Die Wahrheit, die Sie über Gedenktage wissen sollten

06 Sep 2014 Von Kommentare: 7 Gesellschaft, Zeitgeschehen

Soldaten Mahnmal

Jedes Jahr finden die selben Gedenktage statt, jedes Jahr das gleiche alte Leid, weltweit. 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg, 9/11 – Katastrophen, die die Welt erschütterten. Schlimme Erinnerungen, die unbedingt am Leben erhalten werden sollen, obwohl teilweise so lange zurückliegend, dass heute lebende Menschen diese nur aus Geschichtsbüchern her kennen. Längst vergangenes Leid wird im Kollektiv staatlich verordnet hervorgeholt und lässt betroffene Volksgruppen erneut leiden und trauern, Jahr für Jahr. Die negativen Energien, die jedes Mal aufs Neue entfacht werden und die betroffenen Nationen und Völker belasten, sind nicht zu unterschätzen.

Schuldgefühle und Rachegedanken werden kultiviert bis in alle Ewigkeit. Wie soll das alte Leid nur vergehen können, wenn es immer wieder aufs Neue ins Bewusstsein der Menschen geholt wird? Einst angetanes „Unrecht“ ist immer wieder präsent und kann nicht gehen. Vom spirituellen Verständnis her muss eine kollektive Katastrophe irgendwann verarbeitet werden „dürfen“. Dies kann nur sein indem das Geschehene, welches nicht rückgängig gemacht werden kann, anerkannt wird, ohne Wertung. Wer Opfer und Täter war spielt keine eine Rolle mehr, da Geschichtsbücher ohnehin nur das aufzeigen, was einmal von irgend jemandem niedergeschrieben wurde. War der Autor selbst zu Lebzeiten dabei? Selbst Bildmaterial kann verändert werden. Die momentanen Medien machen es uns derzeit vor, wie der Beobachter beeinflusst werden kann. Es gibt ohnehin weder Opfer noch Täter.

Gegen das Vergessen…

…ist ein Spruch vieler Organisationen, um gerade hier in Deutschland die beiden Weltkriege und deren Verbrechen stets allgegenwärtig zu präsentieren, damit sich solche Verbrechen nicht wiederholen können. Auch in anderen Ländern wird nationalen „Katastrophen“ gedacht, oftmals im militärischen Gewand. Es wirkt so, als soll man offiziell nicht „vergessen“ dürfen, als soll man ein schlechtes kollektives Gewissen haben müssen oder als ob Rachegelüste gegen andere Völker gezielt gefördert werden. Es ist immer einfacher, ein Volk zu führen, welches in Angst lebt und sich in der Opferrolle sieht, als ein Volk, in dem jeder Mensch erkannt hat, dass er Schöpfer seines eigenen Lebens ist.

Jemand, der sexuell missbraucht worden ist, leidet nur deswegen, weil er den Missbrauch sein Leben lang in Gedanken wiederholt. Wenn ein Gedächtnisverlust eintreten würde, wäre das Leiden weg. (Quelle: Nichts muss sich ändern / Matthias Pöhm)

In der Trauerarbeit, wenn uns ein nahe stehender Mensch verlässt, heißt es, dass wir diesen verstorbenen Menschen zwar nie ersetzen und vergessen können, wir aber unseren Blick auf das lenken, was wir jetzt im Leben noch haben können. So sollten wir auch mit den schlimmen Kriegen und Katastrophen umgehen, die die Menschheit heimgesucht haben und welche sich hoffentlich nicht mehr wiederholen werden. Momentan sieht es jedoch so aus, als wäre die Menschheit meilenweit davon entfernt, in Frieden zusammen leben zu können. Vielleicht braucht es den großen Knall – in welcher Form auch immer – damit die Menschen einen Bewusstseinswandel erleben und ihnen klar wird, dass wir alle EINS sind und aus der selben Quelle stammen. Was wir jemandem anderen antun, tun wir uns selbst an. Jeder für sich, Tag für Tag, Jahr für Jahr.

Bild: Gehvoran.com

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7 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Frosch Frosch sagt:

    Wichtiges Gedankengut Alex, Danke.
    Wir meinen Gutes zu tun, indem wir solche Gedenktage feiern, vielleicht den Verstorbenen unsere Ehre erweisen oder wir denken vielleicht, dass wir die Verstorbenen, welche bei einem Grossereignis ihr Leben lassen mussten, vielleicht vergessen könnten, wenn wir dies unterlassen würden. Loslassen ist auch hier das Zauberwort. Indem wir immer und immer wieder alles wiederholen in Gedanken, erschaffen wir immer wieder die gleiche Szenerie, da Energie der Aufmerksamkeit folgt, oder auch umgekehrt: Aufmerksamkeit folgt der Energie. Daher sind wir im weitesten Sinne Erschaffer eines erneuten Krieges!

