinge, die ich schon viel zu oft abgestaubt habe und für die ich eigentlich keine Verwendung habe –alte Geschenke etc.– wandern dann “weiter”. Tut gut – ist auch was für’s Auge.

Ich finde, das ist eine gute Möglichkeit, sich von altem zu „befreien“, denn je mehr wir aufsammeln und uns aufbürden, desto schwerer haben wir zu tragen. Doch ist es nicht komisch? Je mehr wir in unserem Job verdienen oder je erfolgreicher wir werden, desto größer werden unsere materiellen Ansprüche, die wir durch vermehrtes Konsumieren befriedigen wollen. Schneller als wir denken, befinden wir uns im berühmten Hamsterrad! „Je mehr, desto besser“ lautet die Devise unserer Gesellschaft. Nach außen muss natürlich der Status, den man meint, zu haben, sichtbar gemacht werden. Dass wir uns durch zu viele materielle Belastungen zum Sklaven machen, scheint kaum jemandem bewusst zu sein. Es geht aber darum, unsere Persönlichkeit weiter zu entwickeln und das geht nicht mit Konsum um jeden Preis, sondern mit Erkenntnissen und Erfahrungen, die man bereit sein sollte anzuschauen, und nicht wegzuschauen. Je einfacher wir unser Leben machen, desto unbeschwerter leben wir… und unsere Seele. Je weniger sich der Verstand ablenken lässt durch äußere materielle Reize, desto einfacher und federleicht kommt die Seele zur Entfaltung.

Doch nicht nur materieller Müll will weggeworfen werden! Auch und vor allem unser seelischer Müll, den wir seit Jahrzehnten mit uns herumschleppen, will endlich in diesen Müllsack. Machen wir uns bewusst, dass wir es selbst in der Hand haben. Wir können jetzt sofort beschliessen, dass wir die alten Dramen nicht mehr brauchen in unserem Leben:

* Hört auf, Euch oder andere ständig zu be- oder verurteilen.
* Akzeptiere deine Vergangenheit, wie sie war. Du kannst sie zurücklassen.
* Erst Deine Schwächen machen einen vollständigen Menschen aus dir.
* Deine Erwartungen bestimmen, wie du die Realität erlebst.

Es sind nicht zuletzt die eigenen Erwartungen, die einen immer wieder an den selben Dingen scheitern lassen. Doch stellt sich die Frage, woher Erwartungen kommen? Sie kommen durch unser soziales Umfeld, der Erziehung und den Erlebnissen, die uns geprägt haben und aus uns das gemacht haben, was wir jetzt sind. Es ist Zeit, damit endlich aufzuhören. Nicht jemand anders bestimmt „meine“ Erwartungen. Ich bin selbst dafür verantwortlich und kann selbst bestimmen, was meine Seele wahrlich will.

Der Weg zur Macht führt durch die Paläste.
Der Weg zum Reichtum führt durch die Basare.
Der Weg zur Weisheit führt durch die Wüste.
Arabisches Sprichwort.

Bild: Gehvoran.vom

5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Melchen says:

    Gefällt mir, der Artikel.. Loslassen ist mein persönliches Schlüsselwort zur Zeit..
    Was besonders schön für die Seele ist, oder zumindest für meine, ist kreativ sein.. Und gerade wenn man ärmer ist, wie ich, kann man sich kreativ schön ausleben.. Jeden ängstigt und erschüttert die „Krise“, mich überhaupt nicht, denn es wird Zeit kreativ zu sein, neue Ideen zu entwickeln.. Ich freue mich, wenn dieses *Statusdenken* endlich weg ist, ich hab mit meinen Schwiegereltern immer und immer wieder Diskussionen über Sparen und man will sich doch was aufbauen und wir sollten doch ein Haus kaufen/bauen etc. und wenn sie nicht so gelebt und hart gearbeitet hätten, dann hätten sie jetzt kein Haus (mal abgesehen davon, dass sie schon überlegen, das Haus zu verkaufen, weil es für zwei Personen einfach zu groß ist) und könnten uns nicht so unterstützen. Aber das ich das eigentlich gar nicht will und zufrieden so bin, wie es ist (quasi von Hand in den Mund), weil ich mir bewusst bin, dass es keine wirklichen Sicherheiten gibt, das Versicherungen betrügen, Banken betrügen, Konzerne betrügen, vergiften etc. Was soll ich so etwas unterstützen? Mein Geld auf der Bank *arbeiten lassen* und vielleicht Schuld daran sein, dass in anderen Ländern gehungert wird? Da kauf ich lieber teure Biolebensmittel und unterstütze Unternehmen, die nicht Profitorientiert sind und habe am Ende des Monats halt kein Geld über..

  2. 2

    Sehr aktueller und passender Artikel. Auch was Melchen schreibt, kann ich nur bestätigen, gerade bezüglich der Bio-Lebensmittel. Jeder hat die Wahl sein Geld für mehr Ordnung oder eben mehr Unordnung auszugeben. Sicher,von der Ordnung einer Lichtnahrung sind wir noch weit entfernt, aber der Weg dorthin ist vorgegeben, genau wie der zur nächsten Form der Kommunikation.

    http://www.gold-dna.de/ziele3.html

  3. 3
    Angela says:

    Lieber Alexisorbas, danke für Deinen wunderbaren Artikel. Ja, der Tag, der gestern mit „den letzten Aufraeumungsarbeiten“ – zumindest vorerst mal – zu Ende ging, war schon beeindruckend. Aeusserlich und Innerlich viel „gearbeitet“ und mit einer Zufriedenheit und Dankbarkeit einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten können – zu meiner Rechten und im selben Augenblick zu meiner Linken einen fast vollen strahlenden Mondaufgang! Dann heute früh, denselben wunderschönen Sonnenaufgang, der einherging mit ein bisschen Nebel, doch dann mir eine Tau-Diamant-maessige Umgebung schenkte. Dass macht demütig und froh, und Mutter Erde zeigte mir, was „wirklich“ wichtig ist. Dankbarkeit und Liebe, auch nach Bauchlandungen, wieder aufzuerstehen und weiterzugehen. Und dann ist da noch soviel Neue Kraft hinzugekommen!
    Heute früh las ich dann noch Kössner’s Maya-Tagesspruch, und da dachte ich mir, wer so beschenkt wird, soll auch teilen. Darum teile ich jetzt mit Euch meine Gedanken und Erlebnisse und die Freude und die Liebe, die ich empfinde!
    Alles Liebe
    Angela

  4. 4
    Regine Christine says:

    Lieber Alexissorbas,
    danke für den schönen Artikel. Es ist wirklich lustig. Gestern habe ich den Impuls bekommen, endlich einmal meinen Haushalt auszumisten und heute lese ich Deinen Artikel. Du hast es einmal wieder auf den Punkt gebracht. Danke !
    Liebe Grüße
    Regine

  5. 5
    rosal says:

    Herzlichen Dank für diesen bereichernden Artikel! Es ist interessant, wie die Themen zu uns „fliessen“, wie wir sie ergreifen und in die Welt setzen… :-))

    Aufgrund meiner praxistätigkeit habe ich mich in diesen Tagen dazu entschlossen, dieses Thema im Rahmen eines Seminars zu vermitteln: http://forum-rosal.ch/seminaruebersicht.html

    Alles Liebe, rosal

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