Lebensfreude ist gut für unsere Zellen

27 Okt 2014 Von Kommentare: 5 Heilung, Ratgeber

Liebespaar beim Weintrinken

Gestern bekam ich von einem Freund eine Nachricht, die mit den folgenden Worten endete: „Genieße die Zeit, denn die gibt es nur hier auf Erden“. Wie wahr. Und trotzdem vergessen wir diese Tatsache im stressigen hektischen Alltag so oft. Aber nicht nur die beruflichen und familiären Verpflichtungen scheinen uns über den Kopf zuwachsen. Tatsache ist, dass je mehr Tage vergehen, desto weniger Leben für uns übrig bleibt. Zeit ist kostbar und Zeit ist Geld. Ist das wirklich so? Kostbar ist sie, die Zeit, aber mit Geld aufwiegen lässt sich unsere Zeit auf Erden, unsere Lebenszeit, definitiv nicht. Normen, Beschränkungen, Verbote und Sicherheitsvorkehrungen, die angeblich zu unserem eigenen Schutz sind, bestimmen unbewusst einen Großteil unseres Lebens.

Dazu die neue political correctness, welche uns erzählt, wie tugendhaft wir uns verhalten sollten und wie hoch die Moralschwelle ist, damit wir bloß nicht das falsche sagen und denken. Die neuen Gesundheitsaufklärer, die dafür sorgen, dass wir unser Glas Rotwein mit einem schlechten Gewissen trinken, uns der Sonntagsbraten im Hals stecken bleibt und wir uns nicht mehr trauen, auch mal eine ganze Tafel Schokolade auf einmal zu essen, einfach nur, weil es uns eben danach ist, tun ihr übriges um uns von uns selbst zu entfernen. Wir spüren nicht mehr hinein in unseren Körper und in unsere Seele, was uns gut tut, sondern wir übernehmen das „Wissen“ anderer. Wir befinden uns unbewusst auf dem Weg, das zu leben, was andere behaupten und angeblich gut für uns wäre, so und so.

Wo bleibt der Genuss?

Genießen bedeutet nicht, dass wir uns absichtlich ungesund ernähren oder wir egoistisch sein sollten. Genießen bedeutet, dass wir den Moment als etwas Kostbares und Einmaliges wahrnehmen, wir dabei als Mensch leben und nicht als superspirituelle-politisch-korrekte unfehlbare Wesen durch die Welt schweben. Man sollte sich viel öfter die Frage stellen „Was würde mir jetzt Spaß machen?“. Tage, Wochen, Monate und Jahre vergehen. Als Kind konnte ich die Aussagen von meinen Eltern nicht glauben, aber mit zunehmendem Alter scheint die Zeit tatsächlich immer schneller zu vergehen. Erschreckend, wie schnell so eine Woche rum ist, es ist Montagmorgen und der gewohnte Film beginnt von Neuem. Und kaum versieht man sich, ist das Leben rum. Erschwerend hinzu kommt, dass wir nicht mal wissen, wie viele Jahrzehnte, Jahre, Monate oder vielleicht nur Wochen (?) uns noch übrig bleiben. Und mit welchem Blick sehen wir dann in der Stunde unseres irdischen Ablebens auf unser Leben zurück? Sind wir dann stolz auf uns, weil wir täglich unseren gesunden Apfel gegessen haben, immer schön brav waren, wir auf Alkohol verzichtet haben oder dass wir nur mit Engelszungen zu unserem Mitmenschen gesprochen haben, auch wenn wir innerlich anders gefühlt haben?

Alexis Sorbas tanzt Sirtaki„Genieße die Zeit, denn die gibt es nur hier auf Erden“, sollte unser Leitspruch sein, den wir uns jeden Morgen in den Spiegel sagen

Wenn ich mich so umhöre ist es auffällig, dass es immer mehr Menschen schwer fällt sich zu entspannen, einfach nichts zu tun, ohne Ablenkung durch Gesellschaft, TV, Musik oder ein Buch. Auch Entspannung ist Genuss. Einfach sich selbst sein, in die Natur hinausgehen, in der Sonne sitzen oder spontan mit sympathischen Menschen lachen, wenn es sich gerade ergibt. Oder was verrücktes tun und sich dabei als Kind zu fühlen, unseren Geist wie eine Festplatte neu formatieren. Wie definiert man Lebensfreude? Die Freude, das Leben zu genießen. Das hat der Mensch verlernt, weil es hauptsächlich darum geht, sich seine Brötchen „hart“ zu verdienen, die Freizeit zu konsumieren und in der Öffentlichkeit ein bestimmtes Bild abzugeben, meistens eines, welches andere von einem sehen wollen. Auch Menschen, die auf ihrem Weg sind, erwachend und so bewusst wie möglich leben, überfordern sich oft mit in Büchern oder im Internet gelesenen Statements oder Ratschlägen, dass man noch gesünder, noch bewusster und noch spiritueller leben soll. Es besteht dabei die Gefahr, dass der Genuss und der Spaß zu leben verloren geht. Mag sein, dass uns unsere Seele und unser Körper ein bewusstes und gesundes Leben dankt.

