Das Erwachen der göttlich-männlichen sexuellen Energie

01 Aug 2019 Von Kommentare: 31 Bewusstsein, Spiritualität

Reifeprozesse der Männlichkeit

Unsere Väter und Vorväter, die männlichen Nachwuchs in erheblichem Maße prägen, sind teils noch kriegsgeschädigt, waren abwesend oder hatten arbeitsbedingt keine Zeit. In einer Zeit ohne Initiationsriten und ohne männliche Mentoren fällt es Söhnen immer schwerer, das wahre Mannsein zu entdecken. Mannsein bedeutet wild zu sein, ohne jemanden zu verletzen, weder seelisch noch körperlich, sondern mit Ausdauer, Zielstrebigkeit, Logik und Kreativität authentisch und beschützend voranzugehen. Vom Mannwerden zum Mannsein gilt es einen Weg zu beschreiten, der nicht ohne Weiteres von alleine stattfindet. Wichtig sind echte männliche Vorbilder, die man nicht sehr häufig findet im Alltag. Oder wir entdecken sie in Filmen, wenn Helden das Böse jagen und Frauen retten, ihnen Geborgenheit, Schutz und Sicherheit geben. In Fussballarenen schiessen unsere Helden entscheidende Tore und lassen sich im Fanhimmel verewigen. Wir Männer brauchen uns an diesen Eintagshelden nun wirklich nicht orientieren, aber wir dürfen uns selbst gelegentlich an den Eiern packen und reflektieren, wie es um unsere eigene Männlichkeit eigentlich „STEHT“.

Initiationsriten, bei denen Jungs zu Männern werden, wie sie bei indigenen Völkern von Mentoren immer noch praktiziert werden und uns brachial, gar brutal vorkommen, sind unserer Gesellschaft fremd. Stattdessen suggerieren jährlich stattfindende Girlsdays in Firmen, dass Mädchden und Jungs irgendwie „gleich“ sind, die selben Grundvoraussetzungen für ALLES haben. So füllen aufgrund zunehmend unbewusster Identitätskrisen Heranswachsende ihre innere Mannesleere mit Drogenexperimenten, Smartphonexzessen und brutalen Videospielen. Das Bedürfnis von Jungs und Männern sich mit Altersgenossen zu messen ist als archetypisches Muster im Mann genetisch verankert und muss ausgelebt werden. Jedoch lieber im realen Leben, beispielsweise in Sportvereinen anstelle in der virtuellen Welt.

Irgendwann kapitulierte der Wilde Mann als Beschützer der Welt

Wenn man sich in der Gesellschaft umschaut, scheint es, als wären wir Männer unterdessen zu Witzfiguren verkommen. So wie der Mann, der im Werbespot nachts mit Schnupfen nach seiner Mutter verlangt. Al Bundy, dem sein Feierabend vor dem Fernseher wichtiger ist als seine Ehefrau. Politikmänner, die in aller Öffentlichkeit anderen Menschen lautstark ins Wort fallen, anstelle sie ausreden zu lassen. Das alles hat mit Männlichkeit nicht viel zu tun. Dass die Anzahl der Singlehaushalte in den letzten Jahren immer mehr angestiegen ist, zeugt davon, dass es anscheinend immer schwieriger geworden ist, verbindliche Beziehungen einzugehen: „In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Anzahl der Single-Haushalte in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Besonders der Männeranteil bei den jüngeren Singles (bis 49 Jahre) ist auffällig hoch.“

Alter Mann aus dem MittelalterIn einigen Kulturen heißt es, der „Wilde Mann“ sei der männliche Beschützer der Welt. Was passiert, wenn es keinen männlichen Beschützer mehr gibt, können wir heute gut beobachten, sowohl in der Welt als auch in unseren Beziehungen. Dies braucht uns nicht verwundern, wurde doch alles Authentische, Wilde und Ursprüngliche in den letzten zirka 1000 Jahren systematisch „unter Kontrolle“ gebracht, weil es Angst machte, eine Gefahr für das System darstellte. Die männlichen Bewusstseinsstufen auf der eigenen Heldenreise zu entdecken, heißt auch, Authentizität zurück zu erlangen. Dadurch würde auch alles Künstliche um uns herum wieder natürlicher werden. Ein in sich verankerter wilder Mann und eine in sich verankerte wilde Frau, die beide ihre Wildheit ausleben, aber jederzeit kontrollieren können, können die Welt mit unserem heutigen Wissen in eine neue Ära heben.

„Alles Gute ist wild und frei“. Henry David Thoreau

Vor 1000 Jahren brach nach langer Epochen die Welt der Wilden Götter zusammen, weil das Christentum keine weiteren Götter neben dem einen neuen Gott duldete. Ein Einheitsbrei an Mystik löste die verspielte Vielfalt ab, was dazu führte, dass die Fähigkeit des Mannes zum Mythologischen Denken und Fühlen nachliess. Die Überlieferungen der Stammesältesten und Mentoren über Odin und Thor, Lugh und Alator wurden den jungen Männern zunehmend vorenthalten, aus Angst vor der neuen mächtigen Religion. Anschliessend kam die Zeit, als zunehmend Großgrundbesitzer, Kirche und Adelige fleissige Arbeitskräfte für die Landwirtschaft benötigten. Der Mann war fortan Untertan und fügte sich brav in das sich neue ausbreitende System ein. Dann kam die Wissenschaft und forderte den Mann zum alleinigen analytischem Denken auf, kreative Energien mussten zurückstecken und das Wilde im Mann bildete sich nun endgültig zurück. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war der Mann nur noch ein funktionierendes Glied in einem verzahnten System aus gefühlskaltem Eisen und Stahl. Nur der Dampf der Dampfmaschinen war noch ungezügelt, brachial und wild.

