Vom Scheidungskind zum Versorgerkind

05 Jul 2015 Von Kommentare: 11

Fast jede zweite Ehe wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschieden. Heutzutage ist es normal geworden, wenn ein Kind bei Mutter oder Vater aufwächst. Früher war man als Kind schon eher ein Exot unter all den heilen Familien – und manchmal sehnte man sich sehnsüchtig doch auch ein Stück der heilen Welt herbei. Nicht absehbar für die liebesgeschädigten Eltern, die per Scheidung die Notbremse ziehen, sind die Folgen für ihre Kinder, denn auch als Jugendliche und Erwachsene tragen diese später eine unsichtbare Last mit sich herum.

Wenn die Liebe (die einst wohl nie wahre Liebe war?) ausgeträumt ist und der hässliche Alltag der Verpflichtungen dem Platz machen muss, was einst so lieblich und schön begann, ist die Trennung meist leider die Konsequenz. Kinder zu haben, ist daher auch kein Hindernis, den Schritt in die neugewonnene Freiheit zu wagen. Wieso auch nicht? 50% tun es ja auch.

Die Kinder tragen die Last

Kinder hat man aus Liebe gezeugt. Ja, dies der standardisierte Satz, wenn es darum geht, seiner Liebe zum Kinde Ausdruck zu verleihen. Doch wer mal im wahrsten Sinne des Wortes nüchtern – also frei von all den Bindungshormonen, allen voran Oxytocin – hinschaut, muss erkennen, dass zu Anfang einer jeden Partnerschaft alles Rosa ist und dies von der Biologie her so angedacht ist, damit unsere Art nicht ausstirbt. Man ist also voll geflasht, wenn es ans Kindermachen geht und Jahre später entsprechend abgebrüht (frei von Bindungshormonen), wenn es um die Scheidung geht. Die Kinder nun sind es, die die Last tragen. Doch manch Vater und Mutter bagatellisiert dies und erzählt schon fast stolz, dass „ihr“ Hans in der Schule trotz Scheidung gut mitkommt und gar nichts merkt von all dem Rosenkrieg, der da herrscht zwischen Mann und Frau.

Vater bindet sich wieder – Mutter bleibt traurig und einsam zurück

Bestenfalls finden die Eltern nach einer Scheidung bald wieder einen Partner. Wieso bestenfalls? Weil das Kind sich nichts sehnlichster wünscht, seine Eltern wieder glücklich zu sehen, geben sie sich doch nicht selten die Schuld für die Scheidung der Eltern. Sieht nun ein Scheidungskind seine Eltern nach der Trennung wieder glücklich, so ist dies für ein Kind eine enorme Entlastung. Doch dies ist eine reine Wunschvorstellung, denn nur zu oft bleibt mindestens ein Elternteil resigniert und von der angeblich wahren und einzigen Liebe seines Lebens enttäuscht zurück und mauert sich dermaßen zu, damit ganz sicher niemand mehr Chancen hat, sein Herz zu erobern. Der allein bleibende Elternteil versichert sodann dem Kinde auch immer wieder, dass es sich schon wohl fühle und er froh sei, dass das Kind bei ihm wohne und er somit ja nicht alleine sei.

Das Versorgerkind

Und so beginnt das Kind die tragische Rolle des Versorgerkindes zu übernehmen. Zuerst ganz unbewusst, allmählich immer selbstverständlicher, und irgendwann ist man nur noch darauf bedacht, dass es Mutter oder Vater gut geht. Manchmal hat man ein schlechtes Gewissen mit seinen Freunden auszugehen, denn Vater oder Mutter sitzen derweil betrübt zu Hause mit traurigem Blicke. „Doch, doch Kind, geh nur, mir geht es gut, sorge dich nicht um mich….“ Doch das Kind kennt den Blick nur zu gut. So entstehen allmählich Schuldgefühle. Das Kind geht abfeiern mit Freunden, doch etwas liegt ihm auf dem Herzen, und dieses Etwas wird immer schwerer und nagt sich wortwörtlich ein in die noch zarte Seele. Freude? Darf es das empfinden, wenn Mutter traurig zu Hause sitzt?

