Ostern-Ostara: Ein ursprünglich germanisch-heidnisches Fest

18 Apr 2019 Von Kommentare: 8 Altes Wissen, Germanen und Kelten

Ostern Ostara germanisches Fest

Das Osterfest hat einen zutiefst germanisch-heidnischen Ursprung als frohes Frühlingsfest. Ostara ist der angelsächsische Name der Göttin der Morgenröte und hat auch einen starken Bezug zu den Fruchtbarkeitsgöttinen von Germanen und Kelten. Das Dunkel der Winterzeit ist nun endgültig besiegt, allerorts regt sich Leben und die positive Kraft des Neubeginns wird gefeiert. Die Sonne geht im Osten auf, daher wird das Fest auch nach dem ersten Frühlingsmond gefeiert, wenn die Tage wieder länger werden als die Nächte. Ob der Begriff Ostara mit der Himmelsrichtung Osten in Verbindung steht, wie vielfach behauptet wird, ist jedoch zweifelhaft. Die Tagundnachtgleiche fällt auf den 19., 20. oder 21. März und markiert den kalendarischen Anfang der astronomisch definierten Frühling, woraus später das christliche Osterfest resultieren sollte, dass nach dem ersten Frühlingsvollmond gemäß des Gregorianischen Kalenders gefeiert wird und somit frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April fällt.

In Stonehenge konnte die Tagundnachtgleiche übrigens auf den Tag genau bestimmt werden, wobei der symbolische keltische Frühlingspunkt selbst (Imbolc) am 1. Februar gewesen sein soll. Das Licht nimmt um diese Zeit zu, der Frühling setzt sich gegen den Winter durch, es grünt langsam überall und die Natur wird wieder fruchtbar. Dem Kampf des Sonnengottes mit den Wintermächten und deren Niederlage sollte auch der Schwerttanz versinnbildlichen, der an „Ostara“ getanzt wurde. Noch heute wird am Ostermontag im Chiemgau (Bayern) dieses jahrhundertealte Brauchtum zelebriert. Göttin Ostara wird auch in Verbindung gebracht mit der germanischen Göttin Freya/Frigg, die Liebe und Fruchtbarkeit versinnbildlicht und als eine der wichtigsten Gottheiten der germanischen Mythologie gilt.

Ostern wurde benannt nach einem heidnischen Monatsnamen

Grimm bezog sich auf eine alte Quelle, die die Existenz der Gottheit behauptet: Eostur-monath, qui nunc paschalis mensis interpretatur, quondam a dea illorum, quae Eostrae vocabatur, et cui in illo festa celebrabant, nomen habuit; a cuius nomine nunc paschale tempus cognominant, consueto antiquae observationis vocabulo gaudia novae solemnitatis vocantes was bedeutet: Der Ostermonat, der heutzutage als Passah-Monat übersetzt wird, hatte früher seinen Namen von einer Göttin jener [Leute], welche Eostra genannt wurde, und der sie in jenem [Monat] Feste feiern; von ihrem Namen geben sie der Osterzeit einen Beinamen,indem sie mit der gewohnten Bezeichnung für einen alten Gottesdienst die Freuden einer neuen Feierlichkeit benennen. So steht es bei Beda Venerabilis (De Temporum Ratione, cap. 15), einem englischen Kleriker, auch bekannt als „Kirchenvater Beda“, der zu Beginn des 8.Jahrhunderts die heute maßgeblichen Quellen über die Bekehrung der Angelsachsen und die frühe Kirchengeschichte Britanniens verfasste. Und mit einer gewissen Beruhigung scheint der geistliche Chronist zu vermerken, dass der fragliche Zeitraum ja nun „Passah-Monat“ (paschalis mensis) heißt, und nicht mehr den heidnischen Namen trägt. Grimm hat aus dieser Stelle nun auf eine auch im weiteren germanischen Raum bekannte Göttin geschlossen, deren Namen er für den Kontinent als „Ostara“ ansetzt. Diese Form hat er aus dem althochdeutschen Monatsnamen „ostarun“ abgeleitet, wobei es erwiesen ist, dass das heutige Osterfest nach diesem – auch im deutschen Raum – heidnischen(!) Monatsnamen benannt ist und nicht etwa umgekehrt.