Seit dem 20. Jahrhundert sitzt der einst wilde Mann mit der um den Hals gebundenen Krawatte, das Halschakra abwürgend kaum Luft zum Atmen, hinter dem Schreibtisch, und erfüllt als Befehlsempfänger von Konzernen und Staaten Richtlinien, Pläne, Vorgaben, Excel-Tabellen und Budgets. Von einem Wildem Mann kann schon lange nicht mehr die Rede sein, eher von Kevin Schmidt, dem austauschbaren Darlehnnehmer, Samenspender und Kiga-Bringer – mit dem Endziel: die eigene perfekt geplante Doppelhaushälfte mit Garage und Gasgrill. Im Zuge der Emanzipierung der Frau wurde der Mann dann zum Krawattenträger auch noch ein Sensibelchen, ein Ja-Sager, ein Frauenversteher (zumindest versucht er das, aber welcher Mann schafft das schon??), ein Mann, der für seine Familie allzeit im Einsatz ist, für seinen Arbeitgeber oder seine Firma sowieso. Soweit so gut. Einiges kam hinzu, Einiges ging verloren.

Die meisten Frauen würden wohl einen kantigen beherzten und mit Dreitagebart coolen Lenny Kravitz einem weichgespülten korrekten wie aus dem Ei gepellten Kevin Schmidt vorziehen, der seine Krawatte immer vorbildlich um den Hals gebunden trägt und das Smartphone immer bei sich hat. Warum? Weil ein Lenny Kravitz in einer heute künstlichen Welt den wilden Mann noch am ehesten repräsentiert und Gegensätze auch heute noch sexy sind, Genderwahn zum Trotz. Nun verfügt vielleicht nicht jeder Lenny Kravitz aus der Vorstadtsiedlung über die selben finanziellen Mittel wie das Original mit der markanten männlichen Stimme aus Miami. Welchen Preis wäre also die Damenwelt zu zahlen bereit, könnte sie einen Lenny Kravitz aus der Vorstadtsiedlung mit unregelmäßigen Jobs und ungeregeltem Tagesablauf anstelle eines glatt gebügelten Kevin Schmidt haben, der aber dafür über ein sicheres monatliches Einkommen verfügt?

Gib niemals einem Mann ein Schwert, der nicht tanzen kann. Keltisches Sprichwort

Die drei Entwicklungsphasen der Männlichkeit

Jeder Mann durchläuft im Idealfall drei zentrale Bewusstseinsstufen, die er im Rahmen seiner individuellen, aber archetypischen Heldenreise bewältigen darf. Bewusstseinsstufenübergreifend tritt er hierbei die heilige Reise durch die sieben Aspekte seiner Seele an (diese Archetypen begegnen ihm in allen drei Entwicklungsphasen):

– den Jungen
– den Vater
– den wilden Mann
– den Krieger
– den Liebenden
– den Magier
– den König

Abgesehen von allen Phasen liegt es an ihm, sich während aller drei Bewusstseinsstufen von sämtlichen Abhängigkeiten zu lösen: Unabhängigkeit von Mutter und Vater (gerade die mütterliche Seite ist ja oft ein sehr schwerwiegendes Thema), Süchten wie Alkohol, Sex, Drogen, Konsum und Extremsport. Selbst von seiner Freundin oder Frau darf er sich emotional nicht abhängig machen und ihre von Zeit zu Zeit ausgetragenen Spielchen nicht mitspielen – eben jene kleine Spielchen, die Kali, die Zerstörerin, bei seiner Frau hin und wieder inszeniert. Liebe Frauen, ihr wisst genau wovon ich spreche ;) Falls nicht, sorry, dann bist du nicht gemeint… ;) Aber eines steht fest: Je unabhängiger ein Mann ist, desto mehr kommt er in seine wahre Männlichkeit. Das muss seiner Frau oder Freundin nicht immer gefallen.

Phase 1: Pubertierphase

Die erste Phase ist relativ einfach abgehandelt, zeichnet sich die Pubertierphase eben dadurch aus, dass aus dem Jungen ein Mann wird. In der Pubertät ist der Heranwachsende emotional aufbrausend, unkontrolliert und naiv. Seine Wildheit ist kaum zu bändigen und mit teils riskanter Neugierde will er die Welt erkunden. Er misst sich gern mit Altersgenossen und will stets zu den Gewinnern zählen. Bleibt ein Mann in dieser Phase stecken, und das soll es geben, nenne ich sie der Einfachheit halber „Pubertiermänner“. Bei den indigenen Völkern werden heute noch Iniationsriten durchgeführt, die einige Tage und Nächte, aber auch Jahre andauern können – je nach Kultur. Klassischerweise müssen die jungen Männer eine Zeit lang alleine in der wilden Natur verbringen, teils ohne Nahrung, und haben so die Möglichkeit, mit ihrer natürlichen inneren Leere Kontakt aufzunehmen, und nichts ist da, was die Leere künstlich füllen könnte. Dabei werden sie von Mentoren beschützt. Klasse, dass es auch bei uns Männer gibt, die Initiationsriten für Jugendliche möglich machen. Ist die Pubertierphase überstanden, so kommt nun der Übergang in die…

Phase 2: Lichtphase

Viele Politiker und Religionsführer scheinen in dieser Lichtphase festzustecken, daher wollen diese „Lichtmänner“ vorderscheinig Harmonie und das Gute für die Welt, erschaffen dabei jedoch das Böse. Lichtmänner sind meist sehr ernsthaft und pflichtbewusst. Auch Gutmenschenmänner sind hierbei zu nennen, aber auch einige Esoteriker, Lichtarbeiter und „Gurus“ verlieren sich in diesen lichten Welten der noch nicht ganz ausgereiften Männlichkeit. Wer nur nach dem Licht strebt, klammert aus, dass er selbst noch Schatten in sich trägt. Doch gilt es gerade auf dem Weg in die nächste Bewusstseinsstufe des Männlichen, auch den Schatten an die Oberfläche zu bringen, ihn anzuschauen und zu akzeptieren, mit ihm umzugehen ohne ihn zu verurteilen. Wenn ich zufällig Diskussionsrunden von Politikermännern im TV sehe, das ist sehr selten, muss ich feststellen, dass sie eher kleinen Kindern ähneln als reifen erwachsenen Männern. Keiner lässt den anderen ausreden und hört wirklich zu, was andere zu sagen haben. Sie beharren auf ihrem Recht und akzeptieren keine andere Meinung. Wie kleine Kinder will jeder den Ball haben und nicht mehr hergeben. Ich befürchte, dass einige Politiker gar noch in der Pubertierpase feststecken. Sie sollten dringend ihr inneres Kind therapieren, bevor sie über andere Menschen entscheiden. Das hat nichts mit Männlichkeit zu tun, eher mit Verzweiflung oder einer schwerwiegenden Psychose. Ein weiteres (gefährliches) Kennzeichen dieser Lichtmänner ist Profilierungssucht. Nobody is perfect und alles auch halb so schlimm, solange die Schatten nach und nach erkannt werden und Mann geht somit langsam über in die:

Phase 3: Schattenphase

Die eigenen Schatten sind zusehends integriert und müssen nun nicht mehr nach Außen projiziert werden, beispielsweise auf andere „böse“ Frauen und Männer. „Schattenmänner“ sind Freigeister und akzeptieren die Meinung anderer, können über sich selbst lachen und haben meist auch altersbedingt aufgrund ihrer Lebenserfahrung eine gewisse Reife. Ein Schattenmann vermag es, die Speere zu senken, zu vermitteln und Brücken zu bauen, er kann aber auch Grenzen setzen, wenn es notwendig wird. Über den Schattenmann wird der Mann nun endgültig zum König seiner Selbst. Er konnte die sieben Aspekte seiner Seele, also den Jungen, den Vater, den wilden Mann, den Krieger, den Liebenden, den Magier und den König in sich integrieren, diese im Kern seines Selbstes heilen und vollständig befreien. Zielgerichtet und fokusiert tut er die Dinge, die getan werden müssen und sagt das, was gesagt werden muss. Er setzt seine Energie gezielt nur da ein, wo sie benötigt wird und bleibt gelassen, wenn die Emotionen um ihn herum hochkochen. Seine Schöpferkraft zeichnet sich dadurch aus, dass er etwas anpacken und seine sexuelle Energie mit einer Frau in magischer aber auch wilder Weise teilen kann, eine sexuelle Energie, die verbindet, statt teilt. Dann ist er…

Mann berührt zärtlich seine FrauDer den Frauen zugewandte Mann

In der mythischen Welt ist Odin noch lebendig, Thor und Dionysos, Hermes und Zeus. Mythologisches Denken kann uns Männern helfen, die unfehlbaren und fehlbaren Helden der Mystik als Inspirationsquelle zu entdecken und mit ihnen gemeinsam auf Heldenreise zu gehen. Mystik und Märchen erzählen uns auf fantastische Weise, was in uns selbst vor sich geht, was geschehen kann, wenn wir hinsehen und uns reflektieren – in Bildern. Mythologisches Denken bedeutet, die Fähigkeit zu haben, sich die Götter und ihr männliches ausgelassenes, kraftvolles und zielstrebiges Handeln vorstellen zu können, ohne sich darin zu verlieren.

Männer, erhebt euch und lebt eure heilige Männlichkeit im Alltag, in Beziehungen, beim Sex, wohl wissend damit umzugehen, nämlich wild aber jederzeit kontrollierbar als der den Frauen zugewandte Mann, der im Wald mit der Hexe tanzt. Dann entsteht zwischen Mann und Frau die Spannung der Gegensätze als pulsierende Energie, die überschwappen kann, nicht gebändigt werden mag und den Götterhimmel zum Leuchten bringt.

Copyright: © Alex Miller / www.gehvoran.com

U.a. inspiriert von:
Eisenhans von Robert Bly
mythenherz von Dirk Grosser

Bilder: Istockphoto (Mann Beitragsbild), Adobe Stock (Hintergrund Blitze Beitragsbild), „Mann mit Schwert“ und „Liebespaar“: Adobe Stock, Rest siehe Markierung

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31 Kommentare zu diesem Artikel

  1. 1
    Avatar Consciousness says:

    Ist dringendst erforderlich das die Männer wieder in ihre Kraft und innere Stärke finden. Es ist einfach an der Zeit.
    Tolles Märchen von den Brüdern Grimm zu dem Thema ist ,,Der Eisenhans“. Gibt es hervorragende Interpretationen dazu.
    https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_eisenhans

  2. 2
    Avatar Ela says:

    @ Alex

    Gratulation zu diesem tollen Artikel. War eine Menge Arbeit? Ich las Robert Blys „Die kindliche Gesellschaft“ und war ganz elektrisiert. Den Eisenhans habe ich in Taschenbuchausgabe und die ist mir zu klein gedruckt. Es hat sich noch niemand angeboten, mir abends daraus vorzulesen. Ich habe einen großen Respekt davor, was Männer heute alles zu bewältigen haben. In Tibet vor etwa hundert Jahren wurden die Jungs nachts an einen Baum gebunden und sie hatten irre Abenteuer, mit wilden Tieren und so. Ja, das ist schockierend.

    Viele Jungs machen heute Abenteuer mit Aktionen, die dann die Polizei auf den Plan rufen oder die ganze Nachbarschaft. Dabei werden Sprüche ausprobiert oder einfach Angst überwunden, indem diese Aktionen ausgestanden werden. Danach ist alles immer sehr harmlos und cool, und sie geben wochenlang damit an. Ich kenne einige, die haben kurzerhand Bäume umgesägt und dann viel Geld dafür bezahlt, oder Schabernack gemacht, der Aufsehen erregt hat. Ich denke, das ist etwas, das den Eltern zeigt, „jetzt bin ich schon recht selbständig und kann selbst Entscheidungen treffen, die ich auch selbst verantworten kann.“ Ja, was soll man da als „Eltern“ noch sagen?

