Walpurgisnacht: Hexen, Tanz und Fruchtbarkeit

28 Apr 2018 Von Kommentare: 6 Altes Wissen, Germanen und Kelten

1.Mai Walpurgisnacht

Die Wurzeln für die Feierlichkeiten in der geheimnisvollsten Nacht des Jahres vom 30.April auf den 1.Mai liegen weit in vorchristlicher Zeit und gehen auf germanische und keltische Ursprünge zurück. Der Mai war für die Germanen ein sehr bedeutsamer Monat, da der Frühling begrüßt wird, sich die Natur erneuert und „Hochzeit“ feiert („Alles neu macht der Mai“). Jährlich am 1.Mai wurde die Vermählung Wotans / Odins, dem obersten Germanengott (Himmelsgott), mit der mütterlichen Erdgöttin Freia gefeiert. Die Germanen feierten den 1. Mai als rituelles Fruchtbarkeitsfest, die Kelten als Frühlingsfest „Beltane oder Beltaine“, was bedeutet: leuchtendes Feuer, Feuer des Lichtgottes Belenos (Bal, Baldur), Fest der Reinigung zwischen den Feuern und Fest der Fruchtbarkeit.

Das Fest der Verliebten

Beltane ist eines der vier großen heidnischen Hauptfeste, welches nicht nur die Übergangszeit vom Frühling zum Sommer markiert. Die Menschen zelebrierten durch das fröhliche Fest, dass mit viel Gesang, Tanz und gutem Essen gefeiert wurde, lebenswichtige Fruchtbarkeit für die Natur und sich selbst. In vielen Gemeinden werden bis heute an diesem traditionellen Feiertag auf dem Dorfplatz Maibäume als Symbol der Fruchtbarkeit aufgestellt. Die Feste, die am 1.Mai bei den Germanen und den Kelten gefeiert wurden und auch heute noch in einigen Regionen im deutschsprachigem Raum stattfinden (Tanz in den Mai, Maibaum, Maitanz, Maikönigin, Frühlingsfeste, Freudenfeuer), waren bei unseren Vorfahren auch mit eindeutigen sexuellen Gelüsten, Riten und Trieben verbunden. Paare, die sich in dieser Nacht nahekamen, sollten später eine besonders enge Liebe füreinander empfinden und auch besonders fruchtbar sein. Enger körperlicher Kontakt beim Tanz und sexuelle Handlungen zweier Verliebten Nächtens auf Äckern und Wiesen waren nicht unüblich. Durch das nackte Wälzen auf Äckern sollte zudem die Fruchtbarkeit der Frau auf die Samen der Felder symbolisch übertragen werden. Es wurden auch Opfergaben wie Samen von Menschen und Pflanzen oder Menstruationsblut dargeboten. Durch das Springen über die Feuer wünschten sich die Menschen die passende Liebe fürs Leben. Paare festigten ihre Liebe durch das Springen um die Feuer.

Heidenspaß und Hexentanz

Daher verwundert es kaum, dass dieses „unsittliche Verhalten“ der katholischen Kirche im Mittelalter ein Dorn im Auge war. Tanz, Lebensfreude und Sexualität wurden verteufelt, daher wurde dem „Treiben“ ein jähes Ende gesetzt, in dem die Missionarin Walburga ausgerechnet am 1. Mai heiliggesprochen wurde und man auch namentlich der „unsittlichen“ Nacht vom 30.April auf den 1.Mai den offiziellen christlichen Stempel „Walpurgisnacht“ aufdrückte. Bekanntermaßen gelang es der Christianisierung anfangs nicht, die tief verwurzelten „heidnischen“ Feste aus den Köpfen der überwiegend einfachen Landbevölkerung zu verdrängen. Und so wurden die heutigen uns bekannten christlichen Feste kurzerhand über die alten heidnischen gestülpt. Feiern, Tanzen und Lieben wurden von den Kirchenobersten aufs Schlimmste verteufelt und strengstens verboten. Ganz gelungen ist ihnen das nicht, spricht man immer noch vom „Heidenspaß“ oder „Hexentanz“, der auch und gerade am 1.Mai in einigen Regionen zelebriert wird.

Der Name Walpurgisnacht (Walpurgis) stammt von der Heiligen Walburga, der Tochter des Königs Richard von England. Walburga siedelte von Südengland auf das europäische Festland über und war im 8. Jahrhundert Missionarin bei der Christianisierung Frankens. Aus dem Sarkophag der Heiligen Walburga in Eichstätt trat einige Jahrhunderte lang eine Flüssigkeit aus, die als „Walpurgisöl“ in der Bevölkerung als Heilmittel bekannt wurde.

