Robin Williams: Der Club der toten Dichter – Nutzt du deinen Tag?

10 Mai 2014 Von Kommentare: 3 Medien, Spirituelle Filme

Schlussszene Club der Toten Dichter

Zum tragischen und plötzlichen Tod von Robin Williams hier noch einmal der Beitrag „Der Club der toten Dichter – Nutzt du deinen Tag?“

Der Club der toten Dichter“ ist ein Film aus dem Jahre 1989 mit einem großartigen Robin Williams in der Hauptrolle. Ein Film, der unter die Haut geht und den man mehrere Male anschauen sollte. Die Szenen ergeben immer wieder einen neuen Sinn, die Perspektive anders, den Horizont erweiternd. Ein Film, heute genau so aktuell wie damals. Es geht darum, sich selbst zu verwirklichen: Carpe Diem. Nutze den Tag. Damals wie auch heute aber wird man in Schemen hineingepresst, beginnend in der Schule und der Erziehung. Alles ist genormt, konform, muss so sein und nicht anders. Die Erwartungen der Eltern an ihre Kinder, sie sollten es einmal einfacher im Leben haben als sie, es zu etwas bringen. Gymnasium, ein bestimmter Job, ein Studium. Ob das Kind das wirklich möchte steht auf einem anderen Blatt Papier. Im Film zieht der neue Lehrer Mr. Kensington seine Schüler in seinen Bann, stellt die „Norm“ der strengen, teuren und landesweit hochangesehenen Schule in Frage.

„Ihr könnt mich Sir nennen, oder wer Mut hat o Captain, my Captain“. Dies seine ersten Worte an die Klasse. Zuvor schlendert er pfeifend durch die Bankreihen, dreht sich um und sagt zu den staunenden Schülern: „Na kommt, folget mir….“ Der Lehrer zeigt den Schülern, was es heisst, den Tag zu nutzen, eben ‚Carpe Diem‘ und verweist auf die alte Dichtkunst, wo alles bereits niedergeschrieben steht und damals wie heute die strenge Konformität bemängelt. Er führt seine Schüler an eine alte Gedenkwand, wo Fotos von verstorbenen Schülern hängen, läßt die Schüler nahe an die Fotos herantreten und sagt: „Hört ihr sie flüstern?“ Die Schüler, sichtlich verwirrt und doch so fasziniert, blicken erstaunt und lauschen dem Lehrer gespannt weiter: „Hört, was sie euch sagen: Caaaaarpe Diem… – Nutze den Tag… denn irgendwann wirst du in der Kiste liegen und von Würmern zerfressen… Caaaaarpe Diem! Es ist dein Leben, mach etwas daraus.“

Er zeigt den Schülern auf, was es heisst als Individuum zu leben, nicht alles zu tun, was die Masse macht, sondern selbst zu denken, sich selbst zu sein. Und er läßt seine Schüler auf sein Lehrerpult steigen um anschaulich darzulegen, dass man alles auch aus einer anderen Perspektive betrachten kann und auch muss, um objektiv bleiben zu können.
Und wie sieht es mit unserem Leben aus?

Carpe Diem Tor in BambergNutzen wir den Tag, nutzen wir unsere Zeit sinnvoll? Oder vertreiben wir uns lediglich die Zeit mit Dingen, die nutzloser nicht sein können? Und wenn wir ganz viel Zeit am Ende des Tages übrig hätten, wissen wir denn überhaupt was damit anzufangen?

Passivität

Der Mensch neigt zum passiven Wesen. Er arbeitet täglich hart, obwohl immer mehr Maschinen seine Arbeit übernehmen. Und abends dann, sinkt er total erledigt auf die Couch. Die einzige Aktivität die er noch ausübt ist das Drücken auf den ‚On-Button‘ des TV-Gerätes und ab dann konsumiert er nur noch. Gerade richtig für all die Werbeblöcke und die Nachrichtensender, denn in seiner Passivität sind seine Fühler richtig schön offen und bereit für all diese Darbietungen. Zu hinterfragen, was er da sieht und hört scheint zu anstrengend und ist so auch nicht gewollt.

