Was tun bei einer Spirituellen Krise

10 Sep 2014 Von Kommentare: 8 Heilung, Ratgeber

Hilfe bei spiritueller Depression

Bei einer „Spirituellen Krise“ handelt es sich um einen negativ empfundenen Gemütszustand, dessen Phase sich von einigen Tagen bis zu Wochen oder gar Monaten hinziehen kann. Betroffene fühlen sich sogar eher in einer Spirituellen Depression, als „nur“ in einer Spirituellen Krise, so finster scheint es ums Herz. Das Wachstum eines bewusst lebenden Menschen wirkt plötzlich, nach vielen Jahren der Selbst-Erkenntnisse, wie stehengeblieben, gar sich zurück-entwickelnd. Gefühlte innere, seelische Leere und absolute Lustlosigkeit bei alltäglichen Tätigkeiten wie im Job, beim Hobby und in der Familie sowie die Frage nach dem „Sinn“ des Daseins und des bisherigen Lebens machen ein normales Leben sehr schwierig. Man muss sich zwingen morgens aufzustehen und alle Betätigungen, auch die, welche einst als schön und angenehm empfundenen wurden, sind eine Last.

Man zieht sich zurück, meidet Gesellschaften und will einfach nur seine Ruhe haben. In diesem Zustand scheint kein Bewusstseinswachstum mehr möglich und alle bisher erreichten Selbsterkenntnisse sind wie weggeblasen. Hinzu kommt, dass man aufgrund seiner spirituellen Erkenntnisse meint, man müsse doch eigentlich wissen, was vor sich geht. Glaubenssätze wie „nach dem Regen kommt die Sonne“ oder „ohne Schatten kein Licht“ fruchten in dieser Phase nicht. Wer selbst einmal eine Spirituelle Krise erlebt hat, kann diesen gefühlten energetischen Knoten, der nicht aufgehen will, bestätigen. Alle noch vorhandenen Kräfte und Energien muss man aufbringen, um die einfachsten Dinge bewältigen zu können. Von der „normalen“ Gesellschaft und auch von Ärzten ist keine große Hilfe zu erwarten, da das spirituelle Bewusstsein noch nicht weit genug verbreitet ist. Würde man zu einem Psychotherapeuten gehen, würde dieser höchstwahrscheinlich einen Burnout oder eine depressive Überforderung diagnostizieren.

Psychische und körperliche Symptome der Spirituellen Krise:

– Innere Leere
– Lustlosigkeit
– Müdigkeit, körperliche Schwäche, keine Energie
– Keine Visionen, Ideen und Zukunftsperspektiven mehr
– Aura nimmt ab
– Teilweises „Kippen“ zurück ins Opferbewusstsein

Äußerliche Symptome der Spirituellen Krise:

– Probleme im Job
– Schwierigkeiten den „normalen“ Alltag zu bewältigen
– Beziehungsprobleme
– Oft krank
– Gestresst
– Gesteckte Ziele rücken in weite Ferne und scheinen unerreichbar
– Nichts klappt
– Keine Lust zum Meditieren oder anderer sonst oft ausgeübter spiritueller Praktiken

Aufgrund der universellen Gesetze befindet man sich in einem Teufelskreislauf: Man denkt und sieht am eigenen Leben, dass nichts mehr funktioniert, und das Universum reagiert darauf, damit, dass im Leben nichts mehr funktioniert.

Was kann man tun?

Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, Ur-Vertrauen zu haben – Ur-Vertrauen zum Univsersum und zum eigenen Leben. Während ein Baby auf die Hilfe der Mutter angewiesen ist um überleben zu können, wird uns jetzt bewusst, dass nur wir selbst uns helfen und nähren können. In unserem jetzigen kriselnden Seinszustand ist es uns möglich, die tiefgreifende Erkenntnis zu erlangen, dass uns kein anderer Mensch helfen kann, aber auch, dass wir alles in uns tragen, was zu Wachstum und Glück beiträgt. In einer Spirituellen Krise muss sich das erworbene Wissen und die erprobten und gelebten Einsichten und Selbsterkenntnisse des Lebens ent-wickeln, im Körper und im Geiste. Die Chakren verarbeiten das im Laufe der Jahre selbst Erworbene, alle Erfahrungen und Erkenntnisse müssen umgesetzt werden – aber zunächst in uns selbst: in unserem Körper, unserem Geist und in unserer Seele muss es jetzt erst einmal „sacken“, bevor es weiter gehen kann mit dem individuellen Bewusstseinswandel. Wir bekommen nun auch die Gelegenheit, nicht abzuheben und den Boden unter den Füßen zu verlieren, obgleich unserer spirituellen Erkenntnisse und unserer subjektiven Meinung, „wir wären schon sehr weit“.