Magie und Lebensfreude

Magische Ort Walberla in Franken

Traditionelle mystische Feste werden heute noch jährlich am 1. Mai (teilweise auch am ersten Maiwochenende) auf einigen markanten Bergen in Deutschland gefeiert, so wie auf dem Brocken im Harz (=Blocksberg) und auf der Ehrenbürg, dem Berg der Franken („Walberla“), nahe Forchheim. Auf dem 512 Meter hohen „Walberla“, das als eines der bedeutendsten frühgeschichtlichen Kultplätze in Franken gilt, befindet sich eine Kapelle mit dem Namen „Walburgiskapelle“. Der Sage nach wurde die Kapelle von der Heiligen Walburga errichtet, um dem Hexenkult Einhalt zu gebieten. Sie zwang demnach die Hexen höchstpersönlich, sich am Bau der Kapelle zu beteiligen. Im Gegenzug durften sie jedoch weiterhin auf der Ehrenbürg tanzen. Da die Kapelle der Heiligen Walburga geweiht ist, wird die Ehrenbürg seit Jahrhunderten auch Walberla genannt.

Der 1.Mai war der Tag, an dem auf markanten Bergen, Lichtungen, Hainen und Feldern sagenumwobene Hexentänze aufgeführt wurden. Zur Walpurgisnacht ging es dort oben anscheinend hoch her, wenn sich Hexen mit dem Teufel zum Tanz treffen und dämonische Orgien feiern. Mit allerlei Abwehrmitteln, wie stark riechende Kräuterbüschel aus Baldrian, Johanniskraut und Holunder versuchte man den Hexen, die man u.a. für eine schlechte Ernte verantwortlich machte, Einhalt zu gebieten und das unheilige Treiben zu verhindern. Die beiden Aspekte Angst und Fantasie vermischten sich mit der Zeit und so wurde aus der einst mit dem Teufel im Bunde währenden Hexe wieder die kräuterkundige weise Frau, wie sie es in vorchristlicher Zeit bereits war. Es entstanden wieder Hexensalben, Hexenliköre und etliche andere natürliche Mischungen aus überlieferten Kräutern zur Heilung. Die Faszination Hexenkult war erneut geboren.

Beltane bzw. die Walpurgisnacht ist ein Fest der puren Lebensfreude und der Extase und bietet somit die optimale energetische Basis, um gemeinsam mit Freunden am Lagerfeuer zu feiern, zu essen, zu tanzen. Noch mehr Erstaunliches und Interessantes über unsere Vorfahren in meinem eBook „Die Geheimnisse der Germanen und Kelten“.

Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com

Quellen und weitere Infos:
www.br.de/franken/inhalt/frankenkult-ur/hexentanz-auf-der-ehrenbuerg100.html
de.wikipedia.org/wiki/Keltischer_Jahreskreis
www.harzlife.de/event/walpurgis-info.html
www.rabenseiten.de/jahr/spring/mai/maien.htm

Beitragsild „Hexentanz“: Fotolia.com © mallivan, Bild „Walberla“: Fotolia.com


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* Wussten Sie, dass sich in der „Walpurgisnacht“ alle Hexen und Hexenmeister im germanischen Kulturkreis trafen?
* Wussten Sie, dass die Musik der Germanen archaisch und ekstatisch war?
* Wussten Sie, dass der Glaube an das Übersinnliche und an Wiedergeburt allgegenwärtig war?
* Wussten Sie, dass heute noch Dengelegeister im Schwarzwald an die Hauswände klopfen?
* Wussten Sie, dass die Zeitpänomene am Untersberg keltischen Ursprungs sind?

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6 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Avatar einfachnursein says:

    Wer war Walpurga…eine Frau die Jesus gefolgt ist…
    LG

  2. 2
    Alex Miller Alex Miller says:

    …und missionierte…

  3. 3
    Avatar einfachnursein says:

    …einen schönen Feiertag und danke für die Toleranz, lieber Alex…
    beste Grüße und Wünsche

  4. 4
    Alex Miller Alex Miller says:

    Danke, ebenso

  5. 5
    Avatar human says:

    ….welches Fest wann…
    Wer hat „Recht“…
    Was ist DIE Wahrheit?

    Walpurgis… Beltane… 1. Mai….

    Ach!

