Maschine statt Mensch

17 Aug 2015 Von Kommentare: 10 Gesellschaft, Zeitgeschehen

Sessel und TV in heruntergekommener Wohnung

In unserer Gesellschaft geht ein Gespenst um, das nur wenige deutlich sehen. Es ist nicht der alte Geist des Kommunismus oder des Faschismus. Es ist ein neues Gespenst: eine völlig mechanisierte Gesellschaft, die sich der maximalen Produktion und dem maximalen Konsum verschrieben hat und von Computern gesteuert wird. (Erich Fromm).
Ist unsere Gesellschaft erkrankt? Sind womöglich die Menschen, welche in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrischen Klinik verweilen, gesünder als wir? Und werden diese Menschen mittels Medikamenten „normal“ gespritzt? So normal, dass sie wieder ins Bild passen des angepassten und total dressierten Menschen?

Dieser Mensch legt tagtäglich mehrere Kilometer und Stunden mit einer Blechkarosse, dem Zug oder bestenfalls per Fahrrad zurück, um dann im Schnitt neun Stunden im Bunker pflichtgemäss und wie ein treuer Hund Arbeiten auszuführen, um sein Überleben und das seiner Familie zu sichern. Die Angst, den Job zu verlieren und unter der ominösen bekannten Brücke zu landen, sitzt allen im Nacken. Abends kommt man erschöpft nach Hause und für Liebe, für ein Gespräch, Zuwendung, Freude und Spass hat man einfach keine Kraft mehr.

So bleibt nur noch der Gang vor das Fernsehgerät, wo das Programm nur darauf wartet, uns im Dämmerungszustand, dem geistig aber aufnahmefähigsten Zustand, zu impfen mit allerlei Negativität von dieser Welt. So programmiert, verschieben wir uns mühselig ins Bett, wo das Unterbewusstsein die Negativität weiter verinnerlicht und uns erkranken lassen. Der Sex bleibt aus, die Nähe fehlt, und der Wecker klingelt morgen früh wieder, um den Wahnsinn von Neuen beginnen zu lassen. Tagein, tagaus. Täglich grüsst das Murmeltier.

Kollektiv betrachtet und auf jeden Menschen übertragen bedeutet dies, dass praktisch jeder dermassen mit Negativität gespickt hinaus in die Welt geht. Angeschlossen an das kollektive morphogenetische Feld sind wir jedoch Teilnehmer des gesamten Schöpfungsprozesses unseres täglichen Miteinanders und tragen daher ein gehöriges Maß an Mit-Verantwortung. Und dann wundern wir uns, dass alles zusammenbricht da draussen in der Welt. Krieg, Hass, Zerstörung und Leid. Woran kann sich Mensch noch erfreuen?
 

Gläserne Menschen im InformationszeitalterComputer und Maschinen um Zeit zu sparen

Mutter Erde pfeift aus dem letzten Loch, die Ressourcen für 2015 sind seit wenigen Tagen aufgebraucht und wir leben bereits wieder auf Pump bis zum Rest des Jahres. Mutter Erde versucht uns das zu geben, was sie noch hat, doch könnte sie schreien, würden wir unser eigenes Wort nicht mehr verstehen. Könnte sie weinen, würden wir in ihren Tränen ertrinken. Stattdessen sendet sie uns unermüdlich Liebe. Sie zeigt sich uns in allen wunderbaren und nur erdenklichen Farben in der Natur. Doch wir sehen es längst nicht mehr. Wir haben nur noch Augen für unser menschengemachtes und total erkranktes System. Die Normalität ist absolut pathologisch und wir merken es nicht. Wir werden geboren um das System am Leben zu erhalten und wir sterben unglücklich, weil wir für unsere Liebsten und für unsere Natur kaum Zeit hatten. Es ist jener Wunsch, den die meisten Sterbenden kurz vor dem Ableben äussern, könnten sie die Zeit nochmals zurückdrehen: Mehr Zeit für die Familie und für die Liebe zu haben. Dafür waren sie stets getreue Mitarbeiter, eingepfercht in ein menschengemachtes System. Hat Mensch dies alles so gewollt?