Wie schon Weihnachten und andere Feiertage haben sich die Christen auch das Osterfest für sich einverleibt, damit die Menschen die heidnischen Bräuche und Bedeutungen nach und nach vergessen sollten. Ostern ist das bedeutendste Fest der Christen in aller Welt und erinnert an die Auferstehung Christi. Die 40-tägige Fastenzeit geht zu Ende und mit Enthaltsamkeit darf wieder aufgehört werden. Gemäß der Heiligen Schrift wurde Jesus Christus von Gott am dritten Tag von den Toten erweckt und in der christlichen Tradition wird der Ostersonntag als der Dritte Tag definiert. Grund genug sich unserer germanischen Wurzeln zu besinnen, denn Germanen und Kelten gleichermaßen lebten im Gleichklang mit der Natur und verehrten sie. Heute, in einer Zeit, in der sich der Mensch immer weiter in die Stadt flüchtet, ins Künstliche, statt sich an der Natur zu orientieren und sich selbst bewusst zu werden. Denn wer sich an den eigenen Ursprung erinnert und im Herzen verankert ist, kann von seinen Urahnen sehr viel Kraft beziehen.

Von den Germanen stammt auch der ursprüngliche Brauch der Opfergaben der Eier, die vergraben, verschenkt und gegessen wurden. Die Begleittiere der Göttin für das erwachende Leben sind Hasen und Marienkäfer, also eine Zuordnung, die sich bis heute noch im Christentum erhalten blieb: Die Osterhasen bringen Eier und Marienkäfer als Glücksbringer. Der Osterhase gilt heute geradezu als Symboltier für das große Frühlingsfest Ostern / Ostara und ist wie alle anderen deutschen Brauchtumsanteile, altheidnischen beziehungsweise germanisch-keltischen Ursprunges.

Ostara-Rituale

Ein alter Brauch besagt, dass man sich mit dem Tauwasser, welches nach der Nacht zu Ostara fällt, waschen oder gar nackt darin wälzen soll. Dies soll magische Kräfte besitzen und verheißt Gesundheit für das ganze Jahr. An Ostara wird auch gerne geräuchert, entsprechende Kräuter sind Veichen, Erdbeere, Jasmin, Rose und Salbei. Eine Räuchermischung zu Ostara kann mit Beifuß, Salbei, Erdrauch, Lavendel und Tannenharz vollzogen werden. Optimale Edelsteine, um die Energie noch besser aufzunehmen, sind der Amethyst und der Aquamarin.

Pflücke einen Strauss Wildblumen auf einer Wiese, und bedanke dich bei jeder Blume während des Pflückens. Ebenso lässt man eine kleine Opfergabe zurück für die Pflanzen und die Erde, wie zum Beispiel etwas Milch oder Honig, oder ein paar Samen eines wildwachsenden Krautes, ein kleiner Stein oder sogar eine Münze. Alternativ kann man in einem Blumenladen auch einen Strauß Blumen intuitiv auswählen. Wenn du zuhause den Strauß in der Vase genau betrachtest und du dir der Farben und der gewählten Blumen bewusst wirst, erkennst du viel über deine momentane emotionale Situation und deine inneren Gedanken. Jede Blume steht für etwas. Die genaue Bedeutung der Blumen findet man auf entsprechenden Webseiten oder ganz einfach in sich selbst. Es kommen immer genau die Bilder in einem „hoch“, die gesehen werden wollen.

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© Alex Miller / Gehvoran.com

Bilder: Fotolia.com

Ich wünsche Euch ein frohes und glückliches Osterfest!
Euer Alex


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8 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Avatar Simone Tatzke says:

    Vielen Dank für diese * Aufklärung* . Jetzt weiß ich, warum der irische Frühling am 1. Februar beginnt und natürlich vieles mehr …. herzliche Grüße Simone

  2. 2
    Alex Miller Alex Miller says:

    Gerne Simone :)
    „Imbolc“ ist das keltische Fest am 1.2.,dass es auch Irischer Frühling genannt wird, ist mir wiederum neu. Danke :)

    LG
    Alex

  3. 3
    Avatar Thorsten says:

    Danke dafür, ich persönlich würde es sehr begrüßen, wenn solche Artikel in den Schulen behandelt werden würden. Man könnte gut im Ethikunterricht das Thema aufgreifen. So können die Schüler, egal welcher Herkunft, einiges über den Ursprung vieler Traditionen lernen.
    Grüße
    Thorsten

  4. 4
    Avatar Petra Heidenfelder says:

    Heidentum in der Schule… Schöner Gedanke. Wo wir gerade dort als Hexen und Bluttrinker verschrien sind.
    Es gibt viele von uns die schon lange im Herzen Heiden sind. Wird Zeit sich dazu zu bekennen und unser Heidentum zu Genießen.
    Die Göttin sei mit Euch

  5. 5

    Hallo Thorsten,
    super Idee! Irgendwann kommt die Zeit, wo man diese wichtigen Hintergründe in den Schulen lehrt…

    Hallo Petra,
    das stimmt! Einen schönen Namen hast du ;)

    Herzliche Grüße
    Alex

  6. 6
    Avatar Sam says:

    Lieber Alex,

    danke für den aufklärenden Bericht, schon interessant, was die Kirche so alles für sich in Anspruch nimmt,
    ich denke, durch solche Artiel wird auch hier „Licht reingebracht“ . . . . vielen Dank dafür.
    Passend zum Thema habe ich ein Osterbrunnen Video anzubieten, vielleicht gefällt es euch . . . . .
    https://youtu.be/ewvsdDUNu8g
    wünsche ein frohes Fest eine gute Zeit und macht weiter so

    Namaste
    Sam

  7. 7
    Avatar Kafka says:

    Lieber Alex,

    Da bist du aber einer sehr alten „Lehrmeinung“ aufgesessen, die so nicht nach neusten Forschungen nicht mehr haltbar ist.
    Grimm hat nur diese eine Quelle zur Vermutung des Ostara—Mythos herangezogen und aufgrund etymologischer Herleitungen die frühere Existenz dieser Gottheit vermutet.
    Fakt ist jedoch: Für ostara hat man nie Belege gefunden. Desweiteren lassen sich auch andere etymologische Interpretationen finden, die Ostara bspw. mit „Morgenröte“ übersetzen.

    Außerdem waren die Grimms Kinder ihrer Zeit. In der man explizit wegen den aufkommenden Nationalismus eine „germanische“ Identität gesucht hat. Romantik tat ihr Übriges dazu. Diese Methode nennt sich im Fachchagon „press Gang“ und bezeichnet eine Methode, die verschiedene Fakten in die eigene Theorie und These presst, um diese zu Beweisen.

    Ostara wurde dann von den Nationalisten dankend angenommen und weiter verbreitet. Das Erbe dieser Ausrichtung war noch bis in die 70er an Ethnologischen und Sprachwissenschaftlichen Lehrstühlen verbreitet. Was man sieht, wenn man (neuste) Untersuchungen bzw. Publikation von Forschern die in den 70ern studiert haben, konsultiert.

    Zu den Ostereiern: stimmt auch nicht. Der Hahn war und ist das Fruchtbarkeitssymbol der Frühlingszeit und bringt übrigens die Eier. Noch bis weit ins 17. und 18. Jahrhundert lässt sich dieses Symbol für die Tage nachweisen. Es ist nicht heidnisch sondern Ur-christlich.

    Die Christen haben keine heidnischen Tage übernommen sondern haben alles was heidnisch war rigoros ausgemerzt und durch urspr. jüdische Bräuche ersetzt. Vor allem in den Gebieten, die jetzt Deutschland sind. (Für Irland gilt dies nicht, da war die assimilation nicht so einfach)

    Ostern hat nichts, absolut gar nichts mit den Germanen zu tun.

    Wer Frühlingsfeste in germanischer Sitte feiern möchte sollte sich auf die Tag – und Nachtgleiche beschränken.

  8. 8
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Kafka,
    welche neuesten Forschungen sind das denn, von denen du sprichst?

    Wenn du schreibst, dass die Christen alles Heidnische rigoros ausgemerzt haben, wie ist es dann möglich, dass unter christlichen Kirchen heidnische Votivgaben gefunden wurden und die „Schäferkapelle“ sogar Runen beinhaltet?

    https://n-land.de/lokales/altdorf/schaeferkapelle-war-vorchristliche-kultstaette

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