Ich bin mir aber sicher, dass Lebensfreude für die Zellen unseres Körpers die gesündeste Form darstellt, was nicht bedeutet dass z.B. sinnloses Besaufen zur Lebensfreude beiträgt. Päpstlicher als der Papst brauchen wir in unserem Leben jedenfalls nicht sein. Entscheidend ist, dass wir auf unser Herz hören und unseren Verstand dazu benutzen, die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen. Bücher und Internetseiten bereichern uns und regen uns zum Denken an. Aber entscheiden, ob das Gelesene von uns integriert werden sollte, können nur wir selbst, vor allem unser Herz.

Bild: Fotolia.de (Beitragsbild Paar mit Rotwein), Film Alexis Sorbas (Bild Mitte)

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Silvia Cristini / 2012Spirit Silvia Cristini / 2012Spirit sagt:

    Lieber Alex
    Wahre Worte, die du da sprichst. Viel zu oft verheddern wir uns in Alltagsproblemen, bis diese übermächtig werden und uns vor lauter Bäumen kaum mehr den Wald sehen lässt. Man kämpft sich dann durch all möglichen Alltagsprobleme und denkt immer, wenn diese Probleme aus der Welt geschaffen sind, dann wird es endlich besser. Doch leider ist dem nicht so. Die nächsten Probleme warten bereits. Und irgendwann blickt man erschrocken zurück und fragt sich: „wo und wann habe ich wirklich gelebt?“ Grund mehr aus jeder Situation das Beste zu machen. Zu geniessen. Denn nichts kommt zurück, kein Moment ist wiederbringlich. Was heute ist, wird nie mehr sein.

    Zu deinem Superwort: „superspirituelle-politisch-korrekte unfehlbare Wesen durch die Welt schweben“….
    Musste ich lachen. Wäre ja furchtbar langweilig, wenn wir alle so unfehlbar wären, wie eintönig, monoton, langweilig. Da fehlt doch jegliches Leben. Mir fällt dann immer folgendes Zitat von Pierre Teilhard de Chardin ein: „Wir sind keine Menschen, die eine spirituelle Erfahrung machen, sondern wir sind spirituelle Wesen, die erfahren, Mensch zu sein!“
    Und erfahren, Mensch zu sein, beinhaltet eben alles.
    In diesem Sinne: einen wundervollen, ein-maligen Tag
    Silvia

  2. 2
    Lumina sagt:

    Ein sehr guter Artikel , lieber Alex !
    Den Eindruck, dass bei vielen Menschen kaum Lebensfreude besteht, kann man wirklich beobachten. Job , Karriere, der tägliche Trott – immer das gleiche…! Und wenn sogenannte Freude entsteht, geht es meist gar nicht um Freude sondern um „Vergnügen“ , das naturgemäß nie lange anhält. Urlaub, Reisen, ein neues Auto, eine bessere Stellung etc. Wie schnell wieder alltäglich und vorbei… Aber das Leben selbst zu lieben, und zwar ALLES davon, die Höhen und die Tiefen, gelingt den meisten Menschen nur sehr schwer.
    Es gehört immer eine gewisse Bewusstheit und auch eine Bereitschaft dazu.
    Lebensfreude widerfährt einem ja nicht einfach, sondern man muss sie in´s Leben hineinbringen. Ich praktiziere es schon länger, morgens gleich nach dem Aufwachen stelle ich mir vor, wie wundervoll dieser Tag wird und über wie vieles ich dankbar sein kann. Und abends erinnere ich mich der freudigen Dinge, die an diesem Tag geschehen sind. Das hilft wirklich, um dann am Tag auch bewusster die vielen Wunder und Freuden wahrzunehmen.

    Liebe Grüße von Lumina

  3. 3
    Tanja sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel <3 Ich durfte vergangenes Wochenende wieder sooooo wundervolle Menschen kennenlernen, die mit wundervollen Ideen und vor allem wirklich wundervoll berührender Musik die Menschen wieder erInnern…
    Ich möchte hier mal die Seite der Initiative Ein-neues-Wir einstellen mit der Liederseite von Michael Steinhaur… wenn ihr mögt lasst euch vom Lied Friedensvogel berühren, … spürt, das wir alle Kinder dieser Erde sind und es an der Zeit ist ein neues Wir zu erLeben….
    Alles Liebe allen "dadraussen"
    http://www.ein-neues-wir.de/wp/lied/

  4. 4
    Bea sagt:

    Lieber Alex,
    beim lesen dieses Artikels kam bei mir Lebensfreude auf. Danke dafür, denn genau so denke ich auch.
    Es ist gut, das es Menschen wie ich gibt, die so tiefsinnige Gedanken niederschreiben, damit ein anderes Denken seinen Lauf nimmt.
    Ich bin schon länger eine Leserin auf Deiner Seite und freue mich über jeden neuen Artikel.
    Herzlichste Grüße
    von Bea

  5. 5
    Alex Miller / 2012Spirit Alex Miller / 2012Spirit sagt:

    Liebe Bea,
    das freut mich sehr! Wenn man bei jemandem ein Stück Lebensfreude auslösen kann, auch nur für einen kurzen Moment, ist es doch das größte was man für andere tun kann.

    Herzliche Grüße
    Alex

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