Shaolin: Den Kampf beenden, bevor er begonnen hat

09 Mrz 2015 Von Kommentare: 1 Körper, Ratgeber

Shaolin Mönch im Sonnenaufgang

Shaolin-Mönche verfügen über enorme geistige und körperliche Kräfte, die sie nahezu unbesiegbar machen sollen. Sie wissen um die Macht ihrer Gedanken und setzen sie so gezielt ein, damit sie ihr mentales Potenzial abrufen können um mit ihrer Energie optimal umzugehen. Die Kampfkunst der Shaolin-Mönche, bekannt hier im Westen vor allem durch zahlreiche Kung-Fu-Filme, ist legendär, gilt aber nur als Teil der buddhistischen Praxis der Shaolin. Weit weniger bekannt ist die Tatsache, dass der im Shaolin-Kloster im Herzen Chinas praktizierte Chan-Buddhismus der Vorläufer des Zen-Buddhismus ist. Das Kloster wurde ca. 500 n.Chr. gegründet, stand und fiel jeweils mit den gerade aktuellen Machthabern chinesischer Dynastien.

Nachdem die Chinesen den Shaolin-Tempel im Verlauf der Kulturrevolution um das Jahr 1966 herum zerstört und die Mönche weitgehend vertrieben hatten, wurde der Tempel durch den Film „Shaolin Temple“ im Jahr 1982 im Westen bekannt und für den Tourismus entdeckt. Die chinesische Regierung ließ den Tempel wieder aufbauen und erlaubte, im Zuge einer allgemeinen Liberalisierung der Religionsausübung des Landes, nun auch wieder den buddhistischen Mönchen, dort legal zu praktizieren.

Chan-Buddhismus

Geprägt wurde der Chan-Buddhismus vom indischen Mönch Bodhidharma (chin. Damo), denn er unterrichtete eine völlig andere Auffassung von Buddhismus in China. Am Kaiserhof einst missverstanden, zog er tief ins HaoShan Gebirge und meditierte laut einer Legende neun Jahre lang in einer Höhle oberhalb des Shaolin-Klosters, die man heute immer noch besuchen kann. Er vertrat die Auffassung, dass sich nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist entwickelt und somit zur Meditation ein körperlicher Ausgleich geschaffen werden muss, um zur Erleuchtung zu gelangen. So wurden neben den philosophischen und meditativen Lehren im Laufe der Zeit auch Kampfkünste sowie Vorläufer von Qi Gong entwickelt (Stärkung der körperlichen Konstitution und Wachhalten des Geistes).

„Verlänger dein Leben, nicht dein Dasein“ (Bodhidharma, Shaolin-Möch und Begründer des Chan-Buddhismus)

Buddhistische heilige HöhleDurch innere Ruhe zu äußerer Stärke

Der Weg der Shaolin hält viele Lehren und Künste bereit (Philosophie, Kampfkünste, Qi Gong, Medizin, Kalligrafie, Kräuterkunde usw.) und man muss heute dafür nicht mehr unbedingt Mönch werden, um ein bewusstes Leben zu führen. Die Erkenntnisse der Shaolin werden seit einigen Jahren auch im Westen gelehrt. Durch Achtsamkeit, Bewusstheit, Entspannung, Selbstdisziplin, Bewegung, der richtigen Atmung und ausgewogener Ernährung kann der Mensch zu Energie und innerer Balance kommen. Mit dem Gezielten Einsatz der Gedanken lassen sich die in jedem Menschen vorhandenen Energien jederzeit abrufen und einsetzen, mental und körperlich. Bei Auseinandersetzungen geht es beispielsweise darum, den „Kampf“ mit der Überzeugung in die eigene innere Stärke zu beenden, bevor er überhaupt begonnen hat.

Der Shaolin-Mönch Shi Yan Bao fasst die Lehre der Shaolin in acht Leitsätzen zusammen

Ich strebe danach, Selbsterkenntnis und Selbstbewusstheit zu erlangen
Ich verändere meine Handlungsweisen und Einstellungen, wo nötig
Ich setze Ziele und Vorhaben erfolgreich um
Ich organisiere mich gut und kommuniziere wohlwollend
Ich trainiere meinen Körper und lerne, Körpersprache zu verstehen
Ich entspanne mich bewusst und suche mir Auszeiten
Ich lerne, mit meiner Atmung Körper und Geist zu beeinflussen
Ich führe mir durch gesunde Ernährung Energie zu

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. 1
    richard sagt:

    Schöner Beitrag!

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