Es scheint undenkbar, nach einem stressigen Arbeitstag noch produktiv tätig zu sein, denn man tat dies ja schon den ganzen Tag (so glaubt man) und will abends einfach seinen Frieden haben. Ein fataler Irrtum wenn man denkt, dass passives Sitzen vor dem TV Erholung bringt. Doch mag man kaum glauben, dass uns dieses passive TV-Konsumieren viel mehr Energie abverlangt als wir vermuten. Unsere Nervenzellen sind dauernd auf Empfang und unser Hirn verarbeitet all diese Frequenzen innerhalb Sekundenbruchteilen. Nur schon das nervöse Flackern des Lichts am Bildschirm ist reine Nervensache. Und wenn man beispielsweise einen Horror-Film schaut, dann kann man in den ersten zwei Stunden danach kaum richtig schlafen, da unsere Nerven dermassen überreizt sind. Albträume setzen dann dem Ganzen noch die Krone auf. Also alles in Allem eine Riesenleistung für unseren Körper, wo wir doch dachten, wir gönnen ihm Entspannung. Weit gefehlt.

Aktivität

Produktives Tätigsein bedeutet, aus eigener Hand und aus eigenen Gedanken etwas zu erschaffen. Dies kann das Arbeiten im Garten sein, das Malen eines Bildes, Fotografieren, Schreiben, Kochen, Stricken… Obwohl im ersten Moment Arbeit, entpuppt sich diese Arbeit jedoch als wahrer Energiespender, denn man versinkt fast meditativ in einen Zustand der positiven Leere, welche einen mit etwas Höherem verbindet. Der Energiefluss wird so gewährleistet und wir sind dann erstaunt, wie wir am Ende trotz ‚Arbeit‘ mehr Energie haben, als wenn wir nur passiv vor dem TV gesessen sind. Und als Belohnung haben wir auch noch etwas erschaffen, was wir berühren können, unser eigenes Werk. Ob dies nun ein zauberhafter Garten ist, wo man zwischen Lavendel und Rosen seinen Tee geniessen kann, ein feines Essen oder rote selbstgestrickte Wollsocken, es ist aus unserer Hand erschaffen. Wir sind somit eigenständig in Aktion getreten und haben aktiv etwas getan. Und dieses Gefühl, selbst etwas erschaffen zu haben, ist so viel bereichernder, als lediglich als Konsument fungiert zu haben. Was wir nun im Kleinen für uns selbst getan haben, können wir auch im Grossen für die Allgemeinheit tun. Die Welt wartet auf uns. Erschaffen wir sie gemeinsam neu. Aktiv.

Carpe Diem

Bilder: Film „Der Club der Toten Dichter“ (Beitragsbild), Gehvoran.com (Bild Mitte)

DVD-TIPP:

Filmszene aus „Der Club der toten Dichter“:

3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Lumina sagt:

    Liebe Silvia!

    „Der Club der toten Dichter“ , ein großartiger Film, das Buch ebenso.

    „Nutze den Tag“ – ja, wie wahr – immer alles aufschieben, passiv sein, gelebt werden, bloß keine Veränderung, kann nicht der Sinn des Lebens sein, denn eins ist uns sicher : der Tod, und er rückt unaufhörlich näher…
    Wieder eine verpatzte Inkarnation, vielleicht „Glück“ beim nächsten Mal! 😀

    Du hast recht, kreativ sein, das erfrischt richtig nach einem langen Arbeitstag .

    Zitat: „… Was wir nun im Kleinen für uns selbst getan haben, können wir auch im Grossen für die Allgemeinheit tun. Die Welt wartet auf uns. Erschaffen wir sie gemeinsam neu. Aktiv….“

    Es gibt so viele Möglichkeiten, kreativ zu sein, Du führst sie schon an und immer wenn wir selbst so richtig von Herzen glücklich sind, strahlen wir das auch aus und die Welt ist wieder ein Stück´chen heller geworden.

    Liebe Grüße von Lumina

  2. 2
    Siegelbruch sagt:

    Um den Club etwas zu belebe, solltet ihr hier hin streben: http://upvs.wordpress.com/

    Siegelbruch

  3. 3
    Silvia / 2012spirit Silvia / 2012spirit sagt:

    Robin Williams:
    Ruhe in Frieden, Captain. Hab Dank für all deine tollen inspirierenden Filme! „Hinter dem Horizont“, wo du nun weilst, kannst du mit all deinen Farben deine eigene Realität erschaffen, so wie du es uns damals im Film gezeigt. Carpe Diem.

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