Vergebung führt zur Heilung

21 Okt 2014 Von Kommentare: 11 Bewusstsein, Heilung, Ratgeber, Spiritualität

Steg

„Immer wenn ich an den Dreckskerl denke, wird mir übel“, sagte Maria zu ihrer Freundin Sara. „Denn denke doch einfach nicht mehr an ihn“. „Das sagst du so einfach. Der hat mich so oft verletzt, kritisiert, angeschrien, manchmal sogar geschlagen“. „Wie lange willst Du die Verletzungen noch in dir tragen? Ein Leben lang? Vergib ihm endlich, dann geht es dir wieder gut“.
„Dem auch noch vergeben, für das was er mir angetan hat. Niemals werde ich ihm vergeben“. „Gut, dann leide weiter, wenn du das willst. Wenn du vergibst kommt es schließlich nur dir zu Gute. Das bedeutet nicht, dass du die Verletzungen, die er dir zugefügt hat, tolerierst oder akzeptierst. Bei der Vergebung geht es letztendlich nur um dich“. Schweigen.

„Von dieser Seite aus habe ich es noch gar nicht betrachtet“.

„Maria, ein Mann wie Bert, der seine eigene Frau dauernd verletzt und sie sogar schlägt, der bestraft sich doch am meisten. Solche Menschen können doch nicht glücklich sein. Der hat viele eigene Verletzungen, Hass und Groll in sich, die er an andere weiter gibt“.

„Da stimme ich dir zu. Aber ihm vergeben – na, ich weiß nicht ob ich das kann“.

„Du hast vorhin gesagt, dass dir immer übel wird, wenn du an ihn denkst“.

„Ja, das habe ich und das ist auch so“.

„Wenn du ihm vergeben hast, garantiere ich dir, dass es dir nicht mehr übel wird“.

„Glaubst du das wirklich?“

„Ja, davon bin ich überzeugt, weil ich selber immer wieder jemand vergeben habe, der mich in meiner Kindheit verletzt hat. Wenn ich heute an ihn denke, ist er mir gleichgültig. Versuchs einfach, was hast du zu verlieren? Und, Maria wenn es dir wegen vergangener Verletzungen schlecht geht, dann gibst du deine schlechte Laune und deine Wut unabsichtlich an deine Kinder, Kollegen und vielleicht der netten Verkäuferin in der Bäckerei weiter“.

Sonnenuntergang am Meer„Ja, das habe ich auch schon festgestellt“.

„Maria, als ich von einem Heilpraktiker erfahren habe, dass ich es selbst in der Hand habe, ob es mir wegen einer Verletzung ein Leben lang schlecht geht, bin ich wach geworden. Und weil es mir lieber ist, dass ich glücklich lebe ohne Hass, ohne Groll und Aggressionen irgendeinem Menschen gegen über, habe ich vergeben. Und seitdem geht es mir gut. Vergeben hat nichts mit dem Menschen zu tun, der dich verletzt hat. Der hat seine eigenen Themen im Leben. Vergebung hat nur etwas mit dir zu tun. Es ist auch wichtig andere, die wir verletzt haben, um Vergebung zu bitten. Damit ist uns vergeben. Und uns selber für was auch immer zu vergeben. Niemand ist perfekt.“

„Sara, das klingt irgendwie überzeugend“.

„Ich hatte das große Glück, mit diesem wundervollen Heilpraktiker viele gute Gespräche geführt zu haben. Wir haben viel über das Thema gesprochen. Er hat mir auch gesagt, dass es Menschen gibt, die absichtlich verletzen, morden und schänden und ihre Freude daran haben, wenn Menschen sie hassen. Die Medien berichten auch noch über solche Minderheiten und verbreiten Angst und Hass in die Welt. Wenn wir denjenigen nicht vergeben, die uns verletzt haben, dann bleiben sie in unserem Innern, in Form von Hass, Groll und Aggression ein Leben lang erhalten. Natürlich sollen diese Menschen ihre gerechte Strafe erhalten, die andere verletzen. Mal ganz davon abgesehen, dass ein Mörder sich keine größere Strafe auflasten kann, als einen anderen Menschen zu töten. Doch das hat nichts mit der eigenen Vergebung zu tun. Bei Vergebung geht es letztendlich darum, dass es der Person wieder gut geht, die vergibt und um Vergebung bittet. Jeder Mensch erhält seine gerechte Strafe. Daran kommt keiner vorbei. Liebe und Vergebung heilt alles … Krankheiten, Seuchen, Kriege und uns selbst“.

