Erde 2.0 – Vom künstlichen Lebensrythmus zur natürlichen Zeit

13 Jan 2014 Von Kommentare: 7 Altes Wissen, Naturvölker

Lavendelblütenpracht in Frankreich

Meetings und andere wichtige Termine werden geplant, ohne dabei die natürlichen Energien, die uns Menschen und unser ganzes Leben umgeben, zu berücksichtigen, obwohl unser Kalendersystem, dass nicht an der Umlaufbahn des Mondes angelehnt ist, mit unserem natürlichen biologischen Rhythmus kollidiert. Unsere Kinder schicken wir um acht Uhr in die Schule, wissend dass die Leistungskurve um diese Zeit vollkommen down ist. Natürliche Energien? Die Maya haben durch jahrhundertelange astronomische Beobachtungen und mathematische Berechnungen bereits vor Tausenden von Jahren herausgefunden, dass sich die Zeit in immer wiederkehrenden Zyklen bewegt, im Gegensatz zu unserem Verständnis von Zeit, die linear verläuft. Sie kamen zu der Erkenntnis, dass jeder Tag eine andere, eigene Energiequalität hat, die sich aber im Laufe der Geschichte auf ähnliche Weise wiederholt.

So gibt es Tage, die bestens dazu geeignet sind, Getreide anzusäen oder zu ernten. Andere Tage wiederum eignen sich hervorragend dazu, um „schwierige“ Diskussionen zu führen oder um praktische, handwerkliche Tätigkeiten auszüben wie z.B. Häuser bauen. Ein Jahr des Tzolkin-Kalenders, das Herzstück des Maya-Kalenders, hat übrigens 260 Tage und ist mit unserem linearen Verständnis von Zeit schwer erklärbar. Hier kommen Planetenzyklen und andere kosmische Konstanten ins Spiel, die die Maya bereits vor über 1000 Jahren erkannten.

Zeit = Zeit?

Im Rahmen des von Papst Gregor XIII. eingeführten Gregorianischen Kalenders hat unser Jahr zwölf Monate, obwohl der Mond die Erde in einem Jahr 13 Mal umkreist und jeder Monat somit 28 Tage haben müsste (x 13 Monate = 1 Jahr). Sonnwendfeiern, Erntedank- und Neu/Vollmondfeste waren fest verankert im Heidnischen Glauben und gehörten zu den Riten der Menschen hierzulande. Sie respektierten die Zyklen der Natur, unter dem Einfluss von Sonne und Mond. Dies ist durch die Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahre 1582 abhanden gekommen und ignoriert seitdem auf künstliche Art und Weise die natürliche Einheit zwischen Mensch und Natur. Bezeichnend, dass die katholische Kirche sämtliche Riten der heidnischen Naturreligionen entweder verteufelte oder sich ihr einverleibte und daraus neue christliche, aber inhaltlich veränderte Gebräuche formte. Weihnachten, Fasnacht (Karneval), Ostern, Maifest (Pfingsten), Erntedank und Winteranfang (Allerheiligen) waren allesamt heidnische Feste.

Glückliche Kinder BumenmeerWir wecken unsere Kinder um sechs Uhr, damit sie pünktlich um acht Uhr in der Schule sind, obwohl mittlerweile wissenschaftlich bewiesen ist, dass der übliche Schulbeginn hierzulande nicht den biologischen Rythmen (Biorythmus) der Kinder entspricht. Laut Schlafmedizinern verläuft die Leistungskurve von Schulkindern morgens um acht Uhr am absoluten Tiefpunkt, was bedeutet dass ihre Lernfähigkeit um diese Uhrzeit noch stark eingeschränkt ist. Erst ab neun Uhr beginnt die Leistungskurve der Schulkinder annähernd anzusteigen, was zu vernünftigem Lernen führen kann. Die verantwortlichen Menschen (Politiker) tun nichts dagegen. Auch bei Erwachsenen beginnt die Leistungskurve erst um neun. Wenn man allein die Schlafenszeiten anpassen würde, hätte dies keinen Einfluss auf den Biorythmus sowie die Lernleistung.

