Antworte mir!

25 Feb 2015 Von Kommentare: 6 Allgemein, Sonstiges

Licht am Ende des Tunnels

Es gibt Situationen im Leben, da ist es enorm wichtig, in sich selbst Halt und Stabilität zu finden. Man ist auf sich selbst angewiesen und muss sich aufgrund eines fehlenden Gespräches, eines fehlendes Feedbacks, die grossen Antworten des Lebens selbst geben. Das Leben bietet eine ganze Reihe solcher Situationen.

Einige möchte ich gerne nachfolgend umschreiben, damit sich vielleicht jeder darin wiedererkennen kann.

• Von einer bestimmten Person erhalte ich keine Antwort auf meine Fragen
• Mein Kind spricht nicht mehr mit mir
• Mein Partner/Partnerin lässt keine Berührung mehr zu und will nicht darüber sprechen
• Ich habe meinen Job verloren ohne Begründung
• Trotz Entschuldigung erhalte ich keine Antwort, kein Danke
• ……..

Märchenwelt

Dies sind einige dieser Situationen. Nun bleibt mir nur eines zu tun, will ich nicht in einem Hamsterrad der unbeantworteten Fragen hängenbleiben oder mir mit Gedankengespenster den Tag und ganz im Speziellen die Nacht schwer machen. Nun bin ich gefragt. Ich. Um Antworten zu bekommen, von Personen, die nicht mehr mit mir sprechen wollen, muss ich tief in mich gehen. Dies hat viel mit Fantasie zu tun, denn man muss sich eine Art innere Welt vorstellen, sich diese gar ausmalen und darin richtig darin leben. Vielleicht hat es einiges gemein mit einem Puppenspiel oder einem Märchen.

Die Frage nach dem Warum

So kommt man nicht umhin, sich in erster Linie zu fragen, wieso es mich überhaupt belastet, keine Antwort zu bekommen. Grundsätzlich könnte es uns doch völlig einerlei sein, ob der andere noch mit mir spricht, frei nach dem Motto „wer nicht will, der hat gehabt“. Doch leider ist dies einfacher gesagt als getan, denn irgendein Teil in mir möchte verstanden werden und bettelt um Nähe und Zuneigung, möchte Frieden mit allen mir umgebenden Personen und Situationen. Man ist fast süchtig nach Harmonie. Doch wer möchte diesen Frieden, diese Harmonie?

Ich bin das

Ich, in Form meines inneren Kindes. Es fühlt sich just in dem Moment, wo es doch so gerne die Antwort erhalten hätte, wieder in die Kindheit versetzt. Der Verstand kann nicht unterscheiden, ob dies Vergangenheit oder Gegenwart ist, für ihn ist der Moment, indem diese Gefühle hochkommen, immer gerade jetzt und wird daher auch genau so dramatisch und intensiv wahrgenommen, so als sei es gerade eben geschehen. Obwohl die Gefühle aus der Kindheit kommen. Dieses System mal durchschaut, wird erkennen lassen, dass die Welt voller verletzter Kinder ist und sie sich dementsprechend auch verhalten. Und dies alles, weil dieses Kind nie erlöst wurde von all seinem Schmerz.

Genau diesen Mechanismus, dass alles, an das man sich erinnert, im Kopf gerade jetzt wieder stattfindet, können wir bestens ausnutzen, um das verletzte und liegengelassene Kind behutsam aufzuwecken und in die eigenen Arme zu schliessen. Es hin und her zu wiegen, ihm sanft zuzureden und all seine Fragen zu beantworten. Just in diesem Augenblick findet Heilung statt auf einer tieferen Ebene, bei vollem Bewusstsein im Erwachsenen-Ich. Wir haben innerhalb unseres Selbst eine Zeitreise veranstaltet und wir haben uns selbst an den Ort der Trauer, des Alleinseins, des Verlassen seins zurückgebracht. Diese Zeitreise innerhalb unseres Selbst können wir jederzeit wieder machen, immer dann, wenn wir merken, dass wir im Aussen auf Granit stossen und wir auf uns selbst zurückgeworfen werden und uns etwas verzweifeln lässt.

Ich benötige von dir keine Antwort

Der Mensch, der uns also partout keine Antwort geben will, der mit uns nicht mehr spricht, der uns nicht mehr berühren möchte und auch das Kind, dass nicht mehr sprechen will, all diese Menschen signalisieren, dass man die Antwort in sich selbst suchen muss und auch finden wird. Schlussendlich wird man zur Erkenntnis gelangen, dass niemand irgendwem eine Antwort, eine Erklärung oder ein Danke schuldig ist, ausser für einen selbst. Wie befreiend!