„Danke dir Sara. Nun verstehe ich, was Vergebung überhaupt bedeutet“.

Jesus hat am Kreuz gesagt, als er wusste, dass er getötet wurde: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“. Jesus hat seinen Mördern vergeben. Mit Rachegefühlen schaden wir uns selbst und auch unseren Mitmenschen. „Auge um Auge, macht die ganze Welt blind“. Mahatma Gandhi.

Worte die zur Heilung in uns führen

* Aus tiefstem Herzen vergebe ich allen Seelen, die mich jemals, ob bewusst oder unbewusst, durch Worte, Handlungen oder Gedanken verletzt oder gekränkt haben.
* Aus tiefstem Herzen bitte ich alle Seelen um Vergebung, die ich jemals, ob bewusst oder unbewusst, durch Worte, Handlungen oder Gedanken verletzt oder gekränkt haben.
* Aus tiefstem Herzen vergebe ich mir selbst.

Bilder: Gehvoran.com

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11 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Lumina sagt:

    Ich empfinde alles, was auf mich zukommt, als sinnvoll , habe es selbst angezogen , wie das Gesetz der Resonanz sagt: „Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt“ . Da frage ich mich, warum „Vergebung“ überhaupt nötig ist? Wäre nicht ein Wissen um die Lebensgesetze viel wesentlicher?

    Das Leben, das ich selbst gewählt
    (Hermann Hesse)

    Eh`ich in dieses Erdenleben kam,
    ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
    Da war die Kümmernis, da war der Gram,
    da war das Elend und die Leidensbürde.
    Da war das Laster, das mich packen sollte,
    da war der Irrtum, der gefangen nahm.
    Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
    da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

    Doch waren auch die Freuden jener Tage,
    die voller Licht und schöner Träume sind,
    wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
    und überall der Quell der Gaben rinnt;
    wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
    die Seligkeit des Losgelösten schenkt.
    wo sich Mensch, der Menschenpein entwunden,
    als Auserwählter hoher Geister denkt

    Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
    mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
    mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
    mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
    Und als ich so mein künftig‘ Leben schaute,
    da hört`ein Wesen ich die Frage tun,
    Ob dies zu leben ich mich traute,
    denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

    Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme:
    „Dies ist das Leben, das ich leben will!“
    gab ich zur Antwort mit entschloss’ner Stimme
    und nahme auf mich mein neues Schicksal still.
    So ward geboren ich in diese Welt,
    so war`s , als ich ins neue Leben trat.
    Ich klage nicht, wenn’s oft mir nicht gefällt,
    denn ungeboren hab‘ ich es bejaht.

    Liebe Grüße von Lumina

  2. 2
    Silvia Cristini / 2012Spirit Silvia Cristini / 2012Spirit sagt:

    Sehr schöner Artikel, Manolo. Und wie wahr. Ist man sich dessen nicht bewusst, trägt man Groll, Hass, Wut und Trauer ein Leben lang mit sich, was sich dann mitunter im Körper manifestiert und Krankeiten auslöst. Wenn man in die Gefühle, die man in sich trägt, hineinhorcht, sie spürt, kann man feststellen, ob es gesunde oder aber kranke, schwere Gefühle sind (die fühlen sich an wie ein Stein im Bauch). Und ein Stein im Bauch kann einfach nicht gesund sein auf Dauer 😉

    @ Lumina: Hi 🙂
    Klar, via Resonanzprinzip zieht man sich alles mögliche ins Leben. Wenn man darum weiss, kann man es auf beste Weise steuern. Aber dennoch, was ist, wenn es trotzdem passiert? Wenn man trotzallem mal mit unliebsamen Dingen in Kontakt kommt (was womöglich genau so seine Richtigkeit hat und somit dienlich für unser Wachstum ist)? Dann kommt ‚Vergebung‘ ins Spiel.
    Schönen Tag
    Silvia