Das Scheidungskind als Erwachsener

Nun, was ist aus diesem Scheidungskind geworden im Laufe der Zeit? Vielleicht hat es bereits die eigene Scheidung durch, vielleicht hat es bewusst keine Kinder in die Welt gesetzt oder aber, es kümmert sich immer noch in aufopfernder Art und Weise um das Elternteil, dass sich nie mehr gefangen hat, wäre da nicht das Kind gewesen, dass es gestützt hätte und heute noch stützt. Nur weil es also salonfähig ist, Kindern das Leben zu schenken und sich scheiden zu lassen, heißt nicht, dass die Kinder dies verkraften. Womöglich argumentieren einige damit, dass sich das Kind dies sicher schon bereits vor der Ankunft auf Erden so ausgesucht hat. Klar, damit kann man alles schönreden und sich aus der Verantwortung ziehen.

Alles nur ein Abklatsch

Vielmehr aber sind es Muster und Prägungen, die von Generation zu Generation weitergetragen werden und solange man diesen Teufelskreis nicht durchbricht und vor allem darum weiß, wiederholen sich die Dinge, die unsere Ahnen uns bereits vorgelebt haben. Auf den nun vorliegenden Artikel bezogen, hieße dies, bevor man eine eigene Familie gründet, sich seiner Muster und Prägungen bewusst zu werden, noch bevor das biologische Arterhaltungsprogramm greift. Wenn man sodann erkannt hat, dass man sich von Muster und Prägungen befreien kann und seine eigene Geschichte schreiben darf, öffnet sich hier ein Raum für uns und unsere Kinder, der geprägt ist von Liebe und Geborgenheit und dem Wissen um die Gesetzmäßigkeiten des Lebens.

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11 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Anna says:

    Auch wenn ich mit vielen Aussagen in diesem Artikel einverstanden bin, möchte ich doch für ganz viele Scheidungswillige eine Lanze brechen. Die Wenigsten dürften sich eine solche Ent“scheidung“ einfach machen. Doch Frau Cristini sieht das alles etwas einseitig. Es gibt durchaus auch Fälle, wo man Kindern den grösseren Schaden zufügt, wenn man ihnen zuliebe zusammenbleibt, obwohl da keine Liebe geschweige überhaupt noch Respekt unter den Eheleuten zu finden ist! Wichtig ist, dass wenn Kinder eine solche Erfahrung machen – sie gut begleitet werden und ihre dadurch erlebten Dramen oder Traumen gut aufarbeiten und auflösen können! Ausserdem leidet unter einer Trennung neben den Kindern oftmals auch mindestens einer der Ehepartner genau so stark und sollte dieses Leid auflösen. Und selbst dann, wenn man sich eine Eheschliessung sehr gut überlegt und seine Geschichten, inkl. der Ahnenthemen aufgelöst hat, ist man nie davor gefeit, dass man selbst oder der Partner plötzlich der noch grösseren Liebe gegenüber steht oder dass man sich in völlig verschiedene Richtungen weiterentwickelt.
    Im Übrigen glaubt man entweder an die Reinkarnationstheorie und daran, dass man sich die gemachten Erfahrungen selbst erwählt hat oder man glaubt nicht daran, das hat rein gar nichts damit zu tun, dass man sich aus der Verantwortung stehlen will. Ich zum Beispiel glaube daran und nicht nur bei meinen Kindern sondern auch bei den selbst gemachten Erfahrungen, die ich zwar keinem anderen Menschen wünsche und doch glaube, dass sie für meine persönliche Bewusstseinsentwicklung wichtig waren.

  2. 2
    Consciousness says:

    Der wichtigsten Satz im obigen Text fand ich, ist ,,oder aber (das Kind), kümmert sich immer noch in aufopfernder Art und Weise um das Elternteil, dass sich nie mehr gefangen hat, wäre da nicht das Kind gewesen, dass es gestützt hätte und heute noch stützt.“
    Ich glaube egal von dem die Trennung ausging, daß oftmals Elternteile (meist sind es die Frauen,weil bei denen meist die Kinder nach einer Trennung leben) ihre Kinder als Stütze mißbrauchen. Kinder können glaube ich, gut mit Trennungen umgehen, wenn die Eltern klar damit sind, aber wenn das Kind Stütze oder eine Art Partner-ersatz oder sogar Lebensmittelpunkt ist, dann ist genau das- emotionaler Mißbrauch. Und ich glaube das passiert häufiger als man denkt und die betreffenden Eltern werden es immer abstreiten ,weil es eben unbewußt erfolgt.Man hat doch immer alles für das Kind getan. Wirklich alles. Und es ist häufig für die betreffenden Kinder sehr schwer daraus zu finden ,wenn sie selbst groß sind, weil sowas eben nicht mit körperlicher Gewalt stattfindet sondern eher mit Geschenken und einem Übermaß an Nähe.

