Walpurgisnacht: Hexen, Tanz und Fruchtbarkeit

30 Apr 2017 Von Kommentare: 5 Mystery, Sonstiges

Hexen tanzen an der Walpurgisnacht am Feuer

Wenn langsam aber bestimmt magische Energien markante Berge einnehmen und die Menschen von Hexentänzen und vom Teufel sprechen, steht sie kurz bevor, die sagenumwobene geheimnisvollste Nacht des Jahres vom 30.April auf den 1.Mai. Der Name Walpurgisnacht (Walpurgis) stammt von der Heiligen Walburga, der Tochter des Königs Richard von England. Walburga siedelte von Südengland auf das europäische Festland über und war im 8. Jahrhundert Missionarin bei der Christianisierung Frankens. Am 1.Mai um das Jahr 870 wurde sie heilig gesprochen. Aus dem Sarkophag der Heiligen Walburga in Eichstätt trat einige Jahrhunderte lang eine Flüssigkeit aus, die als „Walpurgisöl“ in der Bevölkerung als Heilmittel bekannt wurde. Die Wurzeln für die Feierlichkeiten in der Nacht vom 30.April auf den 1.Mai liegen jedoch weit in vorchristlicher Zeit und gehen auf germanische und keltische Ursprünge zurück.

Der Mai war für die Germanen ein sehr bedeutsamer Monat, da der Frühling begrüßt wird, sich die Natur erneuert und „Hochzeit“ feiert („Alles neu macht der Mai“). Jährlich am 1.Mai wurde die Vermählung Wotans, dem obersten Germanengott (Himmelsgott), mit der mütterlichen Erdgöttin Freia gefeiert. Die Germanen feierten den 1. Mai als rituelles Fruchtbarkeitsfest, die Kelten als Frühlingsfest „Beltane“.

Sexuelle Riten in der Walpurgisnacht

Die zahlreichen Feste, die am 1.Mai bei den Germanen gefeiert wurden und auch heute noch in einigen Regionen im deutschsprachigem Raum stattfinden (Tanz in den Mai, Maibaum, Maitanz, Maikönigin, Frühlingsfeste, Freudenfeuer), waren damals durchaus mit eindeutigen sexuellen Gelüsten, Riten und Trieben verbunden. Enger körperlicher Kontakt beim Tanz und sexuelle Handlungen zweier Verliebten Nächtens auf Äckern und Wiesen waren nicht unüblich und auch keineswegs verboten oder etwa moralisch verwerflich. Daher verwundert es kaum, dass dieses „unsittliche Verhalten“ der katholischen Kirche im Mittelalter ein Dorn im Auge war. Tanz, Lebensfreude und Sexualität der damaligen Landbevölkerung wurden ein jähes Ende gesetzt, in dem die Missionarin Walburga ausgerechnet am 1. Mai heiliggesprochen wurde und man auch namentlich der „unsittlichen“ Nacht vom 30.April auf den 1.Mai den offiziellen christlichen Stempel aufdrückte. Bekanntermaßen gelang es der Christianisierung anfangs nicht, die tief verwurzelten „heidnischen“ Feste aus den Köpfen der überwiegend einfachen Landbevölkerung zu verdrängen. Und so wurden die heutigen uns bekannten christlichen Feste kurzerhand über die alten heidnischen gestülpt. Feiern, Tanzen und Lieben wurden von den Kirchenobersten aufs Schlimmste verteufelt und strengstens verboten. Ganz gelungen ist ihnen das nicht, spricht man immer noch vom „Heidenspaß“ oder „Hexentanz“, der auch und gerade am 1.Mai in einigen Regionen zelebriert wird.

Hexentänze

Kultberg Walberla Ehrenbürg FrankenSpäter im bereits christianisierten Mitteleuropa war die Angst vor den angeblichen Hexen bekanntermaßen sehr groß, die Hexenverfolgungen sprechen Bände. Der 1.Mai war der Tag, an dem auf markanten Bergen, Lichtungen, Hainen und Feldern sagenumwobene Hexentänze aufgeführt wurden. Zur Walpurgisnacht ging es dort oben hoch her, wenn sich Hexen mit dem Teufel zum Tanz treffen und dämonische Orgien feiern. Mit allerlei Abwehrmitteln, wie stark riechende Kräuterbüschel aus Baldrian, Johanniskraut und Holunder versuchte man den Hexen, die man u.a. für eine schlechte Ernte verantwortlich machte, Einhalt zu gebieten und das unheilige Treiben zu verhindern.