Man sollte jetzt alle irgendwann einmal gesteckten Ziele, sofern diese überhaupt notwendig waren und sind, ruhen lassen und nicht verkrampft das herbeiführen wollen, woran man glaubte dabei glücklich zu werden.

Höchstwahrscheinlich findet während einer Spirituellen Krise auch eine Wandlung statt. Von der Raupe zum Schmetterling. Von daher ist es wichtig, auch wenn es für den Betroffenen schwierig klingt, an das Positive zu denken und zu glauben. Der Ausblick einer bewusst erlebten spirituellen Krise ist die Erkenntnis, dass wir tatsächlich nicht Opfer, sondern Schöpfer sind. Was wir in der Theorie schon lange wissen, muss in dieser Phase gelebt werden.

„Erste Hilfe“ bei einer Spirituellen Krise:

– Sich Erden (im Wald und/oder in einer Meditation)
– Ur-Vertrauen haben (das Universum sorgt für uns in der für uns richtigen Geschwindigkeit)
– An der Selbstliebe weiter arbeiten, auch wenn man glaubt, dies sei nicht mehr nötig
– Raum und Zeit für sich nehmen, viel Schlaf und Erholung
– Nur das tun, was einem Freude bereitet (abgesehen von den sog. „Pflichten“, diese sollte man versuchen, so gut es geht weiter zu verrichten)
– Ausdruck des eigenen Empfindens durch Schreiben oder Malen / Zeichnen

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Bild: Fotolia.de

8 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Astrid sagt:

    Wunderbar, dies zu lesen.
    Ein guter spiritueller Lehrer weiss, dass es keine spirituelle Ent-wicklung ohne Krise gibt.
    Dabei bedeutet Krise ja eine Entscheidung treffen. Sich ent-scheiden.
    Meine spirituelle Entwicklung begann mit menem Entschluss mich scheiden zu lassen.
    Ob vom Partner oder den Job, oder gewisse Freunde, oder vom Fleisch essen oder, oder oder
    Auf jeden Fall geht der Weg weg vom Außen hin ins Innere.
    So sollte es sein. hat man diese Lektion noch nicht verstanden kommt sie wieder und immer wieder auf uns zu bis wir die dahinterliegende Botschaft erkennen.
    Vom Baum der Erkenntnis abgefallen ( Apfel-abgefallen ) hin zum Baum des Lebens der 12x im Jahr früchte trägt.
    Der Baum des Lebens ist das Weibliche in uns. Das Blut steht für die Fruchtbarkeit, Leidenschaft, Erotik .
    Blut und Wasser müssen im Fluss sein. Wenn es zu einer Blockade im Außen kommt gibt es auch eine Blockade im Inneren. Je sensibler wir mit uns selbst sind desto eher können wir Blockaden erspüren.
    Das Leben ist das Ziel und wie heißt es so schön Der Weg ist das Ziel.
    Aller Anfang ist schwer niemand kann sagen, dass der spirituelle Weg ein leichter ist.
    Nein das ist er wahrlich nicht, aber im nachhinein wenn wir den Gipfel erreicht haben, ist es einfach nur schön.
    Das ist der Aufstieg von dem soviel geredet wird. doch er findet in unserem Inneren statt.
    Fürchtet Euch nicht vor Krisen. Das Annehmen wie es ist ist gleichzeitig die Hingabe an das Urvertrauen
    der Göttlichen Mutter. Wenn wir uns heilen- heilen wir auch sie.
    Namaste liebes SpiritTeam2012

  2. 2
    Steven Black sagt:

    Hi Alex,
    Diese Krisengeschichte von Lustlosigkeit, Energiemangel, Depressionsgefühle, etc, sind doch meist die „Symptome“, wenn einige „alte Geschichten“ einfach gehen und aus unseren Felder verschwinden. Und es ist diese Wandlung, die es braucht und durchlaufen werden muss – es gehört bei vielen von uns irgendwie dazu, nicht?
    Ja genau, fürchte dich nicht .. 😉

    einen schönen Tag,

  3. 3
    Leanie sagt:

    Lieber Alex,
    diese Zustände kenne ich sowas von gut. Burnout auch und in meiner Erfahrung ist es noch etwas anders gewesen.
    Die letzten Monate hatte ich ziemlich exakt den von dir beschriebenen Zustand, während ich eigentlich mich für ein Berufstraining anmelden hätte sollen. Jedoch mir wurde fast alles egal. Selbst die früher bekannten Existenzängste brachten mich nicht mehr in dieses Tun. Die Stimmen in mir „ich müßte doch jetzt…blabla…“ verhallten.
    Dann plötzlich wie aus dem Nichts heraus ein Bedürfnis: Ja, ich gehe jetzt nochmal zu der Frau vom Amt und drücke ihr mein Anliegen aus, frage sie, ob es nicht doch noch eine andere Möglichkeit gebe. Und tatsächlich gibt es die. Jedoch erst
    jetzt, sie wurde frisch geschaffen!
    Plötzlich ist da wieder Motivation. Was gegangen ist, ist jeglicher Ehr-Geiz, etwas Bestimmtes zu tun, jegliche Vor-Stellung.
    Dafür bin ich dem Leben echt dankbar!
    Ein jede Zeit hat ihre ganz eigene Qualität. Und so war die Phase der Lustlosigkeit wie die Dunkelkammer des Fotografen.
    Im Dunkel wird wahrlich das Licht geboren.
    Dank Dank Dank an das Leben. Es weiß immer, wann der richtige Zeitpunkt ist.
    Leanie

  4. 4
    Lumina sagt:

    Ich denke, eine spirituelle Krise ist sehr gut von einer normalen Krise oder einem Burn-Out zu unterscheiden.
    Durch den Verlust eines geliebten Menschen, durch Trennungen, durch Traumata, schwere Krankheiten oder Ängste, die sich auf eine Lebenssituation beziehen, kann man in eine tiefe Krise geraten. Eines Tages tritt man aus der Krise heraus und ist erleichtert. Man kann gereifter, klüger, gelassener oder vorsichtiger sein, doch im Grunde seines Wesens hat man sich nicht verändert und das wird auch von anderen nicht so empfunden. Diese Krisen sind etwas, was wir überwinden wollen und auch müssen..

    Die spirituelle Krise ist eigentlich eine „Wandlung“. Sie ist eher selten und im Gegensatz zur „normalen Krise“ verändert man sich danach in radikaler Weise. Man ist danach nicht mehr derselbe Mensch. Das kann auch gar nicht anders sein, denn in solch einer Krise kommt man in Berührung mit spirituellen Dimensionen , die man bisher nur erahnt – oder darüber gelesen hat.

    Dadurch bricht das bisherige Weltbild zusammen, alles, was vorher sicher erschien, ist jetzt nicht mehr sicher. Die ganze Weltsicht verändert sich und dieses Erleben kann eine erschreckende Wirkung ausüben. Das kann sich in Form von physischen und psychischen Störungen , wie ekstatischen Zuständen, vegetativen Symptomen, Halluzinationen, Ängsten, Depressionen oder auch Kopf-Rücken und Gliederschmerzen auswirken.
    Eine spirituelle Krise ist immer ein Geburtsprozess und kann ebenso wie die Geburt eines Kindes problematisch verlaufen. Deshalb legt man in den asiatischen Religionen so großen Wert auf einen Lehrer oder Meister, der einem durch diesen Prozess, den man auch „die dunkle Nacht der Seele“ nennt, helfen kann.

    Ich habe selbst einmal vor vielen Jahren ein merkwürdiges Erlebnis nach einem intensiven mehrwöchigen spirituellen Seminar mit einer Praxis ( unter anderem) zur Erweckung der Kundalini gehabt. Nachdem ich wieder zuhause war, rutschte ich ganz plötzlich – zum Glück nur kurz, weil damals völlig unvorbereitet – in eine andere Dimension und „erlebte“ andere Menschen , die miteinander sprachen in einem ganz fremden Umfeld.

    Das erschreckte mich zu dieser Zeit maßlos und von dem Moment an setzte ich diese Übungen ab, denn ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, auf was ich da zusteuerte und hätte dringend etwas Anleitung gebraucht. Es ist, wie gesagt, schon lange her.
    Heute finde ich es eigentlich schade, dieses neue Erleben abgebrochen zu haben, aber damals stand ich diesen fremden Dimensionen ziemlich hilflos gegenüber.
    Doch spirituelle Krisen müssen nicht immer dramatisch verlaufen, sie können auch sehr sanft auftreten in einer allmählichen Veränderung der Lebensanschauung und Gottesvorstellung. Aber es ist ebenso gut möglich, dass sie sich in seltsamen Erfahrungen äußern, die man nicht einordnen kann.

