Träume und Traumfänger

16 Dez 2014 Von Kommentare: 1 Altes Wissen, Naturvölker

Traumfänger

Je länger das Jahr dauert, desto intensiver werden die Träume, so mein Eindruck. Es kommen Personen, Situationen und Lebensumstände „hoch“, die ich längst vergessen habe. Mein Unterbewusstsein aber erinnert sich noch gut daran und ist anscheinend der Meinung, mir dies unverblümt, ein bisschen ausgeschmückt und teilweise stark verändert, Nächtens auf dem Silbertablett zu präsentieren, ohne dass ich in der Lage bin, mich dem zu entziehen. So als wären da bestimmte Dinge, die ich mir nochmal genauer ansehen sollte. Schon merkwürdig, wie unterschiedlich Träume sein können. Es gibt welche, die lassen die Vergangenheit Revue passieren. Andere bringen uns Ideen und Visionen für unser Leben. Die hinterhältigste Sorte sind Albträume, die ich eindrücklich und sehr respekteinflößend vor allem aus meiner Kindheit her kenne, benannt nach der dämonischen Seite der Alben (Elben, Elfen), die sich nachts auf uns setzen und deshalb „grausam“ träumen lassen.

Regelrechte Panik hatte ich eine lange Zeit davor. Vielleicht ist unser Zustand im Diesseits nur ein Traum, und unsere Träume sind die Realität, wer kann das schon zu 100 Prozent sagen. Mit Traumdeutung habe ich mich nie ernsthaft beschäftigt. Ich neige eher dazu, wie vermutlich die meisten, die schönen Träume als wahre Botschaften anzusehen und die weniger schönen in meine „geistige Ablage B“ zu packen, soweit ich mich am nächsten Morgen überhaupt daran erinnern kann. Aber leider haben es gerade die verrücktesten und unrealistischsten Träume in sich, während denen man aufwacht oder an die man sich noch Stunden später lebhaft erinnern kann. In vielen indianischen Völkern ist es Tradition, Traumfänger über dem Bett oder in der Wohnung aufzuhängen. Sie filtern die bösen Träume und sorgen dafür, dass sie nicht mehr länger Teil unseres Lebens sind, egal ob es sich um Träume der Nacht oder Eingebungen am Tag handelt. Die „guten“ Träume und Visionen jedoch, werden vom Traumfänger aufgefangen und gehen in Erfüllung, d.h. der „Große Geist“ sorgt dafür, dass wir Gelegenheiten bekommen, sie zu verwirklichen. Das funktioniert aber nur, wenn wir an den Großen Geist glauben.

Die Sage vom Traumfänger

Indianerin tanzt in der NaturVor vielen Tausenden von Jahren hatte ein alter geistlicher Führer der Lakota-Indianer eine Vision. Darin erschien ihm Iktomi, der große Schwindler und Lehrer der Weisheit, in der Gestalt einer Spinne. Iktomi begann, während er zu ihm sprach, mit dem Weidenring des Alten, Federn, Rosshaar und Perlen, ein Netz zu spinnen. Iktomi erzählte dem Alten vom Kreislauf des Lebens und der verschiedenen Lebensabschnitte, dem sich der Mensch allen irgendwann wiederfindet. Er sagte, während er fortfuhr sein Netz zu spinnen, dass es in jedem Lebensabschnitt des Lebens gute und böse Kräfte gibt.

„Wenn man auf die guten Kräfte hört, lenken sie einen in die richtige Richtung. Doch wenn man auf die bösen Kräfte hört, fügen sie einem Schaden zu und lenken einen in die falsche Richtung. Es gibt viele Kräfte und verschiedene Richtungen, die der Harmonie der Natur und auch dem Großen Geist und allen seiner wunderbaren Lehren helfen oder sie behindern können. Nachdem die Spinne ihr Netz zu Ende gesponnen hatte erklärte sie dem Alten die Funktionsweise des nun zu Ende gestalteten Traumfängers. Das Netz sei ein perfekter Kreis, doch im Mittelpunkt befindet sich ein Loch. „Benutze das Netz, um dir und deinem Volk zu helfen, um deine Ziele zu erreichen und von den Ideen, Träumen und Visionen deines Volkes Gebrauch zu machen. Wenn du an den Großen Geist glaubst (Gott, Anm. der Red.), wird das Netz deine guten Ideen auffangen und die schlechten werden durch das Loch hindurch fallen.“

Der alte Lakota-Indianer teilte seine Vision seinem Volk mit

Heute verwenden die Sioux die Traumfänger als Netz ihres Lebens und hängen sie traditionellerweise über ihren Betten oder in ihren Häusern auf, um ihre Träume und Visionen zu sieben. Die guten Träume werden vom Netz des Lebens aufgefangen und bleiben dort. Die bösen Träume fliehen durch das Loch in der Mitte und sind nicht mehr länger Teil ihres Lebens. Quelle „Sage vom Traumfänger“: http://www.stjosefs.de/kultur-der-lakota/traumfanger

Ich glaube, es ist für uns Menschen oftmals sehr schwierig, unterscheiden zu können, welche die guten und welche die bösen Kräfte sind, denen wir in unserem Leben begegnen. Wichtig ist, aus den Erfahrungen zu lernen, wenn wir bösen Kräften gefolgt sind, wenngleich es „böse“ Kräfte nur deshalb gibt, damit es gute Kräfte geben kann. Ohne Licht kein Schatten.

Beitragsbild: crissi-wonderland.com (Traumfänger), Bild Unten Indianerin: Fotolia.de

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. 1
    Silvia Cristini / 2012Spirit Silvia Cristini / 2012Spirit sagt:

    Lieber Alex
    Schöner Artikel – und ja, geht mir auch so. Die Träume häufen sich gegen Ende Jahr hin und werden für mich sehr deutlich wahrnehmbar. Diese Nacht zum Beispiel! Manchmal kann ich nicht mehr unterscheiden, was Traum ist und was Wirklichkeit, da die Träume so realistisch sind. Bei mir wiederholen sich oft Träume, frage mich wieso? Doch wenn ich dann genauer hinschaue, wiederholt sich doch in unserem Leben auch alles irgendwie (Gang zur Arbeit etc..), also wieso sollte es im Traum anders sein? Die Phase direkt nach dem Aufwachen, der Übergang vom Traum zum Wachleben (oder umgekehrt – wer weiss das schon?), empfinde ich als sehr interessant, eine Art Zwischenwelt.
    Ich bin auf die Rauhnächte gespannt – da heisst es dann Notizen machen. http://www.gehvoran.com/2014/12/geheimnissvolle-rauhnaechte-ab-21-dezember/
    Schönen Tag-Traum euch allen, Silvia

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