Ja und Amen

13 Apr 2014 Von Kommentare: 10 Energiearbeit, Spiritualität

Ja und Amen

Stets ein offenes Ohr haben, immer für andere da sein. Einfühlsam. Friedlich. Nett. Gewehrt hat er sich selten. Dies taten andere für ihn, wenn überhaupt. Selbst wenn er müde war, opferte er sich noch für andere auf. Wenn andere Probleme hatten, war er stets da. Egal um welche Uhrzeit. Doch Frosch wurde immer müder. Er bekam Schlafstörungen, wälzte sich Nacht für Nacht in seinem Bett. Er erlitt einen Energieverlust. Und er wusste nicht wieso. Er suchte lange nach einer Begrün-dung für seine körperlichen Beschwerden. Er lief von Arzt zu Arzt, doch keiner konnte ihm helfen. Alle sagten ihm, es sei psychischer Natur. Doch Frosch wollte dies nicht wahrhaben. Psychisch? Wenn einer psychisch stabil war, dann er. Er, der immer für andere ein offenes Ohr hat, Anlaufstelle ist für die Probleme anderer.

Das, was Frosch widerfahren ist, passiert uns alltäglich. Wie oft sind wir für andere da, sagen ‚Ja‘ zu Dingen, wo wir eigentlich vom Herzen her ‚Nein‘ sagen würden? Und wie oft schleppen wir uns dann missmutig und schlecht gelaunt an dieses ‚Ja-Vorhaben‘, einfach, weil wir es dem anderen Menschen zuliebe tun, aber eigentlich viel zu müde dafür sind, keine Lust haben und eigentlich viel lieber das Fussballspiel im TV hätten ansehen wollen?

Wieso tun wir es dennoch?

Wir haben Angst, dass wir durch ein ehrliches ‚Nein‘ nicht mehr geliebt werden. Wir haben Angst, dass wir durch ein ehrliches ‚Nein‘ abgelehnt werden und womöglich den Menschen verlieren, wel-cher uns darum bat. Das Kind in uns wird angetriggert. Damals in der Kindheit, funktionierte unsere Welt genauso. Wenn du ein braves Kind bist, bin ich auch lieb zu dir. Wenn du nicht artig bist, bin ich böse zu dir, du musst früh zu Bett, kein Abendbrot, Hausarrest, TV ist für den Rest der Woche gestrichen. Heute aber sind wir erwachsen. Man könnte meinen – und dies ist der grosse Irrtum -, dass wir diese Kindheitsmuster längst hinter uns gelassen haben. Aber dem ist nicht so. Uns ist dieses Muster nicht bewusst, wir denken, es ist inexistent. Aber es ist da. Allgegenwärtig. Es brodelt in uns und wenn der passende Trigger im Aussen kommt, explodiert etwas in uns. Auslöser können andere Menschen sein oder auch Situationen. Erst, wenn uns bewusst ist, dass da noch uralte kindliche Muster in uns ihr Unwesen treiben, können wir diese aus dem düsteren Kerker befreien und in die Freiheit entlassen und ins Licht senden. Auf dem spirituellen und somit seinem ganz persönlichen und individuellen Weg zu sein bedeutet auch, manchmal ‚Nein‘ sagen zu müssen, auch wenn unser Umfeld ein ‚Ja‘ erwartet.

FeenwaldDoch was geschieht, wenn wir uns plötzlich über unser kindliches Ich erheben, aufstehen und dem Ruf des Herzen folgen, nur noch dies tun, was uns wirklich und wahrhaftig bekommt? Wie reagiert unser Umfeld? Vielleicht etwas konsterniert? Vielleicht etwas verärgert? Am Anfang werden wir vielleicht gar nicht für voll genommen, denn unser Umfeld kann gar nicht glauben, dass man plötzlich ‚Nein‘ sagt, denn die letzten paar Jahrzehnte hat man ja immer zu allem ‚Ja und Amen‘ gesagt. Doch auch ein nochmaliges Nachfragen ändert nichts am neuen Umstand. Es bleibt bei einem neuen und freien, selbstgewählten von Herzen kommenden ‚Nein‘. Was folgt ist ein ‚Wieso und Warum‘. Doch wir müssen uns nicht erklären. Wir müssen nicht erklären, wieso wir nicht zur Verfügung stehen. Dies ist unsere persönliche Angelegenheit. Viel zu schnell verstricken wir uns in fadenscheinigen Begründungen, wieso wir nun nicht zur Verfügung stehen. Ein einfaches ‚Nein‘ reicht. Dies ist ehrlich. Und wir sind somit gleichzeitig zu zwei Menschen ehrlich. Uns gegenüber und zu unserem Gegenüber. Und nun obliegt es am Gegenüber, wie es damit umgeht. Wenn es mit Unverständnis reagiert. Sein Problem.