    Liebe Grüße von Lumina

  5. 5
    Lina Adjana sagt:

    Liebe Alex und liebe Kommentoren,
    das alles zu lesen tut mir im Moment gerade sehr gut!
    Ich befinde mich in genau der beschriebenen Lage und bin gefrustet, traurig, einsam, lustlos, orientierungslos uvm..
    Jetzt, wo ich eure Ausführungen gelesen habe, übergebe ich mich dem NICHTS und vertraue darauf, dass in meiner
    Dunkelheit das Licht sich entfaltet und dann beginnt, aus dem Inneren heraus zu strahlen!
    Neue Energie breitet sich aus und ich werde mein Leben neu kreieren.
    Danke euch von Herzen!
    Margret
    😉

  6. 6
    Silvia Cristini / 2012Spirit Silvia Cristini / 2012Spirit sagt:

    Wer meditieren mag um wieder zu sich zu finden oder einfach Musik hören will, die den Geist beruhigt, anbei die passende Musik (Mantra mit wunderschönen Bildern)
    http://www.youtube.com/watch?v=BSmToj9VZ4s
    Übersetzung des Gayatri Mantras:
    „Om, wir meditieren über den Glanz des verehrungswürdigen Göttlichen, den Urgrund der drei Welten, Erde, Luftraum und himmlische Regionen. Möge das Höchste Göttliche uns erleuchten, auf dass wir die höchste Wahrheit erkennen.“

  7. 7
    Lucalina sagt:

    Die spirituelle Krise kam schleichend in mein Leben und tut es immer noch – ich fragte mich in den letzten Monaten warum ich keine bewussten Kontakte mehr zu meiner spirituellen Führung bekam, merkte, dass mein Interesse an Büchern nachließ nach dem ich mich seit 2 Jahren mit fast nichts anderem als spiritueller Literatur von A bis Z beschäftigte, fragte mich wo meine Begeisterung geblieben ist für die kleinen Schönheiten und für meine mir nahen Menschen…

    Die Erinnerung an meine Hoch-Phasen, an die tollen Konversationen mit meinem Geistführer sind schmerzlich vorhanden und die Selbstzweifel: Ich war doch so weit gekommen, wo sind sie denn hin meine ganzen Erkenntnisse, meine ganze Liebe zu allem-was-ist, mein Anspruch an mich selbst bedingungslose Liebe zu allem in die Welt zu tragen… ?

    Dieses „Ich bin doch schon so weit“ und dieses quälende „scheinbar doch nix dazugelernt in den letzten Jahren“ wechseln sich ständig ab

    Auf irgendeine spirituelle Praxis habe ich sowieso keine Lust und dieses ganze Licht-und-Liebe-Gefasel klingt nur noch hohl und leer für mich – gleichzeitig beneide ich aber auch diese Menschen weil ich weiß wie gut sich das anfühlt es echt zu fühlen…

    Kurzum – der Artikel fällt mir zur richtigen Zeit in die Hände – noch kann ich Glück und Zufriedenheit und Erfüllung empfinden, der schwarze Hund hat noch nicht vollends zugebissen – so werde ich mir eine Zeit der Stille gönnen und zentriert in meinem sich gerade leer und unwahr anfühlenden zuversichtlichen Glauben bleiben: Nach Regen kommt Sonnenschein und im Licht der Sonne werde ich den Sinn des Regens erkennen!

    Danke

  8. 8
    Alex Miller Alex Miller sagt:

    Liebe Lucalina,
    kann ich gut nachvollziehen was du meinst, ging mir genauso. Mir hat nichts wirklich geholfen, auch alle anderen Tätigkeiten haben mir keinen Spaß mehr gemacht. Ich dachte, es müßte irgendwann wiedermal weitergehen, doch gefühlt ging ich einige Schritte zurück. Erst als ich anfing mir keinen Kopf mehr zu machen warum und weshalb es so ist wie es ist, wurde es merklich besser. Das Zauberwort heisst: „Loslassen“. Loslassen von Erwartungen und Hoffenungen.

    Herzliche Grüße und alles Gute
    Alex

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