Wünschen durch Denken!?

04 Mai 2015 Von Kommentare: 7 Bewusstsein, Spiritualität

Alles Materielle, dass uns umgibt, war irgendwann einmal ein Gedanke. So ähnlich sagte es auch schon Buddha. Für mich, und sicherlich auch für viele andere, übt das sogenannte Wünschen vom Universum eine ganz spezielle Faszination aus. Wie fantastisch wäre es denn, wenn ich mir heute das Ersehnte herbeidenke, damit es sich morgen manifestieren kann? Der Teufel liegt jedoch im Detail. Zwei scheinbar spirituelle Gegensätze treffen hier aufeinander, wenn man sich die Sache mal ganz sachlich und nüchtern zur Brust nimmt. In Büchern wie „The Secret“, „Erfolgreich wünschen“ oder „E² Wie Ihre Gedanken die Welt verändern“ wird davon ausgegangen, dass es möglich ist, alles haben zu können was man sich wünscht, sofern man die richtige Technik anwendet. Ich möchte nicht im Detail darauf eingehen, wie es funktionieren soll, aber im Prinzip geht es darum, dass man sich das Gewünschte so visualisieren soll, als hätte man es bereits. Denn wenn man überzeugt ist, man hätte es bereits, soll sich aus dem Gedanken die gewünschte Realität manifestieren können.

Das Universum lässt sich nicht verarschen

Nun, da der Gedanke der Wegbereiter für das zu Erschaffende ist, wie es auch Buddha schon sagte, könnte die Technik tatsächlich funktionieren. Das jedoch ist ein kleiner Widerspruch zur spirituellen Thematik des Mangelbewusstseins und insbesondere der Polarität. Was ich mir wünschen muss, habe ich nicht, daher mangelt es und fehlt mir. Wenn ich der Überzeugung bin, dass mir etwas fehlt, fühle ich mich nicht ganz, daher bin ich in einer Art Opferrolle. Zudem würde das Gesetz der Polarität für einen Ausgleich jedweder Form führen. Wenn auf der einen Seite Fülle erscheint, würde es auf der anderen Seite Mangel geben.

Somit, sobald ich mir etwas „wünsche“ und „herbeidenke“, weiß das Universum bereits, dass da etwas faul ist. Wenn ich denke, ich hätte es bereits, wieso muss ich mir es dann wünschen? Ich bin unzufrieden mit der jetzigen Situation, weil mir etwas zum Glücklichsein fehlt. Das Universum lässt sich nicht so ohne weiteres austricksen, also müsste ich es vielleicht geschickterweise so verpacken, dass ich mir vorstelle, dass es ganz nett wäre, beispielsweise einen roten Rennwagen mein Eigentum nennen zu dürfen, aber wenn nicht – auch kein Problem (?!).

Der Grundstein für Metaphysik

Übrigens war es ein gewisser „Wallace D Wattles“, der mit seinem 1910 erschienenen Buch „Die Wissenschaft des Reichwerdens“ die Autorin Rhonda Byrne beim Schreiben ihres Bestsellers „The Secret“ maßgeblich inspiriert und beeinflusst hat. Wallace D Wattles studierte historische Schriften und Bücher aus verschiedenen alten Kulturen, um seine daraus resultierenden Erkenntnisse in diesem Buch niederzuschreiben. Er selbst war kein lebender Beweis, ob seine Technik des Reichwerdens tatsächlich funktioniert, da er kurz nach der Veröffentlichung des Buches verstarb. Jedoch war er mit seinem Werk Vordenker der spirituellen Macht der Gedanken und ein Meilenstein in der praktizierten Metaphysik, daher allemal empfehlenswert.

Ganz von der Hand kann ich die Funktionalität des Wünschens durch meine Versuche und Forschungen jedoch auch nicht weisen, da sich dann doch verblüffende einzelne Dinge manifestierten, die zuerst in meinen Gedanken entstanden. Das berühmte Experiment, wenn man sich einen freien Parkplatz in Toplage wünscht, klappt erstaunlich oft. Ok, was das andere betrifft, reich bin ich dadurch immer noch nicht geworden, aber gewisse Lebensumstände sind tatsächlich so, wie ich es mir gerne vorgestellt hatte, wenn auch einige davon möglicherweise nur temporär. Aber da fängt die Crux auch schon wieder an. Sobald Zweifel erscheinen, kann sich das Erwünschte nicht mehr manifestieren.