    Ja. Diese Tage gibt es viele Gründe um zu feiern.
    Ich habe auch schon Walpurgis gefeiert.
    Doch dies ist für mich nicht mehr stimmig.
    Das ganze gleichzusetzen auch nicht…

    Ich habe die Jahresfeste so verinnerlicht das die Natur im Mittelpunkt ist.
    Das heisst es gibt kein festes Datum. Sondern der Mond und die Natur erzählen es.

    Für mich sind wir mitten in der Energie von „Beltane“~ den schau Dir die Natur an…
    Doch der Höhepunkt der Verschmelzung ist nicht erreicht.
    Noch nicht.
    Es ist ein annähern. Flirten. Sich zeigen. Aufbrechen. Küssen….
    Die absolute Verschmelzung folgt noch…
    Weiblich und Männlich vereint.

    Vielleicht fällt die Natur HochZeit auf den Blumenmond? (18.5)
    Das wäre rein rechnerisch am 6 Vollmond nach Jul zu spät…. den laut dem wäre Beltane schon durch. (5 Vollmond nach Jul)

    Nun… wie dem auch sei. Ich feiere das Leben.
    Gehe mit der Natur.
    Jetzt ist es wieder kälter…
    Rauher… nochmals ist Schnee angesagt…
    Es ist noch Chaotisch. Wirbelnd.
    Gleichzeitig spüre ich das Aufbrechen. Das Neu werden.
    Verbinde, erde mich.
    Rieche Erde. Laufe Barfuss.
    Tanze im Regen….
    Das „alte“ ehre ich. Sehe ich.
    Lenke jedoch meinen Blick nach vorne.
    Klar. Offen. Freudig.
    Und die Stimme in mir wird lauter.
    „Ja, ich komme…. jetzt ist meine Zeit“.

    Ari.

    ….das ist „nur“ meine Wahrheit.
    Folge Du, Deiner…

    Mirsada Gubler

    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=363094857649180&id=283875955571071

    BELTANE BOTSCHAFT – Der Tanz in den Mai beginnt

    „FREIHEIT UND FREUDE manifestieren sich immer mehr während Altes zerbricht und Unwahres ans Licht kommt“

    Heute erleben wir einen regnerischen Abschied vom April und selbstverständlich keinerlei Beltane Energie . Gut so, denn es war bereits so trocken, dass wir uns einer Dürre näherten und da braucht es Regen. Und ebenfalls gut so, weil es an der Zeit ist alle Dogmen, wie festgelegte Termine oder Ego Denken, wie etwas sein soll oder sein muss, nun endlich loszulassen.

    Keine Sorge – Beltane entfaltet schon noch seine volle Kraft, aber eben dann, wenn wir es nicht vom Kopf her so wollen……Loslassen ist angesagt, aufgeben der Kontrolle und erlösen aller Dogmen …..JUHUUUU, denn Freiheit naht !!!!

    Erregen kam diesmal gerade noch rechtzeitig und lässt uns vorerst einmal durchatmen. Auch die Erde bekommt eine Pause von diesem enormen Wandlungsprozess, der uns alle gerade fordert, aber wie immer auch fördert……Es wird ein kurzes Durchatmen werden, denn zu viel Pausen gönnt uns das Große Ganze derzeit nicht. Zuviel gibt es noch zu tun und die Zeit wird immer knapper……

    Wir spüren immer mehr, dass unser innerer Drang nach Freiheit und Heilung uns nicht mehr auslässt. Tief in uns erkennen wir, dass nun die Zeit gekommen ist, wo wir uns nicht mehr biegen und brechen lassen – weder von uns selbst, noch von jemanden oder etwas im Außen.

    Länger erträgt es unsere Seele einfach nicht mehr, „nicht“sie selbst zu sein. Sie erträgt auch unsere eigenen Lügen nicht mehr, wo wir uns selbst beständig etwas vormachen, anders sein wollen oder etwas im Außen zeigen, was im Innen gar nicht wirklich vorhanden ist.

    Alles was auf Unwahrheit und Unechtheit basiert kommt nun gnadenlos ans Licht. Eigene innere Unwahrheiten und Lügen genauso, wie die großen Lügen des unglaublich kranken Systems. Alles was im Schein geboren wurde verliert nun sein Licht und zerbricht…..der Schein trügt, das wussten wir schon immer…..Alles was mit Macht besetzt ist wird entmachtet – es steht uns vieles bevor – machen wir uns nichts vor

    Alle wollen Veränderung aber niemand will, dass sich etwas verändert……und bei sich selbst beginnen am Ende die wenigsten – auch das ist WAHRHEIT

    Doch es bricht und bröckelt immer mehr …….das macht unruhig und ängstlich und erfordert sehr viel an Kraft von uns allen.

