Bestandsaufnahme Erde: Ist es wirklich schon 3 vor 12?

30 Jan 2015 Von Kommentare: 0 Wirtschaft & Politik, Zeitgeschehen

Aus dem Flugzeug

Atomwissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass der Zeiger einer imaginären Endzeituhr unseres Planeten auf „drei vor Zwölf“ steht. Die Forscher bewerten einmal im Jahr, wie nahe die menschliche Art vor der Auslöschung steht. So knapp vor Exodus war es wohl angeblich noch nie. Doch anstatt die Grundursachen zu benennen, nämlich das auf endloses Wachstum basierende Finanz- und Wirtschaftssystem und die Profitgier einiger, wird neben der atomaren Aufrüstung (ist das wirklich so?) als Hauptgrund einmal mehr der Klimawandel verantwortlich gemacht. Auch wenn hier wiedermal absurde Gründe hergenommen werden, um die Menschen auf weitere zukünftige finanzielle Belastungen vorzubereiten, so steht es um unseren Planeten tatsächlich nicht gerade rosig.

Umverteilung von Arm zu Reich

Wenn man das Weltgeschehen und die Nachrichtenmeldungen verfolgt, könnte man wirklich meinen, es dauert nicht mehr lange bis die düsteren Prophezeiungen eines Nostradamus eintreten werden. Sind gewisse Meldungen, die durch die Presse geistern, wieder eine der vielen Tricks der Mainstreammedien, der Masse einzutrichtern, dass sie Abhängige der äußeren Umstände sind und außerstande sind, ihr Leben selbst zu gestalten? Wie schon oft gesagt ist es nicht sinnvoll, komplett wegzusehen und sich nach purer Licht und Liebe Energie zu sehnen. Denn da wir alle mittendrin sind und zugegebenermaßen auch ein Stück weit vom System „profitieren“, sind wir ein Teil davon und können Missstände nicht einfach nur ignorieren. Wenngleich ich immer wieder darauf verweise, dass wir uns von den bestehenden negativen Berichten keinesfalls vereinnahmen lassen dürfen. Denn das würde uns auf Dauer krank machen, psychisch wie physisch, und uns in unserem Denken und Tun so stark beeinflussen, dass wir als Schafe in der Masse dumpf einigen wenigen hinterherlaufen und die Ziele anderer verfolgen.

Viel bedeutungsvoller und bezeichnender für den Zustand der Erde ist die aktuelle Berechnung von Oxfam: „Ein Prozent der Weltbevölkerung wird 2016 mehr Vermögen angehäuft haben, als die restlichen 99 Prozent zusammen“. Das ist schockierend und verdeutlicht die soziale Ungleichheit auf dem Planeten. Während die Sparer und Altersvorsorger in Europa immer weniger Zinsen bekommen, scheint das Problem bei diesem „einen Prozent“ nicht der Fall zu sein, ganz im Gegenteil. Von den armen Menschen, die mit 1,50 Dollar am Tag auskommen müssen, und der Tatsache, dass alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungert mal ganz zu schweigen. Eine geschickte und subtile Umverteilung von Vermögen findet seit Jahrzehnten statt, die von den Regierungen für die Leute hinter den Regierungen im Stillen gefördert wird.

Brandenburger Tor Es gibt Alternativen

Doch die Wahrheit lässt sich nicht aufhalten. Griechenland hat den strikten und für die Bevölkerung ungerechten Sparkurs abgewählt, und die neue Regierung wird alles dafür tun um einen Schuldenerlass zu erzwingen. Dann wäre die Politik aus Brüssel gnadenlos gescheitert. Das hätte fatale Auswirkungen auf das Finanzsystem, wird aber wohl so kommen müssen. Denn solange der Laden noch Geld für dieses eine Prozent abwirft, gibt es für Draghi & Co keinen Grund, von sich aus das bestehende (Miss-)System zu ändern. Der neue Finanzminister Griechenlands Varoufakis hatte bereits den Mut, das auszusprechen, was viele bereits wissen, aber von offizieller Seite aus gutem Grunde verschwiegen wird. Er bezeichnete den Euro als Schneeballsystem und dass die Währung unter der Last der eigenen Selbstüberschätzung früher oder später zusammenrechen wird.

