Alchemilla Vulgaris – Freyas Tränen

20 Sep 2015 Von Kommentare: 0 Ratgeber, Vom Zauber der Pflanzen und Kräuter

Göttin Freya weinte goldene Tränen, als Odin zu fernen Völkern zog und sie zurücklassen musste. Daraufhin wurde ihr das nun nachfolgend beschriebene Kräutlein, der Frauenmantel, gewidmet. Nach einem prächtigen Regen, und nicht nur dann, wie wir später erfahren werden, bleiben in den kelchförmigen Blättern jeweils einzelne Wassertropfen zurück, die so an die bitter geweinten Tränen von Freya erinnern. Später dann wurde der Legende nach aus der germanischen Mythologie der christliche Mantel übergestülpt und so verglich man die Frauenmantelblätter mit dem Schutzmantel der Heiligen Maria, wo jeder Zuflucht fand, wenn er diese suchte. Man sagte dann, die Tränen stammen von den noch jungen Engeln, welche sich vom Teufel verführen liessen und dies nun bitter bereuten.

Doch ganz verstossen wurden sie nicht, denn sie fanden Zuflucht bei Maria. So existieren dann auch leicht erklärlich noch andere Namen für dieses Kräutlein. Marienmantel, Marienkraut, Sinau, was vom mittelhochdeutschen „sintowe“ abgeleitet ist und so viel wie Immertau bedeutet, Taukraut, oder aus der Schweiz Dächlichrut und Röckli, Weiberkittel, Muttergotteskraut und Regendachl, was wohl aus Bayern oder Österreich stammt.

Alchemilla Vulgaris

Der wissenschaftliche Name lautet Alchemilla Vulgaris und tatsächlich stammt dieser von den Alchemisten, denn diese glaubten tatsächlich, dass man die Wassertropfen in Gold verwandeln könne. Scheinbar war für sie diese Pflanze so wichtig, dass daraus der wissenschaftliche Name entstand. Nun wird auch klar, warum es selten Regentropfen sind, die da zurückbleiben. Man nennt es in der Fachsprache Guttation, das Ausscheiden von Wasser. Gerade bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit presst die Pflanze Feuchtigkeit aus sich heraus, vergleichbar mit schwitzen. Tropfen sind also nicht nur bei Regen zu finden, nur falls sich jemand wundern würde, wenn ihm dies mal auffiele, bei einem Spaziergang mit offenem Blicke und Herzen. Dieser Tropfen also kommt aus dem Innern der Pflanze, somit stellte dies für die Alchemisten ein weiteres Mysterium dar, was es zu erforschen galt.

Tee

Da es ja keine Zufälle gibt, bin ich also völlig unzufällig auf dieses Kraut gestossen, als ich beim Apotheker war und meinen Blick über die vielen verschiedenen Teesorten streifen liess. Angesprungen hat es mich, so kann man es nennen und was mich also so spontan anspricht, nehme ich mit. Und ich muss sagen, der Tee schmeckt köstlich und er ist sehr gut für Frauenleiden allerlei Art. Dies, weil er das Pflanzenhormon enthält, welches dem weiblichen Progesteron ähnelt und somit ausgleichend wirkt im weiblichen Zyklus, wenn dort ein Mangel vorliegt. Aber nicht nur wir Frauen profitieren davon. Das Kräutlein hilft auch bei Magendarmbeschwerden und Durchfallerkrankungen. Äusserlich angewandt hilft es bei Hautunreinheiten und Ekzemen, ebenso bei Entzündungen der Haut. Auch im Rachenbereich findet es seine Anwendung, dann vor allem bei Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen.

Küche

In der Küche wird es eher selten verwendet und wenn, dann bitte nur die jungen Blätter. Aber auch die schmecken leicht säuerlich. Dennoch bilden sie gerade bei einem leckeren Wildkräutersalat eine wundervolle Zutat. Auch als Erfrischungsgetränk eignet sich der Frauenmantel, ähnlich eines Eistees, wobei hier die Blätter erst überbrüht und anschliessen kalt gestellt werden.
Mein Fazit: Frauenmantel kann man nicht nur anziehen, sondern auch richtig sinnvoll nutzen und kommt nie aus der Mode 😉

Copyright © Silvia Cristini

Bild: „Alchemilla“ / H.P. Brinkmann flickr creative commons 2.0

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