Schule des Lebens: Von Selbsttäuschung zur Selbstliebe

27 Mrz 2015 Von Kommentare: 15 Bewusstsein, Spiritualität

Wildnis

Meist heiraten wir viel zu früh. Und was noch viel tragischer ist, für viele ist Heiraten ein Ziel. Man will den richtigen Partner finden, um dann glücklich vereint bis in alle Ewigkeit zusammenzubleiben. Wenn man Zwanzigjährige auf der Strasse befragt wie sie in 10 Jahren leben möchten, antworten die meisten mit dem erklärten Ziel, verheiratet zu sein, Kinder zu haben und ein Haus und natürlich Geld und einen tollen Job. Woher kommt dieser fast schon universelle Wunsch, glücklich verheiratet zu sein? Da es von so vielen ein erklärtes Ziel ist, ging ich dem auf den Grund, um doch Erstaunliches festzustellen. Vorweg, auch ich verfolgte dieses Ziel einst hartnäckig und landete dort, wo ich eben landen musste. Doch dazu später.

Weil es alle tun

Wenn wir etwa im heiratsfähigen Alter sind, zumindest vom rein biologisch sinnvollstem Zeitpunkt her betrachtet, sind wir schlichtweg noch zu jung (natürlich gibt es auch Ausnahmen), um zu erkennen, dass wir einfach mal Muster nachleben. Unsere Eltern und unsere Grosseltern taten es auch, also gehört es einfach dazu, es ebenso zu tun. Oftmals schwingen dann noch ganz penetrant die Wünsche der Eltern mit, die endlich dann Enkelkinder wollen, damit sie ihrem Leben nach wie vor einen Sinn geben können, welchen sie bis dato wohl noch nicht gefunden haben.

Der richtige Partner

Wir treffen also auf den Richtigen / die Richtige und gehen die Ehe ein. Wo der Himmel am Anfang noch voller Geigen hängt, zeigt sich an gleicher Örtlichkeit plötzlich der Keller des Schreckens und die himmlische Musik verwandelt sich in elendes Katzengejammer. Und es wird ordentlich gejammert, und immer schön auf Kosten des Partners, denn man selbst ist ja schlichtweg der unfehlbare und perfekte Partner. Am Anderen, da ist so einiges nicht gut, wie konnte man dies zu Beginn bloss übersehen? Waren wir beide denn blind vor Liebe? Blind in gewisser Weise sehr wohl, denn lediglich ein Hormoncocktail lässt uns zu Beginn alles Rosa sehen, damit unsere Art erhalten werden kann. Da, und nicht nur da, funktionieren wir ziemlich simpel. Viel einschneidender aber, dass wir in so jungen Jahren noch gar nicht wissen können, wie mit einem Partner umzugehen ist, weil wir bis dahin noch gar nicht gelernt haben mit uns selbst umzugehen.

Selbstliebe

Wenn wir zu so jungen Jahren eine Ehe eingehen sind wir meist noch nicht mit der Thematik der Selbstliebe in Berührung gekommen, oder höchstens in völlig falsch verstandener Art und Weise, nämlich dass es gleichgesetzt mit egoistischer Liebe wird. In der Bibel wird dann auch noch der Spruch: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ falsch gedeutet, was dann wirklich impliziert, dass, sobald wir uns selbst lieben, wir alles Egoisten sind. Doch vielmehr sind wir Egoisten, wenn wir nicht, bevor wir eine Partnerschaft eingehen, gelernt haben uns selbst zu lieben. Wenn wir uns selbst gelernt haben zu lieben, sind wir randvoll gefüllt mit Liebe und können diese dann weitergeben an unseren Partner und gemäss Bibel auch an den Nächsten. Haben wir dies nicht in uns verinnerlicht, fordern wir beim Partner die Liebe ein, die uns so schmerzlich fehlt.

LichtstrahlDas geht so lange gut, wie der Partner uns diese Liebe geben kann, vielleicht sogar bis zu seiner Selbstaufgabe, doch wenn der Liebesfluss versiegt, versiegt auch unsere Liebe zu ihm und wir beginnen, ihn zu beschuldigen, weil er uns den Stoff nicht mehr gibt, nach dem wir so süchtig waren. Ja, wahrlich, es werden die gleichen Botenstoffe freigesetzt, wie bei einem Drogenabhängigen. Es kommt, wie es kommen muss, man ent-liebt sich, weil bei beiden keine Eigenreserven vorhanden sind. Es kommt zum Bruch, und nicht selten zu einem heftigen und hässlichen. Dem Anderen wird die ganze Schuld zugeschoben, denn bei sich selbst findet man ja keine eigenen Fehler, man selbst ist ja ohnehin unfehlbar.