Am Scheideweg der Freundschaft

Und nun sind wir an einen Punkt angelangt, wo sich Freundschaften auflösen. Oft muss man dann die schmerzhafte Erfahrung machen, wenn man nicht mehr zur Verfügung steht, dass Menschen, ja, die vermeintlich guten Freunde, Abstand von uns nehmen. Denn wir haben uns nun verändert. Wir sind nicht mehr die manipulierbaren Marionetten, wo man schnell am Faden ziehen kann und dann antanzen und zur Verfügung stehen und gefügig mit dem Kopf nicken. Diesen Menschen gibt es nicht mehr. Und wir müssen lernen, mit dem Schmerz umzugehen, dass uns liebgewonnene Menschen womöglich nur lieb hatten, weil wir zur Verfügung standen, wenn sie es so wollten. Doch wenn wir unseren Weg gehen, gehört dies dazu, denn man kann nicht auf einer Welle reiten, ohne nass zu werden. Wenn wir uns entschliessen aus der Schafherde herauszutreten, stehen wir am Anfang vielleicht alleine da. Abseits. Und von Weitem hören wir die Schafe meckern. Denn sie spüren, wenn sie mit uns den Weg gehen würden, müssten auch sie sich verändern. Doch dies wollen sie nicht, denn es ist einfacher in der Herde zu verweilen und zu allem ‚Ja und Amen ‚ zu sagen.

Doch den Weg zu gehen, aus der Herde hinauszugehen, lohnt sich. Denn es kommen neue Menschen in unser Leben, die ebenfalls den Weg gehen. Ebenfalls den Mut aufgebracht haben, authentisch zu sein, zu sich selbst zu stehen und die Vergangenheit geheilt haben. Es sind deren Menschen, die den Raum des anderen akzeptieren, ihn nicht einengen wollen und intuitiv spüren, wenn es dem anderen zu viel wird und ihn somit nicht für seine eigene Zwecke missbraucht.

Frosch geht’s heute wieder blendend. Er hat gelernt, sich selbst zu sein, auf seine Bedürfnisse zu achten und er ist gerade daran, seine Träume zu verwirklichen.

Bilder: Fotolia.de

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10 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Siegelbruch sagt:

    Ich sage nein zur zwischenmenschlichen Moral und zeige ihnen diese logisch auf als den Untergang ihrer Wahl, alle die nicht „PER VERS“ sein wollen und somit sterblich bleiben möchten, verwerfen mich nun wegen diesem NEIN total. Soll ich die von mir entdeckte körperliche Unsterblichkeit nun verwerfen, weil sie sich nicht stützt auf die vorherrschende Gesellschaftsmoral. Ich befinde mich lieber in der Isolation, denn ihren zu sterbenden Tod, den hatte ich zu oft schon.
    Ich lade alle ein, zu meinem NEIN: http://upvs.wordpress.com/

    Siegelbruch

  2. 2
    Lumina sagt:

    Die Fähigkeit, ein entschiedenes NEIN auszusprechen, hat immer etwas mit Selbstachtung zu tun. Ein NEIN ist nicht nur eine Verweigerung, es gibt uns auch Kraft. Und diese Kraft brauchen wir unbedingt, um handeln zu können und viele Schwierigkeiten des Lebens oder die versuchte Ausnutzung unserer Mitmenschen stoppen zu können.

    Wer eine zu geringe Selbstachtung besitzt, wird, wie schon im Artikel gesagt, – immer Angst vor dem Urteil anderer haben. Wir sind schon wertvoll, einfach weil wir existieren, weil wir leben, auch wenn wir nichts Bedeutendes zustande bringen.

    Alles mit Liebe tun, einfach Handeln, ohne immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
    Doch sehr wichtig: Was sind unsere Motive , ein Nein auszusprechen? Das betrifft nicht Situationen, in denen man sich vielleicht ausgenutzt fühlt, sondern irgendwelche anderen Alltagssituationen , in denen Entscheidungen anstehen. Im Unterbewusstsein hat fast jeder so viele Ängste, Abwehrhaltungen , seelische Verwundungen gespeichert, da halte ich eine Selbsterforschung unbedingt für nötig. Manchmal kommt ein NEIN auch aus dem Ego und nicht aus dem Herzen und das ist oft schwierig auseinanderzuhalten.
    Aber erst, wenn ein NEIN gesagt werden kann, kann auch ein JA entstehen, Liebe, Hingabe , Mitgefühl- ein JA ohne Selbstachtung ist nur Schwäche und wird nicht viel Kraftvolles bewirken.

    Liebe Grüße von Lumina

  3. 3
    Frosch Frosch sagt:

    @ Siegelbruch. Danke für deinen Kommentar. War mal auf deiner Website. Du schreibst interessant. Du beschreibst die Dramen zwischen Mann und Frau, richtig? Für Dramen braucht es ja bekanntlich immer zwei Personen. Zu deinem letzten Artikel, wo du am Ende die Hysterie der Frau beschreibst, kann ich folgendes berichten:
    Oft mutiert eine Frau zur Furie, wenn sie nicht befriedigt ist. Das ist ihr Druckausgleich. Dieses Phänomen kann weit zurückreichen in die Geschichte des Patriarchats, nämlich die Unterdrückung der Frau durch den Mann. Tief im Innern ist sie enttäuscht, dies ist in ihren Zellen gespeichert, für sie jedoch gänzlich unbewusst. ‚Mann‘ spürt dies instinktiv, jedoch auch unbewusst, und reagiert in dem Masse, wie du beschrieben hast ( E-Störung, Druck…). Kennst du Barry Long? Der beschreibt dies wunderschön. Ich denke, Mann und Frau müssen sich die gegenseitige Freiheit schenken und sich aus der gegenseitigen Versklavung lösen. Gegenseitige Achtung und sich immer wieder neu in Liebe begegnen. Und dann, wenn du es nicht erwartest, steht ’sie‘ plötzlich da und sagt: „Hallo…..“ und dies ohne all diesen von dir beschriebene Kampf.
    ——————————————————————————————-
    @ Lumina. Danke für deine Zeilen. Ja, ein ‚Nein‘ darf nicht aus egoistischen Gründen passieren. Man sollte schon unterscheiden können, ob der andere Mensch Hilfe braucht, ob sich eine Situation zeigt, die Hilfe bedarf. Wir merken intuitiv, wenn wir gegen ‚uns‘ selbst handeln. Dann nämlich, wenn ein Druck im Bauch/Herzbereich entsteht. Man kann dann Medikamente nehmen und im gewohnten Rahmen weitermachen, klar…..die Frage stellt sich nur, wie lang?
    Liebe Grüsse Frosch

  4. 4
    Ostwind sagt:

    Da spricht mir der liebe Frosch doch glatt aus der Seele 🙂 schöner Beitrag,Danke!
    Ja dieser Weg ist hart und oft auch schmerzvoll aber ich würde ihn immer wieder gehen und niemals mehr zurückblicken.
    Holprig…kleine und große Felsbrocken überspringend bahne ich mir meinen Weg durch das Gewirr des Lebens auf mein Herz und meine Seele hörend.
    Die kleine „Rebellin“ wirft mich so manches mal wieder ins eiskalte Wasser um mir dann mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu sagen: Lass dich vom Fluß des Universums treiben,tanze,spiele,lache,singe und liebe dich selbst so wie du bist 😉

    Manchmal noch wie ein Auf und Ab…ist ja ein Lernvorgang. Aber immer öfter treibt es mich an „zu fliegen“ und mein wahres Selbst zu erkennen und zu leben!

    Ja die meisten verstehen mich kaum oder gar nicht,auch in meiner Familie+Verwandschaft. Uiii die ist ja völlig verrückt…Mädchen bist du krank,he das wird schon. Bald bist du wieder „die Alte“.
    Aber auch wenn ich wöllte könnte ich gar nicht mehr in die Höhle zurück. (Platons Höhlengleichnis)
    Dafür habe ich mich schon viel zu sehr an das helle Licht gewöhnt.

    Liebe Grüße Ostwind

  5. 5
    Frosch Frosch sagt:

    Liebe Ostwind
    Das hast du total schön umschrieben. Ich glaube, es geht manchem so auf seinem Weg und es tut einfach gut, nur schon zu wissen, dass man nicht alleine ist und andere ab und an ebenso holprig unterwegs sind… 😉 … so frei nach dem Motto: die da, welche so komisch laufen, tänzeln, stürcheln und immer wieder aufstehen, dass sie die, die auf dem Weg sind 😉 😉
    Liebe Grüsse, Frosch

  6. 6
    Ostwind sagt:

    Lieber Frosch,

    und trotzdem sind wir wie kleine Stehaufmännlein 😉 weil wir eben auch wissen das wir nicht alleine sind!
    Also nur Mut und niemals aufgeben egal wie schwer es auch ist….
    Einen schönen Abend liebe Grüße Ostwind

  7. 7
    Stefan sagt:

    Vielleicht könnte ja WOGOPOLOGIE / wahrheitsgetreue Zeitformen, hilfreich gewesen sein.
    http://www.torindiegalaxien.de/0414/00ramona.html
    http://www.wogopologie.com/selbst-studium/

  8. 8
    ANNA sagt:

    Lieber STEFAN,
    ich hatte mich sehr darüber gefreut gehabt, dass Du auf die WOGOPOLOGIE hingewiesen hattest –
    DENN wahrlich, sie könnte höchst hilfreich werden, um den Weg der Selbsterkenntnis leichter weiterzugehen
    damit dauerhafter Frieden, unendliche Fülle, bedingungslose Liebe… ENDLICH erlebbar werden / geschehen kann

  9. 9
    Simone sagt:

    Lieber Alex,
    ich folge dir nun schon seit einiger Zeit und finde es überaus beeindruckend, was du hier auf die Beine gestellt hast. Weiter so! Und bitte hör niemals damit auf! DANKE, DANKE und nochmals DANKE.
    Um es mal mit den Worten der Sportfreunde Stiller auszudrücken: Applaus, Applaus für deine Worte 😉 Mein Herz geht auf bei dem was du schreibst! Simone

  10. 10
    Alex / Gehvoran Alex / Gehvoran sagt:

    Liebe Simone,
    vielen lieben Dank für deine Worte 🙂 Es freut mich sehr, wenn ich dich inspirieren kann.
    Ich liebe diesen Song 🙂

    Lg
    Alex

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