Meine Seele ist schon im Frühling!

10 Mrz 2015 Von Kommentare: 4 Meditation, Ratgeber

Rote Blumen

Einmal wurde ich bereits wachgeküsst von den bereits wärmenden Sonnenstrahlen. Er ist nicht mehr weit der Frühling und ich kann mich kaum mehr halten, so freue ich mich wieder meine geliebten Kräuter anpflanzen zu dürfen und ja, auch beim Wachsen und Gedeihen zuzusehen. Und dann, wenn die Sonne scheint, suche ich mir ein schönes Plätzchen und mache es mir mit einer feinen Tasse Tee bequem zwischen all diesen schönen Gefährten. Und dann, wenn die Zeit gekommen ist, das zu ernten, was ich gesät habe, gebe ich mich liebevoll und in dankbarere Weise den Kräutern hin und pflücke, was ich brauche für ein frisches Mahl. Rosmarin, Thymian, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Kapuzinerkresse, ach, ich komme aus dem Schwärmen kaum mehr heraus.

Kontemplation

Religionsgemeinschaften haben ihre Kreuzgänge und andere abgeschiedene Orte, wo sie sich der Kontemplation hingeben können und wir haben unseren schönen Garten oder Balkon, wo wir als Oase und Zufluchtsort benützen dürfen. Ein Ort der Einkehr, ein Ort der Stille. Der perfekte Ort um abzuschalten, in sich zu gehen und zu meditieren. Die Klänge dazu bieten uns die Vögel und die Bienen, Libellen, der Wind, das Rauschen des Baches, der uns umgibt. Wer weder Garten noch Balkon hat, findet sicher irgendwo sein Paradies, zudem er sich hingezogen fühlt und er seine Seele baumeln lassen darf. Wir können uns überall geborgen, uns überall Zuhause fühlen, sofern wir das Fundament genannt „Selbstliebe“ in uns fest verankert haben. So kann man sagen, überall auf der Welt ist mein Zuhause, denn ich bin in mir Zuhause und was in mir ist, ist auch ausserhalb von mir.

Blumenpracht in einer Gasse in SüditalienAlles ist vergänglich

Wenn wir in der Stille sind und uns in magischer Art und Weise mit allem was um uns ist, verbunden fühlen, können wir beginnen, einzelne Wesen genauer zu betrachten. Da ist diese Rose, so wunderschön, ihre Farbe tiefrot, ihr Duft betörend, ihre Blätter spiralförmig angereiht, ihre Dornen so schmerzhaft, doch es ist ihr Schutz vor Mensch und Tier. Und doch kann sie morgen bereits verwelkt sein. So können wir uns bewusst werden, dass alles vergänglich ist. Die Blume, die verwelkt, der Mensch, der sterben wird eines Tages. Und es darf uns bewusst werden, dass wir jetzt in diesem Moment die Rose in voller Pracht geniessen dürfen. Sie verschenkt sich an uns. Und das Gleiche dürfen wir bei einem Menschen dankend wahrnehmen. Alles ist vergänglich und wir wissen nie, wenn die letzte Stunde gekommen ist.

Gartenarbeit ist nicht lästig

Wer einen ganz grossen Garten sein eigen nennen darf, weiss natürlich, dass da einiges an Arbeit zusammenkommt. Aber machen wir doch diese Arbeit zu einem Fest. Man ist draussen an der frischen Luft, beim Jäten, verbraucht man Kalorien und hat ein kostenloses Fitnessprogramm. Eine Aromatherapie gibt es ebenso gratis dazu, wenn man den Duft des frisch gemähten Rasens mal tief einatmet oder wenn der Lavendel in der Hitze seinen Duft verströmt und man sich in den Süden versetzt fühlt. Und es macht den Kopf frei. Nach der stressigen Arbeit im Büro oder in der Werkstatt noch in den Garten, ist eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Abends dann ein feines Mahl aus frischem selbstangebauten Gartengemüse, entschädigt doch so manche Stunde Gartenarbeit.