Trennung als Chance

Den Rosenkrieg erst hinter sich gebracht, kann man sich nun bereits in die nächste Partnerschaft stürzen und das gleiche Spiel von vorn beginnen. Am Anfang alles Rosa, dann Katzengejammer, dann Entzugserscheinungen und der unschöne Bruch. Im Schnitt spulen wir unser Leben lang dieses Szenario bis zu 10x ab, bis vielleicht irgendwann einmal der Groschen fällt. Könnten doch wir mehr mit der Trennung zu tun haben, als uns lieb ist? Mit diesen Erstgedanken legen wir den Grundstein für eine künftig anders verlaufende Partnerschaft. Sobald wir anfangen bei uns selbst nach der Ursache zu suchen, den Fehlern, öffnen wir endlich das Tor zu unserem seit Jahren gut verschlossenen Herzen. Nun sind wir ganz sachte bereit, uns selbst die Liebe zu geben, die wir von jedem Partner fast neurotisch eingefordert hatten. Wir bemerken unser inneres Kind, dass schon lange nach Liebe schreit und wir dürfen es nun eigenverantwortlich in unsere Arme schliessen und ihm all dies geben, was unsere Eltern vielleicht aus ganz bestimmten und individuellen Gründen nicht imstande gewesen sind. Alsbald werden wir merken, dass wir auch glücklich ohne einen Partner sein können und wir unsere Laune nicht mehr davon abhängig machen, ob wir von aussen geliebt und akzeptiert werden. Wir selber bestimmen, wie wir uns fühlen, ob gut oder schlecht. Und wenn wir uns mal mies fühlen, so sprechen wir mit unserem Badezimmerspiegel 😉

Göttliche Partnerschaft

Eine Scheidung kann also durchwegs auch als positiv betrachtet werden, wenn sie von Anfang an hinterfragt wird und man, statt dem Ex-Partner die Schuld zu geben, sich selbst einmal kritisch hinterfragt. Kein Partner kommt unbegründet in unser Leben, wir dürfen uns bei jedem einzelnen bedanken, denn jeder hat uns etwas mit auf den Weg gegeben, wie auch wir ihm etwas mit auf seinen Weg gegeben haben. Irgendwann wird man bereit sein für die nächste Lektion in Sachen Liebe. Dann, wenn beide gefüllt sind mit Eigenliebe, und diese vereint wird zu einem übergeordneten Dritten, was jedoch beide Individuen nicht in Frage stellen wird, da jeder Einzelne wichtig und unerlässlich für das Gelingen dieser Vereinigung ist.

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15 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Kerstin sagt:

    Liebe Silvia,
    vielen Dank für die interessante Darstellung und Meinung zum Thema Partnerschaft und Ehe und Zwischenmenschlichkeit.

    Ich sehe derzeit viele Menschen auf der Suche nach Selbstliebe und Eigenliebe und beobachte die unterschiedlichsten Irrungen und Wirrungen. Oftmals wird auf der Suche alles bisher Wichtige verlassen und dann mit aller Kraft, wieder ausserhalb seiner Selbst, scheinbare Eigen- oder Selbstliebe gesucht und gefunden……bis zur nächsten Täuschung und Irrung. Zurück bleibt jedes Mal: Scherben, Leid und neue Wunden für sich selbst und andere Menschen.
    Das nenne ich: verzweifeltes Egoistentum.

    Wenn ich nur noch mit meinem Badezimmerspiegel meinen Schmerz betrachte, dann könnte es sein, dass ich irgendwann ziemlich verbohrt in meinen Vorstellungen werde, die ich mir aus Angst vor neuen Verletzungen zugelegt habe. Nichts anderes gilt dann mehr. Schliesslich geht es ja um mich!!! Es kann nicht sein, dass ich diesen oder jenen Partner habe, damit er mir den Spiegel vorhält???! Allein kann ich nichts sehen. So ist das beim Menschsein.
    Könnte es auch sein, dass der Partner da ist, damit ich genau diese Lektion lerne? Könnte es sein, dass er der beste Guru ist, den man haben kann???
    Könnte es sein, dass mein Gegenüber -mein anderes Ich- ist??? Wenn das so wäre, gilt es doch genau dort anzusetzen, damit ich wahre Selbstliebe lerne. Ich könnte lernen, dass sowohl ich als auch mein Partner ständig ihr Bestes geben. Und dass wir jeden Tag noch etwas dazu gelernt haben. Und wir könnten sagen: auch wenn Du in dieser Angelegenheit anders denkst als ich, liebe ich Dich von ganzem Herzen!
    Könnte man das als bedingungslose Liebe sehen, als dass, wonach sich jeder sehnt???

