Experiment: Mit Mozart hören in halbem Tempo zum Flow!

03 Jun 2015 Von Kommentare: 18 Heilung, Ratgeber

Experiment Mozart halbes Tempo

Bestimmte Frequenzen haben eine heilende Wirkung, indem mit einer Art göttlichem Muster die Zellen „geordnet“ werden – wie z.B. die Solfeggio-Frequenzen. Auch klassische Musik gilt schon lange als sehr positiv wirkend für unseren gesamten Organismus. Es gibt jedoch viele Hinweise, dass die klassische Musik in Zeiten ihrer Entstehung um das 18. Jahrhundert, wie beispielsweise von Mozart, Haydn oder Beethoven, wesentlich langsamer gespielt wurde. Während ich diesen Beitrag schreibe, höre ich per Kopfhörer „Lacrimosa“ aus dem Requiem in D-Moll von Mozart in halber Geschwindigkeit (!). Im unteren Bereich des Artikels berichte ich ausführlich über das Experiment. Eine höchst interessante, aber nicht bestätigte These, beschreibt, dass beim Hören der Musik von Mozart in halber Geschwindigkeit im Gehirn ähnliche Frequenzen aktiviert werden sollen wie bei Menschen im hypnotischen Zustand, und die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit fördert (*1). Eine klare Aufforderung an mich, dies im Selbstversuch auszuprobieren!

Theta-Wellen

Der Theta-Zustand tritt auch ein während einer tiefen Meditation, kurz vorm Einschlafen oder kurz nach dem Aufwachen. So werden Theta-Wellen in unserem Gehirn erzeugt und wir bekommen Zugang zu unserem Unterbewusstsein, erkennen u.a. schädigende Muster, negative Glaubenssätze, können diese auflösen und erhalten Antworten auf unsere grundsätzlichen Fragen. Der Theta-Zustand ist wie ein Tor zu unserer Seele und hat eine heilende und bewusstseinsfördernde Wirkung auf Körper, Geist und Seele (*2). Ist klassische Musik an sich schon sehr wohltuend und gesund (*3), so wird dieser Effekt anscheinend noch verstärkt, wenn sie wesentlich langsamer gehört wird. Ich selbst konnte mit klassischer Musik nur bedingt etwas anfangen, denn mir waren die meisten klassischen Werke einfach viel zu „durcheinander“. Die schnellen Tonfolgen und Rythmuswechsel, die Auf und Ab´s, Hin und Her´s verhagelten mir regelmäßig den Genuss an der an sich schönen Musik und ich bevorzugte doch wieder einfachere Klangfolgen wie bei gewöhnlicher Pop- und Rockmusik und meditativem New Age.

Als der Pianist Uwe Kliemt ein Buch der Musikwissenschaftlerin Grete Wehmeyer in die Hände bekam, in der die These vertreten wird, dass klassische Musik früher viel langsamer gespielt wurde, setzte er sich ans Klavier und spielte probeweise nur halb so schnell. Er sagte daraufhin, es schlug bei ihm ein wie ein Blitz! Melodien und Strukturen erschienen ihm plötzlich viel klarer. Manche Werke wie die Waldsteinsonate (Beethoven) berührten ihn plötzlich intensiv wie nie zuvor. (*4)