    Die Kinder sind flügge. Das ist alles. Nun suche ich mir eine neue Beschäftigung. Schreiben etwa….. :-)

  3. 3
    Avatar Jan says:

    Genau mein Reden.
    Ich komme aus einer nicht durch den WK entmannten Familie.
    Gott sei Dank.
    Mein Vater war nicht immer nett zu mir, aber er hat mich „initiiert“, schmerzhafterweise, sehr schmerzhafterweise…
    Jetzt habe ich aber die männliche Kraft in mir, manchmal mehr als mir lieb ist.
    D hat ein grosses Defizit an männlicher Energie seit dem zweiten Weltkrieg.
    Die Männer waren nicht mehr da. „Sag mir wo die Blumen sind…“
    Das habe ich schon seit Jahrzehnten wahrgenommen.
    Die Emanzipationswelle seit Ende der Sechziger hat der wilden Männlichkeit in D den Rest gegeben.
    Sie hat Luschimänner erzeugt, aber eigentlich wollen die die Frauen einen „richtigen“ Mann an ihrer Seite haben, der sie beschützt.
    Und erlaubt mir die Bemerkung:
    Ein grosser Teil der der deutschen Männer in D ist „verschwult“ (mit gefärbten Gretazöpfen, neulich an der Tankstelle z.B.)
    Man blicke nach Köln (grosses Flächenbombardement), als ich mal dort war habe ich gemerkt, dass es einen Männermangel gab, obwohl physisch genug „Männer“ zu Verfügung standen.
    Die Frauen stehen dort in einem „sexuellen Vakuum“, ziemlich verzweifelt.
    Ein junger Mann, der keinen starken Vater hatte, wird nie ein richtiger Mann.
    Traurig aber wahr.
    Jetzt kommen „Männer“ aus anderen Kulturen nach D, und das wird für einige Frauen gefährlich.
    Ich weiss nicht wo die Lösung ist, aber D ist für mich männliches Weicheierland aufgrund seiner Geschichte.
    Russland hat trotz des WKs seine männliche Energie nicht verloren, liegt es an der konzentrierten 70jährigen Gehirnwäsche D’s?
    Wahrscheinlich schon.
    Neues Berufsbild: Männertrainer.
    Ich stelle mich der Aufgabe :-)
    In Lak’Ech
    Jan

  4. 4
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Consciousness,
    danke für den Link, Klasse!

    @ Ela,
    wenn etwas Freude bereitet, gibt es keine Arbeit… ;)

    @ Jan,
    glaube nicht, dass Männlichkeit von der sexuellen Orientierung des Mannes abhängt. Es gibt viele schwule Männer, die in ihrer Männlichkeit sind. So hat umgekehrt sicherlich auch nicht unbedingt jeder „Macho“ seine wahre Männlichkeit entwickelt – im Gegenteil, das übertriebene Getue soll vielleicht bei manchen die männliche Unsicherheit verschleiern…

    Herzliche Grüße
    Alex

  5. 5
    Avatar Kleinschorschi says:

    Sehr schöner Artikel, lieber Alex. Danke! Der Mann, der mit der Hexe im Wald tanzt, das gefällt mir.
    Je weiblicher die Frau, desto männlicher der Mann. Wenn die Frau zu hart, zu männlich ist, wird der Mann neben ihr immer weiblicher… Mann und Frau sind gefragt. Nicht ein Angleichen aneinander, sonder den Unterschied feiern und leben und den Unterschied möglichst gross halten. Bezüglich männlichen Schwulen kann ich dir nur beipflichten. Es gibt sehr viele, sehr schöne (hm.. lecker) schwule männliche Männer….

  6. 6
    Avatar Thorsten says:

    Sei gegrüßt, Alex und weitere Leser.

    In der Gesellschaft ist diese Beschreibung des Mannes in Deutschland gut zu erkennen. Mein Gefühl ist auch, dass von den geistigen und politischen Führern, dieses auch gefördert wird.
    Es wird suggeriert, dass jeder Schubser und jede Beleidigung, schon im Kindergarten und der Schule, zur Anzeige gebracht werden muss.
    Kindern und Jugendlichen wird sofort unter die Arme gegriffen. Wenn z.B. der Lehrer das Mobil einkassiert, oder gefährliche Gegenstände in der Schublade vom Rektor landen.
    Wie kann ein Kind lernen, Verantwortung für sein Handeln zu üben? Es wird ja meist bevormundet oder übertrieben verteidigt.
    Ein Kinderarzt sagte mal zu mir, als unser Junge sich (nicht schwer) am Grill verbrannt hatte. „Nur so lernen sie was heiß ist. Besser mit kleinen Schmerz und großem Lerneffekt als umgekehrt.“
    Klingt erstmal hart, hat sich aber bewährt.
    Leider ist mein Vater als ich ihn am meisten brauchte als männliches Vorbild ausgefallen, er verfiel dem Alkohol. Trotzdem habe ich es geschafft, mich gegen die Erziehung von meiner Mutter durchzusetzen. Zum Glück .
    Alle von dir beschriebenen Stufen, kann ich in den letzten knapp 50 Jahren an mir wiedererkennen. Mittlerweile halte ich mich, meistens für erwachsen.
    Habt ihr mal beobachtet, wie ein Gespräch zwischen echten Kerlen stattfindet? Egal ob Geschäftsleute oder Verbrecher etc. sie teilen sich ruhig und auf den Punkt gebracht ihre Vorstellungen von dem zukünftigen Gegebenheiten mit. Dann findet man einen Kompromiss oder auch nicht. Trennt sich aber mit Achtung und Höflichkeit. Selbst wenn danach der Krieg ausbricht.
    Das nennt man „Eier in der Hose“. Nicht dieses Imponiergehabe mit viel Rumgeschreie und so.
    Frei nach dem Motto, was stört es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt? Steht ein echter Kerl da, mach nichts und wartet bis er tatsächlich angegriffen wird. Meist passiert nichts, der „Kleine“ merkt, es bringt nichts.
    Oder es wird kurz und heftig, körperlich gelöst.
    Mit dem Erwachsenensein kann der Mann auch als Leitbild seiner Familie, sehr dienlich sein und seine in langen Lektionen gewonnenen Erfahrungen an seine Sprösslinge weitergeben. Wichtig ist aber auch, dass er der Frau gegenüber korrekt agiert und sie bestenfalls als ebenbürtige Person bezeichnet. So können beide ihre Eigenschaften in eine neue Generation stecken. Die dann, im Idealfall, als neue Generation die Evolution weiter voran führt.
    In eine zwar nicht immer sorgenfreie, aber in eine Zukunft!