Die beiden Aspekte Angst und Fantasie vermischten sich mit der Zeit und so wurde aus der einst mit dem Teufel im Bunde währenden Hexe wieder die kräuterkundige weise Frau, wie sie es in vorchristlicher Zeit bereits war. Es entstanden wieder Hexensalben, Hexenliköre und etliche andere natürliche Mischungen aus überlieferten Kräutern zur Heilung. Die Faszination Hexenkult war erneut geboren.

Hexenkapelle

Traditionelle mystische Feste werden heute noch auf einigen markanten Bergen in Deutschland gefeiert, so wie auf dem Brocken im Harz (=Blocksberg) und auf der Ehrenbürg, dem Berg der Franken („Walberla“), nahe Forchheim. Auf dem 512 Meter hohen „Walberla“, das als eines der bedeutendsten frühgeschichtlichen Kultplätze in Franken gilt, befindet sich heute noch eine Kapelle mit dem Namen „Walburgiskapelle“…

Der Sage nach wurde die Kapelle von der Heiligen Walburga errichtet, um dem Hexenkult Einhalt zu gebieten. Sie zwang demnach die Hexen höchstpersönlich, sich am Bau der Kapelle zu beteiligen. Im Gegenzug durften sie jedoch weiterhin auf der Ehrenbürg tanzen. Da die Kapelle der Heiligen Walburga geweiht ist, wird die Ehrenbürg seit Jahrhunderten auch Walberla genannt.

Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com

Quellen und weitere Infos:
www.br.de/franken/inhalt/frankenkult-ur/hexentanz-auf-der-ehrenbuerg100.html
de.wikipedia.org/wiki/Keltischer_Jahreskreis
www.harzlife.de/event/walpurgis-info.html
www.rabenseiten.de/jahr/spring/mai/maien.htm

Beitragsild „Hexentanz“: Fotolia.com © mallivan, Bild „Walberla“: Fotolia.com


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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    saxe says:

    Zuerst war ich christ,dann besann ich mich meiner deutschen wurzeln,jetzt bin ich heide und ehre unsere ahnen.Wenn ich das alte wie neue testament der christenheit lese überkommt mich eine große abneigung der brutalen eroberung der welt,es liest sich wie ein blutiger welteroberungsplan,und als totale kriegshetze in der offenbarung im neuem testament bis in unsere präsente moderne zeit hinein.
    Ich tanze und feiere lieber
    feste und verliebe mich in eine schöne frau,als dem geld-gott jehova zu fröhnen,was mir als saxe sehr fremd ist.Ich höre das rauschen der blätter im wind der weltenesche,höre die botschaft meiner ahnen,der ruf nach freiheit,befreiung der knechtschaft und verrat an uns deutschen schon seit fast 101 jahren krieg auf deutschen reichsboden.Wotan und seine geliebte freiya höre ich in den dunklen nächten durch die deutschen lande auf ihren stürmischen rossen daherbrausen,bereit das unschuldig vergossene deutsche ungetrocknete blut auf dem laub der weltenesche zu sühnen,es schreit hinauf bis wallhalla,das heer odins hört die verzweifelten rufe seiner getreuen gefolgschaft und stärkt ihre seelen mit ritterlichen mut.Die schlange und den drachen der immer und seit ewigen zeiten an der wurzel der welten esche nagt ist noch nicht gestürzt.Urd,skult und verdandi begießen immer noch unermütlich deren wurzeln mit dem heiligen wasser der urdquelle,um uns an die erhaltung der liebe und liebe zum leben ermahnend.Unsere ahnen rufen unsere jetzigen generation zum schutz der welten esche auf.Heil der Yggdrasil und dem deutschen volke.

  2. 2
    Rohan D. says:

    Hallo!
    Seit vielen Jahren habe ich das Buch „Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf.“ Über Walburga ist daraus das unten Folgende zu erfahren. Ihre Ähnlichkeit mit der schwarzhaarigen Dame mit den türkis-farbigen Augen im Bild ganz oben war vielleicht nicht sehr groß. Auch der Bezug zur Walpurgisnacht wird von den Autoren nicht bestätigt.
    Gruß!
    Rohan D.
    ——————

    Walburga (Walpurga)

    Äbtissin OSB
    geboren: um 710 in England
    gestorben: 25. Februar 779 in Heidenheim, Bayern

    Patronin der Diözese Eichstätt; der Wöchnerinnen; der Bauern; der Haustiere; bei Husten, Hundebiß, Tollwut; wird angerufen gegen Augenleiden und für das gute Wachstum der Feldfrüchte

    Leicht erhöht über Eichstätt, dem barocken Städtchen im romantischen Altmühltal nordwestlich von Ingolstadt, steht die schöne Kirche St. Walburg, die 1706 vollendet wurde. An der rechten Längsseite führen einige Stufen hinunter in eine kleine Krypta, in der Walburga ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Hinter einem schmiedeeisernen Gitter werden ihre Reliquien in einem steinernen Schrein aufbewahrt. Die Gebeine waren 870 von Bischof Otgar nach Eichstätt übertragen worden.