    Anderes Beispiel mit jedoch ähnlichen Auswirkungen: Wenn wir einen Verstorbenen nicht gehen lassen können, halten wir ihn womöglich in einer Zwischenwelt fest, er spürt zB., dass wir ihn nicht gehen lassen wollen aus Liebe vielleicht, doch für ihn ist dies schlimm zu spüren, denn er möchte ja kein Leid zurücklassen. Also bleibt er wortwörtlich mit einem Fuss in der Welt zwischen ihm und uns stehen.
    Wenn wir unser eigenes Leid, dass wir erfahren mussten, immer wieder im Kopf durchspielen, kommen wir nie weg davon. Meine längste Wiederholungsschlaufe dauerte etwa 30 Jahre…. bin froh, dass ich heute um diesen Mechanismus weiss. Sich selber stets aufs Neue zu geiseln, scheint des Menschen Lieblingsbeschäftigung zu sein. Man zelebriert es gar mit Trompeten, Pauken und schönen Gewändern.
    Sonnengruss Frosch

  2. 2
    SMOLE ALOIS LEOPOLD sagt:

    SCHAUT EUCH BITTE WWW ITCCS.DEUTSCH AN …FUR INFO

  3. 3
    Consciousness sagt:

    Nein es braucht nicht den grossen Knall, denn ein Baum der fällt, macht mehr Lärm als ein Wald der wächst.

    Es braucht mehr Artikel wie den obigen. Super Artikel! Wir brauchen nicht immer wieder an vergangene Kriege und Katastrophen erinnern,es ist vorbei,die Menschen sind damals gestorben und kein Erinnerungstag macht sie wieder lebendig. Sie haben nichts von unserem Gedenken, nur uns macht es traurig (was nicht heissen soll ,dass man aus Geschichte nichts lernen kann und soll) und bringt uns in tiefere Schwingungen.

    Und was für die Vergangenheit gilt, gilt auch für die für die Gegenwart.

    Ist es einem selbst möglich, durch ständige Beschäftigung mit einem Thema, einen Krieg zu verhindern oder Politik zu verändern oder das Geldsystem zum revolutionieren? Wenn man sich in einer Lage befindet , aus der heraus das möglich ist, sollte man das tun. Wenn nicht,ist jede Beschäftigung damit vertane Zeit.

    Einfach aufhören sich mit Dingen zu befassen,die einem selbst nicht gut tun und alles ist gut.

  4. 4
    Leanie sagt:

    Die Kirche hatte es uns ja vorgemacht: Jesus am Kreuz etc. Frosch hat passend die Worte „Sich selber stets aufs Neue zu geiseln“ benutzt. Und dieses Festnageln(…) aufs Leiden haben wir unbewußt angenommen und zelebrieren es in schönem Gewand. Ein Gewand bleibt es dennoch, die schönen bunten Ostereier, die ablenken sollen vom Hintergrund des Geißelns etc.
    Wenn wir die Gedenktage nicht mehr feiern, sollten wir vielleicht so konsequent sein, auch die scheinbar schönen Rituale wegzulassen. Jedoch viele feiern noch Ostern etc, weil es ja die Familie erwartet und dann wird Kuchen gebacken usw. , obwohl es allen zum Halse raushängt.
    Wenn wir die Matrix verlassen, müssen wir es so vollkommen wie möglich tun und nicht das eine belassen und das andere weglegen.
    Ich feiere meinen Geburtstag wenn mir danach ist auch schon mal jeden Tag oder gar nicht, Weihnachten etc lasse ich weg, denn auch dies ist Lüge, denn die Geburt des Lichtes und der Wahrheit können wir jeden Tag feiern, in uns.
    Und hier muß ganz genau hingeschaut sein, denn das Gewand der „schönen“ Rituale wird oft gar nicht hinterfragt und dahinter verbirgt sich oft Häßliches.
    „Was wir jemandem anderen antun, tun wir uns selbst an. Jeder für sich, Tag für Tag, Jahr für Jahr.“
    Gut gesagt, und damit sind wir wieder bei dem Kreuz mit den Kirchen.
    Vergessen ist für mich nicht die Lösung, sonst gäbe es auch nicht den Phantomschmerz bei z.B. einem appen Bein.
    Mahn-erinnerungen und ständig wiederholen allerdings auch nicht.
    Integrieren indem wir dem Übel der Vergangenheit seinen Platz einräumen den es ja nun mal hat, jedoch damit leben, indem wir seine Botschaft erkennen und uns aus diesem Feld herausbegeben.
    Das haben wir noch nicht ansatzweise geschafft und indem wir es vergessen wollen wiel es ja so weh tut, wird es nicht besser. Wir kreisen immer noch ums auf-die-anderen-zeigen, aufs Außen gucken.
    Ich kenne alte Leute, die alles vergessen haben, jedoch bei Gewitterdonner verkriechen sie sich. Es klingt für sie wie Kriegsbomben.
    Was uns hilft muß zwangsläufig etwas sein, was wir bisher noch nicht getan hatten.
    Vielleicht ist es: zu lieben auch den Krieg der stattfindet, zu lieben auch unseren Schmerz, zu lieben auch die Verbrecher, lieben einfach alles ausnahmslos was sich uns zeigt, denn:
    “ Was wir jemandem anderen antun, tun wir uns selbst an. Jeder für sich, Tag für Tag, Jahr für Jahr.“
    Nicht worauf sich unsere BEWUßTE Aufmerksamkeit lenkt, wird verstärkt, sondern bisher leider zu oft, worauf wir unsere UNBEWUßTE Aufmerksamkeit lenken. Das habe ich auch bei vielen Alzheimerpatienten gesehen: sie BEHALTEN ihre Ängste, sie werden NICHT durchs vergessen plötzlich angstfrei und sie können noch nichtmal aus diesem Hamsterrad aussteigen.
    Wenn wir jedoch unsere BEWUßTE Aufmerksamkeit auf die Liebe zu ausnahmslos allem lenken, wird das verschwinden, was sich gezeigt hatte und dessen Botschaft wir verstanden, will heißen INTEGRIERT haben.
    Und mit lieben meine ich nicht meditieren, sondern hingucken und ne Hand hinstrecken.
    Dann verschwindet irgendwann auch die materielle Welt, weil sie sich schlicht in Liebe aufgelöst hat, ihre Schwingung wurde so hoch und fein, daß sie einfach auflöst.
    Dann, wenn wir die Botschaft verstanden haben und einen neuen Weg beschreiten.
    Danke Alex für diesen einfühlsamen Artikel,
    Leanie

