Ist Glück messbar?

27 Nov 2014 Von Kommentare: 0 Bewusstsein, Spiritualität

Aktuell kam wieder eine neue Studie heraus, in der ermittelt wurde in welchen Ländern die glücklichsten Menschen leben. Es gibt verschiedenste „Glücks-Indexe“, die teilweise erheblich voneinander abweichen, und die nach unterschiedlichen Kriterien ermittelt werden. Bei einer Studie der New New Economics Foundation in Zusammenarbeit mit Friends of the Earth Grossbritannien (happyplanetindex.org) wurde zugrunde gelegt, inwiefern ein Land seinen Einwohnern ermöglicht, ein langes und zufriedenes Leben zu führen, ohne die Umwelt zu zerstören. Zur Ermittlung gehören die Lebenserwartung, das Wohlbefinden und der Ökologische Fußabdruck. Nach unserer westlichen Auffassung sollte es die Bevölkerung in einem armen Land oder unter einem diktatorischen Regime weitaus schwerer haben, ein glückliches Leben zu führen, als die Menschen in Europa oder den USA. Umso erstaunlicher, dass der happyplanetindex 2014 angeführt wird von Ländern in Südamerika und Ozeanien, und das arme Albanien auf Platz Nr. 18 das erste europäische Land ist…

Auf dem ersten Platz liegt Costa Rica, Schweiz ist auf Platz 34, Österreich Platz 42, Deutschland Platz 43 und die USA nur auf Platz 104! Die Auswertungen könnten natürlich auch an der „natürlichen“ Lebensfreude, dem schönen Wetter und dem südamerikanischen Temperament liegen. Portugal als südländisches Mittelmeerland hingegen ist aber nur auf Platz 105. Die Studie sagt auch aus, dass man Glück nicht kaufen kann.

Wissenschaft und Glück

Das Streben der Menschen nach einem glücklichen Leben ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Vor ca. einem Jahr habe ich mir dazu das Buch „Die Neurobiologie des Glücks: Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert“ von Prof. Dr. med. Tobias Esch gekauft, aber ich habe es bis heute nicht gelesen. Es ist mir zu wissenschaftlich, obwohl es mich seinerzeit angesprochen hat. Mit den heutigen Möglichkeiten der Erfassung neuronaler Aktivitäten ist „messbar“ bei welchen Aktivitäten oder bei welchen Ereignissen ein Mensch glücklich reagiert – im Gehirn, ablesbar auf einem Monitor. Obwohl ich es noch nicht gelesen habe glaube ich, dass es ein gutes Buch ist, da u.a. darauf eingegangen wird, wie mit Meditation die Selbstheilungskräfte aktiviert werden können und Burn Out vorgebeugt werden kann. Der Autor ist ein seriöser Mediziner und kein Eso-Guru. Es ist schön, wenn die moderne Wissenschaft anfängt Brücken zu schlagen, zu längst verloren geglaubtem Wissen alter Völker und Weisheiten.

Wissen, dass die Südamerikaner uns vielleicht voraus haben, immerhin sind die Meisten Abstammung indigener Volksgruppen mit einem riesigen Schatz an Erinnerungen und wahrer Lebensweisheiten, die sie sich seit Jahrtausenden im Einklang mit der Natur erworben haben.

Glück ist so individuell wie eine Freudenträne

Für mich ist Glück ein Gefühl, dass nicht mit dem Gehirn oder dem Verstand vernommen wird, oder gar regelbar ist, sondern mit dem Herzen. Das Herz kommuniziert auf direktem Weg mit unserer Seele, während der Verstand ein paar Millisekunden länger braucht, um ein Ereignis oder ein Gefühl einzuordnen. Sobald der Verstand aktiv wird, kann sich unser Ego einmischen und uns vorgaukeln was uns glücklich machen „soll“. Auf dieser Ebene spielen Glaubenssätze aus unserer Kindheit, die wir unbewusst immer wieder abspulen sowie äußere Reize wie Werbung oder gesellschaftliche Normen, eine ziemlich vordergründige Rolle. Das Gehirn ist so gestrickt, dass Ereignisse oder Situationen in uns genau die Reaktionen hervorrufen, die wir gewohnt sind und sich daher in uns wiederholen, obwohl sie meistens von außen an uns herangetragen wurden, unbewusst. Je öfter wir was gehört oder erlebt haben, desto tiefer brennt sich das Tattoo der Gewohnheit ins uns hinein.

Glück ist genauso individuell wie ein Fingerabdruck oder eine Freudenträne. In der Struktur unterscheidet sich übrigens eine Freudenträne von einer Träne der Trauer stark. Glück ist auf jeden Fall, wenn der Himmel aufgeht.

Bild: Fotolia.com

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