    Walburga war die Tochter von Richard von Wessex und Wunna und die Schwester der heiligen Willibald und Wunibald. Sie kam 710 in England zur Welt und wurde im Kloster Wimborne zusammen mit Lioba erzogen. Auf Wunsch von Bonifatius, dem Bruder ihrer Mutter, kam Walburga 750 nach Deutschland und wurde Nonne im Kloster Tauberbischofsheim. Nach dem Tod ihres Bruders Wunibald im Jahr 761 übernahm sie die Leitung des von ihm gegründeten Doppelklosters in Heidenheim in Mittelfranken.

    Walburga, die durch ihre große Frömmigkeit und Überzeugungskraft viel zur Verbreitung des Wortes Christi unter der teilweise noch heidnischen Bevölkerung beigetragen hat, starb am 25. Februar 779 in Heidenheim. In der – heute evangelischen – früheren Klosterkirche stehen noch die beiden gotischen Hochgräber Walburgas und ihres Bruders Wunibald. Reliquien der weltweit verehrten Heiligen befinden sich außer in Eichstätt auch in Monheim und in mehreren anderen Orten Europas.

    Verehrung/Brauchtum: Walburga gehört zu den volkstümlichsten und meistverehrten Heiligen. Zahllose Kirchen und Kapellen in Europa und auch in Amerika sind nach ihr benannt. Viele Klöster, Städte und Dörfer erkoren Walburga zu ihrer Schutzheiligen. Neben Eichstätt haben sich Sandweier, Scheer, Lamberg bei Cham, Ehrenburg bei Forchheim und Walburg im Elsaß als Verehrungsstätten herausgebildet. Dem flüssigen Niederschlag auf der Steinplatte der Walburga-Grabstätte in Eichstätt wird Heilkraft nachgesagt; es wird als Walburgis-Öl in alle Welt verschickt. Die bekannte Walb(p)urgisnacht vom 30. April auf 1. Mai soll aber nicht mit Walburga zu tun haben.

    Darstellung: Entsprechend ihrer großen Verehrung, sind auch die Darstellungsformen der Walburga äußerst vielfältig. Oft wurde sie natürlich mit den verschiedenen heiligen Familienmitgliedern und Verwandten abgebildet, so auch an Eichstätter Dom. In Schloß Maihingen ist sie auf einem Wandteppich (16.Jh.) zu sehen, wie sie aus dem Leib ihrer Eltern Wunna und Richard wächst. Frühe Abbildungen zeigen Walburga als einfache Nonne, vom 15. Jh. an ist sie meist als Äbtissin zu sehen. Eine der ältesten Darstellungen ist eine Holzbüste (11. Jh.) in St. Walburg in Eichstätt; sie zeigt die Klosterfrau mit Krone, Zepter und Apfel als Hinweis auf ihre adlige Abstammung.

    Quelle: Vera Schauber / Hanns Michael Schindler; Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf; Pattloch-Verlag 2001; isbn 3-629-01642-1; Seiten 80,81

  3. 3
    einfachnursein says:

    @ saxe, an Alle…Heut tanzen wir den Hexentanz…
    https://www.youtube.com/watch?v=8-k-iwL_Qoc

  4. 4
    Kari says:

    Saxe,
    Danke wunderschön geschrieben.

  5. 5
    Walburga E. says:

    Lieber Alex, lieber Rohan D.,
    ich bin jetzt ein bißchen überwältigt und gerührt. Habt allerherzlichsten Dank für die Ausführungen auch meinen Namens…denn meine Namens-Patronin wird mir nun noch mehr zum Vorbild werden….
    Zum 1. Mal kann ich nun sagen, dass ich ab jetzt meinen einzigen Namen ( habe nur diesen Vornamen ) mit Stolz und Würde tragen werde und nun bin ich mir noch mehr der Verantwortung bewußt, als Lichtarbeiterin und gelernte Heilerin hier auf Erden zu arbeiten, in Licht und Liebe, in Frieden und Freiheit – auch im Glauben, in Gesundheit und Freude, in Achtsamkeit und Ehrfurcht vor der Schöpfung des ALL-EINEN, in Vertrauen und Dankbarkeit werde ich gemeinsam mit Euch und den vielen Anderen alles daran setzen, die NEUE ERDE auf unserer Welt zu manifestieren.
    Jeder auf seine Weise, doch verbunden durch das ewige Band des Lichtes und der Liebe.
    Eure Heilerin Walli / Walburga

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