    Könnten wir soooo viel Verständnis, Liebe und Toleranz aufbringen????

    Oder ist es doch besser, dass jeder sein Eigenes macht? Dann kann er nicht verletzen und er wird auch nicht mehr verletzt???

    Könnte es aber auch anders sein und wir sollen genau diese Lektionen lernen, weil der Schmerz dort so lange so gross war?
    Könnte es auch sein, dass es gar nicht die eigenen Themen, sondern kollektive Themen sind, von denen wir glauben, es seien die Unsrigen??? Das wäre doch spannend!!
    Könnte es möglich sein, dass es viel viel leichter wird, wenn wir das „Persönliche“( was uns sooo wichtig erscheint und doch nur Maske heisst,) mal rauslassen???
    Wäre es viel leichter auf all das zu schauen, ohne mich schuldig und persönlich betroffen zu fühlen???
    Wie wäre es, wenn ich mich frage: was muss ein Mensch denken oder glauben, um so etwas als real zu erleben?
    Das macht frei von Schuldvorstellungen und gibt Platz für viel freiere Sichtmöglichkeiten.

    Das -Ich Ich Ich- macht uns nach meinen Erfahrungen solche Schwierigkeiten, die das Grössere gar nicht kennt.

    Vielleicht könntest Du einmal konkret in einem folgenden Artikel über wirkliche Eigenliebe und Selbstliebe schreiben?

    Ich würde mich sehr freuen!

    Herzliche Grüsse von

    Kerstin

  2. 2
    Doris sagt:

    Vielen Dank für deine sehr interessante Darstellung von Beziehungen. Und im Großen und Ganzen kann ich das nur bestätigen wenn ich mich so in meinem Umfeld umschaue.
    ABER: Es gibt Ausnahmen. So zum Beispiel mich. Ich hab mit 16 Jahren meinen Mann kennengelernt. Nachdem seine Mutter und mein Vater innerhalb eine halben Jahres gestorben sind haben wir damals beschlossen nun für immer zusammen zu gehören und uns ein (ja ist kitschig) Nest zu bauen. Das haben wir dann auch gemacht. Wir haben geheiratet, mein Mann war damals 24 Jahre alt. Also 8 Jahre älter als ich. Wir haben gemeinsam zwei Kinder bekommen stürmische und auch weniger stürmische Zeiten miteinander erlebt und sind heut nach fast 42 Jahren immer noch glücklich miteinander verheiratet. Und ich muss sagen mein Traumziel war es eigentlich nicht heiraten Kinder kriegen und das war es. Ich wollte eigentlich ganz was anderes. Aber offensichtlich war das meine Bestimmung und ich habe es noch nie bereut.
    Liebe Grüße Doris

  3. 3
    Silvia / 2012Spirit Silvia / 2012Spirit sagt:

    Liebe Kerstin
    Danke für dein Auseinandersetzen mit der Thematik.
    Zitat:“ Ich sehe derzeit viele Menschen auf der Suche nach Selbstliebe und Eigenliebe und beobachte die unterschiedlichsten Irrungen und Wirrungen….“
    Dies könnte daran liegen, dass sie suchen…und somit nicht sehen, dass sie bereits da sind. Solange ich nach etwas suche, befinde ich mich ausserhalb von mir. Selbstliebe ist die Annahme meines Wesens. Wer kann von sich sagen, dass er sich selbst liebt, schön, toll, ja voll geil findet? Man findet doch immer etwas an sich, dass man nicht so toll findet und erhofft sich dann vom Partner, dass er es aber ganz bestimmt total toll findet! Und wenn er es dann auch nicht toll findet, ist der Streit bereits da! Wir erwarten, dass uns der Partner liebt und lieben uns selbst nicht. Wie soll das gehen? Daher erachte ich es als wichtig, zuerst bei sich selbst anzufangen. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, im Gegenteil, dies ist wahre Nächstenliebe.
    Ps: Ich habe zur Thematik Selbstliebe schon einige Artikel unter meinem Namen hier verfasst. Zum Beispiel hier: http://www.gehvoran.com/2015/01/du-langweilst-mich/
    Herzliche Grüße
    Silvia

  4. 4
    Kerstin sagt:

    Danke für Deine Antwort, liebe Silvia!

    Wenn ich mich selbst nicht liebe, bin ich auf die Liebe des Gegenübers angewiesen, um mich nicht selbst zu zerstören.
    Mich selbst nicht lieben ist möglich, wenn ich selber zu wenig bekommen habe bisher.

    Nach M. Emotos Wasserforschung klar feststellbar: etwas entwickelt sich gemäss der Schwingungen in seinem Lebensfeld.
    Da wir alle zu ca. 80% aus Wasser bestehen….hat das grosse Wirkung, ob mein Gegenüber -Liebes- oder -Idiot- zu mir sagt.