  3. 3
    Lumina sagt:

    Guten Morgen, Silvia!
    Also mit dem Wort „Vergebung“ kann ich mich nicht anfreunden. Es ist mir zu sehr kirchlich belastet und hat den Touch des „Gnädigseins“.
    Und was ich mich noch frage, wie soll es denn praktisch vor sich gehen. Meines Erachtens genügt es nicht, zu SAGEN, vielleicht auch zu denken,- ich vergebe Dir oder mir selbst….
    Wie kommt jemand, der sich ungerecht behandelt fühlt, dazu , „zu vergeben“ – ohne einen Sinn hinter den Vorkommnissen zu sehen. Und wenn er den erkennt, dann benötigt er in meinen Augen keine „Vergebung“ mehr. Dann hat er das Problem auf eine höhere Ebene gehoben, in der Heilung geschehen kann.

    Wenn alles im Leben eine Co-Creation ist, dann hat alles eine Ursache, die eine Wirkung nach sich zieht. Und so habe ich immer die Wahl, WIE ich etwas aufnehme. Ob ich das „Unliebsame“ als von mir selbst ( in einem weitesten Sinne ) Verursachte annehme, oder mich dagegen wehre und als ein Opfer anderer oder der Umstände fühle. Wie ich schon schrieb, genügt in meinen Augen eigentlich Erkenntnis dieser inneren Zusammenhänge, um frei zu werden.
    LG von Lumina

  4. 4
    Silvia Cristini / 2012Spirit Silvia Cristini / 2012Spirit sagt:

    Liebe Lumina, das Wort „Vergebung“ empfinde ich als neutral. Habe eine Auszug für dich aus dem Heft: „Tibet und Buddhismus“:
    „In allen großen Religionen gilt die Kraft der Vergebung als ein wichtiges Heilmittel auf dem spirituellen Pfad.
    Dahinter steht die Erfahrung der Meditierenden, dass wir nicht mit voller Achtsamkeit und einem liebevollen
    Herzen in der Gegenwart ein erfülltes Leben führen können, wenn wir mit Erlebnissen der Vergangenheit hadern.“
    Liebe Grüsse und einen schönen Tag dir, Silvia

  5. 5
    Lumina sagt:

    Liebe Silvia !
    Zitat: “ Dahinter steht die Erfahrung der Meditierenden, dass wir nicht mit voller Achtsamkeit und einem liebevollen Herzen in der Gegenwart ein erfülltes Leben führen können, wenn wir mit Erlebnissen der Vergangenheit hadern.”…

    Das ist vollkommen richtig! Es widerspricht meinen Ausführungen aber nicht.
    Für mich hat „Vergebung“ immer etwas mit dem Begriff „Schuld“ zu tun. Jemand anderer hat etwas getan, was man ablehnt, es wurde einem etwas „angetan“ Oder man selbst handelte in den eigenen Augen nicht optimal. …
    Im ersten Fall kann es ein „Spiegel“ sein oder etwas, was die eigene Seele zur Weiterentwicklung angezogen hat und im zweiten Fall handelte man so, wie man in diesem Moment einfach nur konnte. Später sah es vielleicht anders aus. Man war durch diese Erfahrung ein anderer Mensch geworden und so verurteilte man eigenlich einen anderen… – Also wieder Erkenntnis.
    Ich pesönlich habe in keiner einzigen Situation meines Lebens das Gefühl, etwas „vergeben“ zu müssen .
    Vielleicht liegt es auch einfach am BEGRIFF „Vergebung“ und es wäre doch sehr interessant, was allgemein darunter verstanden wird und wie der Vorgang der Vergebung praktisch aussehen kann.
    LG von Lumina

  6. 6
    Alex Miller / 2012Spirit Alex Miller / 2012Spirit sagt:

    Lieber Manolo,
    danke für deine schöne Geschichte zum Thema Vergebung.
    Im hawaianischen Ritual Hoóponopono ist Vergebung ebenfalls mit integriert, wird seit Jahrtausenden mit Erfolg praktiziert:

    1) Anerkennen, was geschehen ist (ohne Schuldfrage)
    2) Vergebung
    3) Liebe: Ich liebe mich, ich liebe dich
    4) Transformation

    Lohnt sich wohl, über Hoóponopono demnächst mal einen eigenen Artikel zu verfassen.

