Die germanischen Frauen: Heilige Wesen mit Sehergabe

09 Jun 2018 Von Kommentare: 4 Altes Wissen, Germanen und Kelten

Germanin

Die Frauen hatten bei den Germanen einen sehr hohen Stellenwert innerhalb der Familie und der Sippen, trotz des bestehenden Patriarchats. Zumindest war dieser wesentlich höher einzuschätzen als ab der Christianisierung, die folgen sollte. Frauen waren zuständig für die Behausung und führten etwa Orakel durch wenn es um die Frage ging, ob die Gemeinschaft in einen Krieg ziehen solle. Julius Cäsar erwähnte in seinem Buch über den Gallischen Krieg die Frauen der germanischen Stämme, die mit einem Wurforakel (Matrones) ein Los warfen, wonach entschieden wurde, ob sich das Volk für einen Kampf entscheiden würde. Man erwies den germanischen Frauen fast schon eine Verehrung, die sie nahezu zu Göttinnen machten.

Kräuterkunde und Orakel

Frauen übernahmen durch ihre ausgezeichneten Kenntnisse in Kräuterkunde wichtige Funktionen wenn es um Heilung und Gesundheit ging. Auch damals schon war es Sache der Frauen, bei Geburten zu helfen. Und so entwickelte es sich mit der Zeit, dass Frauen selbst Kräuterelixiere, Liköre und Salben zusammen mixten, zuerst für die gebährenden Frauen und die Babys, dann für die eigenen Familienmitglieder. Die Germanischen Schamanen unterstützten die Frauen dabei, ihnen das notwendige Wissen zu vermitteln. Und wenn sie selbst Antworten darauf suchten, welche Kräuter sie für Heilung einer bestimmten Krankheit oder Verletzung eines Familienmitglieds mischen und ihnen verabreichen sollten, befragten sie die Naturgeister.

Kriegerin bei den GermanenDenn vor allem die Frauen der Germanen hatten eine sehr enge Beziehung mit der Natur. Sie nutzten regelmäßig die Kommunikation mit der Geistigen Welt. Diese Kommunikation, egal ob es sich dabei um Channelings, Orakel, Hellsichtigkeit, Intuition oder Gabe handelte, ging mit der Christianisierung fast vollständig verloren, denn die Kirche verteufelte diese Machenschaften aufs Übelste und was vielen unschuldigen Frauen geschah, war der Tod auf dem Scheiterhaufen. Der Status der Frau wurde von den Christen ohnehin herabgesetzt, und so war auch die kräuterkundige und heilende Frau das perfekte Feindbild, dass mit dem Teufel zugange ist. Aber wie bekannt, waren nicht nur Frauen Opfer des damaligen von den Christen iniziierten Hexenwahns, sondern auch Männer.

Frauen begleiteten sogar ihre Männer bei kriegerischen Auseinandersetzungen, um sie „anzufeuern“, sie zu motivieren und gaben ihnen moralischen Beistand. Wenn ein Krieger starb, war es häufig der Fall, dass die Frau ihm freiwillig in den Tod folgte. Sogar Kriegerinnen gab es bei den Germanen.

Die weibliche Rolle verkümmerte durch die Christianisierung

Die männlichen Eigenschaften Logik, Verstand, Technik, Aktivität, Kontrolle und Kampf verdrängten weibliche Eigenschaften wie Intuition, Gefühl, Liebe, Passivität, Hingabe, Ruhe und Sinnlichkeit fast vollständig. Die Wissenschaft erlebte in der Folge eine Blütezeit, alles, was irgendwie mit dem Verstand erfass- und beweisbar war, wurde zum Gesetz. Wer hingegen eine Verbindung zur Geistigen Welt hatte oder imstande war mit natürlichen Mitteln andere Menschen zu heilen, wurde des Teufels bezichtigt und hingerichtet. Während es für die Germanen noch normal war, zu orakeln, z.B. mit Runen, ob es sich z.B. „lohnt“ in einen Krieg zu ziehen oder an einer bestimmten Stelle Ackerbau zu betreiben, war diese Praxis für die Christen Hexenwerk. Auch das Kommunizieren mit der Natur oder das Mischen von Kräutern, für das beides die germanischen Frauen bekannt waren, wurde verteufelt und grausam verhindert.

