Wissenschaftliche Studie beweist: Meditation hilft gegen Depressionen

26 Mai 2015 Von Kommentare: 0 Meditation, Ratgeber

Frau meditiert in den Bergen bei Sonnenaufgang

Um das Rückfallrisiko von an Depressionen erkrankten Patienten zu verringern, wurde ein zweijähriger Versuch nun ausgewertet, der die Wirksamkeit von herkömmlichen Medikamenten und der achtsamkeitsbasierten Meditation (MBCT) vergleicht. Wenn eine akute Depression überstanden ist, ist die Chance für einen Rückfall ohne Behandlung sehr hoch und liegt laut dem Studienleiter Willem Kuyken von der Universität Oxford bei ca. 80 Prozent. Das Ergebnis der Studie sagt aus, dass Patienten, die sich der meditativen Therapie unterzogen eine Rückfallquote von 44 Prozent hatten. Bei den mit den üblichen Antidepressiva behandelten Versuchsteilnehmern lag die Rückfallquote bei 47 Prozent (*1).

Meditative Übungen verändern die Nervenstränge

Das Problem ist häufig, dass Menschen, die in einer Depression stecken, endlos grübeln und sich so unbewusst in eine Abwärtsspirale hinein bewegen. Denn das Erlebte wird immer wieder vom Verstand durchgespielt aufgrund von negativen Glaubenssätzen, die bereits jahrelang wirksam sind, aber meist nicht erkannt werden. Der Verstand jedoch wird keine Lösung finden können, denn Veränderung entsteht aus dem tiefsten Innern heraus, wenn in einer Art „Nullpunkt“ der Verstand „resetet“ wird und so die notwendigen Ressourcen für Heilung freigesetzt werden. Meditative Übungen können, wie auch Yoga, Qi-Gong oder Tai-Chi, dazu beitragen, den Verstand „durchatmen“ zu lassen und depressive Verstimmungen leichter bewältigen zu können. Neurologen bestätigen, dass sich aufgrund von regelmäßigen meditativen Übungen messbare positive Veränderungen der Nervenstränge im Gehirn bilden (*2). Beim speziellen meditationsähnlichen MBCT-Achtsamkeitstraining geht es darum, das Erlebte und Gefühlte nicht zu bewerten, sondern neutral zu beobachten.

Meditation for youDie achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie

MBCT wurde von amerikanischen Psychologen und Depressionsforschern entwickelt und basiert auf dem anerkannten hochwirksamen MBSR-Achtsamkeitstraining (Mindfulness Based Stress Reduction) von Prof. Jon Kabat-Zinn. Beim MBCT (Mindfulness Based Cognitive Therapy = „achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie“) wurde das Training den Bedürfnissen der an Depressionen erkrankten Patienten angepasst. Ein MBCT-Kurs besteht aus regelmäßigen Workshops und wird ergänzt durch täglich zu erledigende „Hausaufgaben“. Im Grunde geht es beim MBCT darum, statt das Denken und die Gefühle durch Grübeln (also durch noch mehr Denken) krampfhaft verändern zu wollen, zu lernen, wie es möglich ist, aus dem Strom der Gedanken herauszutreten, ohne sie ändern oder stoppen zu müssen. (*3)

Die meditative Achtsamkeitspraxis hilft dabei, sich in den negativen Gedankenmustern und Gefühlen nicht zu verlieren, sondern sie als neutraler Beobachter wahrzunehmen. Und so werden auch die Gedanken und Gefühle als neutral wahrgenommen ohne subjektive, meist schlechte (Selbst-) Bewertung.

Quellen:
(1*) http://www.n-tv.de/wissen/Meditation-hilft-genauso-wie-Medikamente-article14946156.html
(2*) http://www.spiegel.de/spiegelwissen/meditieren-als-mittel-gegen-stress-angststoerungen-depressionen-a-937314.html
(3*) https://www.sein.de/mbct-achtsamkeitstraining/

Bilder: Fotolia.de

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