  5. 5
    Lumina sagt:

    Ein sehr guter Artikel, lieber Alex und tolle Kommentare.

    Natürlich muss das Alte, Belastende zu Ende gehen und nicht ständig wieder aufgewärmt werden, damit das Neue, „die Liebe“, wie Leanie schrieb, entstehen kann.

    Aber das Alte, die Erinnerung daran, wird nicht nur außerhalb von uns zelebriert, sondern befindet sich in unserem Verstand, der alte Wunden und Geschehnisse hortet und immer wieder hervorholt. Vielleicht fühlt man sich noch als ein Opfer oder strebt absolute Sicherheit an. Aber die kann es naturgemäß nicht geben…Und so werden sich von diesen Mahnungen auch besonders Menschen angesprochen fühlen, die eine gewisse Resonanz dazu im eigenen Inneren haben.

    Solche Sendungen, die jetzt wieder massenhaft ausgestrahlt werden mit Kriegsgeschehen , Kampf und Gräueln sehe ich mir gar nicht an und Gedenktage haben mich noch nie interessiert.

    Mein Ideal ist ein Mensch, der voller Freude in der Gegenwart lebt und im Grunde ist jeder Tag eine neue Gelegenheit, das zu üben und einfach glücklich zu sein. Es gibt so viel Wundervolles im Leben und zwar Tag für Tag!

    Wenn immer mehr Menschen zu sogenannten „Aussteigern“ aus dieser Welt der Angst, des Ehrgeizes, der Gier und des Hasses werden und ihr Verstand dann frei für das Neue, das Gegenwärtige wird, können Andere sich meines Erachtens auch allmählich aus den alten Strukturen befreien.
    Freude ist immer ansteckend und wenn ich wirklich voller Freude bin, kann ich auch Feste, wie z.B. Weihnachten ganz aus mir heraus und ohne Anhaftung an alte Traditionen feiern Nur so als ein Fest der Liebe.

    Liebe Grüße von Lumina

  6. 6
    Astrid sagt:

    Ich möchte nur noch eines hinzufügen und das wäre die bedingungslose Liebe.
    Sie lässt uns eben auch die Freiheit, nachdem wir durch das Tor der Toleranz gegangen sind, nicht mehr zu allem JA und Amen zu sagen sondern auch konsequent NEIN zu etwas, dass uns nicht gefällt.
    Das TOR der Toleranz bedeutet auf der einen Seite leiden und erdulden, auf der anderen Seite mutig zu sein.
    Sanftmütig wie eine Mutter oder Vater zu seinem Kind. Demütig wie Jesus, Mahatma Gandhi mit einem klaren NEIN zu Gewalt.
    Wir müssten Kriege und Armut nicht mehr bekämpfen wenn wir beginnen das Leben zu lieben Tag für Tag.
    Gleich am Morgen mit einem Lächeln in den Spiegel und am Abend sich bedankend für all das was wir erleben durften.
    Wir nähern uns dem Erntedank. Das war für mich eines der schönsten Fest und Feiertage wenns geht mit Tanz.
    Hoffentlich noch ein paar schöne Spätsommertage für Uns alle.

  7. 7
    Marc sagt:

    Hallo Alex Miller: Sehr guter Beitrag – vielen Dank dafür!

    Beste Grüße, Marc

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