    Wer bleibt trotz dieser Unruhen aufrecht und stark? Wer ist so gut verwurzelt und verankert, dass er diesen mächtigen Stürmen gut Stand halten kann?
    Wer hat sein inneres Licht schon so hell und beständig leuchten lassen, dass es nicht beim nächsten Luftzug erlischt?

    Jetzt werden wir alle auf den Prüfstand gestellt und dürfen oder müssen erkennen, wo wir tatsächlich stehen……

    Denn dieser Weg führt in eine große Freiheit – er führt zurück in unsere innere Freiheit. Doch zuvor gilt es zu erkennen an wie vielen Ecken und enden wir in Wahrheit völlig unfrei sind.

    Je beständiger und ehrlicher wir uns selbst nun in den Spiegel blicken , um so mehr wird auch an unseren Masken bröckeln und fallen

    Übrig bleibt das ungeschminkte Gesicht, das eigentliche Seelenlicht und der eigentliche Kern, der niemals zerbricht …..

    Übrig bleibt unsere wahre Essenz

    Wenn wir dieser wieder begegnen und sie in unser Herz zurück holen, beginnt das eigentliche Leben.

    Dieses wird geprägt sein von innerer Freiheit, von Lebenslust und Lebensfreude, von Leichtigkeit und Fröhlichkeit, Sinnlichkeit und Kraft.

    Also lasst uns durch den Mai tanzen, trommeln und stampfen, singen und schreien, vergessen und vergeben, lieben und lachen und manchmal einfach auch Unsinn machen.

    Denn Leben will wieder leicht werden und froh und fröhlich und es will von der uralten Lüge befreit werden, dass es schwer sein muss, mühsam, traurig und lustlos ….

    LEBEN WILL GETANZT UND GEFEIERT WERDEN

    Altes Wissen

    https://www.facebook.com/140878919288427/posts/2314260628616901/

  6. 6
    Avatar Consciousness says:

    Auch die Himmelsgöttin Astarte steht für Fruchtbarkeit, Zeugung, Schwangerschaft, Sexualität und wurde nach der hellenistisch-römische Zeit auch von den vorchristlichen Heiden verehrt, die der Natur und ihren Kreisläufen sehr zugetan waren. .

    Da Sexualität nach Meinung der christlichen Moral, Kennzeichen des verdorbenen, gotteslästerlichen Menschen war, wurde als Gegenentwurf, zu der Himmelsgöttin Astarte aus der babylonischen Religion, die zu Weihnachten ihren Sohn Tammuz als Reinkarnation des Sonnengottes Nimrods gebar, die reine, gottgefällige Jungfrau Maria entwickelt.

    Die Jungfrau Maria ist damit eine direkte, geistige Weiterführung, der Körperlichkeit betonten Himmelsgöttin Astarte.

    Hohe moralische Werte wurden festgeschrieben auf unangreifbare, nicht hinterfragbare Personen, die mit dem Wissen um natürliche Kreisläufe verbunden wurden, damit diese Werte in Zeiten des tiefsten Materialismus überleben würden. Da jetzt durch kosmische Energie- und Frequenzerhöhungen die Menschheit wieder vom Äußeren ins Innere findet, werden diese unangreifbaren Personen entbehrlich, und der Mensch empfindet sich immer mehr wieder als Teil der Natur.

    Wenn Feste wie Walburgisnacht jetzt wieder bekannter werden und die Menschen sich wieder mehr mit den Wurzeln dieser Feste befassen, bedeutet das auch das der Mensch wieder zu seinem eigentlichen Sein findet. Und da erwachen mit den ersten warmen Tagen Ende April, Anfang Mai eben auch die Triebkräfte des Menschen wieder.

    Alles warum es der Natur geht, ist Vermehrung, Fortpflanzung, Weiterentwicklung. Und das wird mit einem geselligen Feuerbrauch in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai mit der Walburgisnacht gefeiert.

    Die Heiligsprechung Walburgas, Tochter von König Richard und seiner Frau Wunna, erfolgte aufgrund der Umbettung ihrer Gebeine, im Christentum als Reliquientranslation bezeichnet, an einem 1. Mai, auf einen anderen Friedhof. Da Walburga aus privilegierten Königshause kam, wurde der Reliquienkult um Walburga gefördert, um den Führungsanspruch des Adels innerhalb der christlichen Welt zu festigen.

    Die große Kunst wäre es, die Körperlichkeit des Menschen und seine geistige Anbindung miteinander zu vereinen.

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