Musik wurde erst 1816 „messbar“

Über die originalgetreuen Tempi der klassischen Werke streiten heute noch die Experten und Musikwissenschaftler. Kurz nach der französischen Revolution war es ein gewisser Johann Nepomuk Mälzel, der das Metronom erfunden hat. Waren es zu Mozarts Lebzeiten (er starb 1791) noch der emotionale und künstlerische Ausdruck und die geistige Bewegung allein der Komponisten, Musiker und Dirigenten, orientiert am natürlichen Pulsschlag der Menschen, wurde kurz vor Beginn der industriellen Revolution ein Gerät erfunden, dass Musik im Verhältnis zur Zeit endlich messbar machte. Schließlich wollte man die Musik jeweils vereinheitlichen, exportieren und in der ganzen Welt im Originalzustand bekannt machen. Mälzel´s Metronom (1816) machte es dann also möglich, eine bestimmte Anzahl von einstellbaren Schlägen pro Minute festzulegen. Zwar gab es schon vorher riesige Pendel, diese waren aber in der Praxis kaum anwendbar und viel zu unterschiedlich. Da es zu Mozarts Zeiten also noch kein Metronom gab, dieses aber seit Ende des 18. Jahrhunderts verwendet wird, hat die Musik von Mozart aufgrund des damals sehr hoch und komplex entwickeltem Temposystem schwer gelitten, so Musikwissenschaftler heute. (*5) Der Zeitgeist der letzten 150 Jahre und der Drang, alles immer schneller und effektiver zu gestalten, mag sein Übriges dazu beigetragen zu haben, dass klassische Musik immer schneller wurde.

[…] Der Herzschlag, die Körpertemperatur, das sind Konstanten, die sich nicht geändert haben. Auch der gesunde Atemrhythmus wird sich nicht wesentlich verändert haben. Es gibt also verlässliche Bezugsgrößen für die Musik. […] Pianist Uwe Kliemt, Mitglied vom „Verein zur „Verzögerung der Zeit“ (*6)

waveform

Das Experiment

In einem Experiment habe ich mit dem kostenlosen Musikbearbeitungsprogramm Audacity die Geschwindigkeit des Stücks „Sequentia: Lacrimosa“ aus dem „Requiem in D-Moll (K626)“ um die Hälfte verlangsamt, ohne dabei die Tonhöhen zu verändern. Obwohl ich kein Musikexperte bin und ich auch nicht weiß, ob man auf diese Weise die Ur-Musik von Mozart überhaupt reproduzierbar machen kann, ist das Ergebnis überraschend!

Aus der ursprünglichen Länge von ca. 3 Minuten 20 Sekunden Länge wurden somit 6 Minuten 40 Sekunden. Die Tonhöhnen wurden dabei nicht verändert. Sie blieben so erhalten, wie sie in der Originalfassung von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan zusammen mit dem Wiener Gesangsverein gespielt wurden. Zu hören ist nun eine meditativ-harmonische Symbiose, geprägt durch ein von langgezogenen Tönen erzieltem sphärischen Klangbild. Man empfindet dies keineswegs als langweilig, sondern als sehr angenehm, sanft und entspannend. Ob sich das Stück vor über 200 Jahren exakt so angehört hat ist natürlich rein spekulativ, aufgrund verschiedener Tempowechsel der komplexen Musik. Übrigens starb Mozart im Jahre 1791 im Alter von erst 35 Jahren während der Komposition des Requiem in D-Moll. Da es nur zu zwei Dritteln fertig wurde, wurde das Werk von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr im Auftrag seiner Witwe vollendet. Mozart selbst sagte, je langsamer Musik im Allgemeinen gespielt wird, desto schwieriger ist die Umsetzung für die Musiker.

Die Wirkung

Seit zwei Stunden nun höre ich per Kopfhörer Mozarts „Lacrimosa“ in halber Geschwindigkeit. Zunächst hörte ich die Musik zwei bis dreimal hintereinander sehr bewusst und aufmerksam und empfand sie dabei als sehr intensiv, aber angenehm. Dann fing ich an, nebenbei am PC zu arbeiten. Die Musik läuft jetzt nicht nur im Hintergrund, sondern relativ laut, isoliert vor Nebengeräuschen und möglichen Störquellen im Haus. Anfangs fiel es mir schwer, mich auf die Arbeit zu konzentrieren, da die Musik relativ dominant und ungewohnt in meinen Ohren erklang (ich höre sehr selten klassische Musik). Doch mit der Zeit, nach ca. 20 Minuten, fühlte es sich wie eine perfekte Mischung an, und ich höre die Musik eigentlich gar nicht mehr, auch wenn das Mozarts Höchstleitung nicht gerade gerecht werden würde. Aber er möge es mir verzeiehen, denn es handelt sich ja nur um ein Experiment! 😉

Ich bin absolut konzentriert und fokussiert, es erschließen sich mir komplexe Zusammenhänge. Es fällt mir leicht, zu lesen, zu schreiben und zu begreifen. Meine eigene innere Welt öffnet sich und ich fühle mich von weltlichen Dingen immer unberührter, je länger dieser Zustand anhält. Ich vergesse die Zeit und alles andere um mich herum. Wie in einem Flow mache ich die Arbeit, die getan werden will und verliere mich weder in nebligen Gedanken noch an belanglosen Nebenschauplätzen, die der Verstand so gerne produziert, wie so oft.

