Michael Schumacher: Immer auf der Überholspur?

31 Dez 2013 Von Kommentare: 5 Gesellschaft, Zeitgeschehen

Michael Schumacher Rennfahrer Skiunfall

Auf einer nicht als Skipiste ausgezeichneten Strecke stürzt der ehemalige Formal 1 Rennfahrer Michael Schumacher so schwer, dass er lebensbedrohliche Gehirnverletzungen erleidet und er um sein Leben „kämpft“. Während die Medien den Unfall publikumswirksam nachkonstruieren und die Menschen Anteil daran nehmen, stellt sich die Frage nach dem „Warum“. Wenn man diesen schlimmen Unfall kritisch betrachten würde könnte man sich fragen, ob er nicht selber daran schuld war, weil er mitten im Gelände abseits der Piste gefahren ist oder weil er vielleicht zu schnell war. Oder war es vielleicht Schicksal oder Bestimmung? Niemand braucht zwar mit dem Finger auf Michael Schumacher zu zeigen, aber auch Mitleid ist nicht angebracht. Das Mitgefühl gilt auf jedem Fall ihm und seinen Angehörigen, die nun mit einer eben solchen schwierigen Lebensaufgabe betraut sind wie er selbst. Jetzt geht es um nichts Geringeres als um Leben und Tod.


Eine Frage von Schuld?

Gerade ein nach Perfektion strebender Mensch wie Michael Schumacher ist nun in der Situation, dass er die Kontrolle über seinen Körper komplett abgeben muss, in einer Welt in der man alles zu kontrollieren glaubt. Das Leben nimmt sich das, was es zu einer Bewusstseinsveränderung benötigt, auch wenn sich dies auf den ersten Blick hart anhören mag. Aber mit der Erkenntnis, dass kein äußeres Ereignis, also auch kein Unfall rein zufällig in ein Leben tritt, sondern durch innere ´Verstrickungen und Probleme´ ausgelöst wird, betrachtet man jedes Ereignis, also auch einen Unfall und jede Krankheit aus einem gänzlich anderen Blickwinkel. Somit gibt es keine Schuld, aber auch keine Opferrolle. Für jede Wirkung gibt es eine Ursache. Das Gesetz der Resonanz sorgt dafür, dass wir niemals mit etwas in Kontakt kommen können, mit das wir augenscheinlich nichts zu tun haben. Die Ursache tragen wir immer in uns selbst. Niemand lässt sich bewusst absichtlich in einen Unfall verwickeln, aber unser Unterbewusstsein oder unsere Seele weiß vielleicht keinen anderen Ausweg mehr, auf ein bestehendes inneres Problem hinzuweisen, als mit einem so schlimmen Ereignis. Nach der seelischen Krankheitsdeutung nach Dr. Rüdiger Dahlke geht man bei einem Verkehrsunfall beispielsweise davon aus, dass jemand „vom Weg abgekommen ist“ oder dass jemand „aus der Bahn geworfen“ wurde. Er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und hatte vielleicht „etwas“ übersehen, vielleicht hat er auch in seinem Leben etwas Wichtiges „übersehen“, das ihn jetzt darauf hinweisen will. Der eingeschlagene Weg wird plötzlich in Frage gestellt und man verliert die Kontrolle.

Warum gerade ein Mensch, der im Leben aus unserer Sicht alles erreicht und Millionen von Euros verdient hat, noch immer Ruhm und Anerkennung erfährt, trotz seines jahrzehntelang ausgeübten gefährlichen Rennsports noch immer den Nervenkitzel sucht, kann nur er selbst beantworten. Keiner kann in einen anderen Menschen hineinsehen und keiner hat das Recht dies zu bewerten, darüber zu urteilen und zu theoretisieren, aber ein schlimmes Ereignis wie dieses, an dem viele Menschen medial teilnehmen, regt auch zu durchaus kritischen Reflektionen an – für einen selbst.

Selbstreflektion

Wie verläuft mein Leben? Sollte ich mich vielleicht mal bremsen, den Fuß vom Gaspedal nehmen? Sollte ich mein Leben nicht mal ent-schleunigen als immer auf der Überholspur sein zu müssen und Höchstleitungen zu bringen? Gönn ich mir genug Ruhe? Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir notwendige Veränderungen meistens nur dann wahrnehmen, wenn uns ein schlimmes Erlebnis wiederfährt, wie z.B. ein Unfall oder wenn uns der Partner betrügt. In letzterem Fall verspürt man Wut und Hass auf den Partner und projiziert innere Probleme ausschließlich auf den Partner, anstatt sich die einzige ehrliche Frage zu stellen, ob ich mich denn selbst liebe? Wie kann mich jemand lieben, wenn ich selbst an mir zweifel?