    Fast alle glauben, Liebe zu brauchen, weil es angeblich immer zu wenig war. Dabei ist immer genug da, wenn ich sie gebe, raus lasse.
    Und ich kann staunend sehen, sie kommt zurück!! Hurra!!!
    (Mit der Liebe ist es übrigens wie mit dem Geld)

    Bis vor ganz kurzer Zeit war von Eigen- oder Selbstliebe nicht oft die Rede. Nun redet fast jeder davon und jeder scheint das Patentrezept gefunden.
    Selbstliebe kann man lernen. In unseren Zeiten etwas schwierig, aber machbar. Aber das ist nicht Abgrenzung und Trennung und allein.

    Liebe ist aber: ….auch wenn das oder jenes so und so war oder noch ist, liebe ich es.
    Dann hab ich verstanden, dass es gedeiht, wenn ich es liebe.
    Das geht, indem ich hinsehe, weshalb ich oder mein Partner sich so oder so verhält oder verhalten hat. Da sehe ich, er konnte es nicht besser unter den Umständen und mit den Voraussetzungen die er sah, als sich die Situation stellte.
    Mit dem, was wir jetzt wissen, wären wir in dieser oder jenen Situation damals oder vorhin anders umgegangen.
    Aber so, wie es zu dieser Zeit war, ging das nicht. Da braucht es noch nicht einmal Vergebung! Da kommt die klare Sicht: es ging gar nicht anders!
    Jeder, der wirklich liebt, (wirklich lieben kann! und genau hierum scheint es nach meiner Erfahrung zu gehen!!!!), wird sich auch weiter an der Liebe orientieren und sein Denken, seine Worte und sein Tun an der Liebe ausrichten.

    Ich glaube viel mehr, dass es um die wirkliche Liebe in unserem Miteinander geht. Die wirkliche Liebe gibt und ist dadurch glücklich. Sie liebt, weil es sie glücklich macht, zu lieben.

    Es nützt nichts, wenn wir geliebt werden, aber das Gefühl von Liebe nicht geben können.
    Wenn ich z.B. verliebt bin, geht es mir herrlich, weil ich!!!! liebe.
    (Die Schlange von Liebhabern vor meiner Tür macht mich nicht glücklich.)
    Mit dem Geld ist ist genau so. Jeder sagt er hätte zu wenig. Was für ein elendes Leben ist das, wenn man ständig zu wenig Geld und zu wenig Liebe hat???

    Mein Ansatz: das „Persönliche“ weg zu lassen und statt dessen als neutrales, nicht verstrickt oder verhaftetes Wesen zu schauen: Ist das menschlich? Was muss ein Mensch denken oder glauben, welche Vorstellungen hat er, um so ein Ergebnis zu sehen?
    Wenn er eine andere Vorstellung gehabt hätte, wäre diese Realität nicht existent.
    Wir re-agieren nach Programmen. Das hat die Hirnforschung festgestellt. Also brauchen wir neue Programme um ein neues Leben und Erleben zu haben.

    Welche Vorstellungen brauchen wir, um unser Wunschleben zu leben?
    Könnten wir die vorstellen??
    Könnten das Vorstellungen sein, wie: wir haben das Allerbeste verdient, weil wir unsere Würde, unsere wahre Herkunft und unsere wahre Schönheit, Kraft und Macht wieder erkannt haben!?
    Menschen mit Nahtoderfahrungen oder DMTerfahrungen berichten darüber, wer wir wirklich sind. Sie haben das erfahren und können wirklich JA sagen zu allem, was ist, können Staunen und Wunder sehen, dort, wo andere sie nicht sehen.
    (In fast allen Fällen solcher Erfahrungen, änderten die Menschen ihr Leben komplett. Sie haben berichtet, es geht hier in diesem Erdenleben um ganz ganz andere Dinge, als sie vorher geglaubt haben. Und vor allem geht es NICHT um Trennung!!!!)
    Da braucht Eigen- oder Selbstliebe nicht mehr gesucht oder gefunden werden. Sie ist da, einfach deshalb, weil das Wesen da ist
    in seiner ganzen Herrlichkeit und Pracht. DAS ist unsere grosse Aufgabe hier in diesem Leben und in dieser Welt: Lieben lernen!

    Du kannst mir gratulieren, liebe Silvia, ich liebe mich und ich find mich geil!
    Ich kann bestimmt nicht in den Augen von vielen Menschen bestehen, aber das liegt an deren Konditionierungen, an deren Programmen und Wertmaßstäben, in ihrem Glauben wie ich zu sein hätte (damit sie mich besser händeln und einordnen können).
    Ich hab verstanden, dass ich immer mein Allerbestes gegeben habe. Allein das ist schon die ganze Liebe wert!
    Und ich liebe und übe mich im Lieben, immer mehr und mehr. Das Geben macht reich.