Schlussgedanken

Nun wird es Zeit, zurückzukommen – auf die Erde. Ich habe einen neuen Freund gefunden, verlasse nun aber Mozarts ursprüngliche Welt. Eine neue faszinierende Erfahrung geht zu Ende. Nun ist es wichtig, mich wieder zu erden, um nicht komplett abzuheben und den Boden unter den Füßen zu verlieren. Meine Erfahrung fühlt sich an wie eine Bewusstseinserweiterung, ja fast wie ein kleiner Drogenrausch! Ich empfehle daher, das Experiment ausschliesslich in einem gesunden und ausgeglichenen Gemütszustand nachzuahmen! Ich vermute, dass die Wirkung klassische Musik in der halben Geschwindigkeit zu hören, wie in diesem Experiment, sich auch bei Stücken von anderen Komponisten einstellt und der Effekt somit höchstwahrscheinlich nicht nur auf Mozart beschränkt ist.

Es bleibt der Gedanke, dass das Tempo der Musik möglicherweise absichtlich beschleunigt wurde, um die Wirkung zu „entschärfen“ und die Menschen möglichst unbewusst zu halten. Man stelle sich auch vor, mit welchen grausamen Geräuschen der Mensch täglich beschallt wird, Geräusche, die u.a. offiziell „Musik“ genannt werden und in Konsumtempeln, Radio und TV ungeniert verbreitet werden – sicherlich auch mit einigen vielen Hintergedanken. Wenn langsame, klassische Musik „bewusst“ macht, macht schnelle und aggressive Musik „dumm“. Da gilt es, sich unbedingt abzugrenzen und auf sich aufzupassen.

Copyright: © www.gehvoran.com

Einfach mal vorbehaltlos auf sich wirken lassen, es lohnt sich wirklich (es sollte mehrere Male hintereinander gehört werden, da das Musikstück nur 6 Minuten dauert):

Wer die langsame Version mit dem Original vergleichen möchte, hier in der bekannten „normal-schnellen“ Geschwindigkeit:

Quellen
(*1) bewusseinsebenen-mit-wolfgangconzen.blogspot.de/2015/01/geheimnisse-von-mozarts-klassischer.html
(*2) www.gehvoran.com/2015/04/theta-gehirnwellen-der-optimale-bewusstseinszustand-fuer-ent-wicklung/
(*3) www.zeitenschrift.com/artikel/musik-psyche-laehmende-rhythmen-und-mordende-maeuse#.VWm-1lLi98E
(*4) www.spiegel.de/spiegel/spiegelwissen/d-90975300.html
(*5) www.mozarttempi.net/chorwerkemh.html
(*6) www.zeitverein.com/zeitexpertisen/fachreferenten/www.geo.de.pdf

Bilder:
Beitragsbild: „Guts Pie Earshot IIMontecruz Foto Flickr creative commons 2.0
Bild Unten „Wellen“: Fotolia.de


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18 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Parvati says:

    Das Herabsetzen der Geschwindigkeit bewirkt natürlich schon einiges, doch ist es nicht dasselbe, wie wenn es ursprünglich auch so langsam gespielt wurde (besonders beim Gesang fällt mir das unangenehm auf) – wie übrigens im vorhergehenden Artikel zu diesem Thema bereits erwähnt worden ist! Zitat::“….Allerdings funktioniert das nur, wenn die Musik ursprünglich vom Orchester mit halber Geschwindigkeit gespielt wurde, spielt man Platten mit halber Geschwindigkeit, tritt dieser Effekt nur sehr begrenzt auf….“ Quelle: http://www.wahrheitssuche.org/mozart.html
    Vielleicht meldet sich ja noch ein Musiker zu Wort, der auch Zugang zu diesen Themen hat.
    Mir persönlich geht es jetzt weniger darum, ob in dem von mir hier oben erwähnten Artikel alles stimmen muss, aber mein Gefühl sagt mir, dass auch das Musiksystem verändert worden ist, nicht erst seitdem mind control auch über subliminals angewendet wird…

