Erwartungen

07 Mai 2012 Von Kommentare: 3 Bewusstsein, Spiritualität

Wir alle sind voller Erwartungen an das Leben. Wir erwarten vollkommene Gesundheit, liebevolle Beziehungen, den Weltfrieden und auch eine grundlegende Wandlung des Zusammenlebens. Wenn wir etwas erwarten, klammern wir uns an diese Erwartung und können oft nicht loslassen. Wenn dann nichts, oder etwas Gegenteiliges geschieht, treten Zweifel und Ungeduld auf. Positives Denken genügt hier einfach nicht, es kratzt nur an der Oberfläche. Darunter lauern unbewusste Ängste, die Angst zu versagen, die Zweifel und rauben uns die ganze Kraft und Konzentration. Wir denken bei unseren Erwartungen viel an den Erfolg und da wir in einem polaren Universum leben, werden wir auch an Versagen und Misserfolg denken, beides gehört zusammen. Befürchtungen sind Erwartungen von negativen Resultaten, sie sind nichts anderes als die Summe unserer bisherigen Gedanken. Wenn wir vor etwas innerlich Angst haben, versetzen wir uns in die Zukunft , wir arbeiten im Hier und Jetzt, schauen aber woanders hin.

Es hört sich gut an, zu sagen, dass wir immer „nur das Beste“ erwarten, stets positiv denken, aber es ist auch wichtig, nicht mit Ablehnung zu reagieren, wenn wir nicht das bekommen, was wir wollen. Es sind unsere Erwartungen, die uns Schmerzen verursachen, nicht die Umstände oder das Leben selbst. Die Selbstherrlichkeit des Egos fordert, wie die Dinge zu sein haben und nicht anders. Wir haben eine Idee oder Hoffnung, verstärken diese mit dem Verstand, verbinden sie mit einem Gefühl und sind dann enttäuscht oder sogar am Boden zerstört, wenn sich unsere Hoffnungen nicht erfüllen. Aus vergangenen Erfahrungen hoffen wir künftige Ereignisse ableiten zu können.

Alle Lebensumstände sind erst einmal wertfrei und neutral. Wir sollten lernen, das Leben auch dann lieben zu können, wenn es nicht den erwarteten Weg geht. Das kann gelingen, wenn wir erst einmal unsere Emotionen aus der Situation herausnehmen und uns bewusst werden, dass das Leben nicht immer angenehm, sicher und garantiert ist. Dann können wir damit beginnen, nach einer Lösung, die uns aus der vielleicht unerwünschten Situation herausführt, zu suchen und vermeiden, in Selbstmitleid zu versinken.

Wenn wir unseren Anspruch aufgeben, immer alles anders haben zu wollen, als es ist, beginnen wir in der Gegenwart zu leben und haben damit wirkliche Freiheit erlangt. Denn handeln können wir immer nur in der Gegenwart.

Wenn sich unsere Erwartungen nicht bald erfüllen, tritt Ungeduld auf. Oft wollen wir das Gewünschte herbeizwingen, sind dann zum Kämpfer geworden und verlieren notgedrungen Energie. Außerdem verhindern wir das Glücksempfinden, welches nur immer im Hier und Jetzt auftreten kann. Das Universum hat keine Eile, es hat alle Zeit der Welt. Wenn wir etwas erwarten, lassen wir nicht los und das gewünschte Ereignis verzögert sich oder tritt gar nicht erst ein. Es gibt auch Erwartungen anderer an uns selbst, die sollten wir strikt ablehnen und uns von niemandem kontrollieren und manipulieren lassen. Authentisch zu sein bedeutet, sich selbst treu zu bleiben. Letztendlich geht es also um unser Einverstandensein mit dem Jetzt-Zustand.

Das bedeutet aber nicht, bestimmte vergangene, gegenwärtige oder zukünftige Situationen zu akzeptieren, mit denen wir nicht einverstanden sind, sondern es geht um unsere REAKTION auf diese Situation. Wie weit sind wir imstande, unsere Emotionen aus der Situation herauszunehmen, Angst, Trauer und Wut beiseite zu lassen und bei allem Geschehen ganz bei uns zu bleiben, in unserer eigenen Mitte? Falls wir in einer unerwünschten Situation von Emotionen und verdrängten Erfahrungen überflutet werden, ist es eine Möglichkeit, in diesen Schattenbereich mitten hineinzugehen , ohne zu analysieren oder zu bewerten. Negative Erwartungen müssen ans Licht kommen und entlarvt werden.