    Lg
    Thorsten

  7. 7
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Kleinschorschi,
    „Je weiblicher die Frau, desto männlicher der Mann. Wenn die Frau zu hart, zu männlich ist, wird der Mann neben ihr immer weiblicher…“ Ja, denke ich auch. Aber was passiert, wenn Frau keinen Mann, bzw. Mann keine Frau hat? ;)

    @ Thorsten,
    super Beispiel, das mit den „echten Kerlen“, ob Geschäftsleute oder Verbrecher! Ja, ich denke, das trifft genau so zu.

    Herzliche Grüße
    Alex

  8. 8
    Avatar Kleinschorschi says:

    @ Alex… Stimmt, hab diese nicht unwichtige Tatsache übersehen. Dann gilt es wohl selbst, ohne den entsprechenden Spiegel im Aussen, die beiden inneren Anteile zu heilen. Ich als Frau kann da nur sagen, dass mich Mutter Natur in die Weiblichkeit kommen läßt. Und ich denke, auch Mann kommt durch Vater Natur in seine Männlichkeit. Man neigt dann vielleicht, an der Gesellschaftsnorm gemessen, zu vereinsamen. Aber dem ist nicht so. Ich bin mir heute auch gar nicht mehr sicher, ob man nur für den einen bestimmten Menschen geschaffen ist, oder man sich da nicht selbst ein Käfig baut (Stichwort Monogamie). Aber ich schweife ab. Ich als Frau mag Holzfäller – Typen… Naturburschen, die mir ein tolles Feuerchen herzaubern, während ich sie mit anderen Dingen verzaubere….

  9. 9

    @ Kleinschorschi,
    denke auch, dass es einfacher ist (wenn man das vielleicht auch manchmal anders empfinden mag), wenn man sozusagen einen Resonanzpunkt (Partner) hat. Das mit dem Vereinsamen kenn ich, jedoch macht es mir nichts mehr aus, da ich bereits vieler gesellschaftlichen „Zwänge“ entledigt habe – wenn auch nicht alle, denn irgendwo muss das Geld ja herkommen… ;)
    Monogami – Polygamie: Auch ein spannendes Thema… Holzfäller-Typen? Klar, die haben schon was… ;)

    LG Alex

  10. 10
    Avatar Kleinschorschi says:

    @ Alex… Thema Vereinsamung… Je länger je mehr spüre ich diese wahnsinns Kraft in der Natur, diese LIEBE. Man kann es nicht in Worte fassen, aber ich weiss, dass du genau weisst, von was ich schreibe. Man sagt, dass jede Partnerschaft eigentlich nur der Versuch ist, jene LIEBE zu erfahren und am Ende merkt man, dass es eben doch nicht diese eine Sehnsucht dieser HeimatLIEBE war… Daher denke ich, ist es ein Fortschritt, wenn man beginnt ausserhalb der gesellschaftlichen Liebe, die eigentliche LIEBE zu finden. Mitten im Nirgendwo, wo ALLES IST.

  11. 11
    Avatar Ela says:

    @ Alex – Kleinschorschi

    Holzfäller – Typen? Ich würde gern nachfragen, was das für Typen sind….

    Ok, Holzfäller sind damit nicht gemeint, das ist mir klar.
    Wir hatten einen Holzfäller in der Familie, der kam abends,
    wenn er nicht in irgendeiner Hütte auf dem Berg übernachtete,
    hundemüde heim und ging durch den Keller ins Haus, weil er
    trotz aller Sorgfalt noch Sägespäne und Erde in der Kleidung
    und im Haar hatte. Sehr romantisch finde ich das nicht, weil
    ich es in der Praxis mitbekam. Dann musste das Essen am
    Tisch stehen, weil diese Art von Arbeit verlangt ja alles und
    noch mehr vom Mann.

    Das Wetter kann kalt und nass sein und im Gelände geht manches
    nicht so, wie es vorher geplant ist. Der Abend war ruhig und seine
    Frau machte noch so allerhand in der Küche fertig, da war der total
    abgeschuftete Mann schon am Schnarchen.

    Mit den Jahren bekam der Mann Kreuzschmerzen, was er auch artikulierte
    und dann begann er, diese Schmerzen mit Alkohol etwas aufzufangen, was
    dann auch nicht immer so romantisch war mit Feuerchen und so, weil der
    Alkohol ihn etwas langsam und bedächtig machte. In diesem Haus sah ich
    nie einen Handwerker, das stimmt, der Holzfäller machte praktisch alles selbst.

    Also der Holzfäller – Typ hat es da sicher viel leichter. Die Muskeln
    holt er sich im Fit – Studio, klar. Macht er überhaupt etwas mit Holz?
    Vielleicht vor der Arbeit Kleinholz im Schuppen? Oder trägt er einen
    Pfosten auf der Schulter bis zum Auto, wenn er zur Arbeit fährt?

    Mit einem Six – Pack zu reden ist eine kurze Unterhaltung. „Ohh“ –
    mitgezählt etwa eine Sekunde lang. Mit dem Lächeln von Inhaber
    und Betrachterin insgesamt vielleicht 5? Was dann? Mir schwant,
    Holzfäller- Typen sind Plakat – Typen, die es in echt gar nicht gibt?

    Ein Mann mit einem weiten Geist, in dem ich mich verirren kann,
    ist für mich im Wesentlichen interessanter, als ein mir von der Praxis
    vertrauter Holzfäller, der ein fleißiger, hart arbeitender Mann ist, und
    ähnlich den Jägern sein eigenes Latein hat, wie die kleinen Männchen,
    die beim Fenster der Hütte aus- und einsteigen. Das Gras am anderen
    Ende des Weges ist immer grüner als das vor den Füßen, das ist der
    Aspekt, den ich bei diesem Holzfäller – Typen am ehesten verstehe.

    Was ich noch unbedingt ankündigen muss, ist der springende Punkt.
    Dazu jedoch morgen mehr. Jetzt nur so viel: Der springende Punkt
    führt zu springenden Punkten!

