Die Welt ist nicht genug

12 Okt 2014 Von Kommentare: 4 Gesellschaft, Zeitgeschehen

Sonnenuntergang am Meer

Wir haben diesen Planeten, diese wundervolle Mutter Erde, einst geschenkt bekommen. Die Natur offenbart uns reine Liebe. In der Natur können wir alles vorfinden, was unser Herz begehrt. Bäume tragen Früchte und spenden uns Schatten, die Sonne lässt Leben entstehen und nachweislich unsere Stimmung anheben, der Bach lädt zum Verweilen ein und er spricht gar mit uns, wenn wir wieder lernen, seine Sprache zu verstehen. Die Sprache des Herzens. Im Wald, fühlen wir uns geborgen, umgeben von mächtigen Energieträgern, die sowohl mit der Erde als auch mit dem Himmel verbunden sind. Auf den Bergen, fühlen wir uns dem Himmel näher, sie lassen unsere Alltagsprobleme kleiner erscheinen, wenn wir oben auf dem Gipfel stehen, und sie demonstrieren uns ihre Stärke und doch auch ihre Weichheit, denn das Wasser bricht den Stein und der Stein lässt sich brechen, in einem harmonischen Miteinander.

Die Natur schenkt uns alles, und doch sorgen wir uns, ob wir genug haben. Genug Essen, genug Wasser. Aber eigentlich sind die Probleme des Menschen heutzutage anderer Natur. Er sorgt sich, ob er Strom hat für sein Handy. Wir sorgen uns andauernd. Doch eigentlich ist alles bereits da. Und so steht in der Bibel:

„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen werdet, noch um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Schaut auf die Vögel des Himmels: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen – euer himmlischer Vater ernährt sie….“ (Matthäus, Kapitel 6, Vers 25, 26, ff.)

Die Wunden, die der Mensch dem Planeten zufügt

Doch dieses Grundprinzip haben wir längst missachtet und somit haben wir begonnen, die Erde auszuschlachten. Wir haben angefangen, die Erde zu besitzen. Was uns einst geschenkt wurde, sehen wir längst unseren Besitz und als unser persönliches Eigentum an. Doch wie verhält es sich meist mit Geschenken? Man gibt ihnen weit weniger Bedeutung, als zu Dingen, welche wir selbst mit Mühe und Fleiß erarbeiten mussten. Mit Geschenken geht man leider oft sehr verschwenderisch um, man sieht die Mühe und die Liebe dahinter nicht. Man hat etwas bekommen, einfach so. Und wieso sollte man damit behutsam umgehen? Und so wird der Müll, den wir selbst produziert haben, irgendwo entsorgt, inmitten des schönen idyllischen Waldes, auf Feldern oder im Pazifik. Dort schwimmt mittlerweile eine Plastikmüllhalde von der Größe Europas. Wasservögel verenden aufgrund des zu sich genommenen Plastiks kläglich. Bilder, die unter die Haut gehen. Doch wir ignorieren diese Bilder, denn was wir nicht ständig sehen können, streichen wir einfach aus unserem Bewusstsein. Doch sie ist da, die Wunde, die der Mensch dem Planeten kontinuierlich zufügt. Eine Wunde, die kaum mehr heilen kann, wenn der Mensch nicht endlich aufwacht und sich besinnt.

Doch das ist nicht genug. Der Mensch hat angefangen, das Geschenk Erde weiterzuverkaufen. Er hat Länder in Besitz genommen und verkauft Teile der Welt einfach weiter. Was wir da für selbstverständlich hinnehmen, weil man es immer schon so getan hat, ist grundsätzlich ein Verrat an das Geschenk, welches uns einst uns gegeben wurde. Wie kann man Land besitzen? Wie kann man Wälder besitzen? Der Mensch hat längst erkannt, dass er mit Mutter Erde ein riesen Geschäft machen kann und beutet sie schamlos aus. Mittlerweile ist die Rede davon, die Wasserversorgung in private Hände zu geben, die Industrielobby reibt sich da die Hände, lässt sich doch da ein gutes Geschäft machen, mit einem Gut, dass eigentlich ein Geschenk der Erde an uns Menschen ist. Der Mensch holzt Regenwälder ab, sodass das Ökosystem empfindlich gestört wird, aber bemerken tut es der Mensch wohl erst, wenn er nicht mehr atmen kann.