  2. 2
    Heike says:

    Lieber Alex,
    ich befasse mich bei Musikstücken auch mit Frequenzen, insbesondere der 432 Hz. Unsere Musik, die wir im Radio hören ist fast ausschließlich in 440 Hz hörbar. Die Wirkung von 432 Hz hingegen soll entspannend und beruhigend wirken, also ähnlich, wie die Stücke mit halber Geschwindigkeit zu hören. Ich habe eine Software (zum Umwandeln von Frequenzen) und einen tollen Toningenieur, der mit mir den Test gemacht hat. Tatsache, Musikstücke auf der 432 Hz Frequenz basierend klingen viel weicher und harmonischer.
    Daraus ergeben sich für mich viele neue Möglichkeiten, wie solche Frequenzen auf uns wirken können. Mit den neurostreams und subliminals kenne ich mich auch aus und finde sie sehr sinnvoll, sofern sie zum Wohle der Menschen eingesetzt werden. 🙂 LG Heike

  3. 3
    kami says:

    Hallo Alex
    Die Musik auf 1/2 Geschwindigkeit wirkt Bewusstseinsöffnend. Doch durch dieses offene „Fenster“was ich wahr nahm waren gehörnte Statuen, solche wie auf Kirchen, Schlösser etc.zu finden sind, und körperlich bekam ich Gallenschmerzen+ Übelkeit und ein beklemmendes Gefühl. So als ob jemand damit manipulieren wollen würde. Nach dem sofortigen Stopp der Musik, verschwanden auch die Sypthome.
    Ich würde grundsätzlich jedem raten ganz genau hin zu spüren und zu überprüfen, was einem selber gut tut, und nicht automatisch etwas übernehmen.

    LiebeGrüße
    Kamir

  4. 4
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Parvati,
    ja, wie ich geschrieben habe, es wird sich so nicht unbedingt 1:1 anhören, sicherlich ist der Effekt dann auch noch konzentrierter, wenn Musiker im Original die Stücke langsamer spielen, anstatt sie im Nachhinein reich technisch zu verändern – wie ich es gemacht habe.

    @ Heike,
    432 Hz. – entspricht soviel ich weiß auch den Solfeggio-Frequenzen.
    Ich Umkehrschluss ist es wichtig zu wissen, dass man sich mit Musik auch manipulieren lassen kann.

    @ Kamir,
    danke für deine Erfahrungen, welche besagen, dass es auch bei dir bewusstseinsfördernd wirkte. Wenn das Unterbewusstsein ansgesprochen wird, muss das nicht nur positiv empfundene Gefühle erzeugen, denn das Unterbewusstsein kennt ja kein Gut oder Schlecht. Wenn die Wirkung bei dir negativ war, so könnte es sein, dass hier irgendwelche Muster oder karmischen Erfahrungen an die Oberfläche wollen, damit sie erlöst werden können. Wäre vielleicht ein Ansatz, sich nochmal damit auseinander zu setzen. Aber wie du schon sagst, jeder muss selbst spüren, ob/was ihm gut tut.

    Herzliche Grüße
    Alex

  5. 5
    shamsher says:

    Ich würde auch nicht gerade mit dem Requiem experimentieren. Es gibt freudreichere Musikstücke von Mozart…

  6. 6
    Parvati says:

    Danke euch allen für eure guten Ideen! Ein echt toller Austausch findet hier statt! 🙂

  7. 7
    Heike says:

    Lieber Parvati,
    ja das finde ich auch. Hier bin ich auch immer wieder gerne!
    Lieber Alex,
    da hast Du recht. Es darf nicht zur Manipulation eingesetzt werden.