  12. 12

    @ Kleinschorschi,
    absolut! Die Natur ist Impulsgeber und Heiler, in ihr können wir wohl wirklich diese eine LIEBE empfangen, die ein Partner gar nicht geben kann (auch wenn eine Liebesbeziehung andere auch wichtige Prozesse fördert, und ja auch schöne Momente hat), daher zieht es immer mehr Menschen raus… Kennst du das Gefühl, ein ganzes Wochenende zuhause eigentlich nichts zu machen? Ich liebe es, und brauche gar keine Menschen um mich herum. Ich weiss, du kennst es ;) Für viele andere ist es schon crazy, wenn man eine Woche alleine zum Campen geht… Nun, jeder ist anders, und das ist auch gut so ;)

    LG Alex

  13. 13

    @ Ela,
    das mit den Holzfäller-Typen muss dich ganz schön mitgenommen haben.

  14. 14
    Avatar Ela says:

    @ Alex

    willst Du mich zum Lachen bringen? Inzwischen habe ich andere Ansichten eingeholt
    und es wurde mir gesagt: „Ein Holzfäller – Typ ist einer, der ein Bett an einem Ende packt
    und hochhebt, egal, ob jemand drinliegt.“ Wie konnte ich wissen, dass es so einfach ist?
    Bleibt immer noch die Lagerfeuer-Romantik vrs. Alltag.

    Der Alltag ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.
    Ob Lagerfeuer, oder das einseitig angehobene Bett. Wenn es jeden
    Tag so abgeht, dann kommt eine gewisse Routine in die Partnerschaft. Genau dieses
    Problem zu entschärfen, ihm auszuweichen, gezielt und bewusst damit umzugehen,
    d a s ist doch die Kunst der Liebe?

    Und täglich grüßt das Murmeltier.
    Dieser Film zeigt ganz genau, dass jeder Tag mit dem Morgen beginnt und mit dem
    Abend endet. Ich fände es spannend, wenn wir mal mitten drin oder am späten
    Nachmittag damit anfangen könnten, würden, müssten…… um dann, zuletzt,
    taufrisch aus dem Bett zu steigen und vergnügt zu sein!

  15. 15
    Avatar Kleinschorschi says:

    @ Ela… da der Holzfäller-Typ auf meinem Mist gewachsen ist: Kann es sein, dass du alles zu Tode analysierst?
    Und bezüglich Lagerfeuer-Romantik und meinem Satz: „wenn er mir ein schönes Feuerchen zaubert….“…. Emanzen (was ist das eigentlich?) würden nun aufschreien und sagen…“he, so ein Feuer kriege ich als Frau selber hin, dafür brauche ich keinen Mann!“
    Es geht um etwas völlig anderes. Es geht um die Energie. Wenn Mann ein Feuer macht für seine Liebste, ist diese energetisch wichtig und sehr stimmig. Denn es ist sein Job. Wenn aber die Frau zum Mann sagt, „ich mache das Feuer, schneide du mal die Karotten klein“, dann schneidet er sich energetisch einiges mehr klein als nur die Karotten ;-)
    Gutes Buch zum Thema Energie zwischen Mann und Frau: „Antworten von Angelo“

  16. 16
    Avatar Ela says:

    @ Kleinschorschi

    Jeder Tod gebiert ein neues Leben.
    Bleibt immer noch der Alltag,
    egal, wer das Feuer macht.
    Meine Tante stand morgens
    immer früh auf, und machte das Feuer.
    Der Onkel stiefelte dann als Erster in
    den Stall zum Vieh. Der Mann kann
    schließlich nicht alles machen?

    Wenn die Frau kocht, dann macht sie
    auch das Feuer im Herd? Habe ich nie
    anders gesehen. Die Öfen in den Zimmern
    machte der Onkel warm.

    Du magst sogar recht haben,
    was die Energien betrifft.

    Es gibt sogar Frauen, die sagen:
    „Mein Kind kann ich allein erziehen.“
    Tja, wir sehen das Ergebnis.

    Dann gibt es noch Frauen, die m ü s s e n ihre Kinder
    allein aufziehen, weil es sonst überhaup0t niemand machen
    würde. Wenigstens haben dann die Kinder Einfrau – Liebe.
    Wenn schon nicht Elternliebe.
    Jungs von Alleinerzieherinnen dürfen tatsächlich mehr anstellen,
    das sehe ich überall. Sie haben dann sogar mehr Erfahrung und
    beißen sich oft total gut durch.

    Vor allem geht es – ja – darum, die Arbeitsteilung gemeinsam zu
    machen, und nicht den Feldwebel statuieren. Das sehe ich aber
    allzuoft, dass Frauen mit den Männern so umspringen, wie Du es
    oben beschreibst. „Schatz, mach du das, ich mache das und wenn
    du mit den Kindern spazieren gehst, dann kann ich einstweilen putzen.“

    Allerdings, wenn diese Arbeit auch gemeinsam aufgeteilt wird,
    bleibt immer noch der Alltag und eine Menge zu bewältigen.
    Vor allem, seit Oma und Opa völlig ausfallen………

    Die USA mit Silicon Valley haben das sehr gut kompensiert mit
    ihren Patschwork-Familien. Und Kleinschorschi, danke für den
    Übungskurs. Fängt an, Form anzunehmen und Spaß zu machen.

    Was ich vor allem meine, ist die Theorie, die Phantasie, das Abstrakte
    mit der Wirklichkeit und dem echten Leben in Harmonie zu bringen.
    Geträumt ist schnell, und dann ist ein Leben um, und was habe ich
    getan? Außer notwendigen Pflichten kaum Zeit für Kür und Spaß.

    Nachdem einer gestorben ist, ist es zu spät, um darüber zu philosophieren.
    Wenn es schon der Tod sein soll, der ein Thema ist. Praxis ist mein Hobby.
    Wie oft hast Du ein Lagerfeuer? Ich mag am Liebsten Agnihotra.