    Hast Du schon genug Selbstliebe, von der Du schreibst?

    Herzliche Grüsse von

    Kerstin

  5. 5
    Silvia / 2012Spirit Silvia / 2012Spirit sagt:

    Liebe Kerstin
    Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.
    Ich habe einfach ein paar Textstellen rausgepickt und möchte gern darauf eingehen:

    Zitat: „Wenn ich mich selbst nicht liebe, bin ich auf die Liebe des Gegenübers angewiesen, um mich nicht selbst zu zerstören. Mich selbst nicht lieben ist möglich, wenn ich selber zu wenig bekommen habe bisher.“

    Ich verstehe, was du sagen willst. Liebe ist Heilung und wenn jemand nie Liebe erfahren hat, kann das für ihn tatsächlich schlimm sein, zumindest gab es da mal eine Studie, wo Säuglinge in Isoletten mit menschlicher Berührung besser gediehen als solche ohne Zuneigung, ja, gar erkrankten. Wenn ich jedoch dauerhaft auf die Liebe von anderen angewiesen bin, werde ich im Erwachsenenalter zu einem Energievampir, ich sauge mein Gegenüber förmlich aus. Im Erwachsenenalter ist es möglich, sich selbst gute Mutter und guter Vater zu sein und sich selbst Liebe zu geben.

    Zitat: „Bis vor ganz kurzer Zeit war von Eigen- oder Selbstliebe nicht oft die Rede.“

    Bereits im heiligen Buch ist die Rede davon. Es ist vielmehr so, dass man erst darauf aufmerksam wird, wenn man bereit für diese Thematik ist. Im Leben begegnet man immer genau dann den Dingen, wenn man reif für sie ist oder offen dafür. Erich Fromm schrieb bereits in den 70ern über „die Kunst des Liebens“, ein hervorragendes Buch übrigens, auch darin gehts um Selbstliebe.

    Zitat: „Es nützt nichts, wenn wir geliebt werden, aber das Gefühl von Liebe nicht geben können.“
    Genau. Um Liebe erwidern zu können, muss ich erst selbst voller Liebe sein.

    Zitat:„Hast Du schon genug Selbstliebe, von der Du schreibst?“
    Kann man Selbstliebe haben bzw. besitzen? Ich glaube, es ist eher eine Frage des Seins.
    Herzliche Grüße
    Silvia

  6. 6
    Kerstin sagt:

    Erlaube mir bitte noch diese Frage, liebe Silvia:

    wie oder wodurch entdecke ich denn nun diese Liebe in mir bzw. was meinst Du mit „eine Frage des Seins“?

    Für mich klingt das so, wie in gewissen Büchern mit nachgeplapperten Geschwafel.
    Ich bin mir aber sicher, dass Du das nicht so meinst und oder aus eigenem Erleben erklärst.
    Hab bitte noch Lust mir zu antworten. Es macht auf mich den Eindruck, es sei jetzt nervig für Dich, wenn ich „bohre“.
    Aber schliesslich ist das doch ein essenzielles Thema und da kann man sich doch ausführlichst drüber von Mensch zu Mensch austauschen. Es geht doch nicht darum, wer schon was darüber geschrieben hat. Jeder hat eine andere Wahrnehmung und ein ganz eigenes Erleben. Du hast hier ein ganz grossartiges Thema auf den Tisch gebracht und ich danke Dir von Herzen dafür!

    Herzliche Grüsse von

    Kerstin

  7. 7

    Liebe Silvia,

    meine Sichtweise und Verständnis über die Liebe sind folgende Zeilen :

    LIEBE ist BEDINGUNGSLOSE LIEBE – „Liebe“, das was Menschen unter LIEBE verstehen, was aber keine LIEBE ist. Ich nenne sie daher die „falsch verstandene Liebe“. Aber auch für die Menschen ist LIEBE eine erreichbare Möglichkeit – es ist sogar ganz einfach, zu LIEBEN. Die Menschen kennen LIEBE nur nicht mehr. Sie haben sie völlig vergessen, und das ist Teil ihrer Verstrickung in die Tiefe und Ursache aller Angst, aller Krankheit, allen Leides, aller Schmerzen, allen Unglücks in unserer Welt…

