Die Wahrheit über Weihnachten

03 Dez 2018 Von Kommentare: 7 Altes Wissen, Germanen und Kelten

Teufelsmauer im Harz mit Göttin Freya

Wenn wir in der Vorweihnachtszeit die Innenstädte besuchen, strömen uns wie jedes Jahr Menschenmassen entgegen, die sich vom süßen Lebkuchenduft, holzkohlegeschwängertem Bratwurstdunst und von in Gold und Silber gekleideten Engelswesen wie magisch angezogen fühlen. Weihnachten markiert mit dem Beginn der Rauhnächte die magischste Zeit des Jahres, voller Wünsche und Träume, und gilt als eines der wichtigsten Feste in unserem Kulturraum. Dabei wird gerne übersehen, dass Weihnachten im Ursprung ein germanisches Fest ist. Zur Sonnenwende am 21. Dezember feierten unsere Vorfahren das Julfest, gedachten und „huldigten“ der Himmels- und Erdgöttin Hulda/Huldr/Holle, der auch Göttin Freya entspricht. In der „weihevollen Nacht“ gebar sie das Sonnengottkind Balder, das noch eine zentrale Rolle bei den Germanen einnehmen wird. Von Freya wurde über Hulda und Frau Holle im Laufe der Zeit das Christkind!

Schutzengel entstammen der germanischen Spiritualität

Freya fuhr in ihrem langen blonden gelockten Haar mit ihrem Wagen durch die Dörfer, um die Kinder zu beschenken und Kranke zu heilen. Ihr Begleiter und Geliebter Odin/Wotan brachte Geschenke, die er Wochen zuvor von Reicheren eingeholt hatte. Die Ähnlichkeit der heute sich darstellenden Christkinder auf den Weihnachtsmärkten zu Freya ist also keineswegs ein Zufall, und so wurde aus der germanischen Himmels- und Erdgötting Freya (Hulda/Huldr/Holle) später das Christkind. Letztendlich sind sämtliche christliche Feierlichkeiten, Symbole und Figuren den germanischen und keltischen Ursprüngen entnommen, kopiert und verdreht. Selbst Engel entstammen der germanischen Spiritualität. Denn Ihrem Glauben zufolge hat jeder Mensch von Geburt an einen weiblichen Schutzgeist, genannt „Fylgja“. Fylgia ist so etwas wie die Überseele, die über uns wacht und beschützt. Jede Seele hat einen individuellen metaphysischen Schutzgeiste in Frauengestalt, eine Art Schicksalsgöttin.

Werden Engel basierend auf dem christlichen Hintergrund immer in weiblicher Gestalt dargestellt, so widerspricht sich dies an sich schon mit der Bibel. Denn dort wird kein einziger weiblicher Engel beschrieben, diese sind dort auch keineswegs geschlechtsneutral, sondern immer männlich! So wurde vom Christentum alles „Weibliche“ bewusst unterdrückt und verniedlicht und es sollte dabei geschickt in Vergessenheit geraten, dass die Germanen die Frauen hoch schätzten und gar als heilige Wesen mit Sehergabe verehrten, wie es der römische Schreiber Tacitus in seinem Werk „Germania“ festhielt.

Der Frau-Holle-Teich (hier im Bild) liegt an der Ostflanke des Bergmassivs Hoher Meißner. Den Sagen nach ist der Frau-Holle-Teich unendlich tief und Eingang zum Reich der Frau Holle. Hier soll sich ein silbernes Schloss mit Garten und vielen Blumen sowie Obst und Gemüse befinden, die sie freigiebig vor allem an Frauen und Mädchen verschenkt. Der Frau-Holle-Teich ist nachweislich sehr alt, denn es wurden dort Golddukaten aus der Zeit des Kaisers Domitian (81 bis 96 n. Chr.) gefunden. Die Brüder Grimm besuchten den Frau-Holle-Teich im frühen 19. Jahrhundert und erwähnten ihn auch in ihren „Deutschen Sagen“.

