CD-Review: „Auf die Plätze fertig los“ von Wirtz

16 Jun 2015 Von Kommentare: 1 Medien, Spirituelle Musik

Daniel Wirtz

Warum ich ein Rockalbum bei Gehvoran.com vorstelle? Weil es eine Herzensangelegenheit für mich ist, über das neue Album vom sympathischen und tiefgründigen Künstler Daniel Wirtz zu schreiben. Daniel Wirtz hat mich mit seinen Liedern und Texten in den letzten sechs Jahren mit vielen Höhen und Tiefen tief in meiner Seele berührt. Ich lies mich von seinen Erfahrungen und Erkenntnissen, die er zu Songs verarbeitete, begleiten und inspirieren. Meine dunklen Phasen wurden oft zunächst noch dunkler, damit ich dann irgendwann den Sinn hinter all dem erkennen konnte, wieder aufstand und die Tränen und Selbstzweifel mit einem mutigen Schritt nach Vorne irgendwie transformieren konnte. Waren bei meinem ersten und bislang einzigen Konzert bei Wirtz im Jahr 2011 ein paar hundert (treue und begeisterte) Zuschauer anwesend, so hat sich die Bekanntheit von Daniel Wirtz durch das „Tauschkonzert – Sing meinen Song“ mit Xavier Naidoo als Gastgeber, das derzeit im TV zu sehen ist, um Einiges gesteigert. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ihm der ganze Rummel recht ist.

Daniel ist der etwas ruhige und introvertierte, tätowierte und langbärtige Rocker, der sein Gemüt lieber auf der Bühne ausdrucksvoll, authentisch und explosiv zum Ausdruck bringt. Dort oben findet sie statt, die emotionale Verarbeitung seiner inneren Welt. Daran lässt er seine Zuschauer und Zuhörer im deutschsprachigen Rockgewand gerne teilhaben. Und wenn man den Texten und der Musik intensiv folgt, dabei aufrichtig nach Innen sieht, ertappt und erkennt man sich vielleicht auch selbst darin wieder.

Das neue Album: „Auf die Plätze fertig los“

Vier Jahre ist es her, als Wirtz sein letztes Rockalbum heraus brachte, dazwischen experimentierte er sehr erfolgreich mit einem gefühlvollen Unplugged-Album samt Auftritten. Gehvoran.com berichtete darüber. Aus seinem neuen Album „Auf die Plätze fertig los“ meine ich herauszuhören, dass Daniel Wirtz in seiner gesamten persönlichen Entwicklung bewusster geworden ist, was seine vergangene Vita keineswegs schmälern soll. Doch nun stehen nicht mehr die Schatten des Lebens im Vordergrund, die jeder Mensch kennt und die jeder auf seine Weise integrieren muss, sondern die grundsätzliche Erkenntnis, dass es jeder Mensch selbst in der Hand hat, das eigene Leben wahrzunehmen als das, was es ist, und den Mut zu haben, es zu verändern, wenn es notwendig ist.

Der melodiöse Song und Ohrwurm „Mantra“ steht hier wie kein Zweiter für das Licht, dass Wirtz nun ausstrahlt: „[…] Ein Pakt mit der Sonne gegen Dunkelheit… […] und wenn´s noch nicht gut ist, noch nicht zu Ende ist […]“. In „Du fährst im Dunkeln“ setzt er sich kritisch damit auseinander, das richtige Maß zu finden und thematisiert Sucht und Drogen. Den Text aus dem Song „Aus Versehen“ kennt jeder „Dualseelenpartner-Gevögelte“ nur zu gut. Die irre Story einer Beziehung mit Hoffen und Bangen, einer Berg-und Talfahrt, gipfelnd in Selbstverletzungen bis hin zur völligen Selbstaufgabe ist lange vorbei, und durch einen Flashback sieht man gedanklich den Ex-Partner wieder bildhaft vor sich. Der eingängige Song „WIR“ mit dem großartigen Refrain ist ein Song für all die vergessenen und verletzten Seelen dieser Welt. „Viel Glück“ ist eine zunächst feine Akkustikgitarrennummer, die dann im Refrain instrumental richtig schön abrockt. Gepaart mit dem aussagekräftigen Text über Selbsterkenntnisse geht dieser Song richtig ins Mark; „[…] Wir müssen nur wir selbst und nicht wie Götter sein. […] Geschichten sind da zu Ende, wo Erinnerung beginnt. […] Fliege hoch…, Lebe jetzt, lebe stolz, alle Zeit […]“.

Aber wer Wirtz kennt, weiß, dass er auch die angenehmen Seiten des Lebens gerne mitnimmt – nicht zu knapp – und dies feiert er in „Freitag Abend“ und auch in „Ich weiß es nicht“, zwei fetzigen Rocknummer. „Wenn du willst“ ist wohl die trockene Liebeserklärung an seine Partnerin. Berührend und irgendwie lustig zugleich. Die beiden letzten Songs „Sehnsucht“ und „Das nächste Mal“ sind Hymnen, die wohl dem Letzten so dermaßen unter die Haut gehen, dass man glaubt, eins zu werden mit der Musik und seiner eigenen Seele. Die beiden Rockballaden sollten niemals zu Ende gehen und sind schon alleine das Geld für das Album „Auf die Plätze fertig los“ wert.

Ein grandioses Album für Fans guten deutschen Rocks mit lyrischem und emotionalen Tiefgang. Ein musikalisches Hoch auf das Menschsein in all seinen unterschiedlichen spannenden Facetten.

Mit den letzten Strophen von „Das nächste Mal“ und gleichzeitig des gesamten Albums beschließe ich meine subjektive Meinung zu „Auf die Plätze fertig los“ von Wirtz:
„[…]Es gibt immer ein nächstes Mal und morgen wissen wir wie es geht. Das ist nun mal der Vorteil daran, dass die Welt sich im Kreise dreht. Ließen ein paar Federn, klar. Dumm gelaufen, Scheiß egal. Wir stecken´s weg und warten aufs nächste Mal. […]“

CD-TIPP

Bilder: www.wirtzmusik.de/

1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. 1
    Ulrike Anna Maria says:

    Danke für den Beitrag zum neuen Album von Daniel Wirtz.
    Falls es denkbar für Herrn Wirtz ist, als Diskussionspartner in Berlin für seine Hörer und Fans eine weitere Bühne in der Öffentlichkeit zu betreten, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.
    Weitete Infos und Transparenz auf Profiebebe sind selbstverständlich.
    Darüberhinaus sind Wertschätzung und menschlicher Umgang Werte, die ich persönlich vertrete und deshalb mit Herrn Wirtz in Kontakt trete.

    Ich freue mich über Ihre Antwort.

    Herzliche Grüße
    UAM

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