    🙂 Liebe Grüße
    Heike

  8. 8
    Sylvia says:

    Hallo Leute,
    interessant.
    Wie hier schon angeklungen gibt es Berichte im Netz, dass der Kammerton A von 432Hz auf 440Hz verändert wurde.
    Es gibt eine Musikergruppe, die nach 432Hz singt und spielt.
    Wäre ja mal interessant zu hören, wenn ein Orchester nach 432Hz und halber Geschwindigkeit spielt.
    Also das Requiem finde ich auch eher ungeeignet. Es ist ja schliesslich eine Todesmusik.
    Ich fand es genau so nervend, wie das Original.
    Zauberflöte hätte mir besser gefallen.

  9. 9
    Thomas says:

    Im Jahre 1939 trafen sich Roosevelt, Stalin, Mussolini, Hitler, Franco, Pius XII und Churchill um die Frequenz einheitlich von 432 auf 440 Hz anzuheben. Warum sich gerade diese wenig später erbitterten Feinde am Anfang des Krieges auf die 440 Hz einigten ist mir nicht bekannt. Vielleich waren sie auch nie wirklich Feinde. Krieg ist das Abschlachten von Menschen die sich nicht kennen für die Interessen von Menschen die sich kennen und sich nichts tun.

  10. 10
    Christian says:

    Lieber Alex!

    Vielen Dank für das Mit-Teilen Deines „Experimentes“. Dies ist eine Sache, an welcher ich in der Tat sehr „hänge“. Ob es „Ab-häng-igkeit“ ist, müssen andere beurteilen – für mich ist die Klassische Musik Etwas, woran mein Gemüt, mein Geist und meine Seele „EIN-KLANG“ finden.

    Anders als bei Dir, bin ich bereits als Kind mit dieser Musik in Berührung gekommen – und ward tief mit einem Teil In Mir mir berührt worden.

    Als ich in das „Halbstarken-Alter“ kam: das „Übliche“: auch mal auf „offenen“ Dorf- und Stadtfesten – sogar mal in geschlossenen Diskos – bei „Bumm-Bumm-Veranstaltungen“ „abhotten“. Das war gut so und musste sein – ohne wirklich meine „eigentliche“ musikalische „Hingezogenheit“ zu verleugnen.

    Doch mit dem Alter, den biographischen Umbrüchen und der entsprechende Reife bin ich wieder voll und ganz gelandet bei dem, womit ich dereinst als Knabe begonnen.

    Ein professioneller Musiker bin ich nicht. Mit der ganzen Theorie kann ich nicht aufwarten. Ich blase seit 26 Jahren im Posaunenchor meiner Heimatstadt und singe seit 11 Jahren in der Kantorei der Kirchgemeinde.

    Ja, damit zum Ausdruck gebracht: ich lebe eine gewisse Affinität zur „sakralen Musik“.

    Damit ist das erste Verbindungsglied zum Musik-Beispiel Deines Beitrages, dem „Lacrimosa“ von Mozarts Requiem, hergestellt.

    Wir können nicht wirklich sagen, auf welche Weise die Werke der Alten Meister aufgeführt worden waren. Doch wie auch im Allgemeinen der Geschichtswissenschaft, so gelten die Kriterien auch für die Musikwissenschaft: Analogie und Korrelation.
    Alles besteht durch und aus seiner Herleitung von etwas Ähnlichem wie auch in seiner Beziehung dazu.

    Der Deutsche Romantiker-Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy hatte 50 Jahre nach dem Tode Bachs dessen „Matthäus-Passion“ wieder uraufgeführt. Damit begann die „Bach-Renaissance“.