Ich glaube, es ist OK und völlig normal, mit der geistigen Welt zu kommunizieren, auch wenn die meisten denke, ich wäre verrückt geworden. Obwohl Beten auch nichts anderes ist, da aber unter dem legalisierten Deckmantel der Religion. Wenn es mir nicht gut geht, bitte ich das Universum, oder Gott, oder meine Engel oder andere geistige Begleiter um Hilfe und Heilung. Jene Wesenheiten sind immer für uns da und helfen uns gerne, wenn wir nur darum bitten. Bitten ist jedoch nicht gleich Wünschen. Im Bitten „bitte“ ich die Geistige Welt um etwas, und bedanke mich hinterher, unabhängig davon, ob das Ersehnte bereits eingetreten ist. Bitten beinhaltet also eine Art Dankbarkeit in sich. Daher halte ich es persönlich alleine aus begrifflichen Gründen um wesentlich geschickter zu bitten als zu wünschen.

Sonnenuntergang am MeerAufmerksamkeit = Energie

Das zielgerichtete Denken ist die Grundlage für die Kanalisierung von Energie, genannt Aufmerksamkeit. Wenn ich die Aufmerksamkeit auf Sorgen und Ängste richte, ist die Wahrscheinlichkeit sicherlich viel höher, von ihnen eingeholt zu werden. Es ist dann wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die sich dann leicht manifestiert. Wenn ich die Aufmerksamkeit auf Erfolg und Glück richte, besteht die meines Erachtens größte Schwierigkeit darin, nicht zu sehr ins Detail zu gehen, aber die Visualisierung auch nicht zu vage zu formulieren. Je einfacher der Wunsch, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf Manifestierung. Je komplizierter, desto geringer die Wahrscheinlichkeit auf Manifestierung.

Wie gefährlich es ist, nicht richtig zu wünschen, verdeutlicht das Beispiel, wenn ich mir wünsche, im Job weniger Arbeit und Stress zu haben, da die Folge dann Arbeitslosigkeit oder Krankheit bedeuten kann. Denn auch da habe ich dann viel weniger Arbeit, nämlich gar keine mehr! Folglich sollte der Wunsch, bzw. die Bitte, so formuliert werden, dass man sich einen schönen ausfüllenden und gut bezahlten Job wünscht, der einem Zufriedenheit und genug Zeit für Ruhe und Freizeit beschert.

Macht, was ihr wollt!

Affirmationen sind eine schöne runde Sache, und Positives Denken ist nie verkehrt. Es gehört aber noch viel mehr dazu, um sich das Leben zu schenken, dass wir als schön und zufrieden bezeichnen würden. Grenzen sprengen können wir nur in unserem Kopf. Dort fangen alle Möglichkeiten an, die wir aufgrund unserer Konditionierungen und Glaubensmuster meistens einsperren und als Hirngespinste abtun. Den Nullpunkt finden und alles bisher Gelesene, Gehörte und Gelebte zu vergessen, erscheint mir die einzige Chance, das Leben zu leben, dass ich mir von Herzen wünsche. Die Betonung liegt auf „Herzen“, also nicht auf Verstand. Wenn wir diese Grenzen endlich sprengen, ist uns eine Welt voller Möglichkeiten offen wie ein Scheunentor. Letzten Endes aber sollten wir dem Leben an sich die Möglichkeit geben, sich entfalten zu können. Vielleicht strebt unsere Seele nach einem anderen Weg als unser Verstand? Vielleicht ist dies der Grund, warum sich einige entscheidende Dinge nicht so manifestieren können, wie wir es uns gerne wünschen? Vielleicht sind noch einige Aufgaben zu erledigen, die uns weitere wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse schenken. Und vielleicht sind diese Erfahrungen und Erkenntnisse Teil unseres Seelenplanes, den wir so gerne erforschen würden, auf unserem persönlichen Fluss des Lebens. Wir sollten nicht den Fehler begehen und ständig spirituellen Konzepten hinterherlaufen, sondern einfach weitermachen, mit Hingabe, Liebe und Vertrauen auf das Leben. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg, und möglicherweise sind Bücher und Beiträge die gewissen Impulse, die uns zum Reflektieren anregen, so oder so.