Paradox an diesem System ist, dass der Mensch Maschinen erschaffen hat, um schneller arbeiten zu können und effizienter zu produzieren, damit die Wirtschaft so richtig erblühen kann. Mit jeder Maschine werden mehr Menschen überflüssig. Mit jeder Maschine wird zwar mehr Zeit gewonnen im Arbeitsprozess, der Mensch aber ist dermassen innerlich abgestorben und ein Wrack, dass er mit der neu gewonnen Zeit gar nichts mehr anzufangen weiss.

Krieg durch Sinnlosigkeit?

Die zerstörerischen Tendenzen nehmen meines Erachtens heute deshalb so zu, weil die Langeweile wächst, weil die Sinnlosigkeit des Lebens wächst, weil die Menschen ängstlicher werden, weil sie keinen Glauben an die Zukunft und keine Hoffnung haben. (Erich Fromm)

Zerstört der Mensch den Planeten, weil er keinen Sinn mehr erkennen kann in diesem Spiel? Ist der Mensch meilenweit von sich entfernt? Und ist dies gar so gewollt? Wird der Mensch absichtlich isoliert, dressiert und in einem System festgehalten, wo er sich selbst fremd wird und das Verhalten eines eingesperrten Hundes annimmt? Woran soll der Mensch noch glauben? Wo schöpft er Hoffnung, wo Kraft?

Verbindung zur Erde aufnehmen

Wie kann Mensch wieder heil werden und gleichzeitig kollektiv zur Heilung beitragen? Indem er bewusst das Fernsehgerät ausgeschaltet lässt und keine Nachrichten konsumiert. Stattdessen mit seiner Familie spricht und gemeinsam oder auch alleine hinaus in die Natur geht. Der Wald wartet auf uns. Es ist kein Geheimnis mehr und auch kein Humbug, dass Bäume dem Menschen Energie schenken können und über ein gewaltiges Netzwerk verfügen, gar miteinander wie über eine Art Internet kommunizieren (siehe auch Buch „Der Biophilia Effekt). Welch Wunder, welch Trost. Der Mensch muss wieder lernen, was es heisst, Mensch zu sein und nicht mehr Maschine.

Der Mensch will tätig sein

Wenn Mensch frei wählen könnte, was er machen dürfte, es wäre nicht Faulenzen, es wäre nicht einfach untätig sein. Nein, ein gesunder und geistig aktiver Mensch nämlich wird automatisch tätig sein wollen. Mensch will etwas erschaffen, es ist sein Naturell. Aber er will in seiner Einzigartigkeit erkannt und gefördert werden, er will Mensch sein, nicht Maschine.

Copyright: © www.gehvoran.com

Bilder:
„Watchin‘ TV!“ Mario Goebbels flickr creative commons 2.0 (Beitragsbild),
Fotolia.de (Bild digitale Menschen / Unten)

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10 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    HiANRA~8~ says:

    Liebe Silvi ~
    Empfinde Deinen Beitrag TEILWEIßE sehr zutreffend;wenngleich z.B. Arbeit Technik u.s.w. durchaus ihre positiefen
    Seiten haben,b.z.w. haben können.
    Wir alle haben durchaus auch Nutzen,wahre Informationen,eine gewisse Behaglichtkeit hieraus resultierend ~!~
    Ohne Arbeit kein Essen,keine Kleidung, Häuser,Bücher,kein Internet siehe hierzu auch NEBADONIA WORDPRESS ,vieles weitere mehr ~!!!~
    Anm. Bei mir ist gerade die Waschmaschine in Betrieb ~!~
    (Mondtag tradt. Waschtag~korrelierend mit dem Element Wasser)
    Das von Dir mitgeteilte Thema ist sehr vielschichtig,vor allem ein sehr zweischneidiges Schwert ~!!!~ insbesondere
    die “ Faszination Technik/Maschinen “ Anm. hierzu : Ich kenne „Menschen“ für welche Frau/Mann out ist,oder ein
    “ zweitklassiger Mensch “ ohne über Internet zu verfügen -!-
    Nur zu oft liegt es am richtigen~bewußten Umgang,respektiefe richtigen Maß ~!!!~
    ~ ~ ~
    Fast alles ist Gift oder nicht Gift Es kommt auf die richtige “ Dossierung “ an
    (Paracelsus ~ Schweizer Arzt u. Heiler )
    ~ ~ ~
    Zur Arbeit . Überleben und leben gehören in das Gleichgewicht~ die (innere und aüßere) Balance ~!!!~
    Arbeit kann durchauß sinnvoll~interressant~lehrreich u.s.w. sein ~!!!~ Ebenso können so posi-nega-tiefe menschlichte Kontakte hieraus resultieren ~!~
    Will meinen Kommentar insoweit belassen,verstehst Du was ich mitteilen möchte ~?~
    Du benutzt~verwendest~und “ last but long not least “ doch ebenso die Vorzüge der Technik~Maschinen~Arbeit~ des Internet, inclusive Energie, u.s.w. ~!~
    ~ Mit herzlichtem Gruß ~ Peter~Michael ~ ( HiANRA ~8~ )
    ~ Please n‘ Peace ~ Go~*ON* ~Line ~

