Geteiltes Leid ist doppeltes Leid

03 Jul 2014 Von Kommentare: 5 Energiearbeit, Sonstiges, Spiritualität

Verliebtes Pärchen am Strand

Wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind: Wie oft kommt es vor, dass wir unsere Sorgen, ohne gross darüber nachzudenken, mit unserem Partner oder unseren besten Freunden besprechen. Wir machen dies schon fast aus einer Gewohnheit und Selbstverständlichkeit heraus, so als hätten wir das Recht dazu. Wenn wir uns krank fühlen, erzählen wir dies unseren Kollegen oft bis ins letzte Detail. Wenn der uns Chef „ärgert“, erfährt dies die Freundin brühwarm und wir kommen richtig in Fahrt, wenn sie mitzieht und ebenso über den Chef lästert, egal, ob sie ihn überhaupt kennt. Man bläst ins gleiche Horn und dies verbindet. Ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid? Wohl kaum. Geteiltes Leid verdoppelt sich. Schauen wir genauer hin, was da überhaupt geschieht, wenn wir unsere Sorgen und Nöte – meist un-gefragt – beim Anderen abladen.

Grenzüberschreitung

Energetisch gesehen begehen wir ganz klar eine Grenzüberschreitung. Wir übertragen unsere Negativenergie auf den Anderen. Dem anderen fällt dies fatalerweise lange Zeit nicht auf. Vielleicht bemerkt er mit der Zeit, mit den Jahren, dass er sich immer in Anwesenheit dieser Person müder und erschöpfter fühlt. Oft aber weiss er nicht, wieso dem so ist, geschieht es unbewusst. Er fungiert lange Zeit in der Rolle des guten Zuhörers, jederzeit ein offenes Ohr und hat immer gute Tipps bereit. Mit der Zeit merkt er vielleicht, dass all seine guten Rat-schläge nur Texte in den Wind sind, dem anderen zum Teil sogar ziemlich missfallen und er sogar plötzlich Zielscheibe wird, denn seine gutgemeinten Tipps decken sich selten mit der bereits vorgefassten Meinung des vermeintlichen Opfers, dass energetisch so aber zum Täter wird.

Energievampir

Wenn Menschen ihrem Gegenüber Sorgen abladen, dann erhofft sich diese Person immer etwas. Primär mal Zuspruch und auch mal Trost. Beides verlangt dem Zuhörer Energie ab. Zuhören, Tipps geben und Trösten sind Handlungen, welche Energie bedürfen und von der eigenen Lebensenergie abgezogen werden. Man mag denken, dass gerade spirituell entwi-ckelte Menschen über unbegrenzte Energiereserven verfügen, denn man ist ja immer mit der Quelle verbunden. Man mag tatsächlich über ein grösseres Reservoir verfügen, aber ir-gendwann neigt sich auch dieses dem Ende zu. Hier kommt dann die Selbstliebe zum Tra-gen. Das Nein-Sagen können. Grenzen setzen. Schlussendlich ist es nichts anderes als Eigenschutz.

Selbsterkenntnis

Flammendes HerzIst man sich dieses Energieraubs allmählich bewusst geworden, beginnt man sich selbst zu hinterfragen und reflektiert seine eigenen Handlungen diesbezüglich. Wie oft haben wir schon ungefragt bei Anderen unsere Sorgen abgeladen, in der Hoffnung, dass wir dann nur noch halb so schwer an ihnen zu tragen haben? Wie oft haben wir schon vom Gegenüber gutgemeinte Tipps bekommen, und wenn wir ehrlich sind, wie oft haben wir gar nicht richtig zugehört, weil wir so sehr mit uns selbst beschäftigt und eigentlich gar nicht offen waren für die guten Tipps von Aussenstehenden? Und wie oft wurden wir zu Wiederholungstätern, in-dem wir fast täglich wieder die gleichen Sorgen der gleichen Person erzählten, immer und immer wieder? Und Hand aufs Herz: Hat es uns jemals interessiert, wie es dem Zuhörer, un-serem Gegenüber dabei erging? War es nicht eher so, dass nur unsere Last und unsere vorgefasste Meinung Gültigkeit hatte? Und über kurz oder lang, wie viele Freundschaften gingen deswegen in die Brüche?