Wenn man nichts ausprobiert, kann man nicht sagen, dass es nicht geklappt hat. Forscht und experimentiert mit eurem Bewusstsein und entdeckt den für euch stimmigen Weg. Es macht Spaß und ist spannend! Wir Menschen nehmen uns so sehr wichtig, also, was haben wir schon zu verlieren??

Copyright und Bilder: © www.gehvoran.com

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7 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    S says:

    Wer die Freiheit seines Eigentums, den Besitz der Seele, Geist und Körper verrät und die Macht der Eigenverantwortung abgibt, ist ein Bettler.
    Bettler haben nichts, wollen nichts und bekommen nichts. Eine Ersatzbefriedigung in einem System von und für Bettler ist ausreichend.
    Freie Bittsteller, die lediglich um eine Koexistenz anfragen, sehen anders aus.

  2. 2
    siegelbruch says:

    Nun gut, ich manifestiere mir eine erfüllte zwischenmenschliche Beziehung dualer Art, die nicht auf Übervorteilung und Heuchelei beruht. Vorausgesetzt ich bin von meinem Bewusstseinsstand her dazu schon befähigt, so kann ich mir diesen Menschen bewusstseinsmäßig nur heranbilden, der diese Beziehung mit mir lebt. Da es um nichts anderes bei diesem Aufstieg geht, verweise ich alle anderen Manifestationsversuche mal in die neidzeugende und konkurrenzlastige Märchenkiste, die von der unendlichen Wunschliste.
    http://upvs.wordpress.com/

    Siegelbruch

  3. 3
    Adam says:

    Hi,
    Ich habe gemerkt dass das was man denkt es wäre gut für dich ist wirklich nicht das richtige. Ich sag immer dass der da oben für mich entscheiden soll. ☺und was gut funktioniert ist die innere Frage „wie ist es wohl wenn man das hätte? Oder das tun würde oder wie sieht es in dem Gebäude aus?“ sich selbst fragen mit einem schönen neugierigen Gefühl ohne Bedürfniss und dann vergessen…..nur so Tipp .

  4. 4
    Adam says:

    Aber jeder muss es selbst für sich finden. Ich habe sogar aufgehört den Menschen etwas zu erklären, bringt nichts solange sich nicht jemand dafür interessiert. Ich bin echt froh das viele Menschen so denken wie ich aber in meiner Umgebung finde ich keinen….. ☺ manchmal kommt es mir so vor als ob wir nicht von diese Welt wären
    Was solls…. Jesus hat uns versucht zu zeigen wie wir sind aber keiner kapiert es….Und schon geh ich zu tief ins Detail.
    Schöne grüße
    Und schön das ihr solche Artikel Raus bringt.
    Adam

  5. 5
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com says:

    @ Siegelbruch 🙂 Hi !
    Zitat: „……Nun gut, ich manifestiere mir eine erfüllte zwischenmenschliche Beziehung dualer Art……“
    Möchtest du dies wirklich? Dual? Na dann, viel Spass 🙂
    Liebe Grüsse Silvia

  6. 6
    Ishani Diana says:

    Meine Wünsche manifestieren sich immer, wenn ich das Gefühl von Dankbarkeit generiere und hinterher sende.
    Leider ist das recht schwierig, wenn ich wieder einmal nur aus Schmerzen bestehe. Dann Bitte ich um Schmerzfreiheit und lege mich schlafen. Diese Umbaukopfschmerzen sind genau so lähmend wie eine heftige Migräne. Häufig wache ich dann nach ein paar Std. Schlaf, ohne Schmerzen auf.
    Es geht auch wenn ich etwas Geld brauche 😉 Dann wünsche ich mir einen zahlenden Patienten und sende Dankbarkeit im Gefühl mit. Ca 1 Std. später bekomme ich dann eine Anfrage zur Dorntherapie 🙂
    Es funktioniert wunderbar…..Übung macht den Meister!
    Danke für die immer wieder spannenden Berichte und Erkenntnisse.
    In Liebe mit allem was ist

  7. 7
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Ishani Diana,
    das freut mich sehr, dass es immer besser klappt bei dir.
    Dankbarkeit und Demut vor dem Leben ist ganz wichtig, auch ohne Wünsche dahinter.

    Lieben Dank.
    Alex

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