Heute, der letzte Tag des Jahres, ist auch angesichts dieser Fragen eine gute Gelegenheit das nun vergangene Jahr kritisch zu beleuchten und für 2014 mögliche Veränderungen in Betracht zu ziehen. Nur durch regelmäßige Selbstreflektionen können wir unser Leben positiv maßgeblich selbst beeinflussen. Wir haben es selbst in der Hand.

Beitragsbild „Rennauto“: Fotolia.de

5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Maria sagt:

    … und es geht noch viel viel weiter darüber hinaus,
    denn JEDER Mensch steht auch gleichzeitig für alle Menschen,
    steht mit Allem in Verbindung,
    für ALLES, was zur Zeit auf dieser wunderschönen Erde passiert und
    es betrifft UNS ALLE,
    da wir alle EINS sind in der letzten Konsequenz.

    Für mich bedeutet das,
    dass ich das Leben selbst nähren möchte,
    dass Schönheit, Lebensfreude, Glück, tiefer innerer Frieden,
    Freundschaft, Lachen, Mitgefühl, …
    wichtiger und grundsätzlicher sind als Millionen, Erfolg, …

    Mein Mitgefühl ist bei den Schumachers
    und allen anderen Menschen, die dort auch zur Zeit
    in der Klinik um ihr Leben ringen und wo auch immer.
    Mögen wir Menschen erwachen und uns erinnern,
    warum wir hier sind – alle, ohne Ausnahme:
    um zu LEBEN,
    LEBENdig zu SEIN,
    LEBENsfreude zu erfahren, …

    Ho’oponopono
    Danke – Ich liebe Dich

    Maria

  2. 2
    jo sagt:

    Er trug doch einen Helm….

  3. 3
    Angela1 sagt:

    Ein sehr guter Artikel – und passt auch zum Jahres“Wechsel“!
    Es mag zwar jetzt Michael Schumacher sein — schon eine schlimme Sache für ihn und auch für die Angehörigen —doch so mancher Zeitgenosse und Mitmensch der „tiefer denkt“, kann sich daraus etwas abnehmen.
    Immer mit überhöhter Geschwindigkeit durchs Leben zu rasen, konzentriert den Blick nur auf die „lange Gerade“ zu richten, um nicht um Weg abkommen, ist und war nie der Grundgedanke eines Lebens.

    Michael hat nun vielleicht, auch durch seine Bekanntheit – Prominenz – wie immer man es auch nennen mag, die Aufgabe auch anderen Mitreisenden auf unserem Lebensweg, aufzuzeigen, dass es auch zu unerwarteten Vollbremsungen kommt.
    Wir stehen nun am Anfang eines Neuen Jahres und es gab sicher sehr viele gute Vorsätze in der Silvesternacht und manch einer will und wollte sein Leben ändern. Bei Michael zeigt sich das nun sehr dramatisch, denn er wird sein Leben sicher ändern müssen, einige Gänge runterschalten, mal zur Ruhe kommen, reflektieren was „bisher“ gelaufen war und vielleicht eine ganz neue wunderbare Aufgabe finden können – ein „anderes Leben“? Vielleicht…………..wünschen wir ihm das Beste.

    Und genauso wünsche ich uns ALLEN, die wir auf dem Weg sind, das Beste, die Veränderungen liebevoll annehmen, auch wenn’s manchmal schwerfällt. Das JETZT zu geniessen, wie immer es sich auch zeigt (auch das fällt manchmal schwer) aber man wächst daran und viel Liebe, Lachen, Mut, Harmonie, Geduld, Frieden, Gesundheit …… undundundundund……………..

    Angela

  4. 4
    Silvia sagt:

    Ich wünsche mir, dass Michael wieder vollständig gesundet, von etwas Höherem berührt wird während seiner Koma-Zeit und dann seinen Promistatus dazu nutzen kann um allen davon zu erzählen. Verändert wird er sicher sein, im positiven Sinne. Es geschieht nichts ohne Grund. Alles Liebe für dich Schumi und danke für den mutigen Artikel Alex.

  5. 5
    Alex Miller sagt:

    @ Silvia,
    dann hätte das für alles einen höheren SInn, das würde ich der Menschheit auch wünschen.
    Herzliche Grüße
    Alex

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