    Dass die Menschen LIEBE vergessen haben, erkennt man ganz deutlich daran, wie sie „Liebe“ definieren. Bei einem Blick ins Lexikon (Brockhaus von 1987) findet man unter dem Stichwort „Liebe“ die „personenbezogene Liebe“ (Geschlechtsliebe, verwandtschaftliche Liebe, Liebe zu Eltern, Geschwistern und Kindern); die „ohne bewusste sexuelle Akzente auf Einfühlung und Zuneigung beruhende Liebe = Sympathie“ (zum Stamm, Volk, zur Menschheit = soziale, humane Liebe, Nächstenliebe); die „gegenstandsbezogene Liebe“ (zu Dingen und Werten; „im religiösen Bereich gipfelt diese Liebe in die Gottesliebe“).
    So etwas aber kann nur jemand schreiben, der zu GOTT überhaupt keine Beziehung hat, da er ihn als ‚Ding‘ bezeichnet.
    So etwas kann nur jemand schreiben, der die WAHRE LIEBE = BEDINGUNGSLOSE LIEBE, nicht kennt, denn

    BEDINGUNGSLOSE LIEBE ist EINS,
    UNEILBAR – UNTRENNBAR!
    BEDINGUNGSLOSE LIEBE ist NICHT-POLAR!

    Unsere Lexika spiegeln aber die vorherrschende Meinung, die Essenz der als allgemeingültig anerkannten Begriffe der Deutschen Sprache! Und da wiederum wundert diese Definition garnicht mehr, denn:

    Die Liebe, die die Menschen kennen, ist nämlich zum großen Teil Abhängigkeit oder Angst – Angst, jemanden zu verlieren, Angst vor Einsamkeit, Angst, nicht als begehrenswert angesehen zu werden, und darum will man den anderen Menschen (Familie, Freund/in, Partner/in) festhalten und an sich binden.
    Manchmal ist Liebe auch ein anderes Wort für „Kontrolle“: Partner, Familie und Freunde werden kontrolliert, um sie besser „im Griff“ zu haben und sie an sich binden zu können.
    Liebe kann auch als Tauschgeschäft angesehen werden: Gebe ich Dir meine Zuneigung, erwarte ich dafür unbedingte Treue, Gehorsam, Zustimmung; ich erwarte einen angemessenen Lebensstandard, damit mich meine Freundinnen beneiden können; ich erwarte Versorgung und Abnahme aller lästigen Pflichten; und von den Kindern, die ich unter Entbehrungen groß gezogen und für die ich die besten Jahre meines Lebens geopfert habe, erwarte ich im Alter ständige Zuwendung, Besuche, Hilfe im Haushalt, denn das habe ich schließlich verdient/ das sind sie mir schuldig…

    Kommt vielleicht die Verliebtheit der BEDINGUNGSLOSEN LIEBE näher? Dieser Taumel, dieser Rausch mit all seinen Qualen und Zweifeln, Hoffen und Bangen? Wohl kaum. Nur Mutterliebe kommt der LIEBE am nächsten, denn eine Mutter liebt ihre Kinder, egal, was sie tun und wie sie sind, meistens jedenfalls.

    Es ist wichtig, genau diese Unterscheidung zwischen Liebe und LIEBE zu treffen, denn nur, wenn die Unterschiede klar sind, kann man beginnen, sich LIEBE zu nähern. Die Unklarheit, das Verwischen der Grenzen, ist ja Ursache unseres Mangels – und jeder Mangel in uns ist immer ein MANGEL AN LIEBE!

    LIEBE ist nicht eigentlich nur ein Gefühl, auch das ist sie – aber mehr noch: LIEBE ist die am höchsten schwingende, stärkste KRAFT des Universums, sie birgt in sich unbegrenzte MACHT:

    LIEBE ist MACHT, die niemals missbraucht werden kann,
    weil sie Missbrauch nicht kennt, nur LIEBT,
    und Niemandem schaden würde.
    Sie kennt keine Angst,
    keinen Zweifel.

    Sie kennt die Angst und auch die kleinen Ängste nicht. Sie hält nicht fest, sondern nimmt BEDINGUNGSLOS an und läßt gleichzeitig BEDINGUNGSLOS los.

    LIEBE ist nicht auf eine Person oder einen bestimmten, kleinen Kreis von Personen gerichtet. Sie ist eigentlich kein Gefühl, wie wir es kennen. Sie ist ein ZUSTAND. Sie ist nicht „unpersönlich“, sondern „überpersönlich“: Wenn Du BEDINGUNGSLOS LIEBST, kannst Du die LIEBE nicht auf bestimmte Personen beschränken, sondern Du LIEBST alles oder Du LIEBST eben nicht. Du LIEBST dann auch das, was andere verachten und als gering schätzen, Du LIEBST alle Menschen, auch die Ausgestoßenen, die „Verbrecher“, die „Feinde“, auch Menschen anderer Nationalität, die Du zuvor vielleicht mit Misstrauen betrachtetest, ja, Du stellst plötzlich fest, dass Du garkeine Feinde mehr has(s)t…

    Du LIEBST die Steine, die Pflanzen, die Tiere, die Mücken, die Spinnen, die Würmer – ja, die Erde selbst, die Planeten, die Sonne, Außerirdische und Unterirdische, selbst die Finsternis.
    Du siehst Dich mit allem verbunden, erkennst alles als Teil der Schöpfung =Teil der LIEBE, vor allem auch Dich selbst.

