Cannabis: Zugang zur übersinnlichen Welt?

18 Feb 2017 Von Kommentare: 3 Altes Wissen, Naturvölker

Den Menschen Begeisterung zu verleihen und ihnen einen Zugang zur übersinnlichen Welt zu öffnen, sind das mystische Erbe teilweise verloren gegangenen Wissens. Rauschähnliche Zustände, die beim Verzehr von bestimmten natürlichen Substanzen eintreten, waren dabei eher nur zufällig entdeckte Begleitumstände beim Verzehr von lebenswichtigen Heilkräutern. Denn beim Konsum von „bewusstseinserweiternden“ Pflanzenstoffen ging es primär nicht unbedingt darum, in einen rauschähnlichen Zustand zu kommen. Die berauschende Wirkung von verschiedenen natürlichen Substanzen bzw. von zubereiteten Tränken ist in allen Kulturen der Welt zu finden. So waren es bei den Germanen nicht nur Wein und Bier, sondern auch der „Met der Begeisterung“ war gewissermaßen ein Quell der Weisheit und der künstlichen Erweckung. Der wichtigste Bestandteil der „Zaubertränke“ war keinesfalls der Alkohol, er ist nichts weiter als ein Konservierungsmittel.

Auch eine der ältesten bekannten Nutz- und Heilpflanzen Cannabis vermag Kreativität zu fördern und die Heilung, wie wir heute wissen, vieler Krankheiten zu unterstützen, anstatt einfach nur „high“ zu machen, wie dies der Hanfpflanze vorurteils- und mantramäßig immer wieder unterstellt wird.

Unterstützung bei Heilung

Die Hanfpflanze stammt ursprünglich aus dem indisch-fernöstlichen Raum und breitete sich über den Mittleren und Nahen Osten bis nach Nord- und Südamerika und Europa aus. Cannabis wurde bereits im China des ersten Jahrhunderts n.Chr. für die Behandlung von geistiger Abwesenheit erwähnt. 1300 Jahre später wurde Hanf in einer anderen chinesischen Schriftquelle als Mittel gegen nervöse Verstimmung, Frauenleiden, Geburtskomplikationen, Übelkeit und Erkrankungen der Harnwege beschrieben. In den altindischen Schriften der ayurvedischen Medizin ist Cannabis Bestandteil zahlreicher Arzneimittelmischungen, die u.a. bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Gelbsucht, Potenzprobleme, Schlafstörungen, Schmerzen aller Art, Husten und sogar bei Alkoholismus eingesetzt werden.

CannabisIm 19. Jahrhundert machte der irische Arzt O’Shaugnessy indischen Hanf der westlichen Medizin bekannt. Als Stabsarzt in Indien konnte er sich von erfolgreichen Cannabis-Behandlungen bei Krampferkrankungen wie Tollwut, Starrkrampf und Epilepsie sowie als Beruhigungsmittel bei Schlafstörungen, Angst und Schmerz überzeugen.

Die Wirkung von Cannabis

Hanfprodukte von weiblichen Samen sind in Deutschland verboten, da nur diese Samen genügend THC beinhalten, um eine berauschende Wirkung erzielen zu können. Anfang des Jahres 2017 wurde eine Legalisierung für die medizinische Anwendung eingeführt, die es möglich macht, beispielsweise chronische Schmerzen und Parkinson mit Cannabis legal zu behandeln. Die als sehr angenehm beschriebenen Wirkungen beim Konsum von Cannabis sind eine Anhebung der Gemütslage, Gefühle der Entspannung und des Wohlbefindens. Möglich ist auch ein heiteres Gefühl, verbunden mit einem gesteigerten Kommunikationsbedürfnis. Die Sinneswahrnehmungen werden intensiviert, was dazu führen kann, dass möglicherweise psychedelische oder visionäre Bewusstseinszustände wahrgenommen werden. Ein Gefühl großer Euphorie und/oder der Einheit mit dem Universum und allen Lebens kann durchaus auftreten, wenn genau diese Absicht dahinter steht.