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ (Weissagung der Cree Indianer)

Und er hat angefangen, Grenzen zu ziehen. Was früher offenes Land war, ist heute aufgeteilt in verschiedene Ländereien. Und wenn man über die imaginäre Grenze gehen will, bedarf es an einer Bürokratie, die sich kaum überbieten lässt. Selbst wenn dort dieselbe Sprache gesprochen wird. Und dies alles auf einem Planeten, der uns geschenkt wurde.

Als nächstes knöpfen wir uns den Mond vor

Der Mensch kann nicht einmal mit Mutter Erde umgehen und doch lechzt er bereits nach einem neuen Gut, den er in Besitz nehmen kann in seiner endlosen Habgier. Den Mond. Über kurz oder lang werden auch dort immer mehr Weltraumtouristen anzutreffen sein und ihren Müll hinterlassen. Dabei vergisst man eine grundlegende Frage: was bewegt den Menschen zum Mond? Zum Weltall? Ist es eine Sehnsucht? Ist es die gleiche Sehnsucht, die wir verspüren, wenn wir nachts zu den Sternen empor schauen? Ist es die Sehnsucht nach Hause? Ja, es ist die Sehnsucht nach Hause, denn tief in uns spüren wir, dass wir alle aus Sternenstaub sind. Doch der Weg nach Hause führt nicht über den Mond, der Weg nach Hause führt über uns selbst, denn in uns, ist auch alles, was im außen sichtbar ist. Wir können noch lange nach dem Mond trachten, solange wir nicht lernen, den Planeten Erde zu schützen und zu ehren, werden wir nie erkennen, dass wir bereits alle zu Hause sind.

Bild: Gehvoran.com

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Lumina sagt:

    Du hast den Zustand unserer Erde sehr gut beschrieben, liebe Silvia! Die Ausbeutung und grenzenlose Gier der Menschen! Es ist wirklich traurig, diese Zustände auf der Erde jetzt anzusehen. Und dazu noch das, was der Mensch seinen Brüdern und den Tieren antut!

    Aber WARUM handelt der Mensch so ? Ich denke, es ist dieses innere Gespaltensein, die Minderwertigkeitsgefühle, Mangelgefühle, die Angst, nicht genug zu haben und zu bekommen und aus diesem eigenen zerstörten Sein stört er dann auch das Gleichgewicht der Natur. Das ist miteinander verbunden. Und die zerstörte Natur beeinflusst wiederum den Menschen wie in einem Teufelskreis.

    So liegt, -wie immer, eigentlich alles beim einzelnen Menschen. Wenn er mit seiner eigenen Natur ins Reine käme, würde er sehen, dass alles miteinander verbunden ist und wir nicht ohne die Natur existieren können. Und er würde verantwortlich mit ihr umgehen. Da sehe ich ganz besonders die Pädagogen in der Verantwortung, denn „was Häns`chen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ,- wie man so schön sagt.

    Zum Glück gibt es doch schon etliche Menschen, die anders denken und handeln und wundervolle Aktionen von Naturschützern in aller Welt. .
    Ich befürchte aber, dass das Pendel erst ganz umschlagen muss, bevor eine wirkliche Änderung eintritt. Dass die Dinge erst NOCH schlimmer werden müssen, bevor sie dann besser werden können. Bei dieser Herzens-Verhärtung, die noch überall bei den „Verantwortlichen “ zu erleben ist, sehe ich bisher noch keine Umkehr.

