Hüter der Erinnerung

27 Feb 2015 Von Kommentare: 2 Medien, Spirituelle Filme

Hueter der Erinnerung Film

Die Zeiten der Dualität sind vorüber. Der Mensch hat aus seiner grauenvollen Geschichte der letzten Jahrtausende gelernt und schuf alle Reize, die zu Neid, Missgunst, Lügen, Hass und Kriegen führten, ab. Fortan führte die Menschheit ein Leben in Gleichheit und Sterilität. Keine Rassen, keine Religionen, keine Kunst, keine Musik. Die Menschen kennen weder Farben noch Tiere. Es ist eine Welt, in der jedes Wort und jede Tat staatlich überwacht wird, das Leben ist durchgeplant und sicher. Festgeschriebene Ausgeh-, Ruhe- und Schlafzeiten sorgen für einen einheitlichen Lebensrythmus, der von jedem Bewohner gerne eingehalten wird. Nur noch der „Hüter der Erinnerung“ weiß, wie ihre Vorfahren vor langer Zeit einst gelebt hatten.

Das nun gleichgeschaltete Leben ohne Emotionen ist für diese Menschheit normal und keiner zweifelt dessen Richtigkeit an. Die menschlichen Emotionen, die zu Liebe oder Wut führen können, werden durch ein täglich staatlich verordnetes Medikament unterdrückt. So entsteht keine Liebe zwischen Menschen, und auch keine Eifersuchts- und Beziehungsdramen. Berührungen zwischen Menschen, die nicht derselben Familien angehören, sind verboten. Die Babys werden von Gebährdenfrauen zur Welt gebracht und dann Familien zugeteilt. Babys, die bestimmten Merkmalen nicht entsprechen, werden in die Anderswelt verbracht, ein anderes Wort für den Tod. Wessen Beruf Heranwachsende ausüben, entscheiden die Ältesten. Alles, was in irgendeiner Form zu Schmerz, Streit oder Hass führen kann, gibt es nicht mehr. Eine Welt aus dem Verstand und für den Verstand. Auch das Wetter wurde abgeschafft, es ist immer gleich. Kein Schnee, keine Sonne, kein Wind. Hüter der Erinnerung ist vielleicht das Szenarium, wie es irgendwann auf der Erde aussehen könnte, man denke da nur an die Luftverseuchung durch Chemtrails…

Keine freien Entscheidungen

Der Leitspruch der Obersten (gespielt von Meryl Streep) lautet: „Wenn Menschen sich frei entscheiden können, entscheiden sie immer falsch.“ Folglich nahmen sie alle Entscheidungen den Menschen ab.

Film Hüter der ErinnerungDer von Brenton Thwaites gespielte 16-jährige Jonas ist der neue auserwählte Hüter der Erinnerung. Von seinem Amtsvorgänger (Jeff Brdiges) mit dem nötigen Wissen und den Erinnerungen inspiriert, spürt er das erste Mal, was es heißt zu leben, zu lieben und zu spüren. Er setzt die täglich vorgeschriebenen Injektionen mit List ab, welche die Emotionen der Menschen unterdrücken, und lässt sich ein auf die Suche nach dem wahren Leben, dass es irgendwann gegeben hat. Er setzt sich über alle Gesetze hinweg und strebt nach einem: der Wahrheit. Als er lernt, wie machtvoll und einzigartig Emotionen sind, gibt es für ihn keine andere Wahl. Er muss weit draußen, dort, wo kein Mensch hin darf, die Grenze überschreiten, welche die Erinnerungen für alle Menschen wieder zugänglich macht.

Einer der besten Filme der letzten Jahre

Jonas lernt, wie er durch Visualisierungen und positive Emotionen Kraft schöpfen kann und damit „unsichtbare“ Grenzen überwindet. Mit seinem unbändigen Willen zur Wahrheit erreicht er das Erwachen, stellvertretend für die gesamte Menschheit, die bisher in einer Scheinwelt lebte. Der Film „Hüter der Erinnerung“ nach dem gleichnamigen Roman von Lois Lowry macht schonungslos das Dilemma bewusst, in dem sich die Menschheit befindet. Licht können wir nur sehen, wenn es auch Dunkel gibt. Schönheit gibt es nur, wenn wir auch die Hässlichkeit kennen. Würde man das Dunkel abschaffen, gebe es auch kein Licht mehr. Die Folge wäre oben genannte Fiktion, eine Welt ohne Emotionen, Liebe, Empathie und Kunst. Zudem ist der „Hüter der Erinnerung“ ein flammendes Plädoyer für die Liebe zwischen Menschen, Emotionen, Solidarität, Glück und die Einzigartigkeit unseres Lebens, die wir leider als selbstverständlich hinnehmen und kaum noch würdigen. Er ist eine wunderbare Hommage an die Menschlichkeit und die Wahrheit. Einer der besten Spielfilme, den ich in den letzten Jahren gesehen habe!

Copyright: © www.gehvoran.com

Bilder: http://hueterdererinnerung.de/

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Sandra sagt:

    Eine sterile Welt, die haben wir längst. Alles andere ist eine Täuschung, die dies verdeckt.

    Alle Entscheidungskriterien sind festgelegt und es wird sichergestellt, daß du dich zum Überleben an diese hältst. Da das fast Alle machen, gibt es den menschlichen menschgebliebenen Menschen fast nicht mehr. Abgeschafft, ausgerottet, vom Aussterben bedroht. Manchmal wagt es noch Einer, trotz der akuten Bedrohungsgefahr sich zu zeigen und zu erheben. Nur aus einem Grund: damit er es weiß, damit er sich selbst in Erinnerung bringt, damit er es selbst sehen kann und sich selbst die Erinnerung sein kann. Und wenn es auch das Letzte sei, was er tut, dann ist es gut. Er hat sich gezeigt, er hat der Welt gezeigt, das es ihn noch gibt. Er wußte, daß er dies tun mußte. Er wußte um die Gefahr, daß wenn er durch andere erkannt, dies zum Verlust seiner Menschlichkeit führen könnte. Jedoch würde es sowieso dazu führen, tut er es nicht.

    Mensch, der Mensch geblieben und seine Menschlichkeit erhalten will, hat keine Wahl. Er ist die Fruchtbarkeit in Person. Eine kleine Hilfe ist es schon, wenn man weiß, das es eventuell noch andere gibt bzw. solche, die das schätzen. Vielen Dank!

  2. 2
    Dragan sagt:

    Hallo Sandra,
    du bist nicht allein. Ich weiß genau, wovon du schreibst. Danke für deinen Kommentar, auch wenn er ein Jahr fast zurückliegt

    Dragan

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