Im Supermarkt kaufen wir uns das ganze Jahr über die Lebensmittel, auch beispielsweise regional und saisonales Obst und Gemüse, was uns gerade schmeckt, da durch Gewächshäuser und Importe jederzeit verfügbar gemacht. Dies hat jedoch die unweigerliche Konsequenz, dass der Mensch den Respekt vor Nahrungsmitteln, also vor dem Leben an sich, vollkommen verloren hat. Es ist Normalität, dass wir das essen, wonach uns gerade ist. Wer bedankt sich heutzutage noch vor jeder Mahlzeit bei der Nahrung, die auf dem Teller ist? Früher war dies ein gängiges, dankbares Ritual vor allem der Landbevölkerung gegenüber der Natur bzw. der Schöpfung, die manche auch Gott nennen. Auch den regenerativen Tag/Nacht-Zyklus gibt es aufgrund immer verfügbarer Lichtressourcen (Strom), einhergehend mit dem Industriezeitalter und der 40-Stunden Arbeitswoche und sonstiger veränderter Freizeitaktivitäten nicht mehr. Je „zivilisierter“ und je „industriealisierter“ sich die Menschheit entwickelt, desto weiter weg entfernt sie sich von der Natur. Ein letztes Beispiel wie unsinnig in der modernen Welt mit dem Rhythmus der natürlichen Zeit umgegangen wird ist die Zeitumstellung. Sie befindet sich im Widerspruch gegen die Natur des Menschen und ist nachweislich unnötig und ungesund. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wird dadurch auch keine Energie eingespart, so der eigentlich Grund für die letztmals eingeführte Umstellung im Jahr 1980.

Die Aufgabe des Menschen

Burn Out SyndromDer Mensch ist kein mechanischen Uhrwerk und auch kein High-Tech-Computer, sondern ein sensibles bioenergetisches Wesen, ausgestattet mit Empfindungen und Gefühlen – vor allem Kinder. Obwohl ausgestattet mit Gehirn und Verstand, besitzt jeder Mensch so etwas wie ein Bauchgefühl, Intuition, gelegen im Solar Plexus. Das Gleichgewicht zwischen beiden „Organismen“ herzustellen, also zwischen dem Verstand und dem Solar Plexus, physisch gelegen am Übergang von Brustkorb zur Magengrube, einige Zentimeter oberhalb des Bauchnabels, sollte das erstrebenswerte Ziel eines jeden Menschen sein. Und obwohl es Menschen und Völker gibt (z.B. indigene Völker wie Indianer oder Tibeter), die uns lehren wie wir uns wieder zum Gleichgewicht hin-entwickeln (ent-künstlichen), d.h. unter anderem den Kontakt zur Natur wieder herstellen können, verschließen wir uns dessen und erachten „Arbeit und Unterhaltung“ als unseren einzigen Lebensinhalt. Lieber produzieren wir immer mehr, was wir nicht benötigen und pochen auf immer mehr Leistung und Wachstum, damit die Zahlen im Computer und auf dem Kontoauszug nach oben schnellen und dort bleiben um genug abzubekommen vom scheinbar großen und glücksbringendem Kuchen des Kapitalismus. Schneller, weiter, höher ist die Devise – bis die Menschen am Burn Out Syndrom erleiden und wie die Fliegen zusammenbrechen, bis unsere Kinder ADHS haben (oder die Gesundheitsindustrie dies behauptet) und bis unsere Natur vollständig vom Menschen ausgebeutet und zerstört wird. Wenn die Menschheit nicht lernt inne zu halten, still und achtsam zu sein, ihr Ego in Zaum zu halten, den persönlichen Erfolg nicht mehr als erstrebenswertestes Ziel zu sehen, sondern der Erholung unseres Planeten und Mitgefühl untereinander Raum und Zeit gibt, werden psychische Krankheiten als Massenphänomen in den Therapeutenpraxen Einzug halten.