  3. 3
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com says:

    Lieben Dank für eure Kommentare.
    @ Anna: Mag sein, dass ich es einseitig sehe – nämlich aus Sicht des Kindes. Der Titel des Artikels weist auf eine tiefgreifende Problematik hin, welche Consciousness richtig erfasst hat.
    @ Consciousness: Darauf wollte ich hinaus. Danke für das Erfassen meiner Gedanken.

    Liebe Grüsse und einen schönen Tag euch allen
    Silvia

  4. 4
    Chris says:

    hallo,

    also kinder sind auto-matisch der lebensmittelpunkt der eltern und meistens eines elternteils.
    und das alleine schon – egal – ob die partner zusammenleben oder auch nicht.
    es gibt da ein lied von andrea jürgens, lange her, aber hochaktuell. heißt: und dabei liebe ich euch doch beide.

    viele paare leben nebenher und es hat sich auch nix dran geändert, daß männer selber noch als kind sich be-mut-tern lassen wollen. lieber wollen sie abhaun, weg, flüchten auf die arbeit, nennen es karriere wo sie dann ne skretärin haben und sich auch da bemuttern lassen.
    die frau soll dann das zuhause rein halten, während der mann sich als kind den luxus gönnt. auszubrechen, die eigene freiheit einzufordern.

    also ist da das kind der lebens – mittel – punkt. und die frau will dann aber auch arbeiten (sich verwirklichen) und will alles aufteilen. und dann fangen ja erst die probleme an, weil die frau wie der partner eine paar-tnerschaft leben will.

    viele männer suchen dann lieber ne andere frau, die sie bemuttert und die neue partnerin sieht dann die ex als rivalin, ist die neue doch schließlich das alphaweibchen ihres mannes. aber kein paar (2).

    kinder haben ja auch gar kein mitspracherecht, es wird ihnen abgesprochen vor gericht, da es da um ein mindestalter geht.

    also ist eindeutig klar, daß männer lieber ihr eigenes leben leben wollen statt die familie – in der es um kompromisse geht. der mann wird immer ne frau finden, die sich anbiedert und stolz unterbuttert nach außen sagt: mein mann.
    die frauen, die sich wie männer verhalten gibt es wenige.

  5. 5
    Chris says:

    http://www.songtexte.com/songtext/andrea-jurgens/und-dabei-liebe-ich-euch-beide-3c2696f.html

    Und dabei liebe ich euch beide Songtext
    Sag Vati, warum kann ich denn nicht öfter bei dir sein
    Warum geht es nur zweimal im Monat
    Sind wir zusammen bringt mir das doch sehr viel Freude ein
    Wie das eben ist wenn man sich lieb hat
    Aber die Mutti sieht das nicht gern
    Warum hält sie mich denn von dir fern
    Und dabei liebe ich euch beide
    Denn ich bin doch euer Kind
    Warum nur kann ich nicht entscheiden
    Wo ich gerne bin
    Sag Vati, warum bringst du mich nachher nicht mal nach Haus
    Und kommst für ein Weilchen mit zu uns rein
    Die Mutti wirft dich doch bestimmt nicht einfach wieder raus
    Und wir könnten wieder mal zu dritt sein
    Aber du sagst nur daß es nicht geht
    Weil irgendetwas zwischen euch steht
    Und dabei liebe ich euch beide
    Denn ich bin doch euer Kind
    Warum nur kann ich nicht entscheiden
    Bei wem ich gerne bin
    Ich bin zu klein um das zu verstehen
    Doch ich würd‘ uns gern zusammen sehen
    Denn schließlich liebe ich euch beide
    Ich bin doch euer beider Kind
    Warum nur könnt ihr nicht entscheiden
    Daß wir bald wieder eine Familie sind.