    Herzliche Grüße
    Alex

  7. 7
    Kristallsonne sagt:

    Hallo Lumina,
    ganz kurz meine Sichtweise: ich kann gut nachvollziehen, was du meinst! Dennoch ist der Artikel für mich stimmig, denn es gibt hier auf unserer wunderbaren Erde unglaublich viele Bewusstseins-Zustände – für jeden ist was dabei, was ihn erinnert und weiterbringt auf dem Pfad der Selbst-Entdeckung – für deine Sichtweise ist ein bestimmter Bewusstseinszustand erforderlich, den viele noch nicht entdeckt haben – die Erinnerung an unseren Urzustand funktioniert eben schrittweise, wie Stufen auf einer Leiter – auslassen einer Stufe bringt gar nichts, denn dann dürfen wir zu einem anderen Zeitpunkt diesen Schritt „nachholen“…
    einer dieser (Anfangs-Schritte) ist es eben, zu erkennen, dass unsere Gefühle von Groll, Wut, Schmerz niemals jemand anders in die Schuhe geschoben werden kann, sondern selbst ver-ursacht sind! Und diese „negativen“ Emotionen erzeugen negative Auswirkungen auf alle unsere Körper und können physische oder psychische Krankheiten hervorrufen! Als Zwischenschritt befreit uns (und unser Gegenüber) energetisch eine Vergebung „von Herzen“ und nicht nur aus dem Verstand heraus, denn das energetische Band hat dann keine Wirkung mehr…
    Und das Wort Vergebung ist ganz sicher eng mit den kirchlichen Dogmen verbunden, deshalb vielleicht deine innere Ablehnung – gerade deswegen sollten wir dieses Wort VERGEBUNG neu durchlichten, indem wir es in unser Herz nehmen und UNS SELBER alles vergeben, was zu Ablehnung und Projektion auf andere Wesen führt oder geführt hatte – letztlich geht es immer um EIGENVERGEBUNG, denn wie du es bereits geschrieben hast, haben wir uns von Seelenebene aus in alle diese unangenehmen Situationen geführt, um zu ERKENNEN, LOSZULASSEN und es in unser allumfassendes Sein zu integrieren.
    Es ist doch wunderbar, dass WIR ALLE uns immer wieder gegenseitig erinnern dürfen und auch Nachsicht üben mit jenen
    lieben Mitmenschen, die auf einer anderen Stufe der Leiter stehen!
    Herzensgrüße,
    Kristallsonne

  8. 8
    Lumina sagt:

    Liebe Kristallsonne!

    Das hast Du wundervoll geschrieben, so kann ich es annehmen. Danke dafür!
    Dazu fällt mir gerade ein, eigentlich könnte man für das Wort Vergebung auch ANNAHME und LOSLASSEN einsetzten., das empfinde ich als sehr stimmig.
    Alles Liebe von Lumina

  9. 9
    Uwe sagt:

    Liebe Lumina !

    Deine `Annahme` und dein `Loslassen` finde ich auch stimmig.Die negativen Folgen von Schuldzuweisungen und endlosen Verstrickungen in Verhältnissen für die eigene Befindlichkeit werden ja gerade dadurch aufgelöst
    Wie sollte man sonst einen nahen Familienangehörigen und zuletzt sein selbst loslassen?

    liebe Grüße Uwe

  10. 10
    Veronika sagt:

    „Nicht vergeben können ist, wie wenn du selber Gift einnimmst und erwartest, dass der Andere dafür stirbt.“
    Hab ich mal irgendwo gelesen. Seit dem fällt es mir leicht zu vergeben, denn wer möchte sich schon freiwillig vergiften?
    Herzliche Grüße, Veronika

  11. 11

    Liebe Veronika,

    “Nicht vergeben können ist, wie wenn du selber Gift einnimmst und erwartest, dass der Andere dafür stirbt.”
    Den Satz finde ich Klasse. Ist mir heute erst bewusst geworden. Weißt Du wer den von sich gegeben hat?

    Liebe Grüße aus Finisterre, Galicien

    Manolo

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