Salbei – Kein Geist kommt an dir vorbei

03 Aug 2015 Von Kommentare: 2 Vom Zauber der Pflanzen und Kräuter

Salbei

Man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Wenn wir die allseits bekannten Salbeiblätter im Teig oder kombiniert zu einer Fleischspeise zu uns nehmen, finden wir dies vielleicht besonders lecker, aber dass hierbei eine uralte Geschichte dahinter verborgen liegt und diese Salbeiblätter in der Speise viel mehr als nur eine Zierde sind, daran denken wir womöglich kaum. Besonders im alemannischen Raum waren Speisen mit Salbei beliebt, und sicher nicht zu Letzt, weil die Menschen damals noch das Wissen um dieses wundersame Kraut hatten. Jeder, von Arm bis Reich, vom Koch bis zum Arzte, alle sie wussten um die Herrlichkeit und nicht zuletzt Nützlichkeit dieses Krautes.

Hildegard von Bingen lobt ihn sehr, ist doch Salbei wirksam gegen allerlei kranke Säfte im Körper. Seit dem Mittelalter ist er eine geschätzte Heilpflanze und mancherorts weiss man um dieses Geschenk bis heute. Dieses Wissen jedoch über die ganze Zeit zu erhalten, war schwieriger als angenommen, weiss man doch um die systematische Vernichtung der guten Kräuterfrauen, die mit dem Teufel im Bunde gestanden haben sollen. Gott sei Dank sind diese düsteren Zeiten vorbei und wir dürfen uns wieder getrost Mutter Natur widmen und ihre Schätze begreifen und neu lieben lernen, ohne dass man sich in Gefahr wähnen muss. Oder irre ich mich da grad?

Als Arzneimittel

Frauen in den Wechseljahren, welche unter den bekannten Hitzewallungen zu leiden haben, mögen Salbeitee trinken, denn dieser wirkt starkem Schwitzen entgegen. Bei Entzündungen im Mundraum, Halsschmerzen oder Problemen mit dem Zahnfleisch, sei regelmässig gegurgelt oder gar ein paar Blätter pur verzehrt, was auch das Zahnfleisch und die Zähne reinigen soll. Auch gegen Mundgeruch besonders gut geeignet, da er gleichzeitig desinfiziert. Sebastian Kneipp empfahl Salbeitee ebenso bei Gicht, Rheuma und Fettsucht.

In der Küche

Man nehme die jungen, frischen Blätter. In getrockneter Form auch das ganze Jahr verwendbar. Aber Vorsicht! Bei Blütezeit schmecken die Blätter irgendwie stark nach Stinktier oder ähnlich, dies ist jedoch meine ganz persönliche Einschätzung. Daher sollte man während der Blütezeit keine Salbeiblätter ernten. Als Gewürz hervorragend geeignet zu Fleisch, Fisch, Geflügel, natürlich auf dem Grill als Geschmackszusatz, vielleicht gar mit einem feinen Rosmarinzweig gepaart, ebenso zu Kartoffeln oder Nudelgerichten oder wie bereits erwähnt, als gesunde Blätter im Teig gebacken. Während der Schwangerschaft soll man bitte auf Salbei verzichten.

Weisser Salbei zum Reinigen von Gebäuden

Manch empfindsame Seele kann durchaus wahrnehmen, wenn bei einem Einzug in ein neues Heim oder in eine neue Wohnung noch Überbleibsel der Vormieter zurückbleiben oder gar Verstorbene aus längst vergessener Zeit noch ihr Unwesen treiben in den alten Gemäuern. Nicht selten, wenn dem nicht Einhalt geboten wird, übernimmt der Nachmieter dann ungewollt Muster dieser Person. Daher ist es seit je her üblich, dass man neue Wohnräume ausräuchert, sie mit Salbeirauch desinfiziert, neu und „unbewohnt“ macht. So kann der Start in die neue Welt gelingen. Leider wird dieses alte Wissen, bzw. dieser alte Brauch heute nicht mehr so oft angewendet, setzt man es doch mit Kinderkram und Spukgeschichten gleich.

Doch man darf sich gern fragen, wieso unsere Ahnen dieses Wissen wie selbstverständlich in sich trugen und es auch gebrauchten, und bei uns alles irgendwie in der sterilen digitalen Welt verloren zu gehen droht.

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Bild: crissi-wonderland.com

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Heike says:

    Salbei ist klasse. Bei mir im Garten wächst seit Jahren ein riesengroßer Strauch.
    Die Blätter kommen in meinen grünen Smoothie und für den Winter kann man sie gut trocknen und hat dann auch etwas in der kalten Jahreszeit.
    Besonderer Tip von meinem Heilpraktiker für Tiere: 3 bis 4 Blättchen den Zwergkaninchen täglich zu fressen geben. Das hilft bei Scheinschwangerschaft und Durchfall.
    Grüßle 🙂

  2. 2
    Ingrid says:

    Ich habe schon jahrelang die Angewohnheit, beim Rundgang oder beim Gartenln, ein bis zwei Salbeiblätter einfach so zu essen, gut kauen und etwas Wasser zum Nachspülen und paßt schon. 🙂 LG Ingrid

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