Copyright: © www.gehvoran.com

Bild: Gehvoran.com

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6 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Magdalena Fuchs says:

    Sehr fein beobachtet!
    Und wenn man in sich selbst die Antworten gefunden hat, kann man sich kaum noch retten vor
    – den Antworten bestimmter Personen
    – Kindern, die mit einem sprechen möchten
    – Jobangeboten bis zum Abwinken
    – Danke für Entschuldigungen, die man noch gar nicht aussprechen konnte.
    Für solchermaßen geheilte Menschen reichen 24 Stunden am Tag nicht aus, um all die zurückgesendete Liebe überglücklich in Empfang zu nehmen.

  2. 2

    Liebe Magdalena,
    ja das kenne ich. Zwar nicht in so geballter Form, wie du schreibst, aber teilweise ist es wirklich genau so.
    Wenn man sich selbst geheilt hat, kommt eigentlich alles von selbst. Der Weg dorthin ist jedoch oft steinig… 😉

    Herzliche Grüße
    Alex

  3. 3
    Johannes says:

    Danke für diesen aufklärerischen, ermutigenden und beruhigenden Beitrag!

  4. 4
    Silvia / 2012Spirit Silvia / 2012Spirit says:

    Liebe Magdalena und lieber Johannes
    Herzlichen Dank für eure Antworten.
    Magdalena: es ist doch fast wie mit dem Prinzip: Erwarte nichts, erhalte viel.
    Herzlichst, Silvia

  5. 5
    Niko says:

    Ich bin erstaunt wieviel hier an Bewusstsein ist, wofür ich lange brauchte und woran ich tagtäglich versuche zu sein.
    Bin ja noch längst nicht durch alle Themen der Seite durch, aber ich bin sehr erstaunt.
    Das was oben beschrieben wurde kann ich genau 1:1 über die Gefühle der inneren Kinder wiedergeben.
    Ich gehe diesen Weg seit nunmehr mehr als drei Jahren und es ist eine innere Spiegelwelt mit der wir das Aussen betrachten.
    Die frei werdenden inneren Kinder kann ich als Übersetzung oft sehen, die darin gespeicherten Emotionen auf mittlerweile tiefe Art und Weise fühlen.
    Ich sehe dann wie dunkle Seelenanteile den Blumenstrauss an Emotionen der inneren Kinder verlassen (Fremdenergieanteile) und aber auch helle transformiert wieder in einem selbst aufgenommen werden.
    Es sind unzählige Energien (Emotionen/Gedanken), die sich alle nach dem einen sehnen, nach bedingungsloser Liebe, die wir fälschlicherweise im Außen suchen und Projektionen wie wild durchführen.
    Meine Mutter bekam mal die Info:
    „Nehmen ist billig, der Tod ist teuer“ – wir grübelten gemeinsam etwas drüber und dann war es klar, Inkarnationen…wir nehmen quasi alles mit.
    Meine bisherigen Heilungserfshrungen an mir selbst sind:
    Befreiung innerer Kinder durch rauslassen des Schmerzes, „es sein dürfen“ in einer sicheren, geborgenen Umgebung und bedingungslose Liebe fließen lassen über das Herz, wobei ich das nicht aus dem Herz wahrnehme, sondern mittlerweile sämtliche Chakren (ausser ehere noch selten Wurzelchakra).
    Wir wollen durch den anderen erlöst werden und werden diese Erlösung niemals so bekommen, es geht nur von Innen heraus, was ja ein sehr steiniger und leider für mich noch relativ sehr innerer einsamer Weg ist.
    Heute beispielsweise fühle ich mich sehr sehr einsam.

    Danke Euch zutiefst für die tollen Beiträge

    Liebe Grüße

  6. 6
    Niko says:

    Was mir dabei aber schwerfällt:
    Es gibt unzählige innere Kinder, unzählige Erfahrungsschätze in einem (aus dieser und anderen Inkarnationen, plus Gruppendynamiken) und der Spiegel weist einem den Weg, er zeigt direkt auf die eigenen Gefühle/Gedanken, vor allem die Gefühle sind die innenwohnende Kraft.
    Seit einiger Zeit lasse ich quasi nahezu alles raus, es sind aber echt Massen, alles was so in einem angezogen und abgespeichert wurde (Vergangenheit/Zukunftssicht) oder tatsächliches hier und jetzt.

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