  2. 2
    Peter Schenk says:

    Guter Artikel, der einmal mehr die zentrale Herausforderung eines jeden Lebewesens schildert: „Sinnvolle Arbeit = sinnvolles Leben“. Ein Schritt weiter könnte man auch sagen „Sinnvolle Lohnarbeit = sinnvolles Leben“ oder wenn es denn endlich das bedingungslose Grundeinkommen BGE geben sollte „sinnvolle Beschäftigung = sinnvolles Leben“. Wo dies nicht gelingt, sind Krankheit, Süchte und anderes die Folge (gilt auch für Tiere). Und wie immer im Leben, was einfach tönt, ist offenbar schwierig umzusetzen. Hans Ruh, ein hervorragender Schweizer Sozialethiker hat dies alles sehr viel schöner beschrieben und formuliert wie ich und auch entsprechende Bücher veröffentlicht. Er fordert eine ethischen Marktwirtschaft als Antwort auf die permanenten Krisenlagen, spricht vom Störfall Mensch oder von einer ethischen Zukunft oder gar keiner. Nun, ich selber denke, gar keine wird die Folge für die Menschheit sein, auch weil es kaum noch Menschen geben wird, nur noch degenerierte, konsumierende, abgestumpfte Biomasse, die nicht mehr kann, selbst wenn sie wollte; Kultur ist nur durch Triebverzicht (Freud), Disziplin, Einsicht, Umhandeln und Empathie zu erreichen und dies ist schon bei normalen Umständen schwierig.

  3. 3
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com says:

    @ HiANRA~8~
    Herzlichen Dank für deine Gedanken. Wie im letzten Abschnitt angesprochen, werden die meisten Menschen arbeiten wollen, wenn sie entsprechend ihren Talenten gefördert würden oder aber sich sinnvoll selbst was aufbauen könnten. Nicht jeder hat einen tollen Job, manch einer ist im Hamsterrad gefangen und kein Ausweg in Sicht. Absolut richtig: die Dosis macht das Gift.
    Es sind Langzeitbeobachtungen. Die Zitate von Erich Fromm stammen bereits aus den 60er Jahren – und man sieht eindeutig, wo es hinführt. Obwohl der Mensch allen Luxus besitzt, wird er krank.

    @ Peter Schenk
    Danke auch dir für deine wertvollen Gedanken. Irgendwie habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben…. kennst mich ja 🙂

  4. 4
    Wolfram Geisler says:

    Herzlichen Dank für Deinen Artikel. Aus meiner Beobachtung trifft alles den Kern. Wir werden bewusst unbewusst gehalten. Für mich ist es allerdings erschreckend, wie die Oberflächlichkeit im Laufe der Jahre potentiell zunimmt und der Wert des Menschen eigentlich nur noch in Egozentrik und Manipulation entartet. Menschenrechte war gestern! Der aktuelle Umgang mit den Flüchtlingsströmen macht dies besonders deutlich. ‚Die sind ja selber schuld‘ hört man häufig sagen. Dieses Schönreden und dieser Selbstbetrug sind für mich mittlerweile unerträglich, zumal unsere tollen Organisationen ja offensichtlich nur menschenverachtende Luftnummern sind. Denn ganz im Gegenteil werden die Destabilisierungen ganz bewusst von unseren Sauber Männern/Frauen geschürt, um an Bodenschätze und neue Märkte heranzukommen. Widerlich! Der Kriegstreiberei und Menschenverachtung sollte endlich Einhalt geboten werden, um Menschenrechte und Menschenwürde wieder den wirklichen Stellenwert zu geben, wie es schließlich auch in den verschiedenen Verfassungen verankert ist.Aufwachen ist angesagt!!