    Dabei ist LIEBE nicht lau, nicht kühl – Dein HERZ glüht! Aber die Glut ist nicht verzehrend, sondern heilend – nicht ausschließlich, sondern allumfassend. LIEBE wird nie enttäuscht, weil sie nichts erwartet – kennt kein Leid, keine Schmerzen.
    LIEBE ist rein und ungeteilt, teilt nicht und wertet nicht, erwartet nichts und fordert nichts – SIE IST.

  8. 8
    Silvia / 2012Spirit Silvia / 2012Spirit sagt:

    Liebe Kerstin
    Zitat:“wie oder wodurch entdecke ich denn nun diese Liebe in mir bzw. was meinst Du mit “eine Frage des Seins”?
    „Für mich klingt das so, wie in gewissen Büchern mit nachgeplapperten Geschwafel.“

    😉 Danke für den Lacher.
    Die Liebe in sich selbst entdecken, wie man das macht? Patentrezept gibt’s da wahrlich nicht und einen gratis Crashkurs auch nicht. Jeder wird seinen Weg für sich finden. Aber wenn man mal am Boden gelegen hat, weiß man es intuitiv.
    Alles Liebe
    Silvia

  9. 9
    Lumina sagt:

    Wirklich bedingungslos zu lieben ist eine sehr hohe Stufe und ich denke, wir alle haben noch unsere Schwierigkeiten damit. Ich habe mir da früher mal ein paar Gedanken allgemeiner Art gemacht :

    In Liebe zu sein, bedeutet zu erkennen, dass sich jedes Lebewesen hier auf der Erde so verhält, wie es im Moment sein kann und will. Ob sich das Handeln später als “Irrweg” herausstellt, nach Maßstäben anderer oder eigener Beurteilung, ist für die Augen der Liebe unwichtig. Dazu gehört selbstverständlich auch alles Geschehen, was wir mit unseren menschlichen Maßstäben als nicht wünschenswert oder als schlecht be-oder verurteilen.

    Wenn wir bedingungslos lieben, können wir alles im Partner oder Mitmenschen annehmen, großes Mitgefühl empfinden , und doch gleichzeitig in einer völligen Losgelöstheit handeln .Dann gibt es diese allgemeinen Verhaftungen,. wie Eifersucht, Brauchen und Gebrauchtwerden, Verlassenheitsgefühle, Egoismus nicht mehr. In dieser Art Liebe sehen wir den gesamten Menschen vor uns und konzentrieren uns darauf, wie wir ihm helfen – und ihn zu seinem höchsten Wohl unterstützen können. Das kann manchmal auch darin bestehen, ihm nicht alles zu geben, was er im Augenblick glaubt, zu benötigen .Bedingungslos zu lieben bedeutet, im anderen das Hohe Selbst zu entdecken, das Göttliche, welches in jedem von uns in gleicher Weise vorhanden ist und danach zu handeln.

    Bedingungslose Liebe verhilft auch uns selbst zu einem höheren Wachstum und mehr Lebendigkeit. Wenn wir unsere Mitmenschen wertschätzen, werden wir Liebe anziehen und das Leben wird intensiver und freudvoller.

    Indem wir alles Kleinliche und Trennende in unseren Beziehungen fallen lassen, werden wir ganz allmählich eine höhere, vom Ego unabhängigere Form von Liebe empfinden und ausstrahlen können.

    Im Grunde kommt es gar nicht darauf an, wen oder was man liebt. Liebe fließt, wohin sie will. Wir können uns von dem Strom mitreißen lassen oder dagegen anschwimmen, eines Tages werden wir doch mitgerissen. Wie der Strom sich letztendlich ins Meer ergießt, wird unsere Liebe breiter und umfassender, bis sie sich schließlich auf alles erstreckt, was ist. Das ist wahrhaft göttliche Liebe, die uns z.B. von Jesus oder Buddha und noch vielen anderen Weisen vorgelebt wurde.