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Bilder: Gehvoran.com

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Hilke sagt:

    Liebe Silvia,
    dein Beitrag ist ein Seelenstreichler, ich kann geradezu deine Kräuter riechen.
    Ich hatte mal einen Hibiskus, der selten nur blühte. Er stand direkt neben dem Kratzbaum meines Katers Charly. Charly schnupperte oft dran und rieb seine Barthaare daran, wenn er neben ihm auf der Fensterbank saß.
    An dem Tag, als Charly starb, hatte der Hibiskus sogar gleich zwei Blüten, zartorange und wunderschön.
    Ich starrte erstaunt auf diese zwei Wunder und da sah ich die Liebe.

    Als ich Charly begrub, legte ich ihm diese zwei Blütenschönheiten mit ins Grab. Kurz danach, ich lehnte erschöpft an der Schaufel, sah ich die untergehende Sonne durch die Bäume leuchten. Dasselbe zartorange wie die Blüten.
    Seither nannte ich Charly meinen orangenen Engel.
    Der Hibiskus blühte nie wieder…
    Was sich vielleicht traurig anhört, „endete“ mit einem Sartori-Erlebnis für mich, mitten in der tiefsten Trauer fühlte ich mich als Alles, der Bach, der Vogel, der Maum, die Blumen und sah „mich“ von oben und war unbeschreiblich glücklich und frei.
    Da wußte ich, worum es in meinem Leben wirklich ging und es war ganz anders, als ich je gedacht hatte. Es ist einfach wunderschön.
    So, wie der Hibiskus. So wunderschön wie die Energie von Charly. Du erinnerst mich an diese Hibiskusblüten.
    Alles alles Liebe

  2. 2
    Silvia / 2012Spirit Silvia / 2012Spirit sagt:

    Liebe Hilke
    Herzlichen Dank. Deine Geschichte von Charly berührt aber auch grad sehr. In den kleinen Dingen verbirgt sich das wirklich grosse.

    “Niemand kann einen Sonnenuntergang besitzen wie jenen, den wir an einem Abend gesehen haben. So wie auch niemand einen Abend besitzen kann, an dem der Regen gegen die Fensterscheiben schlägt, oder die Ruhe, die ein schlafendes Kind ausstrahlt, oder den magischen Augenblick, in dem sich Wellen an einem Felsen brechen. Niemand kann das Schönste besitzen, was es auf Erden gibt – aber wir können es bewusst genießen und lieben.“ (aus Brida von Paulo Coelho)

  3. 3
    Alex Miller Alex Miller sagt:

    Liebe Hilke,
    wirklich rührend deine Geschichte. Tiere und Pflanzen fühlen viel mehr als wir glauben.

    Einen schönen Tag
    Lg Alex

  4. 4
    Hi*AN*RA~8~ sagt:

    Hallo Hilke ~ Hast Du es schon versucht,den Hibiskus im Frühjahr umzutopfen,d.h. gute geeignete Erde,
    und einen zumindest halbsonnigen Platz. Normalerweiße sind diese Pflanzen einfach zum Blühen zu
    bringen. Was ich allerdings nicht weiß,ist bei Überwinterung in der Wohnung;ob hierfür die für manche
    Pflanzen wichtige Winterruhe einzuhalten ist?
    (Z.B. Kühle Überwinterung bei ca. 6-14 Grad – kaum Wassergaben~Erde „erdfeucht“ halten,sowie hell
    falls möglicht (zumindest etwas) Wintersonne ?~?~!~
    Desweiteren im Sommerhalbjahr geeigneten Dünger erhält die „Lebensdauer der Erde/Pflanze ~!~
    Über ein nettes kurzes Feedback Deinerseits würde ich mich wirklicht sehr freuen ~!~
    Ach noch etwas ~!~
    Zwecks Haltung der Pflanzen,auch Überwinterung wie ? … gibt es gute einfache Sach/Fachbücher ~!~
    (Gab mir Mühe mit dieser Mitteilung ) ~ Mit herzlichtem Gruß ~ .

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