  5. 5
    gabriele karl-böcher says:

    Hallo, ein sehr guter Artikel, das habe ich alles schon selbst erkannt, habe auch eine Lösung, denn die ist ja dann der nächste Schritt….

  6. 6
    gabriele karl-böcher says:

    …..und zwar ist für mich die Lösung: Anastasia – Buchreihe lesen.

  7. 7
    Consciousness says:

    Der Traum des materiellen Lebens

    ,,Wie lange dauert der Traum des materiellen Lebens an. Wann können wir Befreiung erlangen?“, fragt der weise König Janaka seinen ungewöhnlichen Gast, den in bescheidene Bettelgewänder gekleideten Ashtavakra.

    Der Heilige schaut ihn mit seinen dunklen Augen an- Augen, in denen sich der König zu verlieren scheint-, dann steht er auf und geht ruhig zu einer mit Juwelen geschmückten Säule. Jäh umarmt er die Säule mit vehementer Kraft und schreit: ,,Lass mich los! Lass mich endlich los! Wie lange willst du mich noch halten- gib mir endlich die Freiheit!“

    Ungläubig schauen der König und seine Minister dem Schauspiel zu.Die Soldaten werfen sich unsichere Blicke zu- ob sie eingreifen sollen?

    Der Heilige blickt mit seinen tiefen Augen den König an,löst seine Umarmung von der Säule und geht gelassen aus dem Königssaal.

  8. 8
    gabriele karl-böcher says:

    Die Diagnose läßt sich relativ leicht stellen. Wie sieht dann die Therapie aus? Der schwierigere Teil der Krankheit?
    Wir leben in einer Übergangszeit, die Pioniere gehen jetzt voran, werden ziemlich geschubst, damit sie in die Gänge kommen, gestalten den Übergang. Ich richte den Fokus komplett auf das Neue, denn immer wieder die alten Strukturen anzuschauen und zu bejammern, ändert nichts, das ist steckenbleiben in der Diagnose und dann kann man sich betäuben, ablenken, um die Schmerzen auszuhalten. Die Therapie ist in der Anastasia-Buchreihe beschrieben. Die Rückverbindung zur Schöpfung, zu Mutter Erde, die wahre Re-ligio. Das ist in die Materie gebrachte göttliche Ordnung. Ich möchte meinem Kind eine andere Welt hinterlassen, als diese, wie sie jetzt ist.

  9. 9

    Herzlichen Dank euch allen für die wertvollen Worte.

    @ Gabriele Karl-Böcher: Die Krankheit (Pathologie der Normalität) erst mal erkennen, ist schon die halbe Miete. Sich diese bewusst zu machen. Sobald diese bewusst ist, fängt es innerlich an zu arbeiten. Ein Prozess. Der Stein kommt dann ins Rollen. Die Kunst ist es dann, auf die innere Stimme zu hören, sich leiten zulassen, noch bevor der Verstand (der auch seine Daseinsberechtigung hat) mit allen Angst-Argumenten dazwischenfunkt.
    Morgen kommt ein Artikel, der sich unter anderem mit „Anastasia“ beschäftigt….
    Liebe Grüsse Silvia

  10. 10
    gabriele karl-böcher says:

    LIebe Silvia, das sollte auch keine Kritik sein, sondern Zustimmung zu hundert Prozent. Herzlichen Dank für den neuen Artikel, ich freue mich sehr darüber. Vielen Dank für eure Arbeit hier, die ist sehr anspruchsvoll und die Artikel sind allesamt sehr gut gemacht.

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