Sich selbst gute Mutter und guter Vater sein

Bevor wir unsere Sorgen und Nöte beim Gegenüber abladen und vielleicht gar unsere Part-nerschaft damit belasten, gehen wir in uns. Eintauchen in die schattenreiche Tiefe unseres Selbst, dort wo der Schmerz und der Frust wohnt. Bevor wir dem Schmerz immer wieder auszuweichen versuchen, indem wir einen anderen Menschen darüber in Kenntnis setzen, sollten wir in uns selbst Graben und Schürfen wie ein Goldgräber. Und die Schaufel dabei nicht eher bei Seite legen, bis wir vorgedrungen sind zum Ursprung unseres Schmerzes. Wir selbst sind verantwortlich für unsere Abgründe. Niemand da draussen muss unsere Last tra-gen und niemand darf damit belastet werden, denn jeder da draussen trägt ebenfalls eine Last mit sich. Niemand ist befreit davon und niemand hat es verdient, dass er zusätzlich auch noch unseren Rucksack ungefragt und kostenlos tragen muss.

Es gibt da einen Ort

Es gibt da einen Ort – und es ist Zeit dahin aufzubrechen.
Es gibt da einen Ort in dir, der schon lange auf dich wartet.
Es gibt da einen Ort in dir, wo du so sein darfst, wie du bist.
Es gibt da einen Ort in dir, der dich in die Arme nimmt und in seinem Feuer all deine Sorgen und Ängste verbrennt.
Geh hin zu diesem Ort.
Es ist dein Herzensraum.
Er steht dir jederzeit offen.
Und dann geh hinaus, geh hinaus in die Natur.
Umarme einen Baum, fühle seine Energie, atme sie ein, wiege mit seinen Ästen mit im Wind hin und her.
Lausche dem Bach und höre aufmerksam zu, wenn er dir von seinem Weg erzählt durch den Fels und wie er hat gebrochen jeden Stein.

Bilder: Fotolia.de

5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Alex Miller Alex Miller sagt:

    Liebe Silvia,
    schöner Artikel! Und wahre Worte! Spricht man mit jemand anders über seine Probleme, will man doch meistens nur in seiner eigenen Meinung bestätigt werden, anstatt die Situation tatsächlich mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu lassen, um wirklich in sich zu gehen und sich selbst hin und wieder hinterfragen zu müssen.

  2. 2
    Anna sagt:

    So viele kamen mit ihren Problemen zu mir und ich versuchte so gut es geht zu helfen, nun bin ich diejenige die so viele Probleme hat und ich geh zu den anderen, aber niemand hat zeit für mich oder ich habe schon gar niemanden mehr in dieser schwierigen Zeit, dann taucht plötzlich jemand aus der Vergangenheit auf und versucht mir zu helfen aber ohne mich richtig zu verstehen immerhin habe ich mich seit der zeit verändert aber meine Schüchternheit bleibt gleich, da sage ich die Wahrheit nach der ersten Begegnung, das ich diese Person wo sie mir zum Kennenlernen einfach vor die nase stellte ohne mir bescheid zu sagen nicht mag und keine Chance mehr geben kann, weil ich mich in der gegenwart der Person einfach nicht wohl fühle, Bezeichnet man mich das erste mal seit vielen Jahren eine Egoistin die nur an sich selbst denkt.
    Dabei denkte ich immer nur an die anderen und war depressiv, weil niemand mich verstand und die anderen hassten meine negative art, doch nun seit einem Jahr dank dieser seite hier denke ich Positiv und ich denke mal endlich an mich und nicht an die anderen, daraus kommt das ich Egoistisch geworden bin.