  17. 17
    Avatar Kleinschorschi says:

    @ Ela… Wie oft ich ein Lagerfeuer habe, kann man nun so oder so verstehen. :)
    Was ich aber abgesehen davon mag, sind Ritualfeuer. Jahreskreisfeste (für dich: Jahresspiralfeste) feiern, Vollmond und Schwarzmond feiern. Gerne mit Feuer.
    Bezgl. Alltag und Kinder kann ich nicht mitreden. Ich „habe“ keine Kinder. Bewusst. Vielleicht habe ich es so einfacher? Vielleicht habe ich es so schwerer?
    Sei lieb gegrüßt, Kleinschorschi
    Ps: meine Antworten eher kurz und knackig, dafür mit viel Raum für Entfaltung.

  18. 18
    Avatar Ela says:

    @ Kleinschorschi

    danke für Deine netten Zeilen. Das mit dem Lagerfeuer meinte ich ganz unschuldig, und ich versichere Dir, ich bin harmlos. Das wirst Du noch herausfinden. Ja, die Ritualfeuer sind sehr kraftvoll. Ich verwende am Ende immer Weihrauch und getrocknete Kräuter. Meist kommen dann gleich mehrere Kinder, die noch am Besten die Schwingung spüren und halten sich ganz in der Nähe auf. Eines Abends, als von allen Seiten Geschrei und Unruhe nicht nachlassen wollten, brachte Weihrauch auf die Glut fast augenblickliche Erleichterung. Für alle Inszenierenden.

    Mit den einzelnen Themenstücken, die ich mir herauspicke und mit Elan und Ausdauer analysiere, beleuchte ich gerne mehrere Ebenen. Zuletzt wollte ich auch darauf hinweisen, dass vorgelebtes und beobachtetes Verhalten am Ehesten als richtig und traditionell durchgeht. Allgemein fallen mir Diskrepanzen leicht auf, wie konträres Verhalten in Geist und Realität.

    Gerne gehe ich noch einmal humorvoll auf Sokrates zurück, wie angekündigt.

  19. 19
    Avatar Ela says:

    Der springende Punkt.

    Oft wird ein springender Punkt losgelassen. Immer, wenn jemand sagt: „Der springende Punkt ist,….“ dann geht so ein Punkt auf die springende Reise. Er springt und springt. Denn: Wer holt so einen springenden Punkt je zurück? Also sind viele, sehr viele Punkte am Springen und neulich entdeckte ich auf einem von ihnen sitzend und springend: Sokrates.

    Er offenbarte mir, dass mit jedem Jahrzehnt, das er springend auf dem Punkt verhüpft, seine Wut größer wird. Er habe viel zu viel Zeit mit Theorien verbracht, anstatt das Leben mit Aktivität zu füllen. Er wünsche sich innig, seiner Xanthippe gründlich die Meinung gegeigt zu haben. Er fände es merkwürdig, dass seine Theorien immer noch so oft zitiert werden, wo er doch selbst schon so ziemlich einiges für überholt und verstaubt hält.

    Sokrates erzählte mir, dass er auch andere tote Philosophen und Dichter getroffen hätte, die auf Punkten durch die Zeit springen und denen gehe es ähnlich wie ihm. Auf die Frage, was er denn seiner Xanthippe am Liebsten gesagt hätte, antwortete er dies:

    „Jetzt hör mir mal gut zu: Du lässt das ab sofort bleiben, mir die Suppe über den Kopf zu leeren, wo ich mich doch schon den ganzen Tag über mit meinen Freunden vor dir auf dem Lokus versteckt habe.[Blase ober dem Kopf erscheint: Diese ollen Gespräche mit denen sind die reinsten Dauer-Aversions-Vermeidungs-Versuche und werden viel zu wichtig genommen! – Kleine Rauchwölkchen steigen von den Wörtern auf.] Wenn du noch einmal versuchst, mich klein zu machen und zu demütigen, dann bekommst du einen Tritt auf dein Popöchen über die steinernen Stufen unseres Hauseinganges hinaus! Dann ist nichts mehr mit Besteigen und Begatten! Dann werde ich zum Buddha. Hast du verstanden?“

    Damit sah Sokrates dann gar nicht mehr so betrübt aus, es schien ihm gut getan zu haben, wenigstens im Nachhinein einmal so richtig den Macho hervorgetan zu haben. Leider konnten wir beide das verdutzte Gesicht von Xanthippe nicht sehen, sie schien sich in ein spezielles Trainingscamp für Ehefrauen begeben zu haben…

    Auf meine weitere Frage, was er denn jetzt philosophisch anders formulieren würde, sagte er: „Ich weiß, dass ich alles weiß. – denn das Nichts ist Alles – und wenn die Alte keift, ist alles Nichts.“ Dabei zwinkerte er mir vergnügt zu.

    Zum Abschied bat er mich, einen Gruß an die noch lebenden Interessierten zu überbringen:

    „Ich bin tot. Lasst mich in Frieden ruhen und denkt Euch Eure eigene Philosophie aus. Denn sonst kann es sein, dass ihr in der Vergangenheit lebt, und dabei das eigene Leben im Jetzt versäumt! Jede Zeit hat ihre eigene Philosophie. An einer veralteten Philosophie hängen zu bleiben, hindert euch an Eurer eigenen Kreativität, Spontaneität und Eurer Liebe.“

    F . n .

  20. 20
    Avatar Ela says:

    Korrektur:

    Schluss, zweiter Satz: „Lasst mich in Frieden h ü p f e n … „

  21. 21
    Avatar Niko says:

    Ela, wird Dir es so eingegeben oder hattest Du dies gelesen ?
    Das mit dem springenden Punkt ist eine schöne Metapher, ja, was „bringt“ das ganze Zerdenken. Die Wellen kommen und gehen, manchmal so dass sie einen mitreissen in den tiefen Schmerz. Gestern Nacht sah ich „Massakerszenen“ einer anderen Inkarnation, wo ich mir viele Schuldgefühle wahrscheinlich auflud und dieses oft durch diese Brille in den Phasen betrachte, so unwirklich ist manchmal die Wirklichkeit.
    Die Wirklichkeit ist anders, aber das Erleben ist und bleibt das hier und jetzt.
    :)

  22. 22
    Avatar Ela says:

    @ Niko

    ich bin Schriftstellerin. Habe mich in diversen Ebenen gebildet, und das ist jetzt meine Überzeugung, in humorvoller Weise verpackt. Es ist natürlich keine Messlatte, sondern Anstoß zur Diskussion. Klauen von Texten ist nicht, es wäre Plagiat, oder ich müsste den Text, den ich entlehne, extra kennzeichnen und den Namen des Urhebers dazu setzen.