„Der einzige Grund, warum dies noch nicht geschehen ist, wäre das Eingreifen von Europäischer Union, der EZB und der Deutschen Bundesregierung. Allerdings werden sie dieses System nicht ewig aufrechterhalten können, denn es geht weit über Griechenland hinaus“. Für Varoufakis gibt es zwei Möglichkeiten, wie das Ganze enden kann: Die eine Möglichkeit ist, dass sich Europa reinigt, sich von Grund auf neu strukturiert und die entstandenen Verluste des Schneeballsystems auf eine gerechte und tragbare Art und Weise verteilt werden. Die andere Möglichkeit ist, dass die Eurozone mit einem großen Knall zerbricht. (Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/26/griechenland-oekonom-yanis-varoufakis-soll-neuer-finanzminister-werden/ )

Postwachstumsökonomie

Das Grundproblem unseres Wirtschaftssystems ist, dass es nur dann funktioniert, wenn es Wachstum gibt. Wenn das Wachstum ausbleibt, weil man die Produkte im Überfluss schon hat und nicht mehr braucht und die Märkte gesättigt sind, wie man so schön sagt, dann nützen weder Job-Programme vom Staat, noch Milliarden aus Brüssel. Subventionen und immer mehr Schulden verlängern höchstens den Atem des bestehenden zum Scheitern verurteilten Finanzsystems. Den Absturz verhindern können diese Maßnahmen aber nicht. Zudem werden durch den herrschenden Lobbyismus Branchen gefördert, die den Planeten und die Menschen krankmachen, wie z.B. die massentierhaltende Fleischindustrie.

Dass die Möglichkeit für ein Umdenken immer noch besteht, damit die Menschheit das 12-Uhr-Leuten nicht hören braucht, beweisen die Konzepte von Prof. Dr. Niko Paech. Er beschreibt, wie ein geordneter Paradigmenwechsel im ökonomischen Bereich vollzogen werden kann und dass jeder dazu aufgefordert ist. In seinem Buch „Befreiung vom Überfluss“ gibt der Umweltökonom umsetzbare Denkanstöße, ohne dabei bestehende Systeme in Schutz zu nehmen. Zudem entlarvt er das „grüne“ Wachstum als Mythos.

Prof. Dr. Niko Paech: Was fast jeder Mensch tun kann, um heute schon mit der Postwachstumsökonomie anzufangen
(Quelle: http://experimentselbstversorgung.net/11-schritte-zu-einer-wirtschaft-ohne-wachstum/)

1. Orientierung an einem individuellen CO2-Budget von 2,7 Tonnen pro Jahr
2. Flugreisen vermeiden
3. ohne Auto leben
4. Arbeitszeit verkürzen, so dass im Lebensdurchschnitt ca. 20 Stunden pro Woche herauskommen
5. weniger tierische Produkte
6. Produkte mit anderen teilen
7. Gebrauchsgüter achtsam nutzen und so weit möglich selbsttätig pflegen/reparieren
8. Nahrungsmittel selbst oder mit anderen anbauen und zubereiten
9. Bank wechseln und Regiogeld nutzen
10. Einwegverpackungen meiden
11. politischen Widerstand gegen die Kohle-, Flug- und Agrarindustrie etc. organisieren oder unterstützen

Copyright: © www.gehvoran.com

Quellen:
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wissenschaft/d/6049704/jetzt-ist-es-nur-noch-drei-vor-zwoelf.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oxfam-warnung-fuer-ein-prozent-hat-mehr-als-der-rest-der-welt-1.231064

Bilder: Peter Schenk (Beitragsbild), Fotolia.de (Bild Unten „Brandenburger Tor“)

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