    Das kommt dabei raus wenn man anderen zuhört und selbst seine Probleme erzählt.

    Bin ich nun Wirklich Egoistisch nur weil ich eine Person nicht mag und ihm keine zweite Chance geben kann ?
    Oder ich jemanden Helfen will aber dieser Jemand Plötzlich meint er hasst es wie ich versuche ihm zu helfen und ihm dabei alles verbiete.

    Deshalb habe ich Entschieden Gut die mögen es nicht dann lass ich es und die Freundschaft ist damit vorbei, mir macht es nichts aus, den das Leben geht weiter und ich bin mir sicher ich finde noch Gute Freunde 🙂

    Was meine Probleme angeht, ich werde niemanden mehr darüber Berichten ausehr meiner Mutter 😛
    Niemanden gehen meine Probleme mehr was an, ich fang ein neues Leben an ^^

  3. 3
    Lumina sagt:

    Zitat: „…Bevor wir dem Schmerz immer wieder auszuweichen versuchen, indem wir einen anderen Menschen darüber in Kenntnis setzen, sollten wir in uns selbst Graben und Schürfen wie ein Goldgräber….“

    Der Ansicht bin ich auch, liebe Silvia! Eigentlich gehört Schmerz mit zum Wachstum. Immer, wenn etwas wehtut, ist etwas in einem unterdrückt. Schmerz ist eigentlich kein Gefühl, sondern Widerstand gegen das Gefühl. Und die Lösung besteht m.E. darin, den Schmerz nicht vermeiden zu wollen, sondern bewusst tief in ihn hineinzugehen und die Ursachen, die immer im eigenen Wesen liegen, versuchen zu erforschen. Die Wunde muss ganz offen sein- dann kann sie verheilen. Wenn man die Zustände vermeidet, in denen man Schmerz empfindet, werden sie immer in einem bleiben und man wird immer wieder darauf stoßen. Da nützt es einem gar nichts, sie mit anderen zu teilen, Du hast es sehr schön in Deinem Artikel ausgeführt.
    Liebe Grüße von Lumina

  4. 4
    Silvia sagt:

    @ Anna…..Zitat:…..“Deshalb habe ich Entschieden Gut die mögen es nicht dann lass ich es und die Freundschaft ist damit vorbei, mir macht es nichts aus, den das Leben geht weiter und ich bin mir sicher ich finde noch Gute Freunde…….“
    Es geht immer irgendwie weiter. Die Frage ist, was machst du daraus. Alte Freunde gehen, neue kommen hinzu, dies ist der natürliche Lauf der Dinge. Alles ist dem Rhythmus von Werden und Vergehen unterworfen. Wenn du dich veränderst, verändert sich deine Welt um dich herum. Dies bedeutet, dass da plötzlich keine Resonanz mehr ist zu Menschen, wo dir früher lieb waren. Dies liegt dann aber nur bedingt an diesen anderen Menschen, denn offenbar hast du dich verändert und es ist nicht mehr stimmig, so wie es ist. So ist hier Loslassen gefragt, sich selbst annehmen, wie man ist und es wird das passieren, was immer passiert: es kommen neue Menschen, Dinge und Sitatuationen in dein Leben, gerade so, wie du es grad brauchst.
    ———————————–
    @ Lumina: Lieben Dank für deinen Kommentar. Ja, wenn man vom Schmerz und seinen Schatten davonläuft, verdichten sie sich und sie werden immer und immer wieder ziemlich beharrlich an die Tür klopfen, solange, bis man sie öffnet und sie willkommen heisst. Liebe sonnige Grüsse, Silvia 🙂

  5. 5
    Anna sagt:

    Danke für deine Antwort Silvia ^^

    Ja ich habe mich Akzeptiert und ich Fühle mich wohl dabei.
    Das Alte ist weg nun bin ich für das neue Bereit 🙂

    LG Anna :3

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