Das könnten wir in einer Meditation üben: Einfach sitzen, atmen und alles kommen lassen, was kommen will. Falls etwas aus dem Schattenbereich aufsteigen will, spüren wir das an einer inneren Spannung. Dann können wir diese verdrängten Anteile auffordern, sich zu zeigen, weichen nicht zurück, aber bleiben ganz bei uns, in unserer Mitte. Das kann manchmal ganz dramatisch sein, aber letztendlich verliert dieser Schatten, der uns ja aus dem Unbewussten ständig beeinflusst, seinen Schrecken und wir werden frei davon.

Wir haben oft eine Vorstellung davon, auf welche Weise das Universum zu funktionieren hat, um uns wohl und geborgen zu fühlen. Beim Thema Wunscherfüllung besteht besonders leicht die Gefahr, in eine Erwartungshaltung hineinzurutschen. Gerade dabei ist es wichtig, zu erkennen, was wir im Grunde unseres Herzens wirklich benötigen , welcher eigentliche Wunsch hinter dem Wunsch steht, und in einer Einverstandenseins-Meditation ist es möglich, hinter die Oberfläche zu blicken.

Hinter all unseren Erwartungen stehen Gefühle der Sehnsucht, Bedürfnisse, Ängste . Sie verhindern, das wir die Gegenwart annehmen können und verhindern innere Offenheit, die wir dem Leben entgegenbringen sollten, damit es sich zu unserem höchsten Wohl entfalten kann.

Nicht WAS wir erleben ist wichtig, sondern WIE wir es erleben, und das liegt ganz in unserer Hand.

In Liebe, LUMOS

3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Eggi says:

    Liebe Lumos,

    seit einiger Zeit begleitet mich das Buch: Karma Yoga – auf dem sonnigen Weg durch das Leben von Karin Jundt.
    Es geht um 3 Säulen im Leben: Urvertrauen, Selbstliebe und Gleichmut
    Nacah meiner Erkenntnis mündet ALLES in einem festen Glauben – dann kommen Vertrauen, Geduld und all das, was wir uns wünschen, von alleine.
    Wichtig ist wohl auch zu erkennen, dass (m)eine Seele all das erhält, was sie braucht und die Seele des anderen erhält das, was sie braucht.
    Alles zuzulassen, wie es kommt, ohne zu werten….
    Wenn wir an etwas zweifeln, zweifeln wir letztendlich an Gott (dem Universum oder wie auch immer), denn er kennt auch Vergangenheit und Zukunft.
    Auch wenn es nicht immer einfach ist – wir können jeden Tag neu an uns arbeiten.

    Licht und Liebe

    Eggi

  2. 2

    Das Thema „Erwartungen“ kann vielen Seiten betrachtet werden.
    Hier habe ich einen Beitrag gefunden mit einem Aufruf zum Handeln.

    Ich glaube, dass dieser Beitrag für uns alle interessant ist.

    Deshalb einfach mal lesen und sich Gedanken machen.

    Hier geht’s zum Artikel:
    http://wirsindeins.wordpress.com/2012/05/10/einladung-an-die-galaktische-foderation-uns-zu-helfen-please-help-us/

  3. 3
    LUMOS says:

    @Eggi 1
    Lieber Eggi!
    Es ist vielleicht ein Missverständnis , aber für mich ist Vertrauen die höchste Form der Liebe und es ist mein eigenes Wachstum, das mir Vertrauen bringt.

    Glauben wurde von anderen übernommen, von den Eltern oder der Gesellschaft, in der man aufgewachsen ist und wenn man etwas „glaubt“ ist das der Versuch, sich zu etwas eigentlich Unannehmbarem zu überreden. Man sagt ja auch:“Glauben ist nicht WISSEN.“ Wissen ist nichts, was im Verstand stattfindet, Wissen ist ein Gefühl.

    Urvertrauen, Vertrauen in die Sinnhaftigkeit der ganzen Schöpfung und in Dein eigenes Wachstum – vielleicht meinst Du das ja auch mit dem Wort „Glauben“.
    Dann stimme ich mir Dir überein.

    Liebe Grüße von LUMOS

Ihre Meinung interessiert uns. Schreiben Sie uns! (Kommentare, die sich nicht auf das Thema beziehen, werden gelöscht)

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.