Von unbewussten und unkontrollierten Konsum von rauscherzeugendem Cannabis, der nur der Ablenkung und der Zerstreuung dient, ist meines Erachtens abzuraten. Denn wie alles im Leben hat auch der Cannabis-Konsum zwei Seiten. Je nach eigenem Befinden, dem psychischen und seelischen Zustand, kann das Konsumieren von rauscherzeugendem Cannabis auch als unangenehm empfunden werden. Zu diesen Wirkungen zählen depressive Verstimmungen, Unruhe, Angst, Panikreaktionen und Verwirrtheit. Panikreaktionen können bei unerfahrenen und unvorbereiteten Konsumenten auftreten, die mit den psychischen Effekten von Cannabis nicht vertraut sind.

Cannabis in der heutigen Zeit

Anden EcuadorVerschiedenen politischen und wirtschaftlichen Interessen ist es zu „verdanken“, dass der Konsum und Verkauf von rauschverursachendem Cannabis immer noch illegal ist und harte Strafen nach sich ziehen kann. Aber man sollte nicht vergessen, dass man verantwortungsvoll mit dem Konsum umgehen muss, will man nicht seiner Gesundheit schaden. Wie bei allen Dingen im Leben wirkt ein Übermaß oder ein Extrem auf allen Ebenen eher schädlich auf unseren gesamten Organismus, was auf eine anderweitige Blockade im seelischen Bereich hinweist, ähnlich wie beim Alkoholismus oder anderen Süchten. Dass man bewusst mit „leichten“ Drogen umgehen kann und der Konsum durchaus auch nachvollziehbare Gründe hat, beweisen die alten indigenen Völker in Nord-, Mittel- und Südamerika.

So diente das Kauen von Cocablättern den südamerikanischen Indianern sowohl als Nahrungsmittel als auch als Droge. Ihr Kauen verursacht nicht nur eine Stimmungsaufhellung und eine subjektive Leistungssteigerung, sondern macht den Körper auch leistungsfähiger. Die Sauerstoffaufnahme wird verbessert, was für die Bewohner hoher Andenregionen mit dünner Luft die schwere Arbeit erleichtert. Zudem wirkt es regulierend auf den Blutzuckerspiegel. Ist dieser zu hoch wird er gesenkt, ist er zu niedrig, wird er erhöht. Außerdem betäubt es die Magennerven und unterdrückt so das Hungergefühl. Das Kauen von Cocablättern kann jedoch kaum mit dem Konsum von reinem Kokain verglichen werden, da sie nur zu 2% aus Kokain bestehen und weniger suchterzeugend sind. Die Indianer versetzten übrigens auch ihr Maisbier (Chicha) mit Kokablättern.

Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com

Quellen und weitere Infos:
www.thema-drogen.net/drogen/coca-und-kokain/cocablaetter/cocablaetter-wirkung/
www.akzept-tuebingen.de/ausstellung/tafel11.htm
www.china-park.de/arzneien/cannabis-sativae-semen/
www.youtube.com/watch?v=zNT8Zo_sfwo

Bilder: Graphicstocks (Hauptbild „Frau am Strand“), Fotolia.com #96990883© EpicStockMedia (Cannabis-Pflanze)

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Johann Ferdinandt says:

    Geehrtes Team !
    bin leider an Parkinson erkrankt und lehne Pharmaprodukte ab, mein Hauptproblem ist der schlechte Gang, nun habe ich gelesen, Cannabis würde helfen- darf man mehr erfahren ???
    herzlichen Dank im Voraus Hannes

  2. 2
    Alex / Gehvoran Alex / Gehvoran says:

    HalloJohann Ferdinandt,
    seh dir mal dieses Video an und befrage dazu deinen Arzt:

    Herzliche Grüße und alles Gute
    Alex / Gehvoran

  3. 3
    matrixen says:

    Hallo Alex,
    ein wirklich schöner Bericht den du da verfasst hast. An der Resonanz des Themas, lässt sich doch wohl noch der große Angstfaktor erkennen, den diese Pflanze immernoch mit sich trägt. Das schöne ist, so bleibt uns noch was zum auflösen bzw. loslassen. Die Wirkung von Canabis ist nach meiner Erfahrung sehr unterschiedlich, es hängt dabei vom Geschlecht ab … , wie oder was geraucht – verbacken wurde … und dann der wahrscheinlich wichtigste Teil, der geistige Zustand des Konsumenten. Denn Geist herrscht über Materie und nicht anders herum, es ist die Grundvorraussetzung für unsere Schöpferkraft.
    Danke für den tollen Artikel
    LG matrixen

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