Wir haben es in der Hand

Wir sollten froh und dankbar sein, bei uns in Mitteleuropa alles Materielle zu haben, was wir zum Leben brauchen. Es geht auch nicht darum, wieder in der Steinzeit zu leben. Jedoch geht es darum, sich wieder zu besinnen – auf das Wesentliche. Das eigene Ich zu entdecken, die Natur und alles was sie für uns bereit hält zu schätzen, die Weisheiten unserer Vorfahren zu würdigen, unter Inanspruchnahme vieler unserer neuen Technologien, die unser Leben einfacher und lebenswerter machen. Beides ist kein Widerspruch in sich. Bezeichnenderweise nennen die Indianer die Erde als ihre „Mutter“ (Mutter Erde) und bezeichnen Gott als den „Großen Geist“. Die Indigenen Völker respektieren die Zyklen der Natur noch, dessen Verständnis uns „zivilisierten“ Menschen abhanden gekommen ist.

Die Zeit zu begreifen als einen Teil der Natur im großen Ganzen, eingebettet im Kosmos, der Sonne, dem Mond und der Sterne, mit ihren Zyklen, ist die Aufgabe des modernen Menschen. Was aber auch bedeutet, nicht mehr 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche überall und allzeit erreichbar zu sein. Versuche, die Natur zu überlisten, verursachen negativen Stress und Krankheit, was zur Folge hat, dass wir zum Arzt gehen und uns weitere krankmachende künstliche Präparate verschreiben lassen. Welch grandioser Kreislauf…

Die esoterische Floskel und indianische Weisheit „im Einklang mit der Natur zu leben“, so abgedroschen und hippiemäßig sie mittlerweile auch klingen mag, wird die große Herausforderung der Menschheit sein. Und wenn es uns gelingt, die Harmonie zwischen Natur und Technik, zwischen Seele und Verstand, zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit, zwischen Zeit und Organisation wieder herzustellen, gibt uns die Natur auch all das, was wir brauchen. Es liegt an uns, an jedem selbst, den dringend benötigten Wandel herbeizuführen. Wenn nicht jetzt, wann dann…?

„Jedes Mal, wenn sich der Kreis dreht, haben wir die Möglichkeit, unser Leben neu zu gestalten, zu verbessern. Maya-Weisheit“

Bilder: Fotolia

7 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Rob sagt:

    Sehr schöner Artikel, Alex!
    Er erinnert mich daran, immer mal wieder den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und innezuhalten, mir bewusst zu werden, was mir wichtig ist und mich nicht in Nebensächlichkeiten zu verlieren und außerdem dankbar zu sein für das, was ich bereits habe (bezieht sich nicht nur aber auch auf Materielles), und mehr im Hier und Jetzt zu sein.

    Danke dafür,
    Rob

  2. 2
    Lumos sagt:

    Ein interessanter Artikel, der vieles anspricht, was in unserer heutigen Gesellschaft im Argen liegt.
    Zitat: …“ Jedoch geht es darum, sich wieder zu besinnen – auf das Wesentliche“……
    Das denke ich auch und natürliche Lebensrhythmen dürfen nicht außer acht gelassen werden. Das ist nicht einfach in unserer hektischen Arbeitswelt und für umso wichtiger halte ich es, regelmäßig Ruhe- und Besinnungpausen einzuplanen. Fernsehen gehört nicht dazu! Und, wie Rob schreibt: Zitat: …“dankbar zu sein für das, was ich bereits habe „….. Ja, das ist wirklich eins der wichtigsten Dinge, Dankbarkeit zu empfinden!

    Dann wird jeder auch seine individuelle Leistungskurve erkennen können, ich denke, so pauschal : Zitat: “ Auch bei Erwachsenen beginnt die Leistungskurve erst um neun“…… wird es nicht immer sein. Seit meiner Kindheit liegt z.B. mein persönlicher Höhepunkt in den ganz frühen Morgenstunden ( ab 4 Uhr), wir gehen natürlich auch entsprechend früh schlafen. Aber das ist bei jedem Menschen ja individuell verschieden.

    Es gibt noch einen anderen interessanten Aspekt, was die Zeit betrifft. Im Sanskrit ist die Bezeichnung für Zeit und Tod dieselbe ( „kal“) In der Zeit zu leben bedeutet also, im Tod zu leben.Das Leben schreitet fort und der Tod steht am Ende.
    In dem Moment, wo die Zeit aufhört, gibt es auch keinen Tod mehr. In tiefer Meditation, wenn keine Gedanken mehr durch den Kopf gehen, oder im vollständigen Erleben des Jetzt ( ohne Gedankenkarussell) hört die Zeit auf und es beginnt die Ewigkeit. Somit ist Zeit nur eine Illusion und ihr ständig nachzujagen lässt uns allein im Verstand leben mit allen Verwirrungen und Problemen.

    Unserer hektischen Welt zu entfliehen wird nicht einfach sein- aber mit dem nötigen Ausgleich kann ich mir ein Oasen der Ruhe erschaffen und damit meine Welt verändern.

    Liebe Grüße von Lumos

  3. 3
    Silvia sagt:

    Schöner Artikel!
    Ich nahm einst an einer Vollmondmeditation teil, lernte das Räuchern, was ich heute selbst anwende und lauschte gespannt den Geschichten, die erzählt wurden. Da ist ein Wissen unserer Vorfahren, welches es unbedingt zu erhalten aber auch weiterzureichen gilt an die nächste Generation. All die technischen Mittel und Maschinen sind schön und Recht, ein Teil unserer Gesellschaft und auch gute Mittel zum Zweck, wie zB. um hier einen Blog führen zu können. Aber wir dürfen uns nicht von diesen technischen Mittel vereinnahmen lassen, ansonsten wir unsere Wurzeln verlieren und somit uns selbst. Ein gesundes Mittelmass wäre anzustreben.
    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“
    (Weisheit der Cree-Indianer)
    Liebe Grüsse an euch alle, Silvia

  4. 4
    Lumos sagt:

    Ich möche Euch ein kleines Video, 5,42 Minuten zeigen, welches eigentlich nur sehr entfernt etwas mit dem Thema des Artikels zu tun hat, und doch ……. im weitesten Sinne eigentlich doch …….
    Ich finde es wundervoll!

    Die Wahrheiten des Lebens

    Liebe Grüße von Lumos

  5. 5
    Xeneron sagt:

    Bei meinem Astrologie-Studium ist mir aufgefallen, dass die Geburtszeit signifikant entscheidend für unseren späteren Lebensrhythmus ist. Obwohl des öfteren durch Umerziehung anerzogen, bleibt dieser natürliche Geburtsrhythmus im wesentlichen erhalten. Meine Tochter wurde abends um 20:25 Uhr geboren und ist seit je her ein Abendmensch, d.h. sie kommt frühmorgens nur sehr schwer oder überhaupt nicht in die „Gänge“ – verständlich! Dafür ist sie abends frisch und munter und kann locker jede geistige Arbeit vollbringen.

    Ich finde, man sollte diesen natürlichen Zeit-Rhythmus unbedingt berücksichtigen, besonders bei Kindern im schulpflichtigen Alter.

  6. 6
    Alex Miller sagt:

    @ Lumos / @ Xeneron,
    das stimmt natürlich! Wissenschaftliche Untersuchungen hin oder her. Jeder Mensch ist individuell und hat nochmal andere Gewohnheiten und vor allem einen anderen Körper. Ist dann umso schwieriger dies in der Schule oder im Job zu berücksichtigen, da ist unsere Gesellschaft noch meilenweit davon entfernt (wir lieben es ja momentan alles zu normen, zu vereinheitlichen…). Aber darüber zu sprechen oder zu schreiben bewirkt schonmal einen ganz kleinen Bewusstseinswandel. Darum sind wir hier.
    Lg
    Alex

  7. 7
    Nora sagt:

    Danke für das weise Video und für Alex´ Text ganz oben!
    (von einer, deren Schlafrythmus sich allen „Änderungsbestrebungen“ widersetzt und darauf besteht: 8 Uhr morgens bis 14 Uhr…)
    Namaste

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