  6. 6
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com says:

    Hallo Chris
    Toller Songtext von Andrea Jürgens. 🙂
    Zu deinen anderen Worten bezgl. den Männern: ich glaube kaum, dass alle Männer sich bemuttern lassen wollen. Und wenn Männer arbeiten gehen um die Familie zu ernähren hat dies nicht wahnsinnig viel mit Freiheit zu tun. Die Männer könnten im Umkehrschluss darauf kommen, dass die Frau einfach zu Hause sitzt und mit Freundinnen Kaffee trinken kann oder shoppen geht, wenn der Kleine schläft. So sind wir beim ewigen Hick-Hack zwischen Mann und Frau und vergessen wiedermal das Kind, das dazwischen steht.

  7. 7
    Chris says:

    @ silvia,

    es war ja auch überspitzt formuliert 😉 immerhin verdienen anwälte ihr geld mit sowas, selbst anwälte, die nebenbei politiker im bundestag sind 😉

    es geht natürlich um die freiheit. und ich war lediglich auf das wort „lebens-mittel-punkt“ eingegangen, alleine schon das wort „lebensmittel“ ist ansich schon pervers genug.

    kinder sind aus zweien entstanden, viele auch garnicht gewollt bzw. ungeplant. es ist doch irre-führend, wenn da die harmonie hoch gehalten werden will. wie in der werbung immer schön suggeriert wird, daß doch alles heile is, doch wer wirbt da für wen, warum und was?
    das leben ist veränderung, aber die gesellschaft läßt es nicht zu.
    d.h. kinder sollen kitten, da sie ja ein Binde – glied sind.
    sie können dieser auf-gabe nie ge-recht werden, da sie dazwischenstehen.

    und da sollte man ansetzen. und nicht bei ner fadenscheinigen diskussion, ob kinder der mittel-punkt sind 😉 übrigens zeigt das auch die trinität. vater-mutter-kind. d.h. zwei gegenteilige pole, bei der durch die implosion ein dritter teil hervorgebracht wird – etwas neues = KIND.

    um kinder wird sich auto-mat-isch gekümmert und gesorgt, schreibt doch die gesellschaft impfungen, kindergarten, schule, sozialen gruppenzwang vor. und die eltern sollen malochen gehen, ausbrennen um sie mit lebensmitteln zu er – näh – ren.

    es werden viele bücher geschrieben, leider meist nur aus egoistischer und aus philosophischer sicht. und damit wird auch viel geld verdient, denn rat-schläge zeigen nun einmal die vielfalt. also buch auto (selbst/eigen/allein) ren stellen sich dar, weil sie wissen, daß es da eh chaos (viel-falt) gibt und tummeln sich darin.

    also einfach mal tiefer an die „Materie“ rangehen 🙂

  8. 8
    Consciousness says:

    @ Chris

    wenn dich das Wort Lebensmittelpunkt so in Rage versetzt und du dann gleich so einen männerfeindlichen Text verfasst, da muss ich doch mal fragen,wieviel Kinder hast du, wieviel Väter gehören dazu,lebst du mit dem Vater deiner Kinder zusammen und falls du getrennt bist,von wem ging die Trennung aus und aus welchen Grund?

  9. 9
    Chris says:

    @ Consciousness

    es ist automat – isch so, daß kinder im mittelpunkt des lebens der eltern stehen. da hab ich nix von haß geschrieben. du fantasierst dir da ein schubladen – denken. scheinst ein verstands – gesteuerter mann zu sein 😉

    und von rage red ich auch nich, alles deine interpretation. ich seh das alles sehr ent-spannt 🙂
    kinder können ja z.b. wöchentlich mit dem wohnen bei den elternteilen abwechseln 😉

  10. 10
    Consciousness says:

    @Chris

    Hab dich auch lieb.

  11. 11
    Kasel says:

    Sehr schöner artikel vieles aus dem Text kann ich so bestätigen bzw. habe ich schon miterlebt wäre schön gewesen wenn das drumherum ein wenig mehr erläutert worden wäre aber sehr netter schreibstil weiter so.

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