Es sind die Menschen…

04 Sep 2015 Von Kommentare: 5 Allgemein, Sonstiges

Wasserfall

Baum

Lieber Baum, du spendest mir Schatten, gibst mir Luft zum Atmen, schenkst mir mit deiner Blätter- und Blütenpracht in jeder Jahreszeit ein Bild, das mich verzaubert. Selbst im Winter, wenn deine Äste karg sind, schenken sie mir Hoffnung, denn ich weiss, dass du dich nur ausruhst und dass du im Frühling wieder in deine Kraft kommst. Du zeigst mir somit eindrücklich die Symbolik vom Werden und Vergehen. Doch wenn ich deinen Stamm umarme, spüre ich Leid, spüre ich Angst, deine Energie, sie fliesst nicht schön. Sag, was belastet dich?

„Es sind die Menschen. Einige sehen, was ich leise und selbstverständlich für sie tue. Doch viele sind entwurzelt und gleiches machen sie dann mit mir. Sie fällen mich, um an Geld zu kommen. Sie fällen mich, um Land zu gewinnen und um dieses zu verkaufen. Auch mich verkaufen sie. Doch, wie kann man etwas verkaufen und zu Geld machen, wo doch Mutter Erde ihnen allen geschenkt hat? Und weiss denn der Mensch nicht, dass er uns Bäume braucht, um eine gesunde Luft zu erhalten? Wir Bäume sind alle eine grosse Familie, wir sind vernetzt, wir sprechen miteinander und wir strecken unsere Baumkronen weit in den Himmel und bilden eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Wieso zerstört der Mensch diese Brücke? Wieso tötet er unsere Familie?“

Wasser

Lieber Fluss, wenn ich ganz nah bei dir verweile und mein Füsse in dir baden darf, dann spüre ich deine Berührungen, die so sanft und stark zugleich sind, mir Abkühlung schenken und meine von Strassenschuhen strapazierte Haut pflegen. Du massierst meine Füsse und wenn ich auf den runden Flusskieseln gehe, fühle ich, wie jeder meiner Reflexzonen angesprochen wird. Lieber Fluss, und wenn mir nicht nach Menschen ist und doch nach einen Gespräch, dann lädst du mich ein, bei dir zu verweilen. Du hörst mir zu, du unterbrichst mich nicht. Und wenn ich dann lausche, höre ich sanft deine Stimme, die auch mal tosend und bedrohlich sein kann. Doch wenn ich mein Gesicht in dir spiegeln sehe, spüre ich Leid, spüre ich Angst, deine Energie, sie fliesst nicht schön. Sag, was belastet dich?

„Es sind die Menschen. Nur wenige sehen, was ich ihnen schenke, was ich leise und still für sie tue. Doch viele sehen mich gar nicht mehr, obwohl sie mich täglich aus dem Wasserhahn wie selbstverständlich konsumieren. Aus dem Hahn kommt das Wasser für sie, nicht aus einer natürlichen Quelle. Sie sind weit entfernt von ihrer eigenen Quelle, sie haben die Anbindung an ihr Selbst verloren. Darum kippen sie Gift in meinen Lauf. Sie zerstören mich und damit sich. Doch sie merken es nicht.“

Fränkisches Dorf und Fluss PegnitzErde

Liebe Erde, wenn ich auf dir ruhen darf, deine Wärme spüre, dann fühle ich mich eins mit dir. Wenn ich etwas säen darf und du es geduldig für mich austrägst, damit ich es ernten und essen darf, dann kann ich kaum beschreiben, was du mir bedeutest. Demut? Liebe? Dankbarkeit? Doch wenn ich deine Erde durch meine Hände rieseln lasse, spüre ich Leid, spüre ich Angst, deine Energie, sie fliesst nicht schön. Sag, was belastet dich?

„Es sind die Menschen. Nur wenige sehen, was ich ganz leise und sanft für sie erschaffe. Während sie mein Brot essen, denken sie, es kommt aus einem Einkaufsladen. Viele vergessen, woher es wirklich stammt. Sie schütten Chemie in meine Erde, damit alles schneller und grösser wächst. Sie lassen mir keine Zeit zum Regenerieren. Jedes Jahr werde ich aufs Neue gequält, ausgepresst, getötet. Und sie merken nicht, wie dieses Gift in ihren Körper fliesst und sie krank macht, was wiederum einige sehr erfreut. Dabei würde ich ihnen alles bieten, wenn sie sich auf mich einlassen würden. Ich frage mich, ob Mensch nicht weiss, dass wir ganz gut ohne ihn sein können, er aber nicht ohne uns?“

Die Erde ist unsere Mutter, sie nährt uns.
Was wir in sie hineinlegen, gibt sie uns zurück.
(Indianische Weisheit)

Copyright / Bilder: © www.gehvoran.com

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Karl Gustav Hugo Klaus Ohne says:

    Danke sehr.
    Ich habe schon oft mit Bäumen gesprochen, und zwar nicht allgemein so das Leid erfahren, aber wenn es eine verletzte Stelle im Wald gibt, wo die Holzfäller rum marodierten, dann ist es genauso wie beschrieben. Eine regelrechte Verletzung. Ein Leid. Es gibt auch Freundschaften zwischen Bäumen, und wenn dann ein Baum fehlt, ist das schon ein gewisser Verlust. Aber wenn der einzelne Baum sieht, wie er stirbt, habe ich bisjetzt immer einen gewissen Sarkasmus darüber erfahren – aber nur was den Baum angeht, der selbst sein Ende kommen sieht: Sie nehmen es mit Fassung, „Freunde es geht zuende“. Sie sind dahingehend für mich als weise zu betrachten, da sie keine unnütze Empfindungen hegen. Aber mehr gewichtig ist für sie das , wenn sie mitansehen, wenn ANDERE Pflanzen und Bäume dahingerafft werden.
    Sie haben einen trockenen Humor, und empfinden zwar Leid, aber gerade die Älteren kommen mit diesen Dingen der Ignoranz und des Leidens gut zurecht. Die Bäume haben mir dann auch gesagt, wie sie manche Menschen sehen. Teils necken sie die Menschen, weil sie kein Auge für die Bäume haben. Sie blicken mit einer Art Stirnrunzeln auf die meisten Menschen. Sinngemäß, man könnte ihnen Grimassen schneiden, sie würden es ja nicht merken.
    Ich liebe sie.
    Eine schöne Anekdote: Ich habe einmal mit einem Freund eine Katze im Wald begraben. Mein Freund hatte diese Katze geliebt und mit dem Beerdigung wurde auch ein Stück dieser Liebe beerdigt. Ich sah dann medial, die Bäume neigten sich zu uns, waren ganz offen und anteilnehmend, es war ein wunderschöner Augenblick, gewürdigt und für mich wird das in Erinnerung bleiben.

    Allgemein: Wenn Liebe im Spiel sind, dann sind die Bäume präsenter denn je. Sie lieben unglaublich viel genauso wie alle Pflanzen: Da haben sie uns Menschen etwas WEIT voraus, weil wir im Dasein immer Gründe suchen, um das Dasein zu lieben. Die Bäume sind Wetter und Wind ausgesetzt, und können doch nie anders als ihr Dasein zu lieben. Aber der Mensch ödet vor sich hin und braucht einen Lottogewinn um das Dasein und alles andere zu lieben und wenn hält es auch nur drei Tage, und schon ärgert man sich wieder….

    In Bezug zum Wasser habe ich neulich die Erkenntnis gehabt, dass ein Fluß Gebiete miteinander verbindet. Wer also zB am Rhein lebt, ist eigentlich in einer Stadt, die mit den Alpen verbunden ist (weil der Rhein daher kommt). Usw.

  2. 2
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com says:

    @Karl Gustav Hugo Klaus Ohne
    Vielen lieben Dank für Deine Erzählung. Ich könnte dir stundenlang zuhören….
    In der Natur scheint alles vernetzt zu sein. Bäume, Flüsse, Berge… eigentlich wissen wir nichts, obschon wir glauben alles zu wissen…. doch genau diese Haltung verschliesst uns jeglichen Zugang dazu….

  3. 3

    Wenn man davon ausgeht das alles Energie und miteinander verbunden ist ,dann weiss man auch ,dass alles miteinander Kommuniziert ..Nur die art und weise der Kommunikation ist sehr unterschiedlich sowie die Seins – Ebenen und die Schwingungen…

    Ich bin mir eines Stuhls bewusst, also bin ich nicht der Stuhl.
    Ich bin mir meines Körpers bewusst, also bin ich nicht mein Körper.
    Ich bin mir meiner Gedanken bewusst, also bin ich nicht meine Gedanken.
    Ich bin mir meiner Wünsche bewusst, also bin ich nicht meine Wünsche.
    Ich bin mir meiner Gefühle bewusst, also bin ich nicht meine Gefühle.
    Ich bin reines Bewusstsein und dieses ist das Symptom der SEELE !
    Es ist Antimateriell und unzerstörbar, ewig, und voller Glückseeligkeit.

    Assagioli

  4. 4
    Karl Gustav Hugo Klaus Ohne says:

    Hallo

    was ich noch sagen wollte, also ich spüre eine Art Leid andauernd bei den Bäumen, aber es ist eher wie eine Schmutzglocke. Ich vrmute da Umweltgifte, Staub der Zivilisation und auch dunkle Energien , auch durch die „Ausdünstung“ von millionen Menschen. Wenn ich mir überlege, wie wir (ich schliesse mich da ganz besonders ein) durch die Gegend gehen, dann sind da oft ehr negative Gedanken, Gefühle, Frust, Zorn, auch mindere Formen wie Hektik, Hast.
    Wenn ich die Pflanzen dann sehe, bemerke ich medial diese Schmutzglocke. Manchmal scheint mir, als würden die Pflanzen andauernd geschlagen werden.
    Tja. Ich finde so viel Gefallen daran, an den Pflanzen vorbei zu gehen, und sie zu streicheln, wenn da irgendwas in der Nähe ist.
    Wenn dann einer meiner Gattung (Mensch) des Weges kommt, stelle ich das ein. Traurig. Ich weiss nicht, ob ich mir das zutraue, trotz Beobachtung zu tun. 🙂

  5. 5
    Silvia / Gehvoran.com Silvia / Gehvoran.com says:

    Danke. Da passt doch dieses Zitat hier ausgezeichnet 🙂

    „Wer mit einem Baum sprechen kann, braucht keinen Psychiater. Die meisten aber glauben genau das Gegenteil.“
    (Phil Bosmans)

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