Mystische Frau bei den GermanenWegen all den Verboten und der Unterdrückung der Weiblichkeit sowie den weiblichen Eigenschaften, die vom Christentum ausgingen, endete die geistige Verbindung der Menschen zu ihren Naturgeistern, Göttern und Plätzen mit der Zeit fast komplett. So ging auch die natürliche Gabe der Menschen immer weiter verloren, die es möglich macht, mit der Geistigen Welt oder der Natur zu kommunizieren, genauso wie Hellsichtigkeit und Hellfühligkeit. Es ist völlig normal, dass Sinne verkümmern, wenn sie über viele Jahrhunderte nicht mehr genutzt werden.

Heilige Wesen mit Sehergabe

Umso erfreulicher, dass es in der heutigen Zeit immer mehr Menschen gibt, Frauen wie auch Männer, die wieder die Natur und die Erde als lebende und beseelte Organismen wertschätzen. Orientieren wir uns also an der Bemerkung des römischen Geschichtsschreibers Tacitus, eine der wenigen Quellen über die Germanen, der meinte, die germanischen Frauen waren so etwas wie heilige Wesen mit Sehergabe.

Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com

Bilder: Fotolia.com


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* Wussten Sie, dass die germanischen Frauen als Heilige Wesen mit Sehergabe verehrt wurden?
* Wussten Sie, dass der Jakobsweg ein Initiationsweg der Kelten gewesen war?
* Wussten Sie, dass sich in der „Walpurgisnacht“ alle Hexen und Hexenmeister im germanischen Kulturkreis trafen?
* Wussten Sie, dass die Musik der Germanen archaisch und ekstatisch war?
* Wussten Sie, dass der Glaube an das Übersinnliche und an Wiedergeburt allgegenwärtig war?
* Wussten Sie, dass heute noch Dengelegeister im Schwarzwald an die Hauswände klopfen?

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Andreas Haeusler says:

    Lieber Alex,
    ich bin jetzt bald 60 Jahre und schon lange , seit meinem 18 Lebensjahr,auf „dem spirituellen Weg“. Ich durfte Vieles erleben , viele wundervolle Erfahrungen machen und bis heute gibt es immer wieder viele Dinge, die ich erleben darf.
    Die Zeit ändert sich wahrlich…heute gibt es Menschen mit Anfang 20, die eine derartige Tiefe und spirituelle Weite verkörpern, das diese nur Mut machen kann.
    Du hast ein wundervolles Büchlein geschrieben. Es spricht viele Dinge sehr treffend an und es erfasst eine Vielzahl von Aspekten, die insgesamt sehr viel Positives anstoßen. Auch Dein Blog ist immer wieder inspirierend.
    Ich habe gelernt, das es nicht die von der Kirche angeprangerten „falschen Propheten sind, die in die Irre führen können – es sind viel mehr die falschen Kläger, die lieblos mit dem Finger auf die ungeheure Vielzahl spiritueller Manifestationen deuten.
    Wir leben tatsächlich in einem ungeheuren Umbruch und es hilft nicht mehr einfach nur zu sagen, dies ist richtig oder dies ist falsch. Wir sollen natürlich auch nicht alles gedankenlos an – und übernehmen…doch wenn es der Liebe dient,und das kann man spüren, dann dürfen wir es begrüßen.
    Ich danke Dir für Deine wundervolle Arbeit
    Andreas

