Vom Zauber der Pflanzen und Kräuter: Kamille

21 Nov 2014 Von Kommentare: 0 Ratgeber, Vom Zauber der Pflanzen und Kräuter

Kamillenblüten

Mit Kraut und Haar. Einst angesät, erfreut sie einen immer wieder. Auch ungewollt, denn so erging es mir einst, als ich die wirklich wertvolle Kamille auf meinem Balkon in einem schönen rosafarbenen Topf anpflanzte. Ich erfreute mich an diesem lieblichen Kraut, ich roch äußerst gerne daran und ich verwendete die schönen Blüten für einen herrlich frischen Tee. Ende Jahr dann fand ich, dass im nächsten Jahr etwas anderes in meinem lieblich rosafarbenen Topfe gedeihen darf. Weit gefehlt. Sie kam wieder, die Kamille, obschon ich sie mit Kraut und Haar aus dem Topf entfernt hatte. Die Natur findet immer ihren Weg – da hat der Mensch schlichtweg nichts zu melden. Und dies ist gut so! Nun, und so erfreute ich mich eines weiteren Jahres an diesem wirklich nützlichen Kraute. Wieso, dass sie als einjährig blühend bezeichnet wird, steht in den Sternen.

Oder in meinem rosafarbenen Blumentopf. Auf alle Fälle wachsen sie nun auch wild bei meinem Nachbarn. Und so wurde mir klar, dass sich die Kamille ziemlich schnell selbst verbreitet. Einerseits wird sie auf natürliche Art und Weise durch die Tiere, zum Beispiel durch das Hängenbleiben der Samen in ihrem Fell, an weitere Ort verbracht, oder eben andererseits durch Menschenhand, was man dann Hemerochorie nennt. Der Mensch verschleppt also die durch ihn angebaute Pflanze und die Pflanze selbst kann sich dann ohne Menschenhand wiederum weiterverbreiten. Zum Beispiel von meinem Topf zum Nachbarn. Der Nachbar mag den Tee übrigens nun auch…nachdem er erst über das ihm unbekannte „Unkraut“ schimpfte.

Bauchschmerzen? Kamille hilft

Die Kamille ist äusserst entzündungshemmend, krampflösend, gegen Blähungen und als Magenmittel gut geeignet. Auch bei Menstruationsbeschwerden ist sie ein Segen, wärmt sie doch von innen und entspannt. Bei mir ist stets der erste Griff zum Kamillentee, bevor ich zu härteren Mitteln greife. Meist brauche ich die dann nicht mehr, weil Kamille in ihrer Wirkung wirklich unschlagbar ist.

Wohltat auf der Haut

Auch für die äußerliche Anwendung ist sie zu gebrauchen. Dadurch, dass sie bakterienabschreckend ist, ist sie für Hauterkrankungen und Schleimhautentzündungen (auch bakterielle) ein Segen. Zahnfleischentzündungen lassen sich gut mit Kamillentee oder einer Tinktur in verdünnter Form behandeln. Auch als Mundwasser ist sie sehr geeignet, ist sie doch entzündungshemmend und gut gegen Mundgeruch zugleich. Bei einer Erkältung ist sie hervorragend zur Inhalation geeignet. Allergische Reaktionen werden selten beschrieben, doch sollte man die Kamille dennoch sparsam und nur in gut verdünnter Form verwenden, da sie durchaus auch etwas reizend sein kann.

Sandmann

Für den Kamillentee werden das Kraut, die Blüten und die Samen mitverwendet. In gewissen Ländern ist es Tradition, diesen nach einem üppigen Mahl zu geniessen, fördert er doch die Verdauung. Ebenso hat er beruhigende Eigenschaften und wird daher gerne als Schlaftee verwendet. Mit einem Kamillentee, abends nach einem feinen Essen und vor dem Schlafengehen, liegt man also nie falsch. Ein Trinkspruch zum Schluss:

„Heute betrinke ich mich sinnlos mit Tee, und zwar solange, bis ich 2,0 Kamille intus habe.“

Bild: Eddi Flickr creative commons 2.0 (Beitragsbild „kamille/ camomile„)

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