    Deine Szenen einer anderen Inkarnation: Das Karma ist aufgehoben. Laut Omnec Onec, der Frau von der Venus.
    https://www.youtube.com/watch?v=oYRZYYkkohM

    Da die Menschen auf mehreren Ebenen manipuliert wurden, ist es schwierig zu eruieren, wie viel ureigener Wille des Einzelnen zu solchen Szene führte. Bitte forsche selber weiter, was es zu diesen Themen an Informationen gibt.

    Mann, schwimm Dich frei und gelange zu Deiner ureigenen Kraft.

  23. 23
    Avatar Kleinschorschi says:

    @ Ela
    So, nun komme ich auch mal wieder dazu, zu antworten…. Danke für deine Zeilen.
    Sokrates Satz und ich zitiere dich hier: „„Ich bin tot. Lasst mich in Frieden ruhen und denkt Euch Eure eigene Philosophie aus. Denn sonst kann es sein, dass ihr in der Vergangenheit lebt, und dabei das eigene Leben im Jetzt versäumt! Jede Zeit hat ihre eigene Philosophie.“
    Gilt hier nicht Gleiches mit der Zukunft? Alles wissen zu wollen, was passiert, alles erklären zu wollen? Bin in die hinterletzte Galaxie? Entfernt man sich da nicht in die Zukunft? Wäre der Schlüssel nich einfach zu sein? Ohne alles wissen zu wollen? Was aber nicht bedeutet, dass man unklug ist, eher im Gegenteil. Ich denke beides, in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft zu leben (wann endlich kommt das Goldene Zeitalter, wann wird alles besser….etc..) ist doch ebenso wegführend vom Sein im Jetzt.

    Kräuter räuchern. Da haben wir etwas gemeinsam. Ich mag das total… :-)

  24. 24
    Avatar Ela says:

    @ Kleinschorschi

    Es ist sehr berechtigt, diese Fragen zu stellen und das Niveau dieser Diskussion gefällt mir immer mehr. Du hast auch schon die Erdung angesprochen und beweist allgemein eine hohe intuitiv – ausgleichende Wahrnehmung. Ich habe das oft in Kommentarsträngen erlebt, dass Behauptungen auftauchen, die dann schlussendlich das innerste der Seele in Resonanz gehen lassen. – Zu Erkenntnissen führen.

    Vergangenheit und Zukunft. Es war in den 1960er Jahren, da war eine bekannte Sekte, und da verschenkte eine ganze Gruppe von denen a l l e s, und ging auf einen Berg, weil heute kommt der Weltuntergang. –

    Dann kam die erhoffte und erwartete „Ionisierung“.

    Dann war es „2012“!

    Dann war es der erhoffte und erwartete, endgültige Börsencrash und die damit verbundene Abschaffung des Geldes.

    Jetzt ist es das erhoffte und erwartete „Goldene Zeitalter“.

    Mut. Mut ist gefragt. Jetzt. Zur Ehrlichkeit. Zur Zärtlichkeit. Zur Liebe. Wie auch immer. Das rettet uns im Moment und kommt von innen, unabhängig von den im Außen erwünschten und erwarteten Ereignissen. Wir können selbst Ereignisse in Gang setzen. WARUM NICHT? :-)

  25. 25
    Avatar Ela says:

    @ Kleinschorschi

    Die „hinterletzte Galaxie“ ist aber schon seeehhhr reizvoll ….. grins… :-)

  26. 26
    Avatar Kleinschorschi says:

    @ Ela :-)
    Vielleicht sitzt in der hinterletzten Galaxie jener Holzfäller-Typ, der uns ein schönes Feuerchen zaubert. Somit schliesst sich der Kreis oder die Spirale und wir sind wieder beim Thema des Blog-Beitrags vom lieben Alex, seines Zeichens ein guter Feuermacher :-)

  27. 27
    Alex Miller Alex Miller says:

    ;)

    …Feuermachen macht ja auch ganz viel Spaß… :)

  28. 28
    Avatar Reisender says:

    Hallo lieber Alex,
    Danke für den Beitrag, hat mir sehr gefallen :-)

    Für alle die die bedingungslose Liebe im Herzen aktivieren möchten, kann ich die folgende Anleitung empfehlen:
    http://www.puramaryam.de/heil.html

    Wie von Kleinschorschi in Kommentar Nr. 8 u. 10 geschrieben, kann die Natur dabei helfen in den Zustand bedingungsloser Liebe zu kommen, weil die Natur; die Mineralien, Bäume, Planzen und Tiere, noch in diesem Zustand sind.

  29. 29
    Avatar Kleinschorschi says:

    Herzlichen Dank, Reisender.
    Ein wunderbarer Link. Wenn man über die Alphabetische Liste geht, wird einem das gesamte Geschenk und Ausmaß dieser wunderbaren Seite gezeigt. Mit viel Liebe und von Herzen geschrieben, dies spürt man förmlich, wenn man sich durch diese Seite bewegt. Hab Dank!

  30. 30
    Alex Miller Alex Miller says:

    @ Reisender & Kleinschorschi,
    diese empfohlene Seite ist wie ein Lexikon, wunderbar! Ich kenne sie schon lange und bezog bereits viele Inspirationen daraus.

    Schönes Wochenende Euch allen!
    Alex

  31. 31
    Alex Miller Alex Miller says:

    Ein hervorragendes Video vom Psychiater Univ.-Doz. DDr. Raphael Bonelli, passend wunderbar zu meinem Beitrag:

    Bonelli_youtube

    Was wollen Frauen wirklich? Der Psychiater Univ.-Doz. DDr. Raphael Bonelli berichtet über die (fehlende) Anziehung von Mann und Frau und warum diese gerade bei den Millenials nicht mehr vorhanden ist. Wollen Frauen als Mann lieber einen Macho oder doch den braven Hausmann? Was ist Ihnen wichtiger: Kinder oder Karriere?

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