Bildquelle: User: Celsius at wikivoyage shared [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ca/Hoher_meissner_frau_holle_ds_08_2009.jpg

Die Wiederkehr der lebensspendenden Macht

Göttin Freya galt als die höchste Göttin der Germanen und erfuhr vor allem in kalten nordischen Gefilden einen großen Zuspruch der ländlichen Bevölkerung. Als Göttin der Liebe fährt sie in einem Falkengewand in einen von Wildkatzen gezogenen Wagen und bringt Fruchtbarkeit über das Land. Sie hat die Eigenschaft, unfruchtbaren Frauen Kinder zu schenken und Menschen zu heilen. Sie hat aber auch die Macht über den Tod. Freya sorgt für reiche Ernten, ist bei entsprechender Stimmung aber auch mit ihrem „Kitzen-Wagen“ bei stürmischer Nacht bereit, Unheil zu bereiten. Freya vereint all das Weibliche in sich: Das Lebensspendende, aber auch das Zerstörerische. Liebesgöttin und Göttin des Kampfes. Heilige und Hure. Wie wir aus der germanischen Mythologie wissen, haben die Götter sehr menschliche Züge und sind keineswegs „perfekt“, was sie eben auch so sympathisch macht!

Durch ihre unumstößliche Verbindung zur Erde verdammte das Christentum Freya schließlich zu einer niederen Dämonin. Sie und alle anderen Götter durften nach dem Fällen der Donar-Eiche durch Bonifatius nicht mehr angebetet werden – bei Todesstrafe! Dennoch lebte die Himmels- und Fruchtbarkeitsgöttin Hulda/Freya in den Erzählungen weiter: Die Gebrüder Grimm ließen Frau Holle in ihrem gleichnamigen Märchen wieder aufleben und brachten so zum Ausdruck, dass sie eine gutmütige lebensspendende Macht innehat, die es gilt, den Menschen wieder bewusst zu machen. Den Frauen gleichermaßen wie den Männern unserer Zeit!

Um den Germanen ihre Götter in ihrem Ansehen Schritt für Schritt madig zu machen, ließen die Missionare und Kirchenobersten nichts unversucht, um ihnen einen Stempel des Negativen aufzudrücken. Und was kann schon negativer sein als der mutmaßlich schrecklichste Ort „nach“ dem Tod? Aus Göttin Hulda, Huldr oder (Frau) Holle kreierte das Christentum einen Bezug zur Hölle, genauso wie auch „Helheim“, das Totenreich der germanischen Mythologie des Weltenbaumes Yggdrasil, zur Hölle gemacht wurde (engl.: Hel = Hölle). Die Germanen kannten jedoch nicht mal ansatzweise so einen Ort wie die Hölle, dieser entspringt alleine der christlichen Religion.

Aus dem germanischen Gott Balder wurde das Jesuskind

Alter Grenzstein in SüddeutschlandDem von Freya in der „geweihten Nacht“ wiedergeborenen Gott Balder wurde vom Christentum die Figur des Jesuskindes übergestülpt (und ob Jesus in der uns heute bekannten Form existierte ist wieder ein anderes Thema). Balder ist der wohl friedfertigste und beliebteste Gott in der germanischen Mythologie. Er ist der Gott der Reinheit, Tugendhaftigkeit, Gerechtigkeit, Schönheit und des Lichts. Sein Geburtstag am 21. Dezember symbolisiert das wiederkehrende Licht der Erde zur Sonnenwende. Ihm fällt in der germanischen Mythologie eine ganz besondere Schlüsselrolle zu, da sich seit seinem gewaltsamen Tod die Welt nicht mehr im Gleichgewicht befindet und sich daraufhin Ragnarök ankündigt.

Als Balder auf seinem Schiff auf einem Scheiterhaufen bestattet wird, bricht seine Gemahlin Nanna an gebrochenem Herzen tot zusammen. So sticht das brennende Schiff mit den Leichnamen von Balder und Nanna, beide nebeneinander liegend, in See. Aber Balders Tod war nur der Anfang einer neuen Epoche, die an Ragnarök ihren Lauf nimmt. In jener epischen Schlacht zerstören sich Götter, Riesen, Menschen und Monster gegenseitig und weihen die Welt dem sicheren Untergang. Doch es wurde auch prophezeiht, dass die Lichtgestalt Balder am Ende des Ragnarök aus dem Totenreich Helheim wiederkehren und mit seinem Glanz das Zeitalter einer neuen Welt einleiten wird. So steht Weihnachten, die Wiedergeburt Balders, für einen Neuanfang: Für das Licht in jedem Menschen und für den Glauben an eine friedliche Zeit aller Völker und Nationalitäten auf Erden, voller Gerechtigkeit, Schönheit und Wunder. Noch mehr Erstaunliches und Interessantes über unsere Vorfahren in meinem eBook „Die Geheimnisse der Germanen und Kelten“.

Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com

Beitragsbild oben und Bild unten (Grenzstein): Fotolia.com


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* Wussten Sie, dass die germanischen Frauen als Heilige Wesen mit Sehergabe verehrt wurden?
* Wussten Sie, dass der Jakobsweg ein Initiationsweg der Kelten gewesen war?
* Wussten Sie, dass sich in der „Walpurgisnacht“ alle Hexen und Hexenmeister im germanischen Kulturkreis trafen?
* Wussten Sie, dass die Musik der Germanen archaisch und ekstatisch war?
* Wussten Sie, dass der Glaube an das Übersinnliche und an Wiedergeburt allgegenwärtig war?
* Wussten Sie, dass heute noch Dengelegeister im Schwarzwald an die Hauswände klopfen?

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7 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Thorsten Raasch says:

    Wunderbar erzählt. Wie du weißt, nenne ich die Grimmstadt Kassel und das schöne, rauhe Nordhessen meine Heimat.
    Meine Urgroßeltern haben lange Jahre als Forstleute im Meißner gelebt. Durch sie ist mir viel erzählt worden. Der Frau Holleteich, der mir gut bekannt ist, z.B. wurde von Frauen zum baden genutzt. Sie erhofften sich eine baldige Schwangerschaft dadurch.
    Die Region um den Meißner, wie auch Kassel, ist auch heute noch mit vielen keltischen Traditionnen behaftet.
    Nahezu überall finden sich Spuren dieser tollen Kultur.
    Ein Besuch lohnt sich immer.
    Gruß Thorsten

  2. 2
    hartmut says:

    eine spannende darstellung nordischer weihnachtsmythen, mitsamt passender etymologien.
    ‚weihnachten‘ wurde jedoch schon im antiken rom gefeiert, lange bevor die germanischen stämme dies taten.
    wenn um den 21.12. herum die wintersonnenwende mit miithraskult und saturnalien den alten römern nicht nur freie bahn für tagelange saufgelage gab, sondern auch anlass für rituelle opferungen von tieren und menschen (in der regel kriegsgefangene) war.

    mit brot und opfer-spielen (u.a. in schlachthäusern)
    wird das volk noch heute bei laune gehalten, umrahmt von glitzernden dekoengeln und einer lärmenden oberflächlichkeit, in der antworten auf mögliche fragen nach dem ‚woher-wohin-wozu‘ untergehen.

    schnell noch ein paar geschenke kaufen und bald schon
    kann gefeiert werden. doch was eigentlich ?
    ein wirklicher anlass zum feiern könnte sein, mutig einen neuen, sinnerfüllten weg zu gehen und altes loszulassen – z.b. die übliche egozentrik, die unsagbares tierleid an den festtagen billigend in kauf nimmt.

  3. 3
    Edith says:

    Super interessant. Ich habe mich immer schon gefragt, was es mit den Engeln auf sich hat und was das Christkind überhaupt sein soll. Jetzt verstehe ich das endlich.

  4. 4
    Sabine Niklas says:

    Als Kind lehnte ich schon Weihnachten ab, mit den Worten : alles Lüge !!! Der größte Unheil – Bringer, ist die Kirche mit Ihrer Scheinheiligkeit !
    Engel, Geistführer… JA, die hat Jeder, ob er daran glaubt oder nicht, Sie sind Da !

  5. 5
    Alex Miller Alex Miller says:

    Hallo Thorsten,
    danke für deinen Kommentar, ich sollte mich wirklich mal umschauen im Kasseler Land, denn ich wusste nicht dass dort ebenfalls die Kelten waren.

    Hallo Hartmut,
    danke für deinen zusätzlichen wertvollen Informationen zum Thema.

    Hallo Edith,
    ja, so kommt eins zum andern ;)

    Hallo Sabine,
    Ich wurde auch nie richtig „warm“ mit Weihnachten, und da sieht mal wieder, dass man auf mit seinem Bauchgefühl meistens richtig liegt :)

    Herzliche Grüße
    Alex

  6. 6
    Rolf says:

    Die Frau – auch meine Frau ist eine „lebensspendende Macht“.

    Wie sagte einst Tacitus (Römischer Historiker) über die Germanen:

    „Ja, der Germane schreibt dem Weibe eine gewisse Heiligkeit und prophetische Gabe zu;
    man achtet ihren Rat, man horcht ihrem Ausspruch. (Tacitus Germania)

    Liebe Grüße und gesegnete Weihnachten
    Rolf

  7. 7
    Alex Miller Alex Miller says:

    Lieber Rolf,
    „Die Frau ist eine „lebensspendende Macht“ – daher wurden einst auch die Müttergöttinnen sehr verehrt.

    Danke für deinen Kommentar und dir ebenso wunderbringende Weihnachten und Rauhnächte.

    Herzliche Grüße
    Alex

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