  2. 2

    Lieber Alex, ein schöner Artikel, der den Frauen noch einmal zeigt, wie verschieden doch die Zeitalter waren…
    Ja, es gab Zeiten (und Länder, Gebiete), wo wir geachtet und geehrt wurden und Zeiten (sowie Länder, Bereiche), in denen wir das genaue Gegenteil erfahren durften – und noch alles, was dazwischen liegt…
    Heute nun, ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass Frauen, wie auch Männer, lernen dürfen, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich auf das HEUTE zu besinnen.
    Wir können lernen, uns selbst so zu lieben und anzunehmen, so wie wir sind…
    Dürfen unsere alten Muster, Blockaden, Konflikte und Glaubenssätze heilen (mit und ohne Hilfe) und unsere Selbstliebe aktivieren…
    Es ist allerhöchste Zeit, endlich zu verstehen, dass
    ALLE ERFAHRUNGEN, DIE UNSERE SEELEN MACHTEN, NUR EBEN SEELEN-ERFAHRUNGEN WAREN, NICHT MEHR… UND NICHT WENIGER… und unserer Seele sind Erfahrungen wichtig, gleich ob wir sie als negativ oder positiv ansehen…
    Wir alle waren Opfer und Täter, ein jeder von uns hat schon alles erfahren müssen und alles getan, was wir heute auch noch so sehr verabscheuen…, weil wir unser Bewusstsein noch nicht geöffnet hatten und es nicht anders erfahren konnten. Wir waren noch nicht bewusst…
    Doch inzwischen ist ein ganzer Teil der Weltbevölkerung mit seinem Bewusstsein so weit, dass wir positives Denken und Handeln von negativem unterscheiden können… Und es gibt auch genügend Menschen, die mit Kraft die Liebe leben könnten, die unsere Welt verändert…
    Es gibt auch schon viele, die sie schon kraftvoll leben. Leider fehlt es den anderen aber noch an Mut und Kraft, das in den Alltag zu bringen, es wahrhaft zu leben…
    Daher noch einmal eine dringende und wichtige Bitte alle LICHTARBEITER und Mitmenschen:
    BITTE, LEBT KRAFTVOLL UND STARK, MUTIG UND LIEBEVOLL, EUER LEBEN.
    GEHT VOLLKOMMEN IN DIE SELBSTLIEBE UND IN DIE LIEBE ZU ALLEM WAS IST. ACHTET UND EHRT EUCH UND ALLES WAS IST..
    LEBT DIESE LIEBE UND BEKENNT EUCH DAZU…
    NICHT COOLNES IST HEUTE GEFRAGT, SONDERN DIE ALLES TRANSFORMIERENDE UND KRAFTVOLLE LIEBE, IN ALLEN BEREICHEN WIRD SIE GEBRAUCHT.
    VOR ALLEM IM UMGANG ZU UNSEREN NÄCHSTEN MITMENSCHEN.., ZU DEN TIEREN UND PFLANZEN, DER NATUR UND MUTTER ERDE…
    Wenn wir diese Liebe leben, erfahren wir auch gleichzeitig eine Erhöhung unseres Bewusstseins und damit, die Anbindung an die geistige Welt, an Gott. Und dürfen dadurch unseren GÖTTLICHEN FUNKEN kraftvoll leuchten lassen…
    ZUDEM KÖNNEN WIR DANN AUCH HILFE VON DORT ERFAHREN, IN DEN BEREICHEN, IN DENEN WIR SELBST NICHT WEITER KOMMEN…
    Wir haben nicht mehr Zeit, es langsam und stetig wachsen zu lassen… wir müssen jetzt handeln, weil es ZEIT ist.
    Ich denke, wir spüren alle, mehr oder weniger, wie stark sich unsere Welt derzeit verwandelt. Der Zeitenwandel findet statt, und ist auch nicht nicht mehr aufzuhalten.
    Wie er aber verlaufen wird, liegt auch in besonderer Weise bei uns allen…
    Wenn wir es gemeinsam schaffen, die Liebe in unserem Herzen kraftvoll zu aktivieren, uns selbst und allen Lebewesen ALLES WAS WAR zu vergeben, werden wir eine wunderbare NEUE ERDE zuammen manifestieren können.
    Eine neue Erde, auf der das Leben in Licht und Liebe seinen Platz findet, und es wieder normal ist, glücklich, gesund, in Frieden, achtsam und liebevoll zu leben.
    ES LIEGT BEI UNS… GEMEINSAM KÖNNEN WIR DAS SCHAFFEN… WEIL ES UNSER TIEFSTER UND WUNDERBARSTER WUNSCH IST…
    Ps. Einen ganz kleinen Betrag dazu habe ich auch gegeben… mein Buch wird gerade gedruckt. Es wird den Menschen, die es “ brauchen können“ , … „durch Krisen den Weg der Liebe gehen“ lassen…
    Lichtgrüße aus tiefstem Herzen, Heilerin Walli

  3. 3
    Alex Miller Alex Miller says:

    Lieber Andreas,
    es freut mich sehr dass ich dich inspirieren kann :) Und dass du beharrlich deinen Weg gehst. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, alles folgt einer Ordnung, die wir schwer begreifen können. Alles in sich verzahnt bringt Konsequenzen hervor, irgendwie. Das hast du wunderschön gesagt: „Wir sollen natürlich auch nicht alles gedankenlos an – und übernehmen…doch wenn es der Liebe dient,und das kann man spüren, dann dürfen wir es begrüßen.“

    Liebe Walli,
    ich finde, dass gerade die Vergangenheit sehr lehrreich sein kann. Viele Menschen hier in Europa haben ihre Wurzeln völlig verloren, sie wissen nicht wie ihre Vorfahren gelebt und geliebt haben. Eine Welt vor 2000 Jahren, in der die Menschen vor der Natur und den Tieren sehr respektvoll verhalten haben, wo sie das, was sie sich nahmen, wieder in anderer Form gegeben haben. Die Germanen sind unsere unmittelbaren Vorfahren, sie waren ein indigenes Volk und die germanischen (und auch keltischen) Frauen waren es, die uns das Wissen der Heilkräuter vermitteln haben – mit Umwegen. Die Vergangenheit zeigt uns auf, was Religion mit den Menschen machen kann und wie sie die Frau und die Sexualität zu etwas „teuflischen“ machte. Was wir daraus mitnehmen können ist das bewertungsfreie Verstehen, warum es heute so ist wie es ist. Das Missverständnis zwischen Frau und Mann ist also auch nur eine Konsequenz für das Verhalten der Menschen im Laufe der Zeitalter. Das zu wissen, ist der Samen für den Verstand. Kommen wir dazu noch in die Liebe mit unserem Gefühl, kann ein liebevolles und sanftes Miteinander den Menschen einen tiefen Frieden geben.

    Deinem Buch und dir wünsche ich viel Erfolg! :)

    Herzliche Grüße
    Alex

  4. 4

    Lieber Alex, danke für deine weiteren Erläuterungen und diesen zusätzlichen Schilderungen der germanischen Vergangenheit…
    Ich möchte keinesfalls unsere menschliche Vergangenheit übergehen oder gar todschweigen und schon gar nicht das Gute, was in diesen Zeiten war, nicht würdigen.
    Es ist wirklich so, dass z. B. in dieser Germanenzeit vieles natürlicher und im Einklang mit der Natur geschah. Und Achtung und Ehre wichtige Rollen spielten…
    Was mir auch stets imponierte, war die Kraft und der Mut dieser Menschen, ihr Leben in Würde zu leben…
    Ob dies auch liebevoll geschah, wird bei den Familien und im Umfang mit der Natur und den Tieren so gewesen sein, in ihren zahlreichen Feldzügen und Kämpfen wohl eher nicht. (Wobei ich natürlich das nur von meinem eigenen Gefühl interpretieren kann, wenn ich Filme gesehen habe oder mal früher ab und an ein Buch dazu las…)
    Vielleicht bescherst du uns ja noch den einen oder anderen Artikel dazu, damit ich mein Wissen mehr, für die nach deiner Schilderung ja auch vielen guten Seiten der Germanen, erweitern kann. Es ist ja eine höchst interessante und spannende Zeit, die der Germanen… Und ich lerne ja gerne dazu… ;-)
    Doch bitte sehe es mir nach, wenn ich persönlich halt mehr im „Jetzt“ meine Aufgabe sehe und mich dadurch auch mit der Heilung unserer menschlichen Vergangenheit beschäftige.
    Das heißt ja nicht, dass ich dafür plädiere, dass wir unsere Ursprünge, unsere Vergangenheit vergessen sollten, sondern dass wir sie in Liebe so annehmen dürfen, wie sie nunmal war und uns selbst und allen vergeben dürfen… Vergebung gehört nun einmal auch zum LOSLASSEN dazu. Und nur dann, wenn wir loslassen, können wir uns für unsere Selbstheilkraft und die uns inne wohnende Liebe öffnen.
    Ich möchte dir an dieser Stelle auch noch einmal für deine Arbeit danken. Und für die vielen spannenden Themen, die mich immer wieder inspirieren.
    Lichtgrüße von Walli

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