    LG von Lumina (Auszug aus einem früheren Artikel von mir )

  10. 10
    einfachnursein sagt:

    Liebe Silvia, danke für diesen Artikel…total interessante Zeilen von allen, die hierzu schreiben Was für ein (Erfahrungs-)Schatz!!! Ich möchte kurz nur auf diesen Satz eingehen:
    Zitat:… Wer kann von sich sagen, dass er sich selbst liebt, schön, toll, ja voll geil findet? …Ich find mich irgendwie so, wie ich bin… (wenn die Hose kneift und die Luft beim Treppen steigen eng wird, muss ich was tun, für mich)
    Mir fehlt eigentlich jedes Wort für mich selbst, dass heißt, ich bin (jetzt, mit 46) nicht mehr in der Lage, mich selbst zu bewerten und/oder mich damit in Frage zu stellen. Wo ist jetzt der Fehler? Ist es mein Alter?
    Ich bin wie ich bin , ich kann nicht anders …. liegt es daran?
    Liebe Grüße und ein wenig ratlos
    einfachnursein

  11. 11
    Lumina sagt:

    Liebe Einfachnursein!
    Dein Nickname sagt es ja schon, „ICH BIN“ ist immer richtig. Ohne wenn und aber ! Totale Annahme dessen, was IST.
    Wenn aber eine Unzufriedenheit mit sich selbst aufkommt, ist meines Erachtens auch Handeln nicht falsch, das eine schließt das andere ja nicht aus.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht Dir Lumina

  12. 12
    einfachnursein sagt:

    Liebe Lumina 🙂
    Handeln!, du sagst es! ist meines Erachtens nach absolut notwendig um „einfach“ die (innere) Balance, das Gleichgewicht zu finden, immer wieder herzustellen. Handeln ist Bewegung um ins Sein zu kommen, im Sein zu sein bedeutet absolut keinen Stillstand, ganz im Gegenteil. Sich immer wieder finden, manchmal auch ganz neu.
    Liebe Grüsse an Dich und Danke …

  13. 13
    Silvia / 2012Spirit Silvia / 2012Spirit sagt:

    Liebe einfachnursein
    Zitat: „Mir fehlt eigentlich jedes Wort für mich selbst, dass heißt, ich bin (jetzt, mit 46) nicht mehr in der Lage, mich selbst zu bewerten und/oder mich damit in Frage zu stellen. Wo ist jetzt der Fehler? Ist es mein Alter?..“

    Dies ist doch wunderbar. 🙂 Mir ging es eigentlich nicht darum, sich selbst zu bewerten, sondern, wie wohl fühlt man sich in seiner Haut, mit sich selbst, damit man nicht die Bestätigung im aussen (z.B. beim Partner) einfordern muss um sich gut zu fühlen. Was geschähe, wenn diese Bestätigung ausbleibt oder nicht unseren Erwartungen entspräche?
    Liebe Grüsse
    Silvia

  14. 14
    Pia sagt:

    Liebe Silvia
    Ersten sind Menschen und Tiere durch ihr sein daran interessiert sich fortzupflanzen. Um dies auf natürliche Weise zu begehen, brauchen wir bekanntlich einen Partner.
    Zweitens ist es schwierig in der heutigen Zeit ganz ohne finanzielle Mittel und Hilfe, diesem Bedürfniss nachzukommen.
    Daher kommt der Wunsch zur Bindung, auch wenn in der heutigen Zeit später, als noch vor 20 Jahren.
    Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst, kann man auch so deuten, dass man den anderen genauso alles nachsieht wie sich selbst. Sich selbst annimmt und genau so seine Mitmenschen, mit all den Eigenschaften die jeder Mensch in sich birgt. SIch und anderen verzeiht. Wir verletzen und werden verletzt. Wenn wir dies sehen und im selben Augenblick umwandeln und verzeihen können, dann sind wir der Liebe etwas näher. Wie langweilig wäre die Natur, wenn alle Blumen nur rot wären und genauso verhält es sich mit den Menschen. Was nicht heissen soll, dass man mit jedem bester Freund sein muss. Nicht jeder findet rot gleichschön, trotzdem bereichert rot das Leben eines jeden.
    Wir sind hier, um die Reise durch das Leben zu geniessen, um zu lernen und zu wachsen und dies bis zum letzten Atemzug.
    Dies ist nur meine Sicht der Dinge und meine ganz eigene Welt.
    liebs Grüessli Pia
    Kerstin dein erster Kommentar gefällt mir sehr.

  15. 15
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com sagt:

    Liebe Pia
    Danke für deine Sicht der „Dinge“.
    Zitat: „Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst, kann man auch so deuten, dass man den anderen genauso alles nachsieht wie sich selbst. Sich selbst annimmt und genau so seine Mitmenschen, mit all den Eigenschaften die jeder Mensch in sich birgt….“
    Natürlich, so ist es. Hierfür muss man sich zuallererst selbst annehmen. Es fängt immer bei einem selbst an.
    Herzliche Grüsse und alles Gute dir
    Silvia

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