    LIebe Grüße von Lumina

  2. 2
    heidi sagt:

    hallo!
    ungeachtet der „ausbeute“ und aller gräueltaten, sehe ich es eher so…
    mutter erde hat mit göttlichem geist UNS HERVORGEBRACHT,
    dann haben „murxer“ (monsantos ahnen) uns verändert, wie neugierige kleine kinder experimentiert und tun dies heute noch. damit zum teil was gutes geschaffen und teils „ver-murxt“.
    das resultat dann mutter erde einfach aufs auge gedrückt – „schaun wir mal, was dabei rauskommt“!
    gemeinsam mit mutter erde und dem lernen, erkennen und dem erlangen höherem bewusstseins, werden wir die schäden wieder gut machen.
    in der liebe ist alles möglich :-))
    lieben gruß, heidi

  3. 3
    Silvia Cristini / 2012spirit Silvia Cristini / 2012spirit sagt:

    Liebe Lumina
    Ja, das hast du schön ergänzt. Das mit dem Pendel ist gut beschrieben. Vermutlich ist der Wendepunkt zum Positiven noch nicht ganz erreicht. Doch irgendwann schwingt es zurück….doch ich frage mich, was passiert, wenn er irgendwann wieder in die andere Richtung (wie es heute ist) zurückschwingt? Unsere Welt, ein ewiges Pendeln? Oder aber liegt unsere Aufgabe darin, eines Tages das Pendel in der Mitte anhalten zu können? In der Balance? Und wäre dies dann die Leere, das Nichts, in dem alles ist? Oder würden wir da die hermetischen Gesetze (alles ist Rhythmus) brechen? Interessantes Thema auf alle Fälle 🙂 Philosophie am Sonntag.

    Liebe Heidi
    Danke für deine Zeilen.
    Zitat: „…dann haben “murxer” (monsantos ahnen) uns verändert, wie neugierige kleine kinder experimentiert und tun dies heute noch. damit zum teil was gutes geschaffen und teils “ver-murxt”.
    das resultat dann mutter erde einfach aufs auge gedrückt – “schaun wir mal, was dabei rauskommt”!……“

    Naja, ich weiss nicht. Gibt man so nicht seine Verantwortung ab? Ich kann mich halt dieser mittlerweilen weitverbreiteten Meinung nicht ganz so anschliessen, dass da „Draussen“ böse Leute sind, welche uns da böse Dinge einimpfen oder was auch immer, denn dann würde ich ihnen ja erst recht Macht über mich geben und mich so in die Opferrolle drängen lassen und somit wäre ich einfach manipulierbar, sobald ich in Angst und Schrecken versetzt würde.
    Aber vielleicht verstehe ich dich auch nicht richtig. Kann gut sein… 😉
    Schöne Grüsse in den Sonntag
    Silvia

  4. 4
    Lumina sagt:

    @ Silvia
    Interessante Überlegung von Dir . Ein Pendel schlägt nach der einen Seite aus, fällt dann durch seine eigene Schwerkraft bis zum untersten Punkt und schlägt im selben Maß nach der andern Seite aus, eben so weit, bis an dieser anderen Seite eine Stelle ist, die ein Gleichgewicht herstellt.
    Auf die Ausbeutung der Erde bezogen wären meine Befürchtungen einer Verschlechterung demnach durchaus gegeben.

    Der geschilderte Mittelpunkt , die Balance, – wäre ein ruhender Punkt, – vielleicht das Nirvana oder das Christusbewusstsein – den meiner Ansicht nach nur das einzelne Individuum erreichen kann, und welches dann auch nicht mehr dem Pendelrhythmus unterworfen ist. Normalerweise schlägt das Pendel immer zur anderen Seite aus. Und durch diesen Rhythmus ,- so denke ich mir – entsteht erst Leben, Erfahrung, Wachstum. Aber eines Tages bleibt dann bei jedem Menschen das Pendel auf dem Gleichgewichtspunkt stehen, weil keine Erfahrungen mehr nötig sind.
    Aber so weit sind wir wahrscheinlich alle noch nicht…
    Das war MEINE Philosophie am Sonntag! 😀 LG von Lumina

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