    Metronom oder nicht – innerhalb dieser Zeit wird es keinen „Bruch“ im grundlegenden musikalischen Verständnis der kompositorisch-kapellmeisterlichen Tradition gegeben haben, nur weil für den Unterricht im emanzipierenden Bürgertum es angemessener es war, darauf zurückzugreifen: http://thumbs3.picclick.com/d/l400/pict/370723648106_/ALBERT-ANKER-DIE-VERBANNTEN-KINDER-KLAVIER-SCHWEIZ-4.jpg

    Ich beginne, wieder zu weit auszuholen. Ich komme wieder zu Deinem Beispiel des Lacrimosa von Mozart zurück.
    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es so langsam gesungen wurde wie es die computertechnisch „gestreckte “ Variante verdeutlicht.

    Die „Alte Musik“ beherbergt genauso lustvoll-schnelle Elemente wie die der ausgedehnten Melancholie. Vielleicht kann ich das nur deshalb hier an dieser Stelle anbringen, weil ich einerseits über die vielen Jahre des BEWUSSTen Hörens von Aufnahmen und andererseits mit den vielzähligen Erarbeitungen der Werke als mitwirkender Chorist (im Bass) tief in die „Materie“ hineingestiegen bin.

    So ist das, was Du am „Fallbeispiel“ Lacrimosa beschreibst, genau den KERN treffend.

    Durch das EINÜBEN-MÜSSEN werden dann im Vorgang die Harmonien „auseinandergedrieselt“, sprich: verlangsamt und die einzelnen Stimmen voneinander getrennt. Bis dann diese wieder zusammengeführt werden und die Tempi der jeweiligen Stücke auf das gebracht werden, wie es dem Ausdruck der Worte entspricht.

    In der Tat. Ich hatte als Kind und Jugendlicher beispielsweise das „WO“ – also das Weihnachtsoratorium von Bach – unzählige Male gehört und inhaliert. Doch dessen eigentliche Schönheit und Tiefe und Weite begann ich erst dann wirklich zu begreifen, als ich selbst „sängerisches Teil“ dieser aus dem Himmel inspirierten Schöpfung wurde …

    Und meine WAHR-Nehmung dazu „hält an“. Einmal erkannt, erspürt und „resoniert“, sind es „Meisterwerke“, auf welche ich zu jeder Zeit und in jeder Situation zurückgreifen kann – und „HEIL“-ung in mir damit erfahre.

    Es sind die Frequenzen – in der Tat! Doch es sind darüberhinaus die Energien der Hingabe sowohl des Komponisten und Texters, wie auch Derjenigen, welche sich in der Nachfolge um eine angemessene Interpretation bemühen – und die Energien der „Offenheit und Empfängnis“ des Hörenden.

    Eigentlich wollte ich mit all meinen bisherigen Worten darauf hinleiten:

    Nicht die „künstlich“ erzeugte „Verlangsamung“ von „klassischen Tonalitäten“ ist es, worauf es denn dann ankäme, um sich durch die Kraft der Musik in Sein SELBST versenken zu können, sondern das BEWUSSTe Hören der „Schätze Alter Musik“ und d a d u r c h erfolgte „Ausschalten“ des „Betriebsamen“ in Uns, das uns vom WESENtlichen infolge alltäglicher „akkustischer Oberflächlichkeit, Belanglosigkeit und Dumpfheit“ ablenkt.

    Eine Beobachtung von mir und jenen aus meinen Kreisen ist, dass seit den ausgehenden 80er Jahren nachweislich die Interpretation von barocken Werken an Tempi ungeheuer zugenommen haben.

    Die Virtuosität der Künstler als Instrumentalisten, Choristen und Solisten wuchs enorm – und diese ventiliert sich in gesteigerter Artistik und Artifizialität.

    Inzwischen gibt es in der Sichtweise auf die Alte Musik wieder eine Rückbesinnung.

    Hier ein Beispiel:

    Ein anderes, um wieder auf Mendelssohn zurückzukommen. Ich weiß es nicht, ich vermute, dass er genauso wie der große Karl Richter:

    Bach sehr „ausgedehnt“ interpretiert haben muss. Karl Richter war dereinst ein Kruzianer und ein Kind seiner „spätromantischen“ Zeit – welche dann später von der nachfolgenden Generation der „Musiker“ diskreditiert worden war – weil es ja eben der „barocken Schreibweise“ nicht entsprechen würde.

    Nun, für mich ist diese Aufnahme ein Zeugnis der „Substanz- und ESSENZ-ialität wie auch „Spiritualität“ (im damaligen Sinn: Gottes-Hingezogenheit) Bachs.

    Und es stimmt. In Innerer Anspannung in langen und großen Bögen zu singen (wie auch zu blasen) ist weitaus anstrengender, als es in „Virtuosität“ schnell „abzubügeln“ …

    Aber bei allem ist es die BEWUSSTe Zuwendung und HINGABE zur MUSIK, welche Alles, was darin hineingelegt worden ist, erfahr- und erlebbar zu machen imstande ist.

    Es IST GNADE.

    Christian.

  11. 11

    Lieber Christian,
    vielen lieben Dank, dass du als Musiker uns deine (für mich neue) Sichtweise mitteilst.
    Es steckt sehr viel Liebe und Leidenschaft in deinen Zeilen und ich kann richtig nachempfinden, wie die Klassische Musik auf dich wirkt, bzw. wie Du sie auf dich wirken lassen kannst mittlerweile. Deine Hingabe – wenn der Mensch sie allem zuwenden könnte, was er tut, hätten wir keine Kriege mehr auf der Erde.

    …„Ausschalten“ des „Betriebsamen“ in Uns, das uns vom WESENtlichen infolge alltäglicher „akkustischer Oberflächlichkeit, Belanglosigkeit und Dumpfheit“ ablenkt…

    Schön gesagt! Das ist genau die Botschaft für mich, die ich auch aus dem Experiment und der erstmaligen bewussten Ausernandersetzung mit klassischer Musik mitnehme.

    Danke und herzliche Grüße
    Alex

  12. 12
    Christian says:

    Danke, lieber Alex,

    ich merke gerade, dass ich ein Video doppelt gepostet habe. Ich reiche hiermit den Link, worauf sich meine Ausführungen zu Bach und Karl Richter bezogen, nach:

  13. 13
    Sven says:

    Hallo Alex,
    Vielen Dank für das inspirierende Mozart Experiment. Ich hab das auch mal versucht für mich durchzuführen. Konnte mich aber nicht so recht darauf einstimmen.

    Nun wurde ich dazu inspiriert, dass Experiment noch einen Schritt weiter zu führen. Es ist ja so, dass heutzutage nicht nur zu schnell gespielt wird, sondern auch zu hoch.

    Der Kammerton liegt ja bei 440 Hz, die alten Meister haben anscheinend so um die 428 Hz musiziert.

    Heute wird viel von der optimalen Frequenz von 432 Hz gesprochen, welche bekannt ist für ihre Harmonische Wirkung in Einklang mit Mensch, Natur und Kosmos und auch in Resonanz z.B. mit der Schumann Frequenz liegt.

    Wobei 440 Hz absichtlich „daneben“ liegt…
    Die Instrumente der Orchester sind sogar noch höher als 440 Hz gestimmt.

    So lag ich mit meiner Vermutung richtig, dass Das Orchester unter Karajan auf ca. 445 Hz musiziert.
    Ich hab das Originalstück also nochmal mit einer hochwertigen Studio Software verlangsamt ( für eine bessere Tonqualität) und dann auf 432 Hz gesetzt.

    Nochmal ein deutlicher Unterschied finde ich…

    Hier mal meine Bearbeitung von dem Stück: Mozart Slow 432 Hz

    Herzliche Grüße,
    Sven

  14. 14

    Guter ansatz die schoepferischen werte der klassischen musik zu suchen. Hoffe das du noch viele weitere experimente machst. Dieser weg fuehrt zum ziel! Danke

  15. 15
    Robert says:

    Ja die Kirche hat schon sehr früh bemerkt das sich mit bestimmten Frequenzen sehr viel verändern lässt es muss nicht alles neu erfunden werden sie Solffegio Frequenzen und das ist sehr alt. Auch in der Chiesischen Medizin gibt es die sogenannte Elementen Musik. Da man in China die Oktave nicht kennt sondern nach einem Anderen Notenschlüssel arbeite ist es ihnen gelungen die Gesundheit sehr positiv zu beeinflussen. Gür uns klingt es halt etwas komisch da wir eben mit dem Oktaven System aufgewachsen sind!

  16. 16
    Friedhelm says:

    Hi Leute, eure Diskussion ist insofern interessant, weil sie in einem kleinen Ausschnitt zeigt, was alles so über die Wirkung von Musik spekuliert werden kann, da kann jeder mal so seine Lieblingstheorie ausbreiten. Der Beitrag von Christian ist da wohl der tiefgründigste, ich kann da seine langjährige Erfahrung als Musiker erkennen. Die Wirkung von Musik allein auf den sogenannten Kammerton zurück zu führen, macht natürlich keinen Sinn, da wir innerhalb des musikalischen Systems nicht nur den Kammerton als Grundton benutzen können, sondern auch alle anderen Töne der Tonleiter, die dann sowohl tiefer als auch höher sein können als der Kammerton. Der Kammerton wirkt sich vor allem auf das jeweilige Instrument aus, so klingen Barockflöten mit einem tieferen Kammerton tatsächlich schöner. Dieser muss aber nicht bei 432 Hz liegen, sondern kann durchaus noch tiefer sein, z.B. 416 Hz. Die Wirkung einzelner Frequenzen auf die Psyche wird immer wieder kolossal überschätzt und hat mit Musik auch wenig zu tun, denn wenn wir ein Musikstück hören, hören wir ja viele Frequenzen, es können inklusive der Obertöne dutzende oder hunderte sein. Interessanter ist da schon die Frage der Geschwindigkeit, da gibt es anscheinend tatsächlich einen Hand zu größerem Tempo in der klassischen Musik,allerdings nicht nur da, sondern auch in anderen Musikrichtungen. Wie von Christian bereits angedeutet, hängt das auch mit der zunehmenden Virtuosität der Musiker zusammen und mit dem Drang zu zeigen, was man so drauf hat. Da wird auch eine das Publikum faszinierende Artistik produziert. Ob das musikalisch Sinn macht, oder letztendlich eine sportliche Zurschaustellung ist, darüber kann man nachdenken. In jedem Fall hat das alles nichts mit irgendwelchen Verschwörungen zu tun, die die Menschen mittels musikalischer Mittel manipulieren wollen, sondern spiegelt einfach eine historische Entwicklung wider und damit auch den Zeitgeist. Der mag natürlich kritikwürdig sein, aber da steckt keine Absicht dahinter, sondern er ist das Ergebnis von sich entwickelnden kollektiven Bedürfnissen, Gefühlslagen und möglicherweise auch Illusionen.

  17. 17
    Bündnerin says:

    Ich empfehle Konzerte u.a. unter der Leitung von Sergiu Celibidache zu hören. Er war jemand, der entgegen dem ganzen damaligen Zeitgeist, klassische Musik extrem langsam aufführen liess und damit die Zuhörerschaft und auch die Fachwelt in zwei Lager spaltete. Der Zen-Buddismus spielte eine grosse Rolle in seinem Leben und die daraus resultierenden spirituellen Erfahrungen und Erkenntnisse versuchte er in die Musik einfliessen zu lassen, um gewissermassen nebst dem Hörbaren der Musik dem Transzendentale dahinter Raum zu geben. Dazu lehnte er LP-Produktionen ab, für ihn entstehe Musik im Moment und dies liesse sich nicht konservieren, da er aber Rundfunk-Live-Übertragungen seiner Konzert zuliess, konnten so seine Aufführungen der Nachwelt erhalten werden. Wer einmal Bruckners 4. oder auch 8. Symphonie mit ihm gehört hat, kann keine anderen „Interpretationen“ mehr hören. Auch Claudio Abbado war in seinen letzten Jahren der Langsamkeit sehr zugetan.

  18. 18
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Bündnerin, danke für den tollen Tipp! Hört sich sehr inspirierend an, was du schreibst. Das sind Visionäre, sie gehen neue Wege…

    Lg
    Alex

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