Boote dein System neu!

10 Apr 2014 Von Kommentare: 4 Energiearbeit, Spiritualität

Restart of your life

Es beginnt schleichend. Langsam aber kontinuierlich schlingen sich die Tentakel der fleisch-fressenden Pflanze namens ‚Gewohnheit‘ um deine Fussknöchel. Am Anfang merkst du es noch nicht, doch bald werden deine Schritte schwerfälliger, mühsamer, du kommst schneller ausser Atem, denn du brauchst mehr Kraft als zuvor um deine Schritte bewältigen zu können. Die ‚Gewohnheit‘ packt immer kräftiger zu, so kräftig, dass du zu Fall kommst. Am Boden angelangt, gesellt sich die Raupe namens ‚Bequemlichkeit‘ dazu. So liegst du da, mit Schlingen um deine Knöchel, weich gebettet und irgendwie ist es so gar nicht so schlecht. Du bleibst einfach liegen. Es könnte schlimmer sein. Die Pflanze wächst, die Raupen mehren sich. Und du liegst da. Immer noch. Nur da. Unfähig, dich zu bewegen. Weder vor, noch zurück. Jahre ziehen ins Land. Es sind deine Jahre.

Was will uns die Parabel sagen?

Wie oft halten wir uns selbst gefangen? Wie oft meinen wir alles zu haben und setzen ‚Alles‘ mit Wohlstand, Haus, Familie und Geld gleich. Und doch, trotz dieser angeblichen Fülle fühlen wir uns alles andere als erfüllt. Woran liegt‘s? Wieso erschaffen wir uns eine Welt voller Materie und sind am Ende doch nicht glücklich? Worauf gründet unsere Haltung?

Ich kam zu dem Schluss, dass wir alle gesteuert werden von Muster und Prägungen unserer Vorfahren. Weil die es schon immer so taten, macht man es auch. Wenn der Nachbar ein Haus baut, denkt man, man müsse dies auch haben. Wenn die beste Freundin schwanger wird, denkt man sich, dies will frau auch erleben. Wenn der beste Freund ein neues Auto kauft, zieht es einen unweigerlich auch zum Autohändler. Und wenn unsere Eltern schlechte Eltern waren, wirst du es auch werden. Oder etwa doch nicht? Spätestens beim letzten Satz wird der eine oder andere Leser geschluckt haben.

Leider aber, wenn wir ehrlich sind, sind diese Worte nicht ganz unwahr. Unsere Festplatte, also unser Gehirn, hat einiges an Informationen der Vergangenheit gespeichert und solange wir dieses Programm nicht hinterfragen, leben wir es immer wieder erneut. Bei einem PC sind wir darum bemüht, ab und zu Updates zu installieren, das System zu reseten und zu booten. Und bei uns? Niemand hat uns gesagt, dass wir unser System auch mal neu starten sollten, es mal reinigen und von all den Viren, Trojanern und Bugs, die da hartnäckig im Sys-tem lauern und unser Leben ganz schön langsam und schwerfällig gestalten. Niemand hat uns dies gesagt! Und da liegt das Problem. Niemand sagt uns, was zu tun ist. Darum tun wir es nicht. Dafür aber tun wir all die anderen Dinge, die man uns tagtäglich eintrichtert. TV an und schon werden uns neue Daten eingetrichtert, ungeprüft für gut befunden, denn wir haben ja bei uns selbst kein Anti-Virus-Programm installiert. Es fliesst alles ungefiltert in unseren Kopf und wir wundern uns dann, dass wir immer schläfriger, vollgedröhnter und unfreier unsere Runden ziehen. Runden ziehen, durch etwas, das wir Leben nennen.

Doch sind wir es, die diese Runde drehen oder aber sind wir eine Kopie von etwas?

Angenommen, es gäbe ein Programm, dass uns einen absoluten Restart ermöglichen würde, uns neu booten würde, würden wir dieses System überhaupt auf unserer Festplatte in-stallieren wollen? Oder hätten wir Angst, dass es unser bewährtes System zerstören würde? Würden wir lieber beim Alten bleiben oder aber hätten wir den Mut, so manches Altes zu lö-schen und neu anzufangen? Wie oft bleiben wir lieber eng umschlungen von der fleischfres-senden Pflanze am Boden liegen, umgeben von Raupen der Bequemlichkeit, denn lieber aufzustehen? Aufstehen und fliegen lernen. Die Raupe zum Schmetterling transformieren lassen. Ein Original sein. Wieder frei atmen können.

1) Schalten Sie Ihr Leben nicht aus
2) Updates werden installiert
3) Bitte starten Sie jetzt Ihr Leben neu

Bild: Fotolia.de

4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Alex Miller Alex Miller sagt:

    Liebe Silvia,
    sehr schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt. Im besten Fall sind es „nur“ lästige Gewohnheiten, die sich um unsere Fußknöchel schlingeln. Im schlimmsten Fall ist es eine Krankheit oder ein Unfall.

    Herzliche Grüße
    Alex

  2. 2
    Lumina sagt:

    Deine Parabeln, – wunderbar anschaulich, wie immer, liebe Silvia! Als erstes fiel mir zu diesem Thema Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ ein, eines meiner liebsten Gedichte:

    Stufen
    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
    ———————————————————————————————————

    „Niemand sagt uns, was zu tun ist“…. Oh doch, unsere Krankheiten sagen es uns.

    Immer wieder, immer öfter und immer bedrohlicher. Irgendwas läuft da schief… Doch leider wachen selbst da viele Menschen nicht auf, vertrauen blind der Schulmedizin, so nach dem Motto: Der Doktor wird´s schon richten!
    Um nicht in die Gewohnheitsfalle zu geraten hilft eigentlich nur, bei JEDER Entscheidung das Neue, Unbekannte zu wählen, neue Menschen kennenzulernen, ihnen zu vertrauen, neue Wege zu gehen, neue Berufe zu erlernen, neue Gegenden zu erkunden, Urlaubsziele verändern , bei Höhenangst vom Fünfmeterbrett zu springen ( das war zuerst soo entsetzlich, haha ) und noch vieles mehr.
    Nie das Altbekannte wiederholen, zum Beispiel zum zwanzigsten Mal an die Ostsee zu fahren, wie ich immer wieder aus unserem Bekanntenkreis hörte. usw..

    Allmählich schwindet dann die Unsicherheit und Neugierde breitet sich aus. Und das Leben wird schön und abenteuerlich.

    Liebe Grüße von Lumina

  3. 3
    Silvia sagt:

    Liebe Lumina
    Danke! Der ‚Hesse‘ hat ganz tolle Gedichte. Das von dir Beschriebene ist wundervoll.
    Zur Höhenangst: Kenn ich ;-)…. den inneren Schweinehund überwinden, Stufe für Stufe den Turm erobern, sich oben wie ein Pirat fühlen – wenn auch mit zittrigen Knien – und dann die neu gewonnene ‚Weitsicht‘ bzw. Erkenntnis geniessen.

  4. 4
    Angela1 sagt:

    toller Artikel liebe